Zu viel Zeit mit dem Smartphone verbringen – auch Jugendliche sind besorgt

Sowohl Apple als auch Google wollen ihren Nutzern Hilfsmittel zur Seite stellen, um diesen einen besseren Überblick zur Art und Weise der Smartphone-Nutzung zu ermöglichen. Übermäßige Beschäftigung mit dem Smartphone wird immer häufiger als großes Problem der modernen Gesellschaft angesehen. Zwar stehen Anwendern zu jeder Zeit beinahe unendlich viele Informations- sowie Unterhaltungsmöglichkeiten zur Verfügung – gleichsam aber auch enormes Ablenkungspotenzial. iOS 12 wird eine neue Funktion namens "Screen Time" bieten, damit Nutzer unsinnig mit dem Smartphone verbrachte Zeit minimieren können.

Es ist kein Zufall, dass sowohl iOS als auch Android Abkehr von der bisherigen Strategie nehmen, die Anwender so oft wie möglich ans Smartphone zu locken und damit an die Produkte zu binden. Stattdessen soll drohenden politischen Debatten zuvorgekommen werden – und damit möglicherweise gesetzlich angeordneten Regulierungen. Würde exzessive Smartphone-Nutzung allgemein als Sucht und Gefahr für die Gesundheit der Gesamtbevölkerung gesehen, so droht den großen Anbietern Einmischung durch den Gesetzgeber. Einen näheren Blick auf die Thematik bietet dieser Artikel zum Thema "Screen Time in iOS 12".


Eine Studie des Pew Research Centers ergab, dass nicht nur Erwachsene, sondern auch Jugendliche besorgt über ihre eigene Smartphone-Nutzung sind. 54 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren gab an, zu viel Zeit mit ihrem Handy zu verbringen. Vor allem die verschiedenen Sozialen Netzwerke und Videospiele werden von den Umfrageteilnehmern als zeitintensiv wahrgenommen. Die Mehrheit der Jugendlichen hat sich daher zum Ziel gesetzt, ihren Zeiteinsatz zurückzufahren. Ganz offensichtlich handelt es sich also um kein Thema, dass nur von besorgten Eltern aufgebracht wurde. Der Anteil von Teenagern, die sich besorgt über zu viel Smartphone-Verwendung äußern, ist zudem wesentlich höher, als der unter Erwachsenen, welche ein Problem bei sich erkannten.


Noch einige weitere Kennzahlen dokumentieren, dass Smartphones längst Lebensmittelpunkt anstatt nur Telefon mit großem Display sind. Direkt nach dem Aufwachen greifen 72 Prozent der befragten Teenager gewöhnlicherweise zum Smartphone. 56 Prozent sagen über sich, ohne Smartphone ein Gefühl von Einsamkeit oder Nervosität zu verspüren. 31 Prozent machen Ablenkungspotenzial während des Unterrichts aus – Wasser auf die Mühlen jener, die Smartphones an Schulen verbieten wollen. Dass offensichtlich in weiten Teilen der Gesellschaft ein Bewusstsein für übermäßige Smartphone-Fokussierung besteht, ist sicherlich eine gute Entwicklung. Ob die von Apple und Google entwickelten Werkzeuge einen Beitrag leisten, die Kontrolle nicht zu verlieren, muss sich aber erst zeigen.

Kommentare

Dante Anita27.08.18 12:38
Angeblich wollte ja z.B. Facebook eine Funktion bringen mit der man sieht, wieviel Zeit man damit verbringt. Hat die schon wer gesehen?
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jeti
jeti27.08.18 12:45
Ich nenne es fehlende Selbstdisziplin.
+2
jokermainz
jokermainz27.08.18 12:54
jeti

👏👏👏
Es gibt nichts, das man nicht lernen könnte ...
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daschmc27.08.18 13:21
...und zu viele benutzen das Smartphone immer noch beim Autofahren. Grad heute mindestens 3x beobachtet während meines Dienstes.
+5
massi
massi27.08.18 14:29
Ich nenne es fehlende Selbstdisziplin.
Du meinst genauso wie bei Alkohol, Crack, Zigaretten, Heroin?
..und zu viele benutzen das Smartphone immer noch beim Autofahren
Ja, auch gestern auf der A1 beobachtet, der Fahrer tippt während des zähfließenden Verkehrs auf seinem Smartfon rum, neben ihm sein etwa zwölfjähriger Sohn, ebenfalls in sein Smartfon vertieft.
Die Geschwindigkeit zieht wieder an, er gibt, ohne den Blick vom Smartfon zu nehmen, Gas.
Irgendwie unfassbar.
+4
Steph@n
Steph@n27.08.18 16:17
daschmc
...und zu viele benutzen das Smartphone immer noch beim Autofahren. Grad heute mindestens 3x beobachtet während meines Dienstes.

Keine Fahrt ohne das ich das sehe, absolut unverständlich!
Ich denke es ist mehr geworden, spätestens an jeder Ampel gehen die Köppe runter.
Selbst eine Verwandte Akademikerin hat es erst NACH einem Totalschaden eingesehen, unglaublich
+5
dan@mac
dan@mac27.08.18 16:57
jeti
Ich nenne es fehlende Selbstdisziplin.
Das mag es rational betrachtet am Ende sein, aber für die fehlende Selbstdisziplin gibt es auch Gründe – genau wie bei anderen leichten oder schweren Abhängigkeiten. Der rationale Teil es menschlichen Gehirns ist eben noch in der kleinere.
+3
JoMac
JoMac28.08.18 08:09
Letztes Wochenende auf der Autobahn bei 120 Kmh überhole ich einen Smart: Ein Mädel fährt, die linke Hand am Steuer mit einer Zigarette zwischen den Fingern, in der rechten Hand ein Smartphone (und am tippen). Hui.
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