Wie Apple und Netflix die Filmwelt verändern und Studios zu Zulieferern degradieren

Vergleicht man die Entwicklung von Musik- und Filmbranche in den letzten 15 Jahren, so gibt es deutliche Unterschiede. Als Anfang der 2000er klassische Musikverkäufe stark einbrachen, platzierte Apple mit dem iTunes Music Store ein sehr erfolgreiches Vertriebsmodell. Die Musiklabels konnten sich zwar wieder über erheblich besseren Absatz freuen, allerdings begann Apple bald, der Branche Regeln zu diktieren. Den Einflussverlust großer Labels vor Augen war die Filmwelt daher nicht willens, zusammen mit Apple ein ähnlich konzipiertes Angebot auf die Beine zu stellen. Es gibt zwar seit einem Jahrzehnt auch den Filmvertrieb via iTunes, doch Marktführer wurde Apple nie. Den Studios lag viel daran, keine Eigenständigkeit aufzugeben und die Entwicklungen innerhalb der Musikbranche zu wiederholen. Eine Sache ähnelt sich hingegen stark, denn Film- und Serien-Flatrates über Streaming-Plattformen sind heutzutage genauso alltäglich wie Musik-Streaming.

Vom Studio zum Zulieferer
Der Wettstreit lautet allerdings nicht mehr, wer fertige Inhalte besonders komfortabel an die Kunden bringt, sondern wer die Produktion in der Hand hält. Netflix investierte schon vor Jahren Milliarden Dollar in Eigenproduktionen, selbiges macht Amazon – und seit geraumer Zeit auch Apple. Einem Bericht des Hollywood Reporters zufolge haben längst tiefgreifende Umwälzungen in der Filmbranche stattgefunden. Bisherige Studios verkaufen ihre Produktionen nun oft direkt an die höchstbietende Plattform, anstatt mit klassischen Sendern zu kooperieren. Gleichzeitig findet auch die Produktion neuer Filme und Serien nicht mehr für das normale TV-Publikum statt, sondern erfolgt im Auftrag von Netflix und Co. Wie es im Artikel heißt: Paramount wird dadurch immer mehr zum Netflix-Zulieferer.

Umbruch – und großes Potenzial
Branchenexperten zufolge ist der Markt noch längst nicht gesättigt und auf Jahre hin sehr attraktiv. Apples Angebot habe das Potenzial, in den kommenden Jahren mit Netflix gleichzuziehen und ähnliche Umsätze zu erzielen – ohne dass dafür Netflix Federn lassen müsste. Momentan habe Netflix (und Amazon) natürlich erheblichen Vorsprung, denn es gibt bereits unzählige Serien. Apples Milliardeninvestitionen und Kooperationen mit oscar-prämierten Studios wie A24 (siehe ) sorgen in der Filmwelt aber für Unruhe. "Wie Apple und Netflix ihre Milliarden anlegen, forme die Branche ganz neu", heißt es. Um noch einmal den eingangs erwähnten Vergleich mit der Musikbranche aufzugreifen: Direkt für die jeweilige Plattform produzieren zu lassen bietet wesentlich mehr Chancen, als wenn alle auf dasselbe Angebot zurückgreifen.

Kommentare

Cupertimo28.11.18 13:58
Ich glaube nicht daran, dass Apple so schnell mit Netflix gleichziehen kann. Schon alleine deswegen weil es nur weichgespülte Familien-Inhalte geben wird.

Und ich werde nicht 2-4 Videoabos abschließen. Das mache ich bei Musikstreaming auch nicht. Wer soll das denn noch alles bezahlen?
+11
Schingonie28.11.18 14:02
Im Grunde ist ja nur entscheidend, ob Apple gute Inhalte und Unterhaltung produziert. Gewaltfreie Serien sind ja nicht automatisch schlecht und umgekehrt.
+9
NONrelevant28.11.18 14:07
Ich habe da andere Informationen. Wenn ich jetzt noch wüsste, woher?
Auf jeden Fall habe ich gehört, dass die großen Studios, allen voran Disney, Warner usw... Netflix die Lizensen entziehen wollen und auf eigene Streaming-Plattformen setzten.
Auch hat Netflix - zumindest noch - das Problem, keine eigenen Studios für ihre Produktionen zu haben. Deswegen sind Netflix noch angewiesen auf die großen Studios, weil sie deren Studios benutzen müssen.
Netflix plant zwar in eigenen Studios zu produzieren, in dem Bericht, den ich gelesen hatte, hörte sich das aber nicht so an, als sei das gut für Netflix und schon gar nicht, dass sie die Filmbranche unter Druck setzen, eher andersrum.
NONrelevant - Wer nicht selber denkt, für den wird gedacht.
+1
subjore28.11.18 14:18
NONrelevant

Manche Film Studios werden Zulieferer für Amazon, Apple und Netflix, andere Flim Studios werden Zulieferer für ihre eigenen Dienste. Im Endeffekt gibt es dann bei jedem Streaming Dienst unterschiedliches zu sehen.

Was mich stört ist, dass es bei keinem Streaming Anbieter alle Filme die vor 2005 ins Kino kamen gibt. Es wäre schön wenn sie sich um eine Vollständigkeit der alten Angebote kümmern würde, sodass man wie bei Musik nicht nachdenken muss ob es ein Film oder eine Serie bei dem und dem Anbieter gibt. Ist bei älterer Musik ja meistens auch so.
+7
schaudi
schaudi28.11.18 14:19
NONrelevant
Ich habe da andere Informationen. Wenn ich jetzt noch wüsste, woher?
Auf jeden Fall habe ich gehört, dass die großen Studios, allen voran Disney, Warner usw... Netflix die Lizensen entziehen wollen und auf eigene Streaming-Plattformen setzten.
Auch hat Netflix - zumindest noch - das Problem, keine eigenen Studios für ihre Produktionen zu haben. Deswegen sind Netflix noch angewiesen auf die großen Studios, weil sie deren Studios benutzen müssen.
Netflix plant zwar in eigenen Studios zu produzieren, in dem Bericht, den ich gelesen hatte, hörte sich das aber nicht so an, als sei das gut für Netflix und schon gar nicht, dass sie die Filmbranche unter Druck setzen, eher andersrum.

Sowohl Disney, als auch Warner sind aber auch keine "Studios" sondern Groß Konzerne, "mit" unteranderem, eigenen Studios. Das gerade diese beiden Versuchen eigene Wege zu gehen ist kein Wunder - sie können es sich leisten. Ob das langfristig funktionieren wird, dass jeder Konzern eigene Streamingdienste hat, vielleicht sogar noch einzelne je nach den einzelnen Studios ist zu bezweifeln.
+3
deus-ex28.11.18 14:22
Cupertimo
Ich glaube nicht daran, dass Apple so schnell mit Netflix gleichziehen kann. Schon alleine deswegen weil es nur weichgespülte Familien-Inhalte geben wird.

Und ich werde nicht 2-4 Videoabos abschließen. Das mache ich bei Musikstreaming auch nicht. Wer soll das denn noch alles bezahlen?
Stimmt schon. Bei Musikstreaming hat aber jeder Anbieter so gut wie ALLE Inhalte. Deswegen machen mehrere Abos keine Sinn. Bei Film/Fernsehen ist vieles Exclusiv auf einen Anbieter beschränkt, da hier die Streamer oft Sachen selbst Produzieren.
Und ob dss bei Apple weichgespülter Mist sein wird weiß keiner. Und wie das Vertriebsmodell sein wird auch noch nicht.
Disneys Streaming Dienst wird auch „weichgespült“ sein, weil es nun mal Disney ist. Deswegen wird der Dienst Aufgrund von Star Wars und Marvel trotzdem durch die Decke gehen.

Die Musik Industrienhat jetzt Dank Streaming das Thema Piraterie ganz gut im Griff weil am einfach für relativ wenig Geld unkompliziert auf ALLE Inhalte zugreifen kann.
Die Film Industrie hat es noch nicht kapiert. Wenn die Inhalte Fragmentiert auf verschiedene Anbieter verteilt werden greifen die Leute wieder zu illegalen Stream weil so dort ALLE Inhalte haben.
+3
kde
kde28.11.18 14:47
Man könnte das ja auch so lösen:
1/3 Jahr Netflix
1/3 Jahr Sky
1/3 Jahr Amazon Prime Video

oder eben abhängig nach Film-/Serienangebot.
+6
deus-ex28.11.18 14:50
Stimmt. Die Abos sind ja monatlich kündbar. Gar nicht so blöd die Idee.
+2
JoMac
JoMac28.11.18 15:20
kde
oder eben abhängig nach Film-/Serienangebot.
Exakt so wird das gemacht

Sky abonniere ich aber wesentlich seltener.
+2
nacho
nacho28.11.18 15:47
kde
Man könnte das ja auch so lösen:
1/3 Jahr Netflix
1/3 Jahr Sky
1/3 Jahr Amazon Prime Video

oder eben abhängig nach Film-/Serienangebot.

Mir wäre das zu aufwändig, ständig künden und wo anders ein neues Abo lösen.
-2
strellson28.11.18 16:20
subjore
Was mich stört ist, dass es bei keinem Streaming Anbieter alle Filme die vor 2005 ins Kino kamen gibt.

Noch krasser finde ich, dass es kaum ältere Filme zu leihen gibt. Sobald ein Film ein paar Jahre alt ist wird er bei iTunes nur noch zum Kauf angeboten.
0
Aulicus
Aulicus28.11.18 17:47
Ich denke, wenn jedes Studio sein eigenes Süppchen kocchen will kann das nur ein Schuss in den Ofen werden. Ich abonniere doch nicht 35 verschiedene Dienste nur weil mir hier und da mal ein Film gefällt... Da ist doch vereinzelt kaufen oder leihen deutlich günstiger.
+2
JoMac
JoMac28.11.18 19:17
nacho
Mir wäre das zu aufwändig, ständig künden und wo anders ein neues Abo lösen.
Ok da muss ich mich nochmal korrigieren:
Amazon Prime habe ich eigentlich dauerhaft.
Je nach guter neuer Serie abonniere ich mal 1 oder 2 Monate Sky / Netflix.
+1
odi141028.11.18 19:56
nacho
kde
Man könnte das ja auch so lösen:
1/3 Jahr Netflix
1/3 Jahr Sky
1/3 Jahr Amazon Prime Video

oder eben abhängig nach Film-/Serienangebot.

Mir wäre das zu aufwändig, ständig künden und wo anders ein neues Abo lösen.

Kündigen sollte doch eigentlich ziemlich flott gehen, oder?
Die Frage ist ob die Informationen zu bereits angeschauten Serien dann auch so erhalten bleiben beim späteren Wiedereintritt in die Abo-Welt? (Also eher vorübergehende Deaktivierung anstatt Kündigung). Dann wäre es auch für mich eine Lösung.
+1
RockenRoll28.11.18 21:44
Cupertimo
Ich glaube nicht daran, dass Apple so schnell mit Netflix gleichziehen kann. Schon alleine deswegen weil es nur weichgespülte Familien-Inhalte geben wird.

Und ich werde nicht 2-4 Videoabos abschließen. Das mache ich bei Musikstreaming auch nicht. Wer soll das denn noch alles bezahlen?

Man wird nicht einen einzigen nackten Busen zu sehen bekommen..
geschweige denn zwei..
-1
nacho
nacho29.11.18 07:08
odi1410
nacho
kde
Man könnte das ja auch so lösen:
1/3 Jahr Netflix
1/3 Jahr Sky
1/3 Jahr Amazon Prime Video

oder eben abhängig nach Film-/Serienangebot.

Mir wäre das zu aufwändig, ständig künden und wo anders ein neues Abo lösen.
Kündigen sollte doch eigentlich ziemlich flott gehen, oder?
Die Frage ist ob die Informationen zu bereits angeschauten Serien dann auch so erhalten bleiben beim späteren Wiedereintritt in die Abo-Welt? (Also eher vorübergehende Deaktivierung anstatt Kündigung). Dann wäre es auch für mich eine Lösung.

Wenn du schon ständig kündigst und neue Abos abschlisst, kannst du auch locker eine Datenbank pflegen was du bisher geschaut hast
Spass beiseite, nicht jeder ist für ein solches Modell geeignet.
0
JoMac
JoMac29.11.18 07:22
odi1410
Kündigen sollte doch eigentlich ziemlich flott gehen, oder?
Die Frage ist ob die Informationen zu bereits angeschauten Serien dann auch so erhalten bleiben beim späteren Wiedereintritt in die Abo-Welt? (Also eher vorübergehende Deaktivierung anstatt Kündigung). Dann wäre es auch für mich eine Lösung.
Netflix: Abo kündigen ist einfach.
Und die Daten bleiben ca 10 Monate erhalten, falls man sich bis dann wieder erneut für Netflix entscheidet.

Bei Sky "kündigt" man das Abo auch, also wird nicht gleich der Account gelöscht. Wie lange der Account/die Daten vorgehalten werden, weiß ich nicht.
0
marco m.
marco m.29.11.18 09:30
strellson
Noch krasser finde ich, dass es kaum ältere Filme zu leihen gibt. Sobald ein Film ein paar Jahre alt ist wird er bei iTunes nur noch zum Kauf angeboten.
Deswegen bin ich bei Amazon Prime Video, die Preise bei Apple sind generell viel zu teuer.
Und wenn ich mal was Aktuelles sehen will, gebe ich halt mal 3,99€, oder 4,99€ aus. Meistens kann ich aber auch ein paar Monate warten, denn die meisten Filme erscheinen eh irgendwann bei Prime, oder man hat Glück, und der Film ist beim Freitags-Special für 99 Cent zu bekommen.
Und da kommt noch der kostenlose Versand, Music, und Hörbücher dazu. Und das alles für 69€ im Jahr. Mit dem Gesamtpaket kommt man auch noch besser weg, denn nur Prime Video kostet 7,99€ im Monat.
Chevy Chase: Twenty years ago, we had Steve Jobs, Johnny Cash and Bob Hope. Now we have no jobs, no cash, and no hope. Please, don't let Kevin Bacon die!
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Cupertimo29.11.18 15:41
Schingonie
Im Grunde ist ja nur entscheidend, ob Apple gute Inhalte und Unterhaltung produziert. Gewaltfreie Serien sind ja nicht automatisch schlecht und umgekehrt.
Das ist richtig. "Weichgespült" setze ich ja nicht gleich mit "gewalt- und sexfrei". Apple ist mir aber einen Tacken zu empfindlich bei einigen Themen. Man kann es auch übertreiben.

Um jetzt aber mal beim Thema Gewalt zu bleiben:
Wird es überhaupt Waffen geben? Oder schießen Drogendealer bei Apple — sofern es auch diese überhaupt geben wird — nur mit Wasserpistolen um sich?
(ich erinnere hierbei an das Knarren-Emoji, welches bei Apple nur noch als Wasserpistole dargestellt wird)
0
Scrubelicious29.11.18 16:56
RockenRoll
Cupertimo
Ich glaube nicht daran, dass Apple so schnell mit Netflix gleichziehen kann. Schon alleine deswegen weil es nur weichgespülte Familien-Inhalte geben wird.

Und ich werde nicht 2-4 Videoabos abschließen. Das mache ich bei Musikstreaming auch nicht. Wer soll das denn noch alles bezahlen?

Man wird nicht einen einzigen nackten Busen zu sehen bekommen..
geschweige denn zwei..
Warum nicht? Gibr doch genuge im iTunes Store zusehen.
Bei Disney funkt es doch auch?
MacTechNews
In der Filmbranche herrscht große Unruhe, denn in den letzten Jahren formten Schwergewichte wie Netflix und neuerdings auch Apple den Markt neu
Habs mal korrigiert.
Don't believe everything on the internet!
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Motti
Motti29.11.18 22:39
Also ich habe immer Amazon Prime und Netflix nur für 1 Monat, wenn es sich lohnt und ich Serienmarathon machen kann.
+1
Scrubelicious02.12.18 12:39
P.S. was haben die Filme mit den höchsten Einnahmen weltweit gemeinsam?
Don't believe everything on the internet!
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