Umdenken bei Laptop-Herstellern: Mehr Modularität – macht Apple mit?


Viele Jahre lang galt in Cupertino bei der Gestaltung von mobilen Rechnern eine Maxime: Hauptsache, es wird dünner. Eine Verschlankung bei gleichzeitiger Leistungssteigerung ist die Herausforderung, welche Apples Hardware-Designer bei jeder Umgestaltung zu meistern haben. Dabei zogen andere Kundenwünsche oftmals den Kürzeren, etwa den nach leicht austauschbaren Komponenten. Die meisten Defekte eines MacBooks erfordern den Austausch des gesamten Logic Boards. Hersteller wie MSI und Lenovo setzen bei auf der Consumer Electronics Show (CES) 2026 vorgestellten Modellen andere Prioritäten,
berichtet CNET: Akkus, Tastaturen und Speicherkomponenten lassen sich leichter ersetzen als bei den Vorgängermodellen.
Die 14. Generation des ThinkPad X1 Carbon von Lenovo etwa hat das gesamte Chassis modular aufgebaut: Sowohl Gehäuseboden als auch die tastaturbewehrte Oberseite der Laptopbasis lassen sich als Ganzes entfernen. So kommen einigermaßen versierte Schrauber leicht an austauschbare Komponenten wie SSD, Akku, Lüfter und Lautsprecher. Zudem sind Tastatur und Trackpad schnell ersetzt – die beiden mechanisch am stärksten beanspruchten Elemente. MSI integriert beim auf die Bedürfnisse von Spielern ausgerichteten Raider-Modell erstmals eine einfach zu öffnende Wartungsklappe, über die Anwender sowohl SSD als auch RAM ersetzen können.
Trend in der BrancheCNET meint, eine herstellerübergreifende Tendenz zu Modularität bei Laptops zu erkennen; auch das
EliteBoard zählt das IT-News-Portal zu diesem Trend, da sich dort ebenfalls Speicherriegel austauschen lassen. Dells wiederbelebte XPS-Reihe weist von Technikern leicht austauschbare Tastaturen und USB-Anschlüsse auf.
Reaktion auf Forderungen aus der Politik?Die Hersteller sind höchstwahrscheinlich nicht zufällig allesamt auf dieselbe Idee gestoßen, ihre Geräte nachhaltiger zu gestalten. Stattdessen liegt die Vermutung nahe, dass sie dem zunehmenden Druck aus der Politik nachgeben: Alle US-Bundesstaaten erlassen oder diskutieren aktuell Right-to-Repair-Gesetze und fordern von Herstellern, die Reparierbarkeit ihrer Produkte auch außerhalb von Vertragswerkstätten zu gewährleisten. Auch die EU hat im Jahr 2024 ein entsprechendes Regelwerk verabschiedet. Obgleich zunächst Autos und Smartphones in die Pflicht genommen wurden, betrifft die Richtlinie zum Recht auf Reparatur auch Laptops: Ab
18. Februar 2027 müssen zumindest die integrierten Akkus neu verkaufter Mobilrechner leicht austauschbar sein. Dem wird sich auch Apple nicht entziehen können.
Eine EU-Richtline verpflichtet Laptop-Hersteller, Geräte mit leicht austauschbaren Akkus auszustatten (Quelle:
repair.eu)