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Geschichte wiederholt sich: HP präsentiert Tastatur-PC – Achtzigerjahre-Konzept wiederbelebt

Kinder der Achtziger werden mit keiner Wimper zucken, wenn sie das Eliteboard G1a sehen, welches Hewlett-Packard auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt hat. Die Heimcomputer von Commodore und Atari, welche vor dreißig Jahren weitverbreitet waren, vereinten Elektronik und Tastatur in einem Gehäuse. Mit den damaligen Geräten hat der HP-Rechner allerdings nicht viel gemein: Das EliteBoard umfasst einen Akku, wird aktiv gekühlt und wiegt ab 726 Gramm.


Das displaylose Gerät ist für Pendler gedacht, welche ihren PC vom Büro ins Home-Office tragen wollen. Der optionale Akku genügt für 3,5 Stunden Betrieb, sodass man den Windows-Rechner nicht mühevoll herunter- und wieder hochfahren muss. Die Tastatur umfasst einen Ziffernblock in voller Größe, die Pfeiltasten müssen mit halber Höhe auskommen. Zwei USB-C-Anschlüsse stellen die Verbindung zu Monitoren, Stromversorgung und Peripherie her.

Das EliteBoard von HP ist weder Lap- noch Desktop.

Natürlich mit KI
HP preist das mobile Gerät als „Next Gen AI PC“ an; auf der Tastatur gibt es eine Copilot-Taste. Auf Wunsch bekommt man einen integrierten Fingerabdruck-Sensor geliefert. Bei CPU und GPU setzt das EliteBoard auf Radeon- sowie Ryzen-Chips von AMD. Anwender können den Prozessor wählen, ebenso SSD und RAM – letzterer ist gesockelt, also nachträglich erweiterbar. Ein Trackpad integriert das schmale Gehäuse nicht; stattdessen wird eine Bluetooth-Maus mitgeliefert. Preise für die angebotenen Konfigurationen nennt der Hersteller nicht.

Unklare Zielgruppe
Unklar ist, wen HP mit diesem Modell ansprechen will. Das EliteBoard wirkt in etwa wie ein Laptop, dem das Display abhanden gekommen ist. Da ein Bildschirm fehlt, kann man unterwegs nicht viel mit der integrierten Tastatur anfangen. Der integrierte Akku ist zu klein dimensioniert, um unterwegs ein mobiles HDMI-Display zu betreiben. Das flache Gehäuseprofil mag sich zwar als praktisch für Pendler erweisen, doch macht die dazugehörige Maus die Platzersparnis zunichte.

Vorbild Raspberry Pi?
Ein ähnliches und doch ganz anderes Modell präsentierte jüngst die bei Elektronik-Bastlern beliebte Raspberry Foundation vor: Der Raspberry Pi 500+ kommt ohne Akku, aber dafür mit jeder Menge Anschlüssen daher. Der ARM-Chip kann wahrscheinlich nicht mit dem Ryzen mithalten – dafür sind die mechanischen Schalter der Tastatur austauschbar, deren RGB-Beleuchtung lässt sich für jede Taste individuell regeln. Mit deutschem Tastaturlayout kostet das linuxbasierte Gerät mit 16 GByte RAM und 256 GByte gesockelter SSD rund 250 Euro, wenn man Maus und Netzteil mitbestellt.

Kommentare

Nebula
Nebula07.01.26 08:48
Perfekt für den kalifornischen Markt, wo gerne mal der Strom ausfällt. Die Batterie ist als USV zu sehen.
»Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.« – Steve Jobs
+4
esc
esc07.01.26 08:48
Beheizte Tasten sind im Winter sicher praktisch
+6
Sascha77
Sascha7707.01.26 08:50
Eigentlich eine folgerichtige Re-Evolution der Mini-PCs. Eher nicht für wirklich mobile Anwendung, aber dazu werden viele Laptops ja auch nicht genutzt.
+1
esc
esc07.01.26 08:51
Nebula
Perfekt für den kalifornischen Markt, wo gerne mal der Strom ausfällt. Die Batterie ist als USV zu sehen.

Da fährt man dann mit einem Laptop besser, ausserdem braucht der externe Bildschrim weiterhin Strom.
+3
Nebula
Nebula07.01.26 08:54
esc
Da fährt man dann mit einem Laptop besser, ausserdem braucht der externe Bildschrim weiterhin Strom.
Sofern man weiterarbeiten muss, ja. Eine USV schützt ja vorwiegend vor Datenverlust/-korruption, wenn ein Gerät abrupt den Saft verliert.
»Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.« – Steve Jobs
+1
Legoman
Legoman07.01.26 09:05
Dann bitte aber auch eine Tastatur in richtiger Größe mit Blöcken für Pfeil- und Bildlauftasten.
+1
rosss07.01.26 09:17
Sind 726 Gramm das Gewicht mit oder ohne den optionalen Akku?

HP bietet einen passenden 14" Monitor (Stromversorgung über USB) mit 635 Gramm an. Energieverbrauch: 13 W (maximum); 7 W (typical)

Das wären zusammen 1,36 Kg (ggf. plus Akku), die Akkulaufzeit könnte noch bei 1-2 Stunden liegen. Der Monitor kann frei platziert werden. Yay!

Aber, aus der Traum: „Der integrierte Akku ist zu klein dimensioniert, um unterwegs ein mobiles HDMI-Display zu betreiben.“

0
MacNu9207.01.26 09:45
Hm, das ist dann wohl eine Frage der Philosophie: Trage ich lieber einen PC mit integrierter Tastatur nach Hause oder einen Mac mini, also PC ohne Tastatur. Das Ganze ist natürlich kostengünstiger als ein (gutes) Notebook, wenn ich nicht den Doppelbedarf für Display und ggfs. Maus dazurechne. Ein Mac/NoteBook erscheint mir jedoch praktischer, ohne dass es komplizierter zu transportieren wäre.
0
annonuem
annonuem07.01.26 09:47
Also die Zielgruppe ist mir sofort klar: so werden die Notebooks hier in der Verwaltung genutzt: zu Hause oder im Büro und immer am Monitor und mit Maus!
+4
CJuser07.01.26 09:55
Dürfen die aus Cupertino gerne kopieren. Zusätzlich vielleicht noch ein SD-Slot.
+2
Dunnikin
Dunnikin07.01.26 10:52
Sowas in der Art habe ich mir erst vor wenigen Tagen gekauft. C64 Ultimate

Dauert aber noch mit der Lieferung.
+5
t.stark
t.stark07.01.26 10:54
Statt einer Tastatur könnte man natürlich auch gleich den ganzen (Mini)-PC mitnehmen
Dieser müsste dann allerdings praktischerweise vom Monitor aus per USB-C mit Strom versorgt werden.
0
gevaugeh07.01.26 11:37
Für mich ist das Konzept sehr stimmig. Ich arbeite viel im HomeOffice und zwei Tage pro Woche im Büro. Bildschirme sind überall vorhanden je 2 x 34 Zoll. Den Laptop Bildschirm benutze ich nie, idR bleibt der zugeklappt. Durch die eingebaute Batterie könnte ich auch einfach den Arbeitsplatz wechseln (ggü. Desktopkonzepten).
Ich hätte immer eine größere Tastatur dabei (ggü. Notebook) und müsste nicht meine Tastatur aus dem Sharing Schrank holen. Also liebe IT, gerne beschaffen.
+2
artkid07.01.26 12:59
Liest sich für mich als praktikable Lösung für den Bildungsmarkt. Insbesondere die Anpreisung als „most servicable“ und „spill proof“. Klar, in Deutschland ist vor allem Office auf dem Bildungsmarkt noch immer ein No-Go (DSGVO ist da meist das Argument), aber wenn man komplett auf Online-Umgebungen zurückgreift und nur auf stationäre Bildschirme angewiesen wäre, passt der Moment der Markteinführung ganz gut für den Digitalpakt 2.0. Man könnte vorhandene (online)Software und Bildschirme weiternutzen und ältere Rechner ersetzen und letztere zugleich aufstocken.
-1
Mutabaruga07.01.26 13:08
Den Strombedarf für unterwegs kann man sich ja mit ner Powerbank selbst in gewünschter Größe sicherstellen.

Fehlt nur noch eine Befestigungsmöglichkeit eines kleinen mobilen Monitors an der Tastatur.
0
nagi_muc
nagi_muc07.01.26 13:44
Bei den momentanen Preisen reicht es, wenn ich den RAM und die SSD mit ins Homeoffice nehme
+2
ssb
ssb07.01.26 15:09
Ja, so hatten wir das auch damals beim TRS-80 in der Schule. Ein bahnbrechend neues Konzept.
Und einen Ryzen mit Aktiv-Kühlung? Da vibriert die ganze Tastatur. Der RasPi 400 kennt das Problem nicht, und ich bastle gern an dem rum...
+1
clandestin07.01.26 18:33
Bei HP kommt noch ein Ladegerät dazu, dass minimum so gross wie die Tastatur ist.

Aber wenn man davon ausgeht, dass in jedem Besprechungsraum ein Beamer oder Bildschirm steht, könnte es für Präsentationen geeignet sein.
0

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