Trump-Regierung: Apple soll keine RAM-Chips aus China nutzen


Die nunmehr seit vielen Monaten anhaltende Speicherknappheit führt zu stark steigenden Preisen bei Computern, Smartphones, Tablets und zahlreichen anderen Tech-Produkten. Auch Apple sah sich vor einiger Zeit gezwungen, für MacBooks und iPads deutlich mehr Geld zu verlangen. Bei iPhones nahm das kalifornische Unternehmen zwar noch keine Erhöhungen vor, die in wenigen Wochen erscheinende neue Generation dürfte allerdings spürbar teurer werden als die aktuellen Modelle. Um die Situation zumindest ein wenig zu entspannen, plant Apple angeblich nach wie vor, die Liste der RAM-Zulieferer um chinesische Hersteller zu erweitern. Berichten zufolge gab es sogar bereits Verhandlungen mit durch die US-Regierung sanktionierten Unternehmen (siehe
).
US-Senatoren mit Vorbehalten gegenüber chinesischen SpeicherchipsDiesen Absichten traten Ende Juli einige Senatoren entgegen. Die Parlamentarier wandten sich in einem offenen Brief an Apple. Darin verlangten sie vom iPhone-Hersteller, auf Komponenten der beiden chinesischen Hersteller CXMT und YMTC zu verzichten (siehe
). Außerdem begehrten sie Auskunft darüber, ob bereits Verhandlungen stattgefunden hätten. Die Sorge der Senatoren: China könne weitere Abhängigkeiten schaffen und vertrauenswürdige westliche Hersteller mithilfe staatlicher Subventionen aus dem Geschäft drängen. Apple soll bis 21. August auf die im offenen Brief enthaltenen sieben Fragen antworten.
Handelsminister: US-Regierung gegen Speicherchips aus ChinaJetzt hat sich auch ein Mitglied der US-Regierung in dieser Angelegenheit zu Wort gemeldet. Handelsminister Howard Lutnick sprach sich anlässlich seines Besuchs der Eröffnung von Apples neuer
Fortbildungsstätte für IT-Fertigung in Houston gegen derartige Pläne aus. „Die Trump-Regierung ist dagegen“, sagte er nach der Veranstaltung laut einem
Bericht des Wall Street Journal in einem Interview. Es müsse andere Lösungen im Hinblick auf das Speicherproblem geben, so der Minister. Diese könnten aber nicht darin bestehen, dass große amerikanische Unternehmen chinesische Speicherchips nutzten. Diese Botschaft hat Lutnick eigenen Angaben zufolge bereits an Apple übermittelt.
US-Regierung drängt Apple zu Fertigung in den Vereinigten StaatenDas Wall Street Journal berichtet darüber hinaus, dass der US-amerikanische Chip-Hersteller Micron Technology die US-Regierung ersucht habe, Apple die Nutzung chinesischer Speicherkomponenten zu untersagen. Den aktuellen Äußerungen des Handelsministers nach zu urteilen scheint diese Forderung bei der Trump-Administration auf offene Ohren zu stoßen. Lutnick zufolge drängt man Apple zudem dazu, deutlich mehr Produkte in den Vereinigten Staaten herzustellen und entsprechende Fertigungsstätten aufzubauen. Man sei zuversichtlich, dieses Ziel auch zu erreichen, so der Handelsminister.