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Anthropic veröffentlicht Fable 5 – und fordert globalen Entwicklungsstopp

Anthropic ist für düstere Prophezeiungen bekannt: Die Vollendung des Großen Sprachmodells (LLMs) "Mythos" nutzte das Unternehmen für Warnungen, dass deren Fähigkeiten so umfangreich seien, dass es nicht der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden könne. Nun will das Unternehmen angemessene Leitplanken installiert haben – mit Fable 5 erscheint eine abgesicherte Variante für die allgemeine (zahlende) Öffentlichkeit.


Wer das aktuelle Anthropic-LLM nutzen will, muss nach Tokenverbrauch zahlen – ein Pauschalabonnement gibt es nicht. Im Vergleich zum bisherigen Top-Modell Opus 4.8 verdoppelt Anthropic hierbei die Preise. Die Ankündigung wird begleitet von einer Menge Benchmarks und Anwenderberichten. So zitiert Anthropic das FinTech-Unternehmen Stripe mit der Aussage, Fable 5 habe Softwareentwicklung, welche üblicherweise Monate dauere, auf wenige Tage komprimiert.

Mythos in drei Abstufungen
Den Zugriff auf Mythos 5 in uneingeschränkter Form gewährt das KI-Unternehmen lediglich einem kleinen Teil US-amerikanischer Behörden und Cybersicherheitsunternehmen. In Kooperation mit der Regierung entscheide man regelmäßig über Zugriffsberechtigungen. Eine weitere, mit geringen Einschränkungen versehene Variante werde vertrauenswürdigen Forschern im Bereich Biologie und Chemie bereitgestellt. Die öffentlich nutzbare Version Fable 5 steht für zwei Wochen für Abonnenten der Pro-, Max-, Team- und Enterprise-Pauschalabonnements zur Verfügung, danach wird nach Verbrauch abgerechnet. Zu einem späteren Zeitpunkt soll Fable 5 auch in Pauschalabonnements bereitstehen.

"Wenn KI sich selbst baut"
In einem weiteren Blog-Beitrag betrachtet Anthropic die rasante Entwicklung von LLMs und stellt die Frage, ob ein weltweit orchestrierter KI-Entwicklungsstopp angebracht sei. Der ausführliche Artikel zeichnet den Fortschritt der Branche in den vergangenen Jahren nach. Chatbots (2023) wurden durch Agents (2025) ergänzt, welche mittlerweile wiederum eigenständig Workers (2026) mit Unteraufgaben betrauten. Bald schon, so die geäußerte Befürchtung, könne der Mensch am Anfang der Auftragskette ersetzt werden, und ein selbstlernendes und -entscheidendes KI-System entstehe.

Bald schon wähnt Anthropic den Menschen überflüssig in der LLM-Evolution. (Quelle: Anthropic)

Mit Eigenwerbung gespickte Mahnung
Dieser Schritt könnte sich als gefährlich für die Menschheit erweisen, warnt der Artikel, dessen Argumente immer wieder die Leistungen der hauseigenen LLMs hervorheben. So sei inzwischen 80 Prozent des intern entwickelten Programmiercodes von KI-Agenten generiert; der durchschnittliche Entwickler produziere mithilfe von Mythos achtmal so viel Programmcode pro Quartal wie in den Jahren vor 2025. Gleichzeitig, so ergänzt der Bericht, überblickten viele ihr eigenes Produkt nicht mehr, und die soziale Interaktion zwischen Programmierern käme zum Erliegen.

Forderung nach Innovationsbremse
Aufgrund der rasanten Entwicklung schlägt Anthropic als Schlussfolgerung vor, dass sich die weltweit führenden LLM-Entwickler auf einen generellen Stopp bei der Weiterentwicklung einigen, "um uns mehr Zeit zu geben, mit den immensen Auswirkungen auseinanderzusetzen". Man wolle in den nächsten Monaten mit Politikern, Forschern, gesellschaftlichen Institutionen und anderen KI-Unternehmen konferieren, wie mit dem aktuellen Entwicklungsstand umzugehen sei.

Kommentare

strateg
strateg10.06.26 17:36
alegra, bonjour, ciao, grüezi, hallo, hello, hola "ware games"!
cuntentientscha, attentivitad, curaschi —
-11
t.stark
t.stark10.06.26 17:44
Wie ist das eigentlich mit dem Aktienkurs, wenn Antrophic demnächst an die Börse geht? Für mich eigentlich ein Nogo, wenn es zu einem weltweiten Entwicklungsstopp kommt. Was für ein Glück, dass das natürlich reines Marketing ist. Wenn uns die KI schon alle in die Luft jagt und uns verdummen lässt, dann möchte dabei wenigstens reich sein.
0
Legoman
Legoman10.06.26 17:47
Hat ein Entwicklungsstopp jemals in der Geschichte funktioniert?
+13
Niederbayern
Niederbayern10.06.26 18:01
gefühlt kann es der Menschheit aktuell nicht schnell genug gehen sich abzuschaffen. Sei es durch Krieg der mittlerweile via Drohnen stattfindet, Humanoide die man derzeit in Fabriken testet, Robotaxis oder eben jene Zivile-KI die man mit rasantem Tempo immer weiter und besser züchtet ohne sich Gross Gedanken zu machen was man damit auslöst. Sehr bedenklich….
+15
t.stark
t.stark10.06.26 18:03
Vielleicht könnte man ja mal darüber nachdenken die Einkommenssteuer und die Lohnnebenkosten abzuschaffen. Das macht mich als menschliche Arbeitskraft ggü. der KI, Maschinen und Robotern günstiger
+7
sudoRinger
sudoRinger10.06.26 18:10
t.stark
Vielleicht könnte man ja mal darüber nachdenken die Einkommenssteuer und die Lohnnebenkosten abzuschaffen. Das macht mich als menschliche Arbeitskraft ggü. der KI, Maschinen und Robotern günstiger
Die KI, die deine Arbeitskraft einteilt, wird ablehnen: "Das mache ich lieber selbst, Du halluzinierst zu viel".
+5
System 6.0.110.06.26 19:31
☝️In diesem Blog-Beitrag betrachte ich die rasante Entwicklung des menschengemachten Klimawandels und stelle die Frage, ob ein weltweiter Stopp fossiler Energieträger angebracht sei.

Jetzt merken es auch Dario und Daniela Amodei … 🤭
+3
wi36810.06.26 19:51
Für mich klingt dieser Anthropic-Aufruf eher wie ein Hilferuf: Das entwickeln neuer Modelle wird immer teuer. Unser Modell ist gut. Dann lass uns das ernten (Dividende) ohne das gesamte eingesammelte Geld gleich in das nächste Modell investieren zu müssen.

Es gäbe auch einen Bedarf Modelle zu entwickeln die mit weniger RAM auskommen oder Technologien mit der der eigene Apple-Geräte-Zoo gemeinsam eine KI-Aufgabe löst (anstatt dass alles in einer lokalen Gerät laufen muss; was derzeit bei vielen Aufgaben nicht funktioniert und dann die Cloud aushelfen muss gegen Gebühr).
+1
iEi
iEi10.06.26 20:10
Aber Hauptsache die EU verhindert ne Siri App auf iOS.
Ganz wichtig und gut, dass wir diese EU haben.
-35
Sputnik123
Sputnik12310.06.26 21:09
iEi
Aber Hauptsache die EU verhindert ne Siri App auf iOS.
Ganz wichtig und gut, dass wir diese EU haben.

vertausch hier nicht die Schuldigen. Firmen müssen sich an Gesetze halten und dies tut Apple momentan nicht. Müssen Sie halt ihr Produkt anpassen. Ich kann hier auch kein Neuwagen zulassen der kein Kat und Anschnallgurte hat.
cum hoc ergo propter hoc
+18
Fucko10.06.26 22:07
iEi
Aber Hauptsache die EU verhindert ne Siri App auf iOS.
Ganz wichtig und gut, dass wir diese EU haben.

Dicker, du hast irgendeinen Komplex mit der EU, wenn ich mir deine Beiträge ansehe und du solltest mal versuchen, daran zu arbeiten. Das gehate ist wirklich anstrengend.
+19
Esterel
Esterel11.06.26 00:29
iEi
Aber Hauptsache die EU verhindert ne Siri App auf iOS.
Ganz wichtig und gut, dass wir diese EU haben.

Wie sagte mein Opa immer so schön:
Da hat der Maurer das Loch gelassen!

Mit anderen Worten, wenn die EU so schlecht ist, dann pack doch deine Sachen und geh.
+2
shotekitehi
shotekitehi11.06.26 06:51
so einen Aufruf gab´s doch schon mindestens einmal - habe was vom 23.10.25 gefunden - und das hat z.B. Anthropic damals auch nicht gestört weiter zu entwickeln...
Auf der Schachtel stand: ‘Benötigt Windows XP oder besser’. Also habe ich mir einen Mac gekauft.
+1
Matschbirne11.06.26 07:44
Die haben ein gutes Marketing-Team da bei Anthropic 😺 Mindestens die kann man nicht durch KI ersetzen 🤪🤪🤪
-1
Raziel111.06.26 08:21
Anthropic veröffentlicht ständig irgendwelche Aussagen etc die man im Grunde nur reines marketing sind. Und in der Praxis sind ihre Models vollkommen überteuert, gleichzeitig aber oft voller Probleme. Da wundern mich dann auch die Statistiken die sie veröffentlichen, die passen nämlich oft überhaupt nicht zur praxis
0
cheesus1
cheesus111.06.26 08:50
Raziel1
Anthropic veröffentlicht ständig irgendwelche Aussagen etc die man im Grunde nur reines marketing sind. Und in der Praxis sind ihre Models vollkommen überteuert, gleichzeitig aber oft voller Probleme. Da wundern mich dann auch die Statistiken die sie veröffentlichen, die passen nämlich oft überhaupt nicht zur praxis
Ja, cool. Jetzt warnt schon mal einer vor den Gefahren der KI für die Menschheit (und zwar das KI Unternehmen sellbst!) und dann wird das als Marketing abgetan. Macht voll Sinn... Vielleicht ist es echt besser, die KI schafft uns ab, wenn wir zu dumm sind unsere Probleme wenigstens zu erkennen.
0
System 6.0.111.06.26 09:02
cheesus1
Raziel1
Anthropic veröffentlicht ständig irgendwelche Aussagen etc die man im Grunde nur reines marketing sind. Und in der Praxis sind ihre Models vollkommen überteuert, gleichzeitig aber oft voller Probleme. Da wundern mich dann auch die Statistiken die sie veröffentlichen, die passen nämlich oft überhaupt nicht zur praxis
Ja, cool. Jetzt warnt schon mal einer vor den Gefahren der KI für die Menschheit (und zwar das KI Unternehmen sellbst!) und dann wird das als Marketing abgetan. Macht voll Sinn... Vielleicht ist es echt besser, die KI schafft uns ab, wenn wir zu dumm sind unsere Probleme wenigstens zu erkennen.

Weise wäre, dem Aufruf zu folgen. Vernünftig aber nicht.

Bist Du weise, dann handle danach. Oder Du bist vernünftig, dann beachte den Aufruf nicht.
0
Esterel
Esterel11.06.26 10:14
Ja ja... hat OpenAI schon 2019 gesagt
GPT-2: Too Dangerous To Release

und was ist passiert, nichts.

source: https://openai.com/index/better-language-models/
+1
trigunas10811.06.26 13:31
covering their asses .....
wenn dann wirklich alles den Bach runtergeht können sie immer sagen wir haben davor gewarnt aber die Politik hat nicht gehandelt.
Das die Tage wo Science Fiction Realität wird noch zu meiner Lebzeit passiert hätte ich mir nicht (Alp)Träumen lassen.
+1
AE-35
AE-3512.06.26 03:39
Fucko
Dicker, du hast irgendeinen Komplex mit der EU, wenn ich mir deine Beiträge ansehe und du solltest mal versuchen, daran zu arbeiten. Das gehate ist wirklich anstrengend.
Es heisst Digga, nicht "Dicker".
+1
olaf_luecke15.06.26 09:09
AE-35
Fucko
Dicker, du hast irgendeinen Komplex mit der EU, wenn ich mir deine Beiträge ansehe und du solltest mal versuchen, daran zu arbeiten. Das gehate ist wirklich anstrengend.
Es heisst Digga, nicht "Dicker".
Hm, scheint landschaftlich zu sein. Das Norddeutsche Dicker, lautmalerisch: Digger, gibt es schon deutlich länger in der norddeutschen Unterhaltung als das rapper Digga aus den USA. Hier vielleicht noch interessant das Ho und Hey, welches in Ostfriesland für Ja und Nein gebraucht wird. Und das auch schon wirklich seit sehr, sehr langer Zeit.
0

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