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Apple A12 und A13 verfügen über nicht korrigierbare Sicherheitslücke

Sicherheitsschwachstellen sind sehr ärgerlich – doch meist lassen sich diese durch Aktualisierungen beheben. Anders sieht es aus, wenn sich die Sicherheitslücke in der Hardware selbst oder in nicht aktualisierbarer Software befindet. Manche erinnern sich vielleicht an eine Sicherheitslücke in diversen iPhone-Chips mit dem Namen "checkm8", welche einen Jailbreak für das iPhone 4S bis zum iPhone X ermöglichte. Hier befand sich die Schwachstelle im ROM – und da hier keine Updates eingespielt werden können, war es Apple nicht möglich, die Lücke zu beheben.


Nun ist eine neue Sicherheitsschwachstelle von den Sicherheitsforschern "Paradigm Shift" aufgedeckt worden, welche "checkm8" ähnelt. Auch hier ist es Apple nicht möglich, die Schwachstelle zu beheben, da sich der Fehler im Boot-ROM befindet, das nach Auslieferung nicht verändert werden kann. Betroffen von der neuen "usbliter8 " genannten Lücke sind Apples A12-, A12X/Z-, S4-, S5- und A13-Chips, welche der Konzern im iPhone XS/XR, iPhone 11, Apple Watch Series 4 und 5 wie auch iPad Pro der dritten und vierten Generation auslieferte. Hier handelt es sich zwar um recht alte Geräte, doch diverse dürften noch im aktiven Einsatz sein – besonders, da das iPhone 11 noch iOS 26 und iOS 27 unterstützt.

USB-Controller als Einfallstor
Die "usbliter8"-Lücke macht sich einen Fehler in der im Boot-ROM enthaltenen Software des USB-Controllers der oben genannten Chips zunutze: Hier ist es vereinfacht gesagt möglich, diesen durch das Senden von zu kleinen Datenpaketen über USB so zu verwirren, dass das Beschreiben von beliebigen Arbeitsspeicher-Teilen möglich ist – und so auch das Ausführen von eigenem Programmcode.

Der Hack lässt sich auf dem A12 recht einfach durchführen – doch auf dem A13 führte Apple diverse neue Sicherheitsfunktionen ein, unter anderem auch "Pointer Authentication Codes". Den Sicherheitsforschern von "Paradigm Shift" gelang es dennoch auf diversen Umwegen, eigenen Programmcode auf dem iPhone auszuführen.

Nicht aus der Ferne durchführbar
In der Praxis bedeutet "usbliter8", dass es möglich ist, Code auf einem der oben genannten Geräte auszuführen. Allerdings scheinen zum aktuellen Zeitpunkt die Nutzerdaten nicht in Gefahr zu sein, denn die auf der SSD gespeicherten Daten sind verschlüsselt – und der Schlüssel befindet sich in der Secure Enclave, welche bislang noch nicht geknackt wurde.

Ferner ist der Angriff nur durchführbar, wenn man physischen Zugriff auf das Gerät hat, da sich die Schwachstelle nur über den USB-Anschluss ausnutzen lässt – und nicht beispielsweise über das Internet. Ältere oder neuere Chips, wie zum Beispiel der A11 oder A14, sind von diesem Angriffsvektor nicht betroffen.

Kommentare

Moka´s Onkel
Moka´s Onkel19.06.26 08:54
Unter den gelisteten Geräten sind auch die Apple Watch Series 4 und 5. Dann wird gesagt, dass man für den Hack physischen Zugang zum Gerät braucht, weil sich dieser nur über den USB Zugang ausführen lässt. Daraus ergeben sich für mich ein paar (vielleicht doofe) Fragen:
- Hat die Apple Watch einen USB Zugang?
- Ist sie also ebenso gefährdet wie ein iPhone?
- Oder ist sie mangels USB Zugang nicht betroffen, obwohl sie besagten Chip hat?
+5
Timekiller
Timekiller19.06.26 09:05
Die Apple Watches haben tatsächlich einen physischen Anschluss. Dieser verbirgt sich unter einer der beiden Armbandlaschen.
+15
chicken19.06.26 09:36
Ja der physische Anschluss ist da, für die meisten nicht sichtbar gut versteckt und selbst wenn man ihn "freilegt" scheitert es für die Mehrheit an der Verbindung .. also es ist recht "überschaubar" wer da Unfug anstellen kann
+1
maybeapreacher
maybeapreacher19.06.26 09:49
Der Vollständigkeit halber: Die Apple Watch SE (1.Gen) hat auch den S5.
+1
Spawn11119.06.26 10:13
iPad Pro haben ab der 3. Generation M-Chips.
+2
Termi
Termi19.06.26 10:28
Da die iPhone 11 Serie und das iPhone SE (2020) mit A13 ausgestattet sind, gehe ich mal davon aus, dass sie ihre VS-NFD (Verschlusssache nur für den Dienstgebrauch) Freigabe aufgrund dieser Sicherheitslücke verlieren. Grundsätzlich haben iPhones ab iOS 26 diese Freigabe.

Gerade in großen Unternehmen und Behörden sind gerade iPhone SE oft lange im Einsatz, da kostengünstig und für berufliche Anforderungen ausreichend.
+2
Moka´s Onkel
Moka´s Onkel19.06.26 10:43
Wie sieht es denn mit dem Apple Studio Display von 2022 aus? Das hat doch auch einen A13 Chip. Was ist dadurch gefährdet? Wahrscheinlich Kamera, Mikro und Lautsprecher. Sonst noch was? Kann man mit einem kompromittierten ASD auch auf einen angeschlossenen Mac zugreifen?
+1
Gaston
Gaston19.06.26 10:43
Es sind noch ein paar mehr Geräte betroffen. Einfach mal die entsprechende Prozessorbezeichnung bei Mactracker in die Suche eingeben. Darunter befinden sich z. B. auch das iPad mini 5, das iPad 8 und 9, das iPad Air 3, das iPhone SE 2 und das AppleTV 4K 2. Vor allem der A12 und seine Abkömmlinge A12X/Z wurden in erstaunlich vielen Geräten verbaut.
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand, denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)
+2
aMacUser
aMacUser19.06.26 10:49
MTN
dass das Beschreiben von beliebigen Arbeitsspeicher-Teilen möglich ist – und so auch das Ausführen von eigenem Programmcode.
Ich frage mich halt jetzt, was genau ein Angreifer damit anstellen kann. Kann er den Programmcode nur ausführen, solange er das Gerät im Zugriff hat? Oder kann er auch dauerhaft ein Programm speichern? Durch den fehlenden SSD-Zugriff ja vermutlich nicht. Oder durch den RAM-Zugriff zumindest bist zum nächsten Neustart? Kann er Daten wie Mikrofon, Kamera oder GPS abgreifen und dann an irgendeinen Server schicken?

Also wie groß ist jetzt die tatsächliche "Gefahr" dadurch?
+1
xcomma19.06.26 11:37
aMacUser
Ich frage mich halt jetzt, was genau ein Angreifer damit anstellen kann.

Vermutlich wie früher Jailbreaks auch, wo der Sicherheitslayer vollständig kompromittiert bzw. ausgehebelt wurde und dann grundsätzlich Vollzugriff gegeben war. Wenn eine App (gemeint ist nun eine reguläre auf einem iPhone beispielsweise) selber sich um Verschlüsselung der App-spezifischen Daten kümmert (z.B. Verwendung vom .kdbx Format bei Passwortmanagern, oder Cryptomator-Vaults, die selbst schon verschlüsselt sind) dann ist das eine nächste Hürde an der "einfacherer" Schadcode nicht vorbeikommt - erstmal.

Das hindert aber Hacker nicht daran weitere ausgeklügelte Angriffe darauf aufzubauen, die im Hintergrund auf dem iPhone "ihr Ding verrichten".
Das ist aber alles recht aufwändig und evtl. nur für High Profile Ziele (Spear Phising) lohnenswert.

Kurz: alles ist möglich.
-5
froyo5219.06.26 13:08
Diese Meldung ist eigentlich nicht relevant, da das in der Praxis so gut wie nie vorkommen wird.
-2
sffan19.06.26 13:52
Mein ipad9 hat auch den A13 an Bord. Wundert mich, daß das Gerät nicht aufgeführt wird.

Update: das Teil hat einen Lightning-Port, kein USB. Das könnte die Sache / das Fehlen erklären.
-1
Mankey
Mankey19.06.26 14:15
Gaston
Es sind noch ein paar mehr Geräte betroffen. … Darunter befinden sich z. B. auch das iPad mini 5, das iPad 8 und 9, das iPad Air 3, das iPhone SE 2 und das AppleTV 4K 2. …
Nö. Die haben alle keinen USB -Anschluss
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-4
113719.06.26 14:41
Der Lightning Anschluss arbeitet mit Standard (USB 2.0) Protokollen.
+6
aMacUser
aMacUser19.06.26 15:13
xcomma
aMacUser
Ich frage mich halt jetzt, was genau ein Angreifer damit anstellen kann.

Vermutlich wie früher [...]

Kurz: alles ist möglich.

Nur Spekulation! Aber Spekualtionen helfen ja keinem weiter in der Beurteilung, ob man gefährdet ist oder nicht.

Die Möglichkeiten reichen ja von "jemand leiht mir ein 'böses' Ladekabel und hat mein digitales Leben übernommen" bis zu "ist völlig irrelevant". Da hätte ich halt gerne eine Einordnung, die nicht nur auf Spekulation beruht.
+1
Gaston
Gaston19.06.26 17:23
Mankey
Gaston
Es sind noch ein paar mehr Geräte betroffen. … Darunter befinden sich z. B. auch das iPad mini 5, das iPad 8 und 9, das iPad Air 3, das iPhone SE 2 und das AppleTV 4K 2. …
Nö. Die haben alle keinen USB -Anschluss
Alle Geräte mit den betroffenen A12/A13 Prozessoren nutzen Lightning als Anschluss für ein USB-Signal. Außer die iPad Pros mit A12X/Z und das Studio Display mit A13, die haben einen USB-C Anschluss. Es geht ja um den USB-Controller und nicht um die Anschlussbuchse.
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand, denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)
+1

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