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Chinesischer RAM-Hersteller mit deutschen Wurzeln: Gelingt Apple ein Befreiungsschlag?

Arbeitsspeicher ist eine zunehmend knappe Ressource. Der KI-Boom führt zu einem Wettrennen beim Bau von Serverfarmen, welche wiederum große Mengen an Speichern und Prozessoren erfordern. Dadurch wird es immer schwieriger, diese Komponenten zu erwerben – sogar für einen Konzern wie Apple. Laut einem Bericht der Financial Times testet der Konzern deshalb, ob die DRAM-Chips des Unternehmens ChangXin Memory Technologies (CXMT) für die eigenen Produkte geeignet sind.


Bis zum Jahreswechsel war CXMT noch ein junger Marktteilnehmer, welcher Verluste schrieb – insgesamt 37 Mrd. Yuan (etwa 4,8 Mrd. Euro) über den Verlauf von zehn Jahren. Zur Jahresmitte sei der Hersteller zum weltweit viertgrößten Arbeitsspeicherhersteller angewachsen, berichtet Financial Times: Im ersten Quartal des Jahres machte das Unternehmen einen Gewinn von 33 Mrd. Yuan (4,3 Mrd. Euro). Derzeit ziehe der Hersteller im Eilverfahren eine zusätzliche Produktionsstätte hoch, um die aktuell sehr hohe Nachfrage bedienen zu können.

Patente und Personal aus Deutschland
Dass CXMT es so weit bringen konnte, lässt sich auf Einkäufe in Deutschland zurückführen. Das chinesische Unternehmen erwarb Patente aus dem Fundus des deutschen Speicherherstellers Qimonda. Der Münchener Hersteller meldete 2009 Insolvenz an. Auch sollen ehemalige Qimonda-Angestellte jetzt bei CXMT arbeiten. Dazu kommt eine umfangreiche Unterstützung aus öffentlicher Hand: 34 Prozent der Konzernanteile sind im Besitz von staatlichen Organisationen.

Keine US-Sanktionen – derzeit
Theoretisch könnte Apple ohne Probleme damit beginnen, DRAM-Module bei CXMT einzukaufen. Anders als der ebenfalls chinesische Wettbewerber Yangtze Memory Technologies (YMTC) steht CXMT nicht auf der Sanktionsliste des Handelsministeriums. Beide sind allerdings von Sanktionen des Verteidigungsministeriums betroffen. Apple setzt sich in Washington dafür ein, CXMT ganz von den schwarzen Listen zu entfernen. Dabei soll Apple eine regionale Beschränkung angeboten haben: DRAM aus chinesischer Produktion komme für den Absatzmarkt in ebendiesem Land zum Einsatz; für den US-Markt wolle Apple weiterhin auf einen der drei etablierten Produzenten setzen.

Preise fallen vorerst nicht
Trotz des neuen und wachsenden Wettbewerbers auf dem Speichermarkt bleibt das Angebot nach Speicherkomponenten noch für Jahre weit hinter der Nachfrage. SK Hynix, Samsung und Micron produzieren allesamt das Vielfache des noch jungen Wettbewerbers. Wird die neue Produktionsstätte von CXMT plangemäß vollendet, sind die Produktionskapazitäten für die nächsten zwei Jahre bereits reserviert.

Kommentare

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Seit Mitte 2008 suchte der Hauptaktionär Infineon nach eigenen Angaben nach einem Käufer für Qimonda, da das Unternehmen schwere Verluste einfuhr. Als ernstzunehmende strategische Partner und Investoren wurden die Unternehmen Hynix Semiconductor[9] und Micron ins Gespräch gebracht. Zu dieser Zeit veröffentlichte Qimonda Berichte zur Entwicklung der „Buried-Wordline-Technik“,[10] die es ermöglichen sollte, bei Strukturgrößen von 30 Nanometern Chips mit doppelt so hoher Speicherkapazität wie bisher mit der Trench-Technik (der Kondensator einer DRAM-Zelle war als tiefes Loch im Siliziumsubstrat realisiert) herzustellen. Qimonda war damals der einzige der großen DRAM-Hersteller, der noch die Trench-Technik nutzte. Andere Hersteller nutzten hingegen die sogenannte Stack-Technik. Neben einer erheblichen Senkung der Herstellungskosten bedeutet dies auch einen deutlich geringeren Energieverbrauch von Speicherchips.

Wikipedia.
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
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