Details zu "Apple vs. OpenAI": Massenabwanderung – und sofortige Roadmap-Auswirkungen?


Die von Apple gegen OpenAI eingereichte Klage beschäftigt derzeit die Techwelt, denn Apples Vorwürfe haben es durchaus in sich. Konkret geht es um Firmengeheimnisse, die ehemalige Mitarbeiter nach ihrem Ausscheiden direkt bei OpenAI nutzten. Unter anderem erfolgte das, indem sie Produktpläne offenlegten – viel gravierender wäre jedoch, sollte tatsächlich wie von Apple angegeben auch anschließend noch regelmäßiger Zugriff auf interne Systeme stattgefunden haben. Unser gestriger
Artikel geht auf diese und weitere Punkte ein, die Bestandteil der rechtlichen Auseinandersetzung sind.
Mehr als 400 Mitarbeiter wechselten – aber nicht irgendwelcheOft bergen große Klagen wie diese ein wahres Füllhorn an weiteren
Hintergrundinformationen, denn die beteiligten Unternehmen müssen zahlreiche Informationen offenlegen. Unter anderem sticht ins Auge, wie viele Mitarbeiter OpenAI gezielt von Apple abwarb – mehr als 400 sollen es nämlich sein. Bei insgesamt 166.000 Beschäftigten mag das nach einer zu vernachlässigenden Anzahl klingen, allerdings handelt es sich bei jenem Personal wahrlich nicht um Lagerarbeiter. Stattdessen suchte OpenAI wohl gezielt nach leitenden Mitarbeitern, genauer gesagt solchen, die in ihrem Arbeitsalltag stets Zugang zu vertraulichen Informationen aus dem Hardwarebereich hatten. Die Vorwürfe über systematische Weitergabe geheimer Daten gewinnen angesichts dieser Zahl zusätzlich an Brisanz.
Gurman: Die Klage wirkt bereits – nur durch ihre ExistenzNoch bevor die Sache überhaupt vor Gericht verhandelt wird, dürften sich konkrete Auswirkungen ergeben, wie Mark Gurman ausführt. Apple-Mitarbeiter könnten sich nun zweimal überlegen, ob sie zu OpenAI wechseln oder dort überhaupt Bewerbungsgespräche führen. Frühere Apple-Beschäftigte bei OpenAI dürften zudem vorsichtiger sein, wenn es um ihr altes Wissen geht. Auch OpenAI selbst müsste mehr Zeit in Rechtsprüfungen und interne Kontrollen investieren – also Zeit aufbringen, die der Produktentwicklung fehlt. Dazu kommt die Lieferkette, denn laut
Bloomberg möchten Zulieferer ungern in den Rechtsstreit hineingezogen werden und zögern möglicherweise daher, OpenAI Lieferzusagen zu machen. Dazu kommen Apples enormes Gewicht und Stellung in der Branche.
Roadmap nicht mehr zu halten?All diese Unsicherheiten sorgen für eine Verlangsamung der Pläne – wenngleich OpenAI angeblich weiterhin an der grundsätzlichen Roadmap festhalten wolle. Diese sehe vor, in diesem Jahr ein erstes eigenes Hardware-Produkt anzukündigen, längerfristig zudem einen iPhone-Konkurrenten auf den Markt zu bringen. So sehr, wie man jetzt aber unter Beobachtung steht, sind die Risiken jedenfalls erheblich gestiegen.