Apples größter iPhone-Zulieferer sattelt auf KI um


Apple war lange Foxconns größter Auftraggeber. Die Produktion für das Unternehmen aus Cupertino bildete das Zugpferd der taiwanischen Firma. Aus der Fertigungs-Anlage in Zhengzhou stammten zeitweise rund
80 Prozent aller weltweit hergestellten iPhones. Nun zeigt sich ein interessanter Trend: Während lange Zeit knapp die Hälfte von Foxconns Umsatz durch Apple generiert wurde, ist der Anteil von Verbraucherelektronik verganges Quartal auf
29 Prozent gefallen.
Sinkender iPhone-Absatz ist nicht der GrundDer Grund ist nicht etwa ein Rückgang der iPhone-Verkäufe. Vielmehr geht die Verschiebung auf ein starkes Wachstum des Geschäfts mit Cloud-Infrastruktur zurück. KI-Server machten zwischen April und Juni
51 Prozent des Umsatzes von Foxconn aus. Das Unternehmen betont, dass dies keine zyklische Veränderung sei, sondern strukturell und damit dauerhaft. Man erwarte über die nächsten Jahre den größten Investitions- und
Wachstumsschub im Bereich von Cloud-Computing. Der Vorteil dieser durch KI-Anbieter getriebenen Entwicklung läge in seiner
Kontinuität – Endkunden-Elektronik unterliege hingegen saisonalen Schwankungen. Trotz guter Zahlen waren die Reaktionen der Anteilseigner bisher verhalten, da man das Platzen einer KI-Blase als
Risiko sieht.
Verschiebung zu KI-Infrastruktur dauert schon länger anGänzlich neu ist der sich gerade abzeichnende Trend nicht. Schon im vergangenen Jahr konnte Foxconn auf der KI-Welle reiten und mit der Cloud- und Netzwerksparte stark
zulegen. Vor zwölf Monaten kam das Unternehmen damit bereits auf 41 Prozent Anteil an seinem Gesamtumsatz. Neu ist, dass dieser Teil jetzt über die Hälfte der gesamten Einnahmen ausmacht. Von dem Wachstumstrend profitiert indes nicht nur Foxconn. TSMC – gleichfalls Zulieferer von Apple – wird ebenfalls ein Kapazitätszuwachs von 50 Prozent über die nächsten zwölf Monate
prognostiziert.
Welche Auswirkungen sich für Apple aus diesen Verschiebungen ergeben, bleibt abzuwarten. Geringere Abhängigkeit auf der Seite der Zulieferer könnte unter Umständen mit einer weniger komfortablen Position in zukünftigen Verhandlungen einhergehen.