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Speicherkrise: Verhandelt Apple bereits mit sanktionierten chinesischen Unternehmen?

Apple bemüht sich seit einiger Zeit darum, die Liste seiner Lieferanten für RAM-Chips zu erweitern. Grund ist die seit vielen Monaten andauernde Knappheit von Speicherbausteinen, welche zu erheblich steigenden Preisen unter anderem bei Computern, Smartphones und Tablets führt. Der kalifornische Hersteller konnte zwar bislang die Preise für die aktuelle iPhone-Palette noch stabil halten, die für Herbst erwartete kommende Generation dürfte allerdings teurer werden. Berichten zufolge zieht der kalifornische Hersteller in Betracht, mit chinesischen RAM-Produzenten zusammenzuarbeiten, um die Steigerungen zumindest abzudämpfen; ganz vermeiden lassen sie sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. In diesem Zusammenhang hat Apple angeblich die US-Regierung vor Kurzem um eine Sondergenehmigung ersucht (siehe ).


Bericht: Verhandlungen laufen, Abschluss aber noch nicht in Sicht
Parallel zu der Lobbyarbeit in Washington verhandelt Apple laut einem Bericht von Bloomberg (Bezahlschranke) bereits mit zwei chinesischen RAM-Herstellern. ChangXin Memory Technologies (CXMT) und Yangtze Memory Technologies (YMTC) gehören zu den größten Unternehmen ihrer Art im Reich der Mitte. Zu einem Abschluss ist es allerdings bislang noch nicht gekommen, schreiben die Journalisten Mark Gurman und Maggie Eastland in ihrem Beitrag. Über den Verhandlungen schwebt zudem bekanntlich ein mögliches Damoklesschwert: Sowohl CXMT als auch YMTC stehen auf einer Schwarzen Liste des US-Verteidigungsministeriums, da sie angeblich enge Verbindungen zum chinesischen Militär unterhalten. YMTC ist darüber hinaus vom US-Handelsministerium sanktioniert.

Tim Cook spricht mit US-Finanzminister
Apple will daher in Washington unter anderem verhindern, dass auch CXMT zusätzlich auf die Schwarze Liste des Handelsministeriums gesetzt wird. Sollte das nämlich geschehen, dürfte Apple beim chinesischen Hersteller keine Chips einkaufen. Tim Cook persönlich hat Bloomberg zufolge mit mehreren Regierungsmitarbeitern gesprochen, darunter sogar Finanzminister Scott Bessent. Einer von Apples Vorschlägen lautet, die von CXMT und YMTC bezogenen RAM-Bausteine ausschließlich in für den chinesischen Markt produzierten Geräten zu verbauen.

Verhandlungen sind politisch und wirtschaftlich heikel
Die bereits laufenden Verhandlungen könnten es Apple allerdings schwerer machen, die angestrebte Sondererlaubnis zu erhalten. Sie sind nämlich möglicherweise Wasser auf die Mühlen etlicher hoher US-Regierungsmitarbeiter sowie Parlamentarier, welche strikt gegen Deals mit CXMT und YMTC sind. Rein rechtlich betrachtet dürfte Apple zwar auch ohne Ausnahmegenehmigung durch die Trump-Regierung mit den beiden sanktionierten chinesischen Unternehmen zusammenarbeiten. Politisch und wirtschaftlich wäre eine solche Entscheidung allerdings heikel. Sie könnte dazu führen, dass Apple in Washington in Ungnade fällt und dem Unternehmen diverse Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, unter anderem mit erweiterten Sanktionen und verschärften Exportvorschriften.

Kommentare

System 6.0.1
System 6.0.102.07.26 13:01
Sie könnte dazu führen, dass Apple in Washington in Ungnade fällt und dem Unternehmen diverse Knüppel zwischen die Beine geworfen werden,

In einer Demokratie kann ein Unternehmen nicht in „Ungnade“ fallen.

Europa scheint wirklich der einzige Teil der Welt zu sein, in dem Recht und Gesetz noch etwas bedeuten.
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
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derguteste
derguteste02.07.26 13:17
System 6.0.1

In einer Demokratie kann ein Unternehmen nicht in „Ungnade“ fallen.

Also ich würd mal behaupten das schon einige deutschen Unternehmen wie zb Wirecard oder auch vor kurzem Volkswagen durchaus in "Ungnade" gefallen sind in der Demokratie Deutschland.
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