Gegenwind: US-Senatoren wollen Apple verbieten, Speicherchips aus China einzusetzen


Die Preise für IT-Hardware steigen seit einem Jahr sprunghaft an. RAM, SSDs, Festplatten, sogar Mikro-SD-Karten kosten ein Vielfaches dessen, was man 2025 dafür bezahlte. Apple erhöhte jüngst die Preise für Macs, iPads und HomePods, versucht aber gleichzeitig, zusätzliche Lieferanten zu erschließen. So fragte der Konzern bei der US-Regierung an, ob der chinesische Hersteller
CXMT als Lieferant infrage kommt. In einem offenen Brief wendet sich der demokratische Senator Chuck Schumer (New York) (zusammen mit sechs weiteren Senatoren beider Parteien) gegen diese Bestrebungen und fordert Antworten von Apple.
Der
offene Brief (PDF) fordert Apple auf, von den Plänen Abstand zu nehmen, CXMT und YMTC als Lieferanten in Betracht zu ziehen. Das Schreiben nimmt Bezug auf Listen der US-Regierung, welche beide Unternehmen als mit der chinesischen Regierung verbandelt bewerten und ab Ende 2027 als Lieferanten für staatliche Institutionen untersagen. Sieben Fragen soll Apple den Senatoren beantworten; sie geben dem Konzern dafür Zeit bis zum 21. August. Neben der Forderung, auf Komponenten von CXMT und YMTC zu verzichten, verlangen die Senatoren Auskunft über den Stand von Testproduktionen und Verhandlungen mit den beiden Herstellern, und ob Apple sich bei US-Unternehmen nach Produktionskapazitäten für Speicherkomponenten erkundigt habe.
Gefahr für US-ProduktionZudem formulieren die Senatoren die Befürchtung, dass die Volksrepublik China ein bekanntes Muster anwende: „Peking hat diese Strategie bereits in unzähligen kritischen Lieferketten angewendet, darunter in den Bereichen Stahl, Akkumulatoren und Schiffbau, wo staatlich subventionierte Produktionskapazitäten die Preise unter das Marktniveau drückten, vertrauenswürdige westliche Hersteller aus dem Geschäft drängten und Abnehmer bei lebenswichtigen Gütern abhängig machten von Amerikas Hauptgegner.“ Schumer hebt dabei die von ihm initiierten Gesetze hervor, unter anderem den „CHIPS and Science Act“ aus dem Jahr 2022, mit dem die US-Regierung inländische Halbleiterproduktion im Umfang von 280 Milliarden US-Dollar fördert.
Oligopol RAM-ProduktionArbeitsspeicher ist ein hoch spezialisierter Produktionszweig. Die essenziellen Komponenten (DRAM sowie HBM) werden derzeit überwiegend von drei Unternehmen produziert: Samsung, SK Hynix und Micron. Lediglich Micron hat seinen Sitz in den Vereinigten Staaten (und produziert erst seit Kurzem im eigenen Land). Bereits in der Vergangenheit gab es Vorwürfe in Bezug auf Preisabsprachen: Eine im Jahr 2018 eingereichte Klage aufgrund sprunghafter Verdreifachung bei RAM-Preisen wurde mangels hinreichender Beweise eingestellt; im Jahr 2026 wurde eine
Sammelklage gegen die drei Unternehmen erhoben. Ein Kartellverfahren der EU-Kommission gegen DRAM-Hersteller endete 2010 mit einem Vergleich, welcher die Hersteller
331 Mio. Euro kostete.