Tracking-Schutz bei Kinder-Apps: Warum Apple das Feature bis auf Weiteres verschiebt

Apple verschiebt die Einführung der strengen Tracking- und Werbe-Beschränkungen für Kinder-Apps, die das Unternehmen im Juni ankündigte. Der Washington Post zufolge befindet sich Apple momentan in Gesprächen mit Entwicklern entsprechender Drittanbieter-Apps. Es geht um Details zur Umsetzung der neuen Richtlinie. Softwareanbieter sollen sich unzufrieden mit der bisherigen Marschroute Apples zeigen.


Apple arbeitet am Feinschliff der neuen Tracking-Schutz-Vorgaben
Ursprünglich sollte der zusätzliche Schutz vor Tracking und Werbung in Apps, die sich an Kinder richten, schon am 3. September starten – doch das Unternehmen wird den Zeitplan laut der Washington Post nicht einhalten. Entwickler sollen mehr Zeit bekommen, Schranken in ihren Apps zu integrieren. Zudem gehe es noch um den Feinschliff einiger Formulierungen in den App Store Guidelines, die als offizielles Regelwerk darüber bestimmen, was Anwendungen erlaubt ist und was nicht.

Apple kündigte auf eine Anfrage der Washington Post die Verschiebung des Features an: „Wir weichen vor diesem wichtigen Problem nicht zurück, aber wir helfen Entwicklern dabei, die Maßnahmen für ihre Apps umzusetzen.“ Einige Softwareanbieter haben von Apple demnach eine größere Klarstellung und weitere Anpassungen der neuen Regeln gefordert. Es gebe aber eine weit verbreitete Unterstützung für die hauseigenen Bemühungen, Kinder zu schützen, so das Unternehmen.

Apples strengeren Anti-Tracking-Vorgaben sehen unter anderem vor, Kinder-Apps den Einsatz von Drittanbieter-Datenanalyse-Diensten zu verbieten. Auch entsprechende Werbe-Services von Drittanbietern sind untersagt, um die Nutzungsdaten der Kinder besser als bisher vor Fremdzugriff zu bewahren.

Softwareanbieter kritisieren Apples strikten Kurs
Diverse Entwickler äußerten bereits Bedenken hinsichtlich Apples striktem Vorgehen. Gerald Youngblood von Tankee beispielsweise machte gegenüber der Washington Post darauf aufmerksam, wie stark sich Apples neue Regeln auf den Geschäftsbetrieb auswirken können. Obwohl Tankee – anders als einige Konkurrenten – immer den Datenschutz der Nutzer als Grundpfeiler der hauseigenen Apps empfunden habe, sehe sich das Unternehmen großen Einschränkungen ausgesetzt. Die Apple-Vorgabe könne etwa die Möglichkeiten einschränken, Werbung einzublenden – entsprechend denke der Softwareanbieter nach, Anwendungen überhaupt noch unentgeltlich verfügbar zu machen.

Auch andere Softwareschmieden sehen ihr Geschäftsmodell bedroht. Dylan Collins von SuperAwesome äußert sich besonders kritisch zu Apples Vorgehen: „Das wird schlicht die gesamte „Kinder-App“-Kategorie killen,“ so der Software-Rechtsexperte.

Kommentare

Kovu
Kovu22.08.19 14:28
Sehr schade. Ich pfeife darauf, dass das für die geschäftsschädigend wäre.
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Dirk!22.08.19 14:29
„Das wird schlicht die gesamte „Kinder-App“-Kategorie killen,“

Apps, die Kinder mit (unangemessener) Werbung beballern oder die Kinder überwachen, denen weine ich keine Träne nach!

Verwandtes Thema: Ich bin sehr gespannt auf Apple Arcade. Man findet jetzt ja kaum noch Spiele im App Store, die man den Kindern ohne Bedenken in die Hand geben kann.
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tkoehler22.08.19 15:05
Obwohl Tankee (...) immer den Datenschutz der Nutzer als Grundpfeiler der hauseigenen Apps empfunden habe, ...

Na dann ist doch alles bestens für Tankee. Dann sind sie ja von diesen Maßnahmen nicht betroffen. Oder hatte ich da was falsch verstanden?
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ShumweightBerlin
ShumweightBerlin22.08.19 15:28
Ich finde, Apple sollte den Tracking-Schutz auf alle Altersgruppen ausweiten. Tracking ist eine Seuche, die nur den Werbern hilft.
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