eversolo PLAY – Klang und FazitRan an die Bulletten! Der eversolo PLAY ist im Handumdrehen angeschlossen und eingerichtet. Kein Studium der Bedienungsanleitung erforderlich – die übrigens vom deutschen eversolo-Vertrieb audioNEXT (
audiodomain.de) sorgfältig übersetzt wurde und nicht einfach aus einem KI-Translator stammt. Derzeit arbeitet der Vertrieb auch noch daran, einige unglückliche Übersetzungen im Interface zu optimieren.
Ich nutze bei mir stets die Netzwerkverbindung per LAN-Kabel und probiere WLAN höchstens mal aus, um Verbindungskomfort und grundlegende Funktionen zu testen, was im Fall des eversolo unauffällig war. Per LAN reicht es, das sowieso ständig für Testgeräte an verschiedenen Orten bereit liegende LAN-Kabel einzustecken, um per DHCP automatisch eine Netzwerkverbindung herzustellen. Noch kurz für den ersten Test die Lautsprecher angestöpselt, und los geht’s.
Der PLAY ist nach etwa einer halben Minute gebootet und nach wenigen initialen Abfragen nach dem ersten Start einsatzbereit. (Mit einiger Wahrscheinlichkeit steht erst mal ein Firmware-Update bereit.) Nun noch bei dem oder den abonnierten Streamingdiensten anmelden, ggf. einen USB-Speicher mit Musik und andere Quellen anschließen, aber das ist alles binnen weniger Minuten erledigt. Bei mir ist Roon der zentrale Musiklieferant, also beginne ich den Test in der Regel damit, sofern der Proband Roon Ready ist, was ja hier der Fall ist.
Erst mal kurz reinhören und mit dem Gerät vertraut machen. Aber da ich eversolos Interface inzwischen wie meine Westentasche kenne, ist das kein langer Prozess. Alles funktioniert wie erwartet und klingt schon mal sehr überzeugend. Doch nun will ich erst mal den Subwoofer am Desktop einbinden und die Speaker einmessen, wofür ein iPhone/iPad als Mikrofon herhalten kann, oder ein per USB angeschlossenes
Messmikrofon. Auch diese Prozedur ist schnell erledigt und bringt eine deutliche Verbesserung des Frequenzgangs mit sich, der hier durch die Tischplatte bedingt eine starke Abweichung um 200 Hz aufweist. Da ist die Einmessfunktion echt Gold wert.
Einem ausführlichen Hörtest über viele Tage steht nun nichts mehr im Wege. Ich mache das normalerweise so: Während des Arbeitstages am Mac spielt die Testkomponente permanent über die Lautsprecher am Desktop Musik aus meiner Library und via Qobuz ab. Auf diese Weise stellen sich nach und nach genauere Erkenntnisse über den Klang ein. Immer wenn etwas genauer evaluiert werden muss, höre ich entsprechend konzentrierter rein.
Es ist ja ein weit verbreiteter Irrglaube, dass nur ein A/B-Test mit hektischem Umschalten die klanglichen Fähigkeiten einer Komponente offenbaren könne. Das offenbart höchstens grobe tonale Unterschiede, die es bei heutigen Digitalkomponenten nur noch selten gibt, bringt aber keine Erkenntnisse über spezielle Eigenschaften in Bereichen wie Feindynamik, Timing-Eigenschaften und den schwer zu greifenden Ausdruck der „Musikalität“. Das offenbart sich erst nach längerem Hören und nicht im ständigen Wechsel mit anderen Komponenten.
Das Gehör (bzw. Gehirn) ist bei kurzfristigen Klangänderungen darauf geeicht, Unterschiede und auch gewisse Defizite auszugleichen. Aber je länger man eine Audiokomponente (oder auch eine Stimme oder ein Instrument) hört, desto besser lernt man es kennen und zu
erkennen.
Meine Erkenntnisse zum eversolo PLAY sind wie folgt: Der Streaming-Amp liefert (ohne DSP-Verbiegungen und ohne Subwoofer) ein absolut neutrales, vielleicht etwas helles Klangbild mit sehr hoher Auflösung. Seine tendenziell leicht brillante Darstellung verhilft auch Bässen zu hoher Präzision, stellt sie aber manchmal auch etwas zu schlank dar. Daher ist ein zusätzlicher Subwoofer oder entsprechend tieftonstarke Standlautsprecher empfehlenswert. Oder anders herum formuliert: Wer Lautsprecher mit eher schlankem Charakter sein Eigen nennt, wird einen zusätzlichen Subwoofer sehr zu schätzen wissen. Andererseits verhilft gerade dieser leicht schlanke Charakter dem PLAY zu einer enormen Luftigkeit und Leichtfüßigkeit beim Umgang mit feinsten Details.
In Preisbereich des PLAY kenne ich nicht viele Verstärker (schon gar nicht solche mit Streaming). Ein Gerät, das mir noch gut in Erinnerung ist und das sich klanglich etwa auf Augenhöhe bewegt, ist der
Technics SA-C600, der mit 999 Euro aber spürbar teurer und nicht ganz so gut ausgestattet ist. Der Technics hat einen CD-Player eingebaut (aber nicht zum Rippen), sowie einen Kopfhörerverstärker integriert. Leistungs- und Ausstattungsmäßig ist ihm der PLAY ansonsten klar überlegen.
Bleibt eigentlich nur der WiiM Amp Ultra als ultimativer Gegner. Der trainiert bereits munter auf meinem Desktop für den Showdown mit dem eversolo. Demnächst dann mehr dazu auf dieser Welle.
Fazit: So geht kostengünstiges HiFi anno 2025Der eversolo PLAY ist die logische Konsequenz aus den Erfahrungen, die der Hersteller mit den Streaming-Vorverstärkern der DMP-Serie und im Bau von Class-D-Endverstärkern gesammelt hat. Alles in einem kompakten, hochwertig verarbeiteten Gehäuse untergebracht, super komfortabel zu bedienen und klanglich voll auf der Höhe der Zeit. Kombiniert mit Passivlautsprechern (siehe unten) wird daraus die HiFi-Anlage der Zukunft. Viel besser als jede Soundbar. – Einfach nur geil.
Die im Folgenden genannten Lautsprecher und Subwoofer sind nur eine kleine Auswahl dessen, was gut zum eversolo PLAY passt. Für jeden Anspruch und Geldbeutel etwas:
Kompaktlautsprecher (Paarpreise):Standlautsprecher (Paarpreise):Subwoofer:Zugehörige Webseiten:eversolo-play.dePlay bei AudiodomainPlay CD bei AudiodomainPlus/Minus eversolo PLAY+ Strahlend-lebendiger Klang mit ordentlich Dynamik
+ großer Funktionsumfang
+ viele Anschlüsse inkl. Phono MM/MC
+ ausgezeichnete Bedienung (einschließlich App)
+ DSP-EQ, Raumeinmessung
+ Roon Ready
+ spielt Apple Music bitperfekt und in HiRes (kein Mac oder iDevice erforderlich)
+ Support für viele Musikdienste und Internet-Radio
+ Musikverwaltung, Gerätesteuerung
+ großartiger Software-Support
– kein echter Netzwerkbereitschaftsmodus
– Standby und "Ausschalten" (Herunterfahren) unterscheidet sich nicht im Stromverbrauch
– keine Fernbedienung mitgeliefert (30€ extra)
– kein Bluetooth TX (senden), kein Kopfhöreranschluss