Test InLine 4+1 USB Quick Charge Netzteil und Ladegerät mit Power Delivery und Qualcomm Quick Charge 3.0

USB ist nicht gleich USB. Soviel dürfte jedem klar sein, der schon länger mit dieser Anschlussart zu tun hat. Nicht nur, dass es verschiedene Steckerformen wie USB-A/B/C, mini- und micro-USB gibt. Der über Jahrzehnte weiter entwickelte Schnittstellenstandard ist nach wie vor in unterschiedlichen Versionsstandards 2.0, 3.0 und 3.1 (Gen. 1 und Gen. 2) verbreitet, die verschiedene Spezifikationen nicht nur bei der Übertragungsgeschwindigkeit von Daten bieten.


Kompakt
Marke InLine
Bezeichnung 4+1 USB Netzteil
Art USB-Ladegerät und Netzteil
Empf. Preis (€) 69
Verfügbarkeit sofort
Auch bei Multi-Port USB-Ladegeräten, wie dem hier vorgestellten InLine 4+1 USB Netzteil, gibt es Unterschiede, die beim Kauf bedacht werden sollten. So habe ich beispielsweise bereits seit ein paar Jahren ein USB-Ladegerät von Anker mit genau der gleichen Port-Ausstattung im Einsatz. Also 4x USB-A und 1x USB-C als Ladeanschluss. Wie sich herausstellte, kann das neue iPad Pro 11“ über den USB-C-Port des (älteren) Anker-Geräts nicht aufgeladen werden. Es wird schlicht nicht erkannt. Der Grund dafür ist, das frühere USB-C-kompatible Lader noch nicht die sogenannte Power-Delivery-Spezifikation (PD) unterstützen, welche erst später vom USB IF (USB Implementers Forum) für USB-C standardisiert wurde. Das ist natürlich ärgerlich, denn Leistung und Anschluss des Anker-Laders lassen nicht erkennen, warum es für das neue iPad Pro nicht funktioniert. Ich kann das iPad Pro trotzdem an dem Anker aufladen, wenn ich einen Adapter benutze und es an einen der vier A-Ports anstecke. Mehr zu dieser Thematik weiter hinten im Text.

USB Power Delivery bietet die folgenden Features:

  • Erhöhte Ladeleistung auch für existierende USB-Standards bis 100 W.
  • Die Richtung der Energieabgabe ist nicht mehr fest. So kann beispielsweise das neue iPad Pro nicht nur selbst Strom tanken, sondern auch ein angeschlossene iPhone mit Strom versorgen.
  • Optimiertes Power-Management über mehrere Geräte: Jedes angeschlossene Device erhält nur so viel Leistung, wie es gerade benötigt, kann aber bedarfsweise auch mehr abfordern.
  • Intelligentes und flexibles Leistungs-Management auf Systemebene durch Kommunikation zwischen Hub und Computer.
  • Geräte mit geringem Energiebedarf, wie z. B. Headsets, können mit entsprechend geringer Leistung beschickt werden.


InLine bietet zum Thema PD eine noch ausführlichere Erläuterung.


Problematisch: Wenn ein Gerät PD über USB-C voraussetzt (wie z.B. das neue iPad Pro), das Ladegerät dieses aber nicht bietet, erfolgt keine Erkennung und auch kein Aufladen – wie im oben beschriebenen Fall. Umgekehrt hat ein Lader mit PD aber keine Probleme, Geräte aufzuladen, die PD noch nicht unterstützen. Es ist ein abwärts kompatibler Standard. Aber es gibt noch einen Fallstrick: Mehrfach-Lader mit PD, wie das hier vorgestellte, bieten die PD-Features nicht zwingend an allen Ports! – Dazu mehr im Praxisteil auf der nächsten Seite.

Aus diesem Grund sollten Sie beim Kauf eines USB-Ladegerätes unbedingt auf die Feinheiten achten, ob und an welchen Ports es Power Delivery (PD) unterstützt.



Kommentare

Krispo9923.02.19 10:03
Ich fände es sinnvoller möglichst schonend den Akku zu laden und nur bei Bedarf den schnellsten Lademodus zu aktivieren.
Kennt ihr hierfür geeignete Lader?

Noch attraktiver fände einen USB Hub der mit maximaler Geschwindigkeit Daten transferieren und möglichst schonend Ladestrom bereitstellen würde.
+1
nova.b23.02.19 10:34
Zu all dem Durcheinander kommen dann auch noch die Kabel mit ihren Spezifikationen dazu, die ebenfalls mitzureden scheinen, wenn es ums Aushandeln der Ströme geht.
Ich hatte mir ein Messgerät besorgt, um halbwegs nachzuvollziehen, welcher Lader mit welchem Gerät welche Ströme zulassen. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Man muss sich die Konfigurationen merken, sonst bleiben Geräte im ungünstigsten Fall ungeladen, wenn man sie braucht.
Speziell mit QI-Ladern ist das tricky.
+2
dr3do
dr3do23.02.19 11:47
nova.b
Zu all dem Durcheinander kommen dann auch noch die Kabel […] ist das tricky.
Von der Usability her ist die aktuelle Situation, freundlich ausgedrückt, ziemlicher Murks – leider. Für die Hersteller/Lieferanten aber toll, weil so der Rubel immer schön am Rollen ist.
+1
penumbra23.02.19 13:06
Ich hatte gerade einen besonders heimtückischen Fall bei einem GPS Tracker:
Der Tracker hat zwar einen USB Anschluss, darüber wird aber der Akku nicht geladen. Es hat sich mir nicht erschlossen, wozu der letztendlich da ist.
Um den Akku zu laden, muss man eine separate Lade Schale verwenden, die wiederum mit einem Netzteil mit USB Kabel angeschlossen wird.
Nachdem ich schon geglaubt hatte, das ganze Gerafel sei kaputt, hat mich der Hersteller aufgeklärt: das (sehr kurze) USB Kabel ist proprietär verschaltet, das Laden klappt nur mit diesem speziellen Kabel. Ich hatte ein etwas längeres Kabel angeschlossen, weil sonst die Lade Schale unter der Steckdose baumelt. Das ging aber nicht.
So viel zum Thema Vereinheitlichung durch USB.
Von den ganzen Inkompatibilitäten bei den unterschiedlichen USB 3 Standards will ich gar nicht sprechen, da bin ich mittlerweile völlig desillusioniert. Thunderbolt hat es auch nicht gerade einfacher gemacht.
Ich denke gerne an die Zeiten von FireWire zurück, das war schön übersichtlich...
enjoy life in full trains
0
sonorman
sonorman23.02.19 13:30
penumbra

Ich denke gerne an die Zeiten von FireWire zurück, das war schön übersichtlich...
Naja, mit FireWire kann man aber auch nichts aufladen. Und es war auch allgemein nicht so vielseitig nutzbar wie USB. „Übersichtlich“ bedeutet in dem Zusammenhang eigentlich nur „beschränkt“.

USB-C ist an sich schon der richtige Ansatz.
+1
nJoy
nJoy23.02.19 16:58
USB-C ist aktuell gut gemeint, aber schlecht gemacht.
0
TheRocka23.02.19 18:39
sonorman
Naja, mit FireWire kann man aber auch nichts aufladen. Und es war auch allgemein nicht so vielseitig nutzbar wie USB. „Übersichtlich“ bedeutet in dem Zusammenhang eigentlich nur „beschränkt“.

USB-C ist an sich schon der richtige Ansatz.
Habe ich nicht damals meinen iPod der vierten Generation mit Firewire aufgeladen?
+3
sonorman
sonorman23.02.19 18:59
TheRocka
sonorman
Naja, mit FireWire kann man aber auch nichts aufladen. Und es war auch allgemein nicht so vielseitig nutzbar wie USB. „Übersichtlich“ bedeutet in dem Zusammenhang eigentlich nur „beschränkt“.

USB-C ist an sich schon der richtige Ansatz.
Habe ich nicht damals meinen iPod der vierten Generation mit Firewire aufgeladen?
Vielleicht, aber hast Du damit auch noch andere Geräte aufladen können? Funkmaus, Handy, Kamera, Bluetoothlautsprecher? Oder daran einen Monitor anschließen können? Kopfhörer?

Ich denke, Du weißt, was gemeint ist.

Firewire war mehr oder weniger eine Speziallösung primär zur Datenübertragung mit einem (nach heutigem Maßstab) recht klobigen Stecker. USB war schon damals – wenn auch nicht so schnell – viel universeller. USB-C, das als Steckerform viele unterschiedliche Protokolle unterstützt (inkl. Thunderbolt), ist eine vielfach bessere Schnittstelle als Firewire. Das ist jedenfalls nichts, wofür ich nostalgische Gefühle hege.
Früher war nicht alles besser.
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TheRocka23.02.19 19:22
@sonorman
😊. Das war von mir gar nicht besserwisserisch gemeint sondern tatsächlich ernst. War mir nicht mehr sicher und als du schriebst, es gehe nicht, bekam ich Zweifel. Ich persönlich heule FireWire auch keine Träne nach.
USB-C als Stecker ist ein richtiger Schritt, fände nur ein einheitliches Protokoll bzgl. Daten- und Stromversorgung dahinter einen nächsten Schritt. So ist das alles für nicht so firme Endkunden eine BlackBox.
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sonorman
sonorman23.02.19 22:03
TheRocka
Ah, ok. Das habe ich falsch interpretiert.
Ich dachte schon, Du bist ein Firewire-Nostalgiker.
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Langer
Langer23.02.19 23:59
Es gibt USB Stecker mit Anzeige für anliegende Spannung und fließenden Strom. Damit weiß man dann, was los ist.
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MikeMuc24.02.19 10:01
Immerhin könnte man mit FireWire auch 2,5“ Festplatten ohne weitere Stromversorgung betreiben. Zwar gab es auch damals schon verschiedene Stecker, aber wenn die Stecker paßten dann funktionierte es auch optimal. Eben keine 1000 Kabel bei denen man nie genau weiß was sie nun können oder nicht...
Nicht immer sind eierlegend Wollmilchsäue aka USB das Nonplusultra.
+1
sonorman
sonorman24.02.19 10:42
MikeMuc
Immerhin könnte man mit FireWire auch 2,5“ Festplatten ohne weitere Stromversorgung betreiben. Zwar gab es auch damals schon verschiedene Stecker, aber wenn die Stecker paßten dann funktionierte es auch optimal. Eben keine 1000 Kabel bei denen man nie genau weiß was sie nun können oder nicht...
Nicht immer sind eierlegend Wollmilchsäue aka USB das Nonplusultra.
Eigentlich ist das genaue Gegenteil der Fall. Früher gab es dutzende unterschiedliche Buchsen, für die man jeweils ein passendes Kabel brauchte. Heute hat man (fast) nur noch USB-C-Buchsen, in die jedes Kabel mit USB-C-Stecker passt. So kann ich ein und das selbe Kabel verwenden, um einen Monitor anzuschließen, oder eine Festplatte, oder das iPad, oder einen aktiven Kopfhörer etc. pp. Und fürs Aufladen reicht EIN Netzteil wie das hier getestete.

Zwar muss man gewisse Unterscheidungen bei den Möglichkeiten der jeweiligen Ports machen und auch bei Kabeln gibt es gewisse Unterschiede, aber eben nur noch einen Stecker. Mit einem vernünftigen Kabel (am besten Thunderbolt 3) geht dann alles: schnelles Aufladen, schnelle Datenübertragung, Bildschirm anschließen, Bilder von der Kamera übertragen…
Dabei braucht man sich nicht mal mehr mit der Steckrichtung herum ärgern.
Also auch wenn noch nicht alles ideal ist, wünsche ich mir die alten Zeiten ganz sicher nicht zurück, wo man mit dutzenden unterschiedlichen Kabeln und Ladegeräten hantieren musste und wo die Notebooks mit vielen unterschiedlichen Buchsen durchlöchert waren.

Der beim InLine mitgelieferte Adapterhaufen für PC-Notebooks ist doch der beste Beweis dafür, was für ein Chaos früher herrschte.

Im nächsten Schritt hoffe ich auf Multilader, die nur noch USB-C-Buchsen mit PD haben, sodass USB-A langsam verschwindet.
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dr3do
dr3do24.02.19 13:20
MikeMuc
Immerhin könnte man mit FireWire auch 2,5“ Festplatten ohne weitere Stromversorgung betreiben.
…und das daisy chaining war auch schon unverschämt gut und praktisch.
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