Sturzerkennung: Wann die Apple Watch 4 Alarm schlägt und wann nicht

Apple spendierte der Apple Watch Series 4 eine neue Analysefunktion, die aus der Uhr sicherlich ein beliebtes Weihnachtsgeschenk für ältere oder sturzgefährdete Nutzer werden lässt. So kann die Watch nämlich erkennen, dass der Träger stürzte und nun regungslos auf dem Boden liegt – infolgedessen direkt auch den Notruf verständigen. Viele Besitzer der Apple Watch Series 4 versuchten seitdem, einen Sturz zu simulieren. Doch egal wie meisterhaft die schauspielerische Einlage ausfiel, nur in den allerwenigsten Fällen erkannte die Watch auch einen Unfall. Dafür sind mehrere Gründe verantwortlich, wie nun bekannt wurde. Beispielsweise müssen Nutzer die Erkennung erst einmal manuell in den Einstellungen aktivieren (Watch-App, dort in der Sektion "Notruf SOS"). Nur bei Anwendern im Altern von mindestens 65 Jahren greift die Sturzanalyse automatisch und ohne weiteres Zutun. Stellt man die Sturzerkennung auf "Aktiv", so blendet das System eine Warnung ein: Je aktiver sich der Nutzer bewege, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, durch starke Beschleunigung einen Unfall angezeigt zu bekommen.

Allerdings arbeitet das System intelligent und erkennt beispielsweise die Ausübung von Sportarten. Beim Trampolinspringen gibt es daher keinen Notruf. Ebenfalls keine Warnung erfolgt, wenn der Nutzer zuvor bereits durch bestimmte Bewegungsmuster auffiel. Zehnmal in Folge einen Sturz zu simulieren wird keine Warnung hervorbringen, auch wenn Sturz drei bis zehn täuschend echt abliefen. Im folgenden Video gibt es eine unwissenschaftliche, aber durchaus amüsante Analyse der Sturzerkennung. Erst bei einem Sturz auf den harten Boden schlug die Apple Watch Alarm, jeglichen Sprung in Schaumstoff hatte sie als unkritisch eingestuft.


Ist die Series 4 der Meinung, ein gefährlicher Sturz habe soeben stattgefunden, gibt es eine Warnmeldung aufs Display: "Es sieht so aus, als seien Sie schwer gestürzt", heißt es darin. Der Nutzer kann nun den Notruf auslösen oder auch den Button "Ich bin gestürzt, aber es geht mir gut" bzw. "Ich bin nicht gestürzt" auswählen. Die Nachfrage dient sicherlich auch dazu, den Algorithmus zu trainieren und Daten für eine akkuratere Bestimmung zu erfassen. Offensichtlich erfolgt die Analyse fast vollständig durch Daten des Beschleunigungssensors und nicht auch Überwachung der Herzfrequenz – die Alarmmeldung erscheint nämlich schon einige Sekunden nach dem Sturz.

Erst wenn der Nutzer eine Minute lang bewegungslos auf dem Boden liegt, erscheint ein 15-sekündiger Timer, der daraufhin den Notruf automatisch verständigen und auch den hinterlegten Notfall-Kontakt informieren kann. Die Erkenntnis des Videos konnten wir übrigens erfolgreich im Büro nachstellen. Zwar schmerzen nun Hand und Knie eines Kollegen, dafür gibt es als Belohnung diesen wunderbaren Screenshot, der alles Leid vergessen macht:


Danke, Florian :-)

Kommentare

Eventus
Eventus24.09.18 10:26
In der Tat: Danke, Florian! 😁
Live long and prosper! 🖖
+4
Der Nairolf
Der Nairolf24.09.18 10:33
Sehr gerne
+6
Felensis
Felensis24.09.18 10:35
Alles für die Wissenschaft!
Gamer. Geek. Minimalist.
+4
robiv8
robiv824.09.18 10:37
Was? treibt einen dazu eine Nagelneue Hightech Uhr zu zerstören! Noch dazu nicht ganz billig.
-7
MikeMuc24.09.18 11:32
robiv8
Die wissenschaftliche Neugier und das daraus resultierende Wissen.
Was glaubst du, wieviele Uhren Apple bei der Entwicklung wohl so den Weg alles irdischen hat gehen lassen. Das wird mehr als nur „eine Kiste“ Gewehren sein. Soll ja zuverlässig sein, die Eekennung
+2
Hot Mac
Hot Mac24.09.18 12:27
„Du bist gestürzt?“
„Ja, die Typen im Büro haben mich nicht mehr lieb.“
+2
Waxe
Waxe24.09.18 13:57
Treiben solche Leute eigentlich die Apple Care Preise absolut sinnlos in die Höhe? Was haben die denn gedacht was passiert wenn man die  Watch mit einer Zange bearbeitet
-1
JoMac
JoMac24.09.18 15:27
Florian for President !
+1

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