Standortdaten: Apple geht gegen Tracking von iPhone-Nutzern vor

Apple greift rigoros durch: Entwickler, die das Software Development Kit (SDK) des US-amerikanischen Unternehmens X-Mode Social einsetzen, müssen dieses umgehend aus ihren iPhone- und iPad-Apps entfernen. Geschieht das nicht, werden die Anwendungen in nächster Zeit aus dem App Store entfernt.


Sammlung von Standortdaten in großem Stil
X-Mode Social sammelt im großen Stil Standortdaten von Smartphone-Nutzern und verkauft sie an andere Unternehmen. Zu den Kunden des in Reston im US-Bundesstaat Virgina ansässigen Datenbrokers gehören aber auch Regierungsbehörden, in jüngster Zeit soll zudem das US-Militär die Dienste des Unternehmens in Anspruch genommen haben. X-Mode Social stellt Entwicklern ein Tracking-SDK zur Verfügung und bezahlt sie dafür, dass deren Apps die Standortdaten übermitteln. Nach Angaben des Unternehmens ist das SDK in mehr als 400 Apps für iOS und Android enthalten.

Apple schiebt dem Tracking einen Riegel vor
Dieser Praxis schiebt Apple jetzt einen Riegel vor. Der iPhone-Konzern hat alle Entwickler, welche die Tracking-Software von X-Mode Social einsetzen, zum Entfernen dieser Komponente aufgefordert. Das berichtet das Wall Street Journal. Sollten sie dieser Anweisung nicht innerhalb von 14 Tagen nachkommen, riskieren sie den Ausschluss ihrer Apps aus dem iOS App Store. Ähnlich geht auch Google gegen das SDK vor, der Suchmaschinenriese räumt den Entwicklern allerdings lediglich eine Frist von einer Woche ein, um die Entfernung der Anwendungen aus dem Play Store abzuwenden.

X-Mode Social erstellt heimlich Nutzerprofile
Eine Liste der Apps, welche das Tracking-SDK von X-Mode Social nutzen, liegt derzeit nicht vor. Berichten zufolge kommt es in zahlreichen Anwendungen zum Einsatz, die sich an Muslime wenden und beispielsweise an die regelmäßigen Gebetszeiten erinnern sollen. Apple hat laut Wall Street Journal rund 100 Apps ausgemacht, welche mithilfe der gesammelten Daten "heimlich Nutzerprofile anfertigen". Das stelle einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen für den iOS App Store dar, so der iPhone-Konzern.

Kommentare

Rosember14.12.20 16:25
Immerhin ein Anfang! Bitte weiter so (einschließlich der eigenen Datengrabbelei), Apple!
+2
DTP
DTP14.12.20 16:27
Gut, dass dies der Riegel vorgeschoben wird.
MTN
Nach Angaben des Unternehmens ist das SDK in mehr als 400 Apps für iOS und Android enthalten.
Spannender zu beantworten wäre aber, wie konnte das durch Apples Prüfprozess gelangen, vor allem, weil es ja nicht nur eine App war?

Und warum erst jetzt, wenn das schon seit mindestens einem Monat bekannt ist?
https://www.vice.com/en/article/jgqm5x/us-military-location-data-xmode-locate-x
+1
TiBooX
TiBooX14.12.20 16:28
Ich finde diese Schnüffler und Spanner gehören öffentlich gemacht.
Öffentlichkeit ist das, was sie am meisten fürchten, denn ihr widerliches Geschäft machen sie ja vorzugsweise im Verborgenen.

Wenn ich in einer Google-Werbung eine junge Frau sagen höre:
“Ich finde es wichtig, dass mit meinen Daten verantwortungsvoll umgegangen wird“ kann ich nur sagen
„Ich finde es wichtig, dass nicht jeder meine Datenspuren aufzeichnet (aufzeichnen darf?!)“, denn ob mit diesen Datenhaufen, auf den ich selbst keinen Zugriff habe „verantwortlich“ umgegangen wird liegt nicht mehr im meiner Hand.
People who are really serious about software should make their own hardware [A. Kay]
+3
Tenner
Tenner14.12.20 16:59
Passend zum Thema:
"Wie Daten von kommerziellen Apps an den Staat gelangen"

+3
teorema67
teorema6714.12.20 17:39
Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts.

Daten sind eher die Hehlerware des 21. Jahrhunderts.
«Das kommt davon, wenn man die Technik Hotline anruft.» (Mom)
+3
rudluc14.12.20 23:33
Seltsam, bei mir hat sich nach dem iOS-Update nichts verändert im AppStore. Diese neuen Datenschutzhinweise werden bei mir nicht angezeigt, nur das, was vorher auch schon da war.
+1
Ely15.12.20 13:26
Bei mir sind diese Angaben einige Zeit nach dem Update erschienen.

Ansonsten hilft eine Firewall (die App Lockdown ist sehr gut, Open Source und sauber). Und nicht jeder App alles erlauben, sondern nur die Dinge, die zur grundsätzlichen Funktion wichtig sind.

Dann doch die Datenschutz-Einstellungen des Endgerätes durchgehen, besonders die Werbe-ID deaktivieren und die Daten dazu löschen.
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