Kurz notiert: Apple will 14 Milliarden Euro zurück, noch ein Emmy für Carpool, iPhone-Absatz

14 Milliarden Euro – Irland will sie nicht, Apple will sie nicht bezahlen
Der Steuerstreit zwischen Apple und Irland ist noch längst nicht ausgestanden. Genau genommen handelt es sich auch nicht um eine Auseinandersetzung der beiden Parteien, denn Irland wollte die Nachzahlung in Höhe von 13 Milliarden Euro zuzüglich einer Milliarde an Zinsen gar nicht verhängen. Stattdessen wurde das Land dazu gezwungen, denn Untersuchungen hatten illegale Steuerrabatte bescheinigt. Gerade einmal 0,005 Prozent Steuern fielen beispielsweise 2014 an, da Apple unter Ausnutzung aller (zu diesem Zeitpunkt legaler) Möglichkeiten die Gewinne Richtung null gedrückt hatte. Apple und Irland gehen daher gemeinsam gegen das Urteil vor. In einer weiteren Anhörung legt Apples Finanzchef in dieser Woche noch einmal dar, warum das derzeit auf einem Treuhandkonto liegende Geld wieder an Apple zurückgehen sollte.


Carpool Karaoke: Noch ein Emmy
Ganz offensichtlich ist die Serie "Carpool Karaoke" ein Erfolg, denn Apple hat inzwischen sogar mit der Produktion einer dritten Staffel begonnen. Die Rechte erwarb Cupertino schon 2016, betonte damals aber noch, man plane keinen Einstieg in den TV-Markt. Nachdem Carpool Karaoke bereits im vergangenen Jahr einen Emmy abräumte, gab es nun erneut einen renommierten Preis. Die Kategorie "Short Form Variety Series" hat das Format nämlich wieder gewonnen – und zwar zum zweiten Mal in Folge. Die gesamte Emmy-Vergabe zeigt allerdings, wer der wirkliche Platzhirsch ist: Für Netflix-Produktionen gab es nämlich gleich 15 Auszeichnungen. Game of Thrones holte übrigens zehn Emmys.

iPhone-Absatz in China
Marktbeobachtern zufolge schlägt das iPhone 11 in China ein. Möglicherweise auch angesichts der Preissenkung greifen anscheinend wesentlich mehr Kunden zu dieser Baureihe. Unter Berufung auf große Online-Händler heißt es, man Verzeichne um Faktor 3 mehr Vorbestellungen, verglichen mit dem iPhone XR. Eine andere eCommerce-Plattform nennt sogar eine Steigerungsrate von 480 Prozent. Beim iPhone 11 Pro sehe es zwar ebenfalls besser als vor einem Jahr aus, als Apples China-Markt stark schwächelte, das Zugpferd ist aber das iPhone 11.

Kommentare

Kovu
Kovu17.09.19 09:48
Ich bin ja praktisch ein Apple-Fanboy, aber... boah, ich hoffe, Apple wird die 14 Milliarden abdrücken müssen.

Tax Evasion finde ich moralisch widerwärtig.
+8
eiq
eiq17.09.19 09:56
Kovu
Tax Evasion finde ich moralisch widerwärtig.
Solange die Staaten nichts dagegen tun, ist es deren Problem, nicht Apples. Und kein Privatmensch kann mir erzählen, dass er freiwillig mehr Steuern zahlen würde als er laut Gesetz müsste.
+3
Macrenne17.09.19 09:59
Wegen so geringer Preissenkung des IPhone11 kann ich mir nicht vorstellen, daß das in China einschlägt wie ne Bombe... Wir werden sehen
+1
Lehas17.09.19 10:01
Jedoch sind dies ganz andere Dimensionen. Der Ottonormalverbraucher kann seine Steuern niemals auf 0,005% senken. Ein Unternehmen welches Milliarden an Umsätze macht uns sich mit dem Geld die besten Anwälte bezahlen lässt um Steuern zu vermeiden ist gesetzlich gesehen vollkommen legitim. Moralisch bleibt es jedoch weiterhin nicht. Apple will sich doch immer als das unternehmen präsentieren, welches Vorreiter in vielen Themen wie Arbeitsschutz, Klimawandel etc. ist. Wieso nicht auch ein Ende gegen die Abzocke aller Menschen, denn die nicht gezahlten Steuern sind im Endeffekt geklautes Geld von deren Kunden.
+14
macbeutling17.09.19 10:11
Vielleicht hat Irland einfach mal durchgerechnet und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Arbeitsplätze und die Infrastruktur, die Apple seit fast 30 Jahren ein Roland bereitstellt, mehr wert sind, als die normale Steuerlast zu kassieren.
Nur mal so als Denkanstoß.
Glück auf🍀
-2
ghost
ghost17.09.19 10:12
Lehas
Moralisch bleibt es jedoch weiterhin nicht. Apple will sich doch immer als das unternehmen präsentieren, welches Vorreiter in vielen Themen wie Arbeitsschutz, Klimawandel etc. ist. Wieso nicht auch ein Ende gegen die Abzocke aller Menschen, denn die nicht gezahlten Steuern sind im Endeffekt geklautes Geld von deren Kunden.

Sorry... sollen sie mal ihre Steuergesetze einfach und Wasserdicht machen. Außerdem verdient der Staat trotzdem noch ordentlich an Apple.. MwSt. Lohnsteuer der Mitarbeiter etc.
Wenn Apple sich moralisch richtig verhalten würde, hätten die Konkurrenten nur was zu lachen und würden weiter jedes Schlupfloch nutzen. Ist doch wie mit unserer Klimapolitik, wir können noch so umweltfreundlich werden, so lange es nicht Gesetze gibt die für alle Zählen bringt das nichts. Kein einziger Konzern würde sagen "oh schau mal .. Apple ist moralisch korrekt... das wollen wir auch". Das würde nur funktionieren wenn auf ein mal alle nur noch bei Apple kaufen weil die moralisch korrekt sind... und das wird nie passieren...
Der Tag hat 24 Stunden und wenn das nicht reicht nehmen wir eben die Nacht dazu..."
-2
Deichkind17.09.19 10:16
Apple hat nicht "Gewinne auf Null gedrückt" und behauptet auch nicht, dass die auf den Sonderkonten geparkten Einnahmen nicht zu versteuern sind, ist allerdings der Ansicht, dass die Gewinne in den USA zu versteuern sind. Der Deutschlandfunk gibt die Sachlage heute in den Nachrichten endlich mal richtig wieder.
-2
ghost
ghost17.09.19 10:16
macbeutling
Vielleicht hat Irland einfach mal durchgerechnet und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Arbeitsplätze und die Infrastruktur, die Apple seit fast 30 Jahren ein Roland bereitstellt, mehr wert sind, als die normale Steuerlast zu kassieren.
Nur mal so als Denkanstoß.
Oder einfach ausgerechnet das 0,005% von beliebig vielen Milliarden mehr sind als 10 % von nix wenn Apple nicht in Irland ist. Außerdem ist Apple ja schon so lange in Irland, da kann man nicht sagen die sind nur deshalb jetzt da hin weil die Steuern nun so niedrig sind.
Ist doch überall so, ich kenn kleinere Firmen die expandieren wollten, am Standort kein Platz mehr war und dann die Nachbargemeinden kostenlosen Bauplatz angeboten haben wenn sie umsiedeln.... Arbeitsplätze... Steuereinnahmen... Kaufkraft... Hat schon mal ein Privatmensch von einer Stadt kostenlos Baugrund bekommen nur das er hier wohnt??
Der Tag hat 24 Stunden und wenn das nicht reicht nehmen wir eben die Nacht dazu..."
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macbeutling17.09.19 10:22
Ghost: gibt es doch auch in NRW: die Stadt Monheim, der es per se schon recht gut geht, erhebt keine Gewerbesteuer (oder nur extrem gering).
Ende vom Lied: einige Firmen aus meiner Stadt (Oberhausen) ziehen mit bestimmten Firmenteile nach Monheim um.
Die Angestellten müssen pendeln (mal eben 60 km im verkehrsreichsten Gebiet Deutschlands) oder sich einen neuen Job suchen....

Was das wieder für die persönliche work-life-balance, Stress im Stau, vermehrter CO2-Ausstoß bedeutet, interessiert da erstmal keine Sau.

Aber Monheim kommt vor lachen nicht in den Schlaf und bietet nun auch großzügig kostenlosen ÖPNV an.

DA könnte ich kotzen.
Glück auf🍀
+2
ted-23617.09.19 10:29
Moral ist nur was für das einfache und naive Volk! Wenn ich mir anschaue wieviele Staatsoberhäupter Blut an den Händen haben, da wird mir nur schlecht.
0
BigLebowski
BigLebowski17.09.19 10:38
eiq
Kovu
Tax Evasion finde ich moralisch widerwärtig.
Solange die Staaten nichts dagegen tun, ist es deren Problem, nicht Apples. Und kein Privatmensch kann mir erzählen, dass er freiwillig mehr Steuern zahlen würde als er laut Gesetz müsste.

Stimmt, aber wenn der Privatmann /
Selbstständige zum Anwalt/ Steuerberater gegangen ist mit der bitte alles mögliche zu probieren und dann das empfohlene umgesetzt hat, dann hat er auch ein gewisses Risiko zu tragen. Wenn das Finanzamt bzw. Gerichte das anders beurteilen dann ...

Und Lehas hat es schön gefragt:
Kann ich meine Steuern auf, ich bin großzügig, 5 - 10 % drücken?

Soll Apple (und jeder andere Konzern) vor Gericht gehen und das klären. Aber dann eine öffentliche Gerichtsverhandlung in der dann alle Schritte und Tricks von Apple/ Anwälte aufgezeigt werden.

Da würde (nicht nur!) Apples Image aber sicher einen dicken Kratzer abbekommen

Anwälte / Steuerberater sind doch mit die größten Betrüger. Das sind die Consigliere von jedem Kriminellen und illegaler Geldquelle!
Vor kurzem einen Artikel gelesen wie viele Verdachtsfälle von illegalem Vermögen von Steuerberater gemeldet wurden. Die Zahl war ein Witz.
macbeutling
Vielleicht hat Irland einfach mal durchgerechnet und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Arbeitsplätze und die Infrastruktur, die Apple seit fast 30 Jahren ein Roland bereitstellt, mehr wert sind, als die normale Steuerlast zu kassieren.
Nur mal so als Denkanstoß.

Und vielleicht sollte man in Irland überlegen was aus denen geworden wäre ohne Betritt in die EU! Ohne das Geld aus Deutschland/Brüssel womit man deren Arsch in der Krise gerettet hat
Und es ist doch klar das solch niedrigen Steuern für Unternehmen andere EU Länder an die Wand drücken.

Warum ist denn Apple in Irland?
Weil es ein so riesiger Markt ist?🤷🏻‍♂️

Irland will das Geld nicht?
Und ich als Kunde soll mich freuen das ich MwSt bezahlen muss, aber das Unternehmen so gut wie keine Steuern.😂

Deichkind
Apple hat nicht "Gewinne auf Null gedrückt" und behauptet auch nicht, dass die auf den Sonderkonten geparkten Einnahmen nicht zu versteuern sind, ist allerdings der Ansicht, dass die Gewinne in den USA zu versteuern sind. Der Deutschlandfunk gibt die Sachlage heute in den Nachrichten endlich mal richtig wieder.

Das sehen in der EU aber sehr viele anders.
Apple hat Gewinne in der EU bzw. in den jeweiligen Ländern erwirtschaftet.
Dann bitte auch an diese Staaten dafür die Steuern bezahlen.
Ist doch gar nicht schwer.

ghost
Oder einfach ausgerechnet das 0,005% von beliebig vielen Milliarden mehr sind als 10 % von nix wenn Apple nicht in Irland ist.

Und wozu würde das letztendlich führen?
Das alle sich unterbieten und am Ende bezahlt der Konzern nicht 1€ steuern?

Man kann auch einfach einen EU weiten Mindessteuersatz erheben,
Dann wäre vieles hinfällig was hier einige als Schutz vor solchen Praktiken aufzählen.
( ob der dann 10 oder 15 % sein wird ist egal, da sollen sich die Politiker streiten.)

Fakt ist aber: wer dann in der EU Geschäfte machen will muss ihn bezahlen. Wenn Apple & Co. nicht möchte dann können sie ja gerne den europäischen Markt verlassen und nach Bangladesch & Co. Gehen wo sie weniger Steuern bezahlen müssen

ghost
Ist doch überall so, ich kenn kleinere Firmen die expandieren wollten, am Standort kein Platz mehr war und dann die Nachbargemeinden kostenlosen Bauplatz angeboten haben wenn sie umsiedeln.... Arbeitsplätze... Steuereinnahmen... Kaufkraft... Hat schon mal ein Privatmensch von einer Stadt kostenlos Baugrund bekommen nur das er hier wohnt??
macbeutling
Ghost: gibt es doch auch in NRW: die Stadt Monheim, der es per se schon recht gut geht, erhebt keine Gewerbesteuer (oder nur extrem gering).
Ende vom Lied: ...

Was das wieder für die persönliche work-life-balance, Stress im Stau, vermehrter CO2-Ausstoß bedeutet, interessiert da erstmal keine Sau.

Aber Monheim kommt vor lachen nicht in den Schlaf und bietet nun auch großzügig kostenlosen ÖPNV an.

DA könnte ich kotzen.

Lösung wie auf der EU Ebene:
Deutschlandweiter Mindestsatz für die Gewerbesteuer.🤷🏻‍♂️

Und genau aus dem Grund gab es schon Mal die Idee, das die Steuereinnahmen von Arbeitnehmern dem Gebiet mit dem Wohnsitz gegeben werden sollten und nicht wo der Arbeitgeber sich befindet.
Ist auch logisch:
Denn da gehen die Kinder zur Schule, befinden sich oft die Kitas, die Vereine, braucht es Krankenhäuser, Ärzte usw.

+3
el_duderino
el_duderino17.09.19 10:46
wo wir gerade so schön von moral sprechen:

ich finde [********] moralisch widerwärtig. [********] ist aber legal.

nach vorherrschender ansicht hier müsste ich jetzt also hingehen und

a) sagen ist mir egal ob was legal ist oder nicht. die [********] sollen trotzdem alle hart bestraft werden

und gleichzeitig

b) [********] durch mein eigenes handeln weiterhin fröhlich fördern.

also ich seh' da gleich eine ganze reihe von problemen
-2
el_duderino
el_duderino17.09.19 10:49
macbeutling
Ghost: gibt es doch auch in NRW: die Stadt Monheim, der es per se schon recht gut geht,

warum geht es der stadt monheim "per se" (also ohne die von dir geschilderte wirtschaftsfreundliche politik) schon recht gut? kannst du das mal näher ausführen?
-1
Dante Anita17.09.19 10:53
macbeutling

Das Argument geht ins Leere, insofern müsste man dann ja jedes Unternehmen quasi steuerfrei stellen. Oder sind die Arbeitsplätze, die KMU schafft, weniger wert?
+3
subjore17.09.19 11:01
ghost
macbeutling
Vielleicht hat Irland einfach mal durchgerechnet und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Arbeitsplätze und die Infrastruktur, die Apple seit fast 30 Jahren ein Roland bereitstellt, mehr wert sind, als die normale Steuerlast zu kassieren.
Nur mal so als Denkanstoß.
Oder einfach ausgerechnet das 0,005% von beliebig vielen Milliarden mehr sind als 10 % von nix wenn Apple nicht in Irland ist. Außerdem ist Apple ja schon so lange in Irland, da kann man nicht sagen die sind nur deshalb jetzt da hin weil die Steuern nun so niedrig sind.
Ist doch überall so, ich kenn kleinere Firmen die expandieren wollten, am Standort kein Platz mehr war und dann die Nachbargemeinden kostenlosen Bauplatz angeboten haben wenn sie umsiedeln.... Arbeitsplätze... Steuereinnahmen... Kaufkraft... Hat schon mal ein Privatmensch von einer Stadt kostenlos Baugrund bekommen nur das er hier wohnt??

Naja sie sind schon verpflichtet bestimmte Steuern in der EU zu bezahlen.
Mit der gleichen Logik könnten wir ja auch die Steuern auf alle Gewinne von Autounternehmen senken. Die wären dann ja Wettbewerbsfähiger und könnten mehr Gewinne machen.

In der USA haben die ja auch Probleme, da sie Fabrikbauten mit Milliarden Steuererleichterungen subventionieren. Das Geld wird dann irgendwo fehlen.
+1
Cliff the DAU
Cliff the DAU17.09.19 11:05
Deichkind
Apple . . . ist allerdings der Ansicht, dass die Gewinne in den USA zu versteuern sind . . .

Ich bin anderer Ansicht. Und jetzt?
„Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum.“
+3
el_duderino
el_duderino17.09.19 11:16
Cliff the DAU
Deichkind
Apple . . . ist allerdings der Ansicht, dass die Gewinne in den USA zu versteuern sind . . .
Ich bin anderer Ansicht. Und jetzt?

jetzt kaufst du aus protest keine apple produkte mehr
-2
Cliff the DAU
Cliff the DAU17.09.19 11:51
el_duderino
Cliff the DAU
Deichkind
Apple . . . ist allerdings der Ansicht, dass die Gewinne in den USA zu versteuern sind . . .
Ich bin anderer Ansicht. Und jetzt?

jetzt kaufst du aus protest keine apple produkte mehr

Habe ich das geschrieben? Ist schon erstaunlich was man in einen kurzen Text hineininterpretieren kann.
„Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum.“
+1
johnnytravels
johnnytravels17.09.19 11:57
macbeutling
[...] die Infrastruktur, die Apple seit fast 30 Jahren ein Roland bereitstellt [...]
Nur mal so als Denkanstoß.
Danke für den Denkanstoß. Komme nicht drauf: Welche Infrastruktur stellt Apple für Irland bereit?
Oder meinst du „dass, Apple seit fast 30 Jahren einen Roland bereitstellt“?

Deichkind
[...] ist allerdings der Ansicht, dass die Gewinne in den USA zu versteuern sind.
Ich kenne das Argument, leuchtet mir aber immer noch nicht ein.
‚Tim Cook ist kein Produkt-Mensch.‘ — Steve Jobs
+3
verstaerker
verstaerker17.09.19 11:59
eiq
Kovu
Tax Evasion finde ich moralisch widerwärtig.
Solange die Staaten nichts dagegen tun, ist es deren Problem, nicht Apples. Und kein Privatmensch kann mir erzählen, dass er freiwillig mehr Steuern zahlen würde als er laut Gesetz müsste.
prinzipiell mag das stimmen ... aber käme es dir nicht auch komisch vor wenn du offensichtlich einen guten Gewinn erwirtschaftet hast aber quasi 0 Steuern zahlst?

Sagen wir mal du bist selbständig und hast eigentlich einen Gewinn von 50000€ erzielt.
Also nach gesundem Menschenverstand: Einnahmen - tatsächliche Ausgaben.
Dann zahlst du für das Jahr 2,50€ Steuern,
während einer deiner selbständigen Freunde beim selben Gewinn 10000€ zahlt.
Würdest du ihm das ehrlich und stolz ins Gesicht sagen und hättest du nicht das Gefühl das deine legalen Methoden vielleicht moralisch verkehrt sind?

Ich bin mir sicher das es mir so gehen würde. Klar ist es manchmal ärgerlich von seinem Gewinn Steuern abdrücken zu müssen, aber so lang alles im Rahmen ist ist es logisch und vernünftig Steuern zu zahlen.

Und mal ehrlich, seinen Steuersatz auf 0,005 % zu drücken erreicht man sicher nicht einfach so, da muss man schon sehr kreativ sein oder merkwürdige Absprachen mit dem Finanzamt haben.
+4
el_duderino
el_duderino17.09.19 12:01
Cliff the DAU
el_duderino
Cliff the DAU
Deichkind
Apple . . . ist allerdings der Ansicht, dass die Gewinne in den USA zu versteuern sind . . .
Ich bin anderer Ansicht. Und jetzt?

jetzt kaufst du aus protest keine apple produkte mehr
Habe ich das geschrieben?

hast du nicht. deswegen ja die durch ein kenntlich gemachte frage.
-1
el_duderino
el_duderino17.09.19 12:21
verstaerker
Und mal ehrlich, seinen Steuersatz auf 0,005 % zu drücken erreicht man sicher nicht einfach so, da muss man schon sehr kreativ sein oder merkwürdige Absprachen mit dem Finanzamt haben.

ja wo kommen wir denn da hin, wenn vorstände plötzlich anfangen durch kreativität das bestmögliche für das unternehmen und seine gesellschafter rauszuholen. nachher kommen die noch an und wollen für ihre kreativität und ihr verhandlungsgeschick teuer bezahlt werden!?
-3
MacSquint
MacSquint17.09.19 13:35
Wenn hier immer wieder mit der Legalität von Apples Steuergebahren argumentiert wird.
Analysieren wir doch mal völlig nüchtern, wie der Steuergesetzgeber gedacht hat.
Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass ein Staat erreichen möchte, dass in seiner Einflußsphäre Steuern gezahlt werden.
Natürlich hat er das Recht, Personen anders zu besteuern als Firmen und Konzerne, aber es kann kein Interesse eines Staates geben, einen oder mehrere Protagonisten quasi gänzlich von Steuern auszunehmen, das gilt sowohl für Ertrags als auch Umsatzsteuern.
So gestaltet er seine Gesetze.
Wenn jetzt ein Unternehmen entsprechende Institutionen, Berater beschäftigt, die sich auf den Weg machen, jede kleinste Unklarheit in Steuergesetzgebung, jede kleinste Lücke, an die der Gesetzgeber nicht gedacht hat, jede noch so absurde Aufspaltung in Tochterfirmen, Standorte, Geschäftssitze auszunutzen, die dann quasi zu einer Nullbesteuerung führen, ist das vielleicht nicht justiziabel, aber es ist auch keines Falles akzeptables Steuerzahlungsgebahren, denn es ist niemals die Absicht gewesen, dass ein Konzern keine Steuern zahlt, weder USt noch Ertragssteuer. Bei beiden hat Apple sich in der EU so aufgestellt, dass das dabei rauskommt. Dafür haben sie jede Interpretationslücke ausgenutzt und letztendlich auch Irland mit ins Boot geholt, die sich dann wenigstens über ein paar Jobs und marginale Steuereinnahmen freuen können.
Man kann nur sagen, es ist höchste Zeit für eine EU weite einheitliche Besteuerung solcher Konzerne wie Apple, Google, Amazon, Facebook etc., denn am Ende zahlen wir alle einen hohen Preis dafür, nicht nur an der Kasse im AppleStore sondern jeden Tag, denn wir müssen dann alle öffentlichen Aufgaben mit unseren Steuerabgaben bezahlen, während sich Apple und Co weiter die Taschen voll machen...
+4
matiu17.09.19 13:46
macbeutling
Vielleicht hat Irland einfach mal durchgerechnet und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Arbeitsplätze und die Infrastruktur, die Apple seit fast 30 Jahren ein Roland bereitstellt, mehr wert sind, als die normale Steuerlast zu kassieren.
Nur mal so als Denkanstoß.

Genau das ist die Begründung seitens Irland.
Tolle Logik.

Der irische computerhändler, bei dem 5 Leute angestellt sind, und der seine 100.000 Pfund Gewinn mit den üblichen 15% versteuert, muss sich echt vergackeiert vorkommen.
Abgesehen davon, dass Apple 20 oder 50 Tsd Arbeitsplätze bereitstellt (also lediglich eine andere Grössenordnung), was genau ist die Begründung für die Ungleichbehandlung?!
+4
el_duderino
el_duderino17.09.19 13:55
MacSquint
Man kann nur sagen, es ist höchste Zeit für eine EU weite einheitliche Besteuerung solcher Konzerne wie Apple, Google, Amazon, Facebook etc., denn am Ende zahlen wir alle einen hohen Preis dafür, nicht nur an der Kasse im AppleStore sondern jeden Tag, denn wir müssen dann alle öffentlichen Aufgaben mit unseren Steuerabgaben bezahlen, während sich Apple und Co weiter die Taschen voll machen...

sorry, aber wer glaubt, dass die steuern für den bürger dann im gegenzug gesenkt würden, der glaubt auch, dass zitronenfalter zitronen falten.
-3
matiu17.09.19 14:00
Deichkind
Apple hat nicht "Gewinne auf Null gedrückt" und behauptet auch nicht, dass die auf den Sonderkonten geparkten Einnahmen nicht zu versteuern sind, ist allerdings der Ansicht, dass die Gewinne in den USA zu versteuern sind. Der Deutschlandfunk gibt die Sachlage heute in den Nachrichten endlich mal richtig wieder.

Bei aller Liebe, tut mir leid, aber das ist totaler Quatsch! - und ich kann das auch belegen.
Ich habe vor ein paar Jahren mir mal die 10-K filings von apple angesehen, und da konnte man sehr schön ablesen, dass Apple seine US Gewinne mit rund 30% versteuert hat - Rest der Welt: Nahe Null.
Nahezu alle Umsätze weltweit ausser USA werden nämlich über Irland (double dutch irish sandwich als Stichwort) geroutet, eben um KEINE Steuern bezahlen zu müssen.
Genau deswegen liegen ja jetzt mehrere 100 Milliarden irgendwo ausserhalb der USA rum.
Dieses Geld hätte Apple vor 4 oder 8 oder 11 oder 13 Jahren, ganz normal, jederzeit, zu 35% versteuert in die USA verschieben können. - Haben Sie nicht getan, weil Sie diese Steuern eben nicht bezahlen wollten.
Letztes Jahr (oder vorletztes?) hat Trump die Unternehmenssteuern auf 15% gesenkt, in der Hoffnung, dass alle Unternehmen mit Auslandsguthaben diese Kohle zurück holen und so die Wirtschaft pushen. Haupt-"Erfolg" ist, dass das Staatsdefizit auf mehr als 1 Billion USD (pro JAHR!) angewachsen ist.
Und jetzt, möglicherweise, JETZT, argumentiert Apple dass Sie das Kapital gerne in den USA versteuern wollen - was sie zuvor nie getan haben. - Von daher bedarf es einer ordentlichen Überarbeitung der Steuergesetzgebung in den VSEU (rollt wundervoll von der Zunge, nicht wahr ? )
Und dann kann von mir aus Apple aller ausserhalb der EU erzielten Gewinne in den USA versteuern.
Alle in der Vergangenheit in der EU erzielten Gewinne (und alle noch in der EU zu erzielenden Gewinne) sollten aber gefälligst in der EU auch versteuert werden.

Schließlich nutzt Apple auch eine ganze Menge Infrastruktur (wie z.B. Strassen, ausgebildete Arbeitskräfte etc) in der EU.
+6
pünktchen
pünktchen17.09.19 14:53
Eben. Apple hat versucht Gewinne in einem juristischen Niemandsland zu parken und nirgends zu versteuern. Dass das nicht rechtens sein kann war immer offensichtlich, irgendwo müssen die Gewinne rechtlich anfallen.

Ähnlich wie das Dividendenstripping wo sich findige Betrüger einmal bezahlte Steuern mehrfach haben erstatten lassen: natürlich ist das illegal. Da muss man sehr gut bezahlt werden um als Jurist zum gegenteiligen Ergebnis zu kommen. Und da wird dann von "Gesetzeslücke" geschwafelt wenn eigentlich gemeint ist dass man wieder einen Weg gefunden hat um die Allgemeinheit übers Ohr zu hauen.
+3
MacSquint
MacSquint17.09.19 15:28
el_duderino
MacSquint
Man kann nur sagen, es ist höchste Zeit für eine EU weite einheitliche Besteuerung solcher Konzerne wie Apple, Google, Amazon, Facebook etc., denn am Ende zahlen wir alle einen hohen Preis dafür, nicht nur an der Kasse im AppleStore sondern jeden Tag, denn wir müssen dann alle öffentlichen Aufgaben mit unseren Steuerabgaben bezahlen, während sich Apple und Co weiter die Taschen voll machen...

sorry, aber wer glaubt, dass die steuern für den bürger dann im gegenzug gesenkt würden, der glaubt auch, dass zitronenfalter zitronen falten.

Vielleicht nicht gesenkt, aber auch nicht weiter erhöht!
Je mehr große Konzerne sich der Zahlung von Steuern entziehen, desto mehr müssen mittelständische Unternehmen und die Bürger die Aufgaben des Staates alleine finanzieren.
Denn die Kosten für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen etc. pp müssen bezahlt werden, egal von wem.
Klinken sich große Zähler bei diesen Aufgaben aus, müssen die anderen dafür gerade stehen oder diese Aufgaben können im schlimmsten Fall vom Staat nicht mehr übernommen werden.
Das schlimme daran ist, dass es ein schleichender Prozess ist und die Auswirkungen erst Jahrzehnte später voll spürbar sind.
Und mal ehrlich, wenn man liest, wieviel Umsatzsteuer Apple in D bezahlt und das den Umsätzen gegenüberstellt, dann kann einem nur schlecht werden. Da muss ja jeder mittelständische Betrieb mehr Umsatzsteuer in D zahlen als Apple. Wir man sowas nur ansatzweise verteidigen kann, werde ich nie verstehen, zumal wir als Kunden null davon profitieren, dass Apple im großen Stil Steuern vermeidet.
Man betrachte die Preise von Appleprodukten und die aberwitzigen Gewinne, die jedes Jahr vermeldet werden....
+2
el_duderino
el_duderino17.09.19 15:43
MacSquint
Vielleicht nicht gesenkt, aber auch nicht weiter erhöht!

als ob
-1
sierkb17.09.19 15:47
Zeit (15.09.2015): Warum uns das iPhone Milliarden kostet
Apple macht mit dem iPhone Milliarden. Doch auf den Gewinn zahlt der Konzern kaum Steuern. Wir haben erstmals berechnet, wie viel Steuereinnahmen Europa dadurch verliert.
+1
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