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Geplanter weltgrößter Apple-Campus – eine fast unendliche Geschichte

In North Carolina plant Apple einen Campus, der den Apple Park sogar noch einmal übertrifft. Zwischen Cary und Morrisville gelegen, stehen Apple rund 1,13 Millionen Quadratmeter zur Verfügung. Zunächst sollen dort sechs Hauptgebäude erwachsen, diese jedoch nicht in einem derart markanten Design wie im Falle des Hauptquartiers. Apples offiziellen Angaben zufolge möchte man rund 3000 Beschäftigte unterbringen und eine Milliarde Dollar in lokale Projekte investieren. Letzteres ist insofern entscheidend, als Apple sich dadurch Steuerrabatte in Höhe von ungefähr 850 Millionen Dollar sichern kann. Das Problem: Diese Aussagen stammen aus dem Jahr 2021, noch immer haben die Bauarbeiten aber nicht begonnen.


Projekt pausiert...
2023 nahm Apple eine erste Überarbeitung der Pläne vor und legte aktualisierte Unterlagen bei den Behörden vor – unter anderem mit einem neuen Bauphasenplan und Änderungen an der Geländeaufteilung. Doch statt eines baldigen Spatenstichs folgte die nächste Überraschung: Im Sommer 2024 erklärte Apple das gesamte Projekt für "vorläufig pausiert", denn man müsse den Zeitplan neu bewerten. Offensichtlich sah man keine Chance, die zugesagten Investitionsschritte innerhalb der vereinbarten Fristen einzuhalten. Die möglichen Steuervorteile sind jedoch genau daran gekoppelt und setzen auf verbindliche Ziele.


...jetzt muss es erst 2037 fertig sein
Apple beantragte daraufhin eine Verlängerung, um die 2021 verhießenen Bedingungen nicht aufs Spiel zu setzen. Obwohl sich bislang kein Fortschritt erkennen ließ, war das "Economic Investment Committee" positiv zu stimmen und gewährte eine Verlängerung von vier Jahren. Das ist keinesfalls selbstverständlich, denn normalerweise sind maximal zwei Jahre möglich, wenn ein Unternehmen keine Ziele erfüllt. Unter den neuen Bedingungen beginnt die Uhr nun erst ab 2027 zu ticken – und Apple hat außerdem bis 2037 Zeit, die Jobversprechen, Investitionen und sonstigen Meilensteine zu erfüllen. Das Projekt des flächenmäßig größten Apple-Standorts der Welt ist somit wahrlich zu einer unendlichen Geschichte geworden.

Warum nur 3000 Mitarbeiter am größten Standort?
Obwohl der Campus in North Carolina wie erwähnt der flächenmäßig größte Apple-Standort weltweit sein soll, wird er nicht annähernd so dicht bebaut wie das Hauptquartier in Cupertino. Das Gelände ist als weitläufiger Technologiepark für Engineering, Development, IT, Support und R&D konzipiert, nicht als weiteres Hauptquartier. Daher plant Apple zunächst nur mit rund 3000 Arbeitsplätzen – was übrigens exakt die Mindestgrenze darstellt, um überhaupt für die Investitionsförderprogramme infrage zu kommen.

Kommentare

esc
esc28.11.25 18:10
Hört sich alles irgendwie nach Steuertricks an.
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MikeMuc28.11.25 18:56
esc
oder Apple sieht da momentan nur keinen wirklichen Bedarf mehr, will sich das aber als Option weiter offen halten. Nix genaues weiß man halt nicht
+4
aMacUser
aMacUser28.11.25 19:42
esc
Hört sich alles irgendwie nach Steuertricks an.
Wenn Apple von der Stadt ein offizielles Angebot über Steuervorteile bekommt, hat das nichts mit "Tricks" zu tun.
+6
rkb0rg
rkb0rg29.11.25 01:33
aMacUser
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Hört sich alles irgendwie nach Steuertricks an.
Wenn Apple von der Stadt ein offizielles Angebot über Steuervorteile bekommt, hat das nichts mit "Tricks" zu tun.

Steuertricks müssen ja nicht inoffiziell sein. Also in dem Sinne, dass es unrechtmäßig wäre.
+3
warp1029.11.25 08:15
Das macht pro 376m2 einen MA. Dafür gibt es dann eine Steuerersparnis von 85%.
Also wenn ich zusammen mit meiner Frau ein Grundstück von 750m2 bebaue, bekomme ich dann auch für die beiden Arbeitsplätze diese Steuererleichterungen?
+1
Frank Drebin
Frank Drebin29.11.25 10:17
@warp10 nein du müsstest schon 752qm bebauen!
+3
aMacUser
aMacUser29.11.25 12:31
rkb0rg
aMacUser
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Hört sich alles irgendwie nach Steuertricks an.
Wenn Apple von der Stadt ein offizielles Angebot über Steuervorteile bekommt, hat das nichts mit "Tricks" zu tun.

Steuertricks müssen ja nicht inoffiziell sein. Also in dem Sinne, dass es unrechtmäßig wäre.
Wenn man von "Steuertricks" redet, ist es ja immer legal. Sonst wäre es einfach Steuerhinterziehung. Diese Tricks beziehen sich aber in der Regel darauf, das Geld durch verschiedene Gesellschaften und teils über verschiedene Länder zu schleusen, um am Ende kaum mehr Steuern zahlen zu müssen. Also selbstständig dafür zu sorgen, weniger Steuern zahlen zu müssen.
Hier geht es aber ja darum, dass Apple effektiv nichts dergleichen machen muss. Die Stadt gibt von sich aus die Steuervorteile aus. Am Ende dürften beide Seiten etwas davon haben.
Auch wenn Apple zusätzlich mehr investieren muss, als sie an Steuern sparen, müssen sie unter'm Strich vermutlich weniger Geld ausgeben, als wenn sie nicht investieren und normale Steuern zahlen. Und die Stadt bekommt zwar weniger Steuern, aber immer noch mehr, als wenn sich Apple in einer anderen Stadt ansiedelt.

In Deutschland haben die Städte/Gemeinden übrigens einen ähnlichen Hebel, um Unternehmen anzulocken. Nämlich den "Gewerbesteuer-Hebesatz". Der gilt zwar für alle Unternehmen im Gemeindegebiet gleich, aber damit können einzelne Städte/Gemeinden weniger Steuern von Unternehmen verlangen als andere Städte/Gemeinden. Sich als Unternehmen dann einfach den steuerlich günstigsten Standort zu suchen ist dann ja auch kein "Steuertrick".
+2
rkb0rg
rkb0rg30.11.25 00:17
Also ja, im Grunde sind wir uns alle einig. Und im Grunde ist es auch egal, wie es jetzt in diesem Fall aussieht. Wir wissen alle das große Konzerne unverhältnismäßig wenig Steuern zahlen. In diesem Fall nimmt Apple gerne ein offizielles direktes Angebot an, in anderen Fällen arbeiten sie mit von dir beschriebenen (zumindest moralisch fragwürdigen) Maßnahmen zur maximalen Steuerreduktion.
+1
Nebula
Nebula01.12.25 09:07
rkb0rg
in anderen Fällen arbeiten sie mit von dir beschriebenen (zumindest moralisch fragwürdigen) Maßnahmen zur maximalen Steuerreduktion.
Du versucht nicht, bei der Steuererklärung das Maximale rauszuholen und du kaufst ein bestimmtes Produkt nicht beim günstigsten Anbieter? Angebote wie Black Friday ignorierst du auch wegen der moralischen Verwerflichkeit?
»Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.« – Steve Jobs
+2
rkb0rg
rkb0rg01.12.25 11:57
Nebula
rkb0rg
in anderen Fällen arbeiten sie mit von dir beschriebenen (zumindest moralisch fragwürdigen) Maßnahmen zur maximalen Steuerreduktion.
Du versucht nicht, bei der Steuererklärung das Maximale rauszuholen und du kaufst ein bestimmtes Produkt nicht beim günstigsten Anbieter? Angebote wie Black Friday ignorierst du auch wegen der moralischen Verwerflichkeit?

Nein, denn der Staat braucht das Geld.

Spaß beiseite. Du vergleichst mich als Privatperson mit dem weltweit drittwertvollsten Multi-Milliarden-Dollar-Konzern? Du überschätzt meine Kaufkraft.
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aMacUser
aMacUser01.12.25 14:29
rkb0rg
Nein, denn der Staat braucht das Geld.
In Deutschland zumindest ist es so, dass der "Staat" keinen Cent von der Gewerbesteuer sieht. Das Geld geht komplett an die jeweilige Gemeinde. Daher dürfen die Gemeinden den Gewerbesteuer-Hebesatz auch selbst bestimmen (der Staat gibt lediglich einen Mindestsatz vor).
Ich gehe mal stark davon aus, dass das in den USA ähnlich ist, dass derjenige das Geld bekommt, der Apple den Rabatt gewährt. Und die müssen das selbst wissen, ob die sich das leisten können.
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rkb0rg
rkb0rg01.12.25 16:16
aMacUser
rkb0rg
Nein, denn der Staat braucht das Geld.
In Deutschland zumindest ist es so, dass der "Staat" keinen Cent von der Gewerbesteuer sieht.

Ich bezog mich auf Nebulas Frage, ob ich nicht versuchen würde, meine Steuererklärung zu optimieren.

Ja die Stadt wird schon wissen, warum sie Apple dieses Angebot gemacht hat. Die werden das wohl durchgerechnet haben, bzw. auch die Opportunitätskosten im Hinterkopf haben.
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Nebula
Nebula01.12.25 17:09
rkb0rg
Du vergleichst mich als Privatperson mit dem weltweit drittwertvollsten Multi-Milliarden-Dollar-Konzern? Du überschätzt meine Kaufkraft.
Dein Impact ist natürlich deutlich geringer. Aber warum sollten Unternehmen nicht dasselbe tun, was du privat tust: Möglichst wenig Geld ausgaben. Du hast ja die moralische Verwerflichkeit ins Rennen gebracht. Sind Privatpersonen da grundsätzlich fein raus? Ich finde: Sobald du anderen von deinen Spartricks erzählst, kannst du dich nicht mehr rausreden, dass es allein um deine (wirkungslose) Kaufkraft geht.
»Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.« – Steve Jobs
+2
rkb0rg
rkb0rg01.12.25 23:18
@Nebula

Dazu kann man unterschiedlicher Meinung sein.
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