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Apple in Europa unter Druck: EU prüft Werbegeschäft und Karten-App, Frankreich mit Sammelklage

Apple zählt nicht nur in der IT-Branche zu den absoluten Giganten: Das Unternehmen konnte zuletzt vor allem mit starken Absatzzahlen der aktuellen iPhone-Baureihe punkten und gilt weiterhin als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt (siehe hier). Für Apple stellt diese Entwicklung natürlich eine komfortable Situation dar, andere Marktteilnehmer verweisen aber auf eine monopolartige Stellung, welche der Konzern in bestimmten Bereichen innehabe. Diese Einschätzung wird von den Wettbewerbshütern in aller Welt oftmals geteilt. Nun gerät Apple einmal mehr vor allem in Europa unter Druck.


Sind weitere Apple-Dienste sogenannte „Gatekeeper“?
Der App Store auf dem iPhone und iPad unterliegt bereits den Bestimmungen des Digital Markets Act: Cupertino muss etwa alternative App-Plattformen zulassen. Erreichen Dienste einen bestimmten Schwellenwert hinsichtlich der Anzahl der Nutzer, welche diese verwenden, muss ein Unternehmen dies der Europäischen Kommission mitteilen. Apple kam dieser Verpflichtung laut
Reuters jetzt nach: Konkret geht es um Apple Ads und Apple Maps. Der Kommission bleiben nun 45 Werktage Zeit, um einen etwaigen „Gatekeeper“-Status des Konzerns bei diesen Diensten festzustellen.

Apples Argument: Werbegeschäft und Karten-App sind vergleichsweise unbedeutend
Apple hält erwartungsgemäß dagegen: Cupertino sei kein bedeutender Akteur auf dem Markt für Werbedienstleistungen und habe in der EU im Vergleich zu Google, Meta und anderen Konkurrenten nur einen geringen Marktanteil. Der hauseigene Kartendienst werde zudem im Vergleich zu Angeboten wie Google Maps und Waze nur sehr begrenzt genutzt. Die Argumentation ist durchaus vertraut: Cupertino machte ähnliche Gründe gegen die Einstufung von iMessage als Gatekeeper geltend – und hatte damit Erfolg (siehe hier). Allerdings geht es eben nicht bloß um Marktanteile – sondern um die Einschätzung, inwieweit Apple Einfluss auf das Marktgeschehen nehmen kann.

Werden die Dienste als als Gatekeeper eingestuft, geht das für den Konzern mit erheblichen Konsequenzen einher: So müsste etwa das iPhone einen Auswahlbildschirm zwischen mehreren Karten-Anbietern anzeigen, wie das etwa beim Browser der Fall ist. Eine Exportfunktion für die Nutzerdaten wäre ebenfalls zwingend vorgesehen. Drittanbieter könnten auf die Schnittstellen der Karten-App zugreifen. Apple dürfte zudem eigene Dienste nicht länger bevorzugt bewerben – bislang ist das etwa im App Store gängige Praxis.

Sammelklage in Frankreich …
Auf nationalstaatlicher Ebene wird Apple ebenfalls kritisch beäugt: In Frankreich reichten Verbraucherschützer eine Sammelklage gegen das Unternehmen ein. Da Apple es den Musikstreamingdiensten untersagte, im App Store auf günstigere Abonnements hinzuweisen, sei Kunden ein finanzieller Schaden entstanden. Französische Nutzer von Spotify und Co., die zwischen 2011 und 2025 ein Abo über den App Store abgeschlossen haben, können sich der Sammelklage anschließen.

… und eine Untersuchung in Polen
In Polen ruft hingegen Apples „App Tracking Transparency“ (ATT) die Kartellbehörde UOKiK auf den Plan. Cupertino begrenze damit die Möglichkeiten zur Datenerhebung für Drittanbieter, nehme die eigenen Dienste aber hiervon aus. Andere Länder, darunter Deutschland, gelangten bereits zu einer ähnlichen Einschätzung. Apple kündigte bereits an, das Feature „zum Nachteil der europäischen Verbraucher zurückzuziehen“ (siehe hier).

Kommentare

FeanorGargoil28.11.25 19:37
Hat die EU und allen Vorran Frankreich sonst nix zu tun und keine Probleme? Ah STOP da kann man ja Kohle raus ziehen. Also irgendwann ist es ja mal gut. Die EU und Ihre irre DMA Vorschriften ect. geht mir gewaltig auf den Sa…..
-20
Fontelster
Fontelster28.11.25 20:43
FeanorGargoil
Hat die EU und allen Vorran Frankreich sonst nix zu tun und keine Probleme?

Nein, hat sie nicht. die komplette EU und allen voran Frankreich, hat sich in der letzten allein und ausschließlich mit Apple beschäftigt. Andere Probleme gab und gibt es nicht!
+3
Lavalampa28.11.25 21:05
Ich glaube es sind hauptsächlich Aktionäre die Konzerne verteidigen und gegen die EU wettern. Ich bin froh, wenn es jemanden gibt, der solchen profit über alles getriebenen Giganten auf die Finger schaut und sie bei bedarf auch fest klopft. Als kleine Konsumentinnen haben wir alleine ja keine Macht dagegen anzukommen.
+6
AJVienna28.11.25 21:06
Ich finde schon das die EU es insbesondere auf Apple abgesehen hat und das nicht unbedingt zum Vorteil des Kunden. Meta hingegen scheint mit allem durchzukommen. Google bekommt auch vergleichsweise wenig Probleme obwohl der Android, Suche und Google Maps Marktanteil viel höher ist.
+1
AJVienna28.11.25 21:13
Lavalampa
…bedarf auch fest klopft. Als kleine Konsumentinnen haben wir alleine ja keine Macht dagegen anzukommen.
Da geht es aber mehr um den Schutz der Konkurrenz und mehr Wettbewerb. Das mag gut für andere Firmen sein aber nicht notwendigerweise für Konsumenten.
+3
WahrFa29.11.25 13:28
Im Grundsatz finde ich es richtig, dass vorgegangen wird, aber mir fehlt etwas die Ausgewogenheit. Wenn man sich anschaut, was Apple (absolut zu Recht, nicht falsch verstehen) umsetzen musste und in Zukunft auch zu Recht noch umsetzen wird müssen, dann hätte Google schon 5x zerschlagen werden müssen.

Aber so langsam kommt ja Bewegung in die Richtung. Mittlerweile warnen neben Lobbycontrol 4 weitere NGOs vor Googles Macht, vielleicht wird die EU dann mal gezwungen da vorzugehen.
Schließlich, wenn man ehrlich ist, hat Google 100x mehr Macht als Apple. Siehe z.B. dass sie über Google Suche, Google News und über die massive Abhängigkeit der gesamten Presse von ihren Werbediensten bestimmen können, was wir überhaupt noch für Meinungen lesen und welche nicht.
Auch kann ich nicht verstehen, warum Meta nicht zerschlagen wurde / wird. Würden die WhatsApp verlieren, könnte man mühelos Meta-frei leben, so wird es nunmal schwer, nicht jeder will Threema oder Signal nutzen.

Kurz: gehe gegen alle vor, aber gegen den Schlimmsten am meisten und nicht am wenigsten.
+5
D_BuG
D_BuG29.11.25 14:16
Apple Maps, Gatekeeper. Sorry, das kann ich nicht ernst nehmen! Vielleicht sollte sich die EU einfach mal um Politik kümmern...ach so, das können sie nicht, weil auch hier meist keine einheitliche Meinung erreichbar ist?
-5
Absalom29.11.25 16:14
Das man es prüft, finde ich vollkommen in Ordnung.

Aber Karten ist eine der Apps, die mich nicht wirklich kein Apple hält.
0
Fleschmac30.11.25 12:45
Das apple maps ein Gatekeeper sein soll stelle ich auch in Abrede. Würde mich interessieren, ob das mal mit Zahlen im Vergleich zu googlemaps untermauert werden kann. So recht Vorstellen kann ich mir das nicht.
+1
deus-ex
deus-ex01.12.25 08:52
AJVienna
Ich finde schon das die EU es insbesondere auf Apple abgesehen hat und das nicht unbedingt zum Vorteil des Kunden. Meta hingegen scheint mit allem durchzukommen. Google bekommt auch vergleichsweise wenig Probleme obwohl der Android, Suche und Google Maps Marktanteil viel höher ist.
Die haben eine bessere Lobby. Ganz einfach.
0
Apple@Wien
Apple@Wien01.12.25 08:57
Ich habe eher das Gefühl das die EU Apple nach unf nach öffnen will, damit sie selbst mehr Zugriff auf die Daten bekommen.

Apple System war einfach zu verschlossen für die Behörden.

Sorry Apple Karten, wird wenn dann nur auf Apple Geräten verwendet und selbst da greifen die sehr viele zu Google Maps, WhatsApp etc.
Wann beschäftigen sich die EU Politiker micht echten Problemen?
+1

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