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Apple und Konfliktmineralien: Neue schwere Vorwürfe

Apples jährlicher „Conflict Minerals Report“ an die amerikanische Börsenaufsicht SEC gibt regelmäßig Aufschluss darüber, wie es um die Mineraliennutzung Apples im abgelaufenen Jahr stand. Das Ziel des Unternehmens ist es, möglichst nur „konfliktfreie“ Mineralien einzusetzen. Konkret geht es darum, Krisenregionen zu meiden, in denen etwa Kinderarbeit oder militärische Auseinandersetzungen an der Tagesordnung sind. Natürlich betreibt Apple den Abbau nicht selbst, sondern setzt dafür auf Zulieferer – welche dann wiederum andere Partner mit Ressourcen zur Fertigung von Komponenten ausstatten. Es ist daher nicht ganz einfach, den Überblick zu wahren und die Lieferkette sauber zu halten.


Erstes Verfahren wurde eingestellt
Im vergangenen Jahr hatte es schon einmal schwere Vorwürfe gegen Apple gegeben – die Demokratische Republik Kongo beklagte damals, Apples tatsächliches Handeln stehe in schroffem Widerspruch zu den immer wieder geäußerten Bekenntnissen. Jeder sehe die Massaker im Kongo, finanziert durch den Handel mit Konfliktmineralien. Niemand tue aber etwas dagegen, vor allem nicht die großen Tech-Unternehmen, inklusive Apple. Das Unternehmen deklariere Mineralien mit Herkunftsländern, die entsprechenden Bergbau gar nicht betreiben. Allerdings konnte sich Apple vor Gericht durchsetzen, denn im Urteil hieß es, der Kauf über internationale Lieferketten mache Apple und andere nicht der Menschenrechtsverletzung schuldig.

Doch es geht weiter, Schmuggel und Verschleierung als Vorwurf
Nun geht die Angelegenheit jedoch in eine neue Runde. In einer weiteren Klage kommen zusätzliche Argumente zur Sprache. So wird mehreren beauftragten Erzraffinerien vorgeworfen, bewusste Verschleierung und Verdeckung der Herkunft zu betreiben. Ningxia Orient, JiuJiang JinXin und JiuJiang Tanbre haben demnach Mineralien verarbeitet, die laut Untersuchungen der UN und NGOs aus Minen in der Ost-DR Kongo stammten und durch bewaffnete Gruppen geschmuggelt worden seien. Hierbei würde es sich um eindeutig kriminelles Verhalten handeln.

Apple und Co. profitieren angeblich durch Lücken in den Systemen
Die Hauptkritik konzentriert sich auf die Zertifizierungs– und Rückverfolgbarkeitssysteme – deren angebliche Lücken Hersteller wie Apple profitieren lassen. Von der klagenden NGO heißt es dazu konkret, Apple verstoße durch irreführende Versprechen gegen Verbraucher- und Handelsrecht. Vor Gericht wolle man nun zunächst judizielle Klarstellung samt Unterlassungsaufforderung erwirken. Sollte das Gericht zugunsten der Kläger entscheiden, könnte Apple gezwungen sein, öffentlich alle direkten und vor allem indirekten Zulieferer offenzulegen und sämtliche Verbindungen zu belasteten Minen zu kappen. Apples Erwiderung zufolge habe man Partner hingegen explizit angewiesen, nichts aus den angesprochenen Regionen zu beziehen. Verbindungen zu bewaffneten Gruppen gebe es nicht – wenngleich dies gar nicht der Vorwurf ist. Wie eingangs erwähnt dreht sich die Klage um möglicherweise kriminelle Wege, wie Materialien in Umlauf geraten.

Kommentare

Nebula
Nebula27.11.25 10:27
Hat jemand ernsthaft geglaubt, dass die Aufforderung "Immer schön artig bleiben" irgendwas bringt?
»Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.« – Steve Jobs
+3
monster-tac27.11.25 10:29
Und du bist auch ein Schwerverbrecher? Hab ich so gehört! Solange das Gegenteil nicht bewiesen ist, sind das für mich nur Gerüchte. Es gibt reichlich Interessenkonflikte nicht nur bei Mitbewerbern!
+5
Nebula
Nebula27.11.25 10:38
Mir geht es darum:
Apples Erwiderung zufolge habe man Partner hingegen explizit angewiesen, nichts aus den angesprochenen Regionen zu beziehen.

Da muss schon mehr passieren, insbesondere bei Unternehmen, die bereits negativ aufgefallen sind.
»Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.« – Steve Jobs
+2
Mutabaruga27.11.25 10:51
fen
... Es ist daher nicht ganz einfach, den Überblick zu wahren und die Lieferkette sauber zu halten. ...
Kann es sein, dass MTN Apple entschuldigen möchte? Dass Apple damit überfordert sei, nachzuvollziehen, woher Rohstoffe kommen? Den Bericht an die SEC bekommen sie aber gerade noch hin?

Da Apple die Bedeutung der Rohstoffe bewusst sein dürfte, werden die ganz genau wissen, woher sie kommen. Schließlich hängt davon die Produktion ab. Es ist wohl davon auszugehen, dass Apple nicht nur auf eine gute Marge bedacht ist, sondern auch auf eine zuverlässige Versorgung achtet. Es dreht sich sicherlich nicht um eine einzige Manganknolle, die sie pro Jahr benötigen.

Und da Apple die Rohstoffe nicht geschenkt bekommen dürfte, gibt es darüber auch Rechnungen. Und das soll schwer nachvollziehbar sein?
-15
haschuk27.11.25 11:22
Mutabaruga
fen
... Es ist daher nicht ganz einfach, den Überblick zu wahren und die Lieferkette sauber zu halten. ...
Kann es sein, dass MTN Apple entschuldigen möchte? Dass Apple damit überfordert sei, nachzuvollziehen, woher Rohstoffe kommen? Den Bericht an die SEC bekommen sie aber gerade noch hin?

Da Apple die Bedeutung der Rohstoffe bewusst sein dürfte, werden die ganz genau wissen, woher sie kommen. Schließlich hängt davon die Produktion ab. Es ist wohl davon auszugehen, dass Apple nicht nur auf eine gute Marge bedacht ist, sondern auch auf eine zuverlässige Versorgung achtet. Es dreht sich sicherlich nicht um eine einzige Manganknolle, die sie pro Jahr benötigen.

Und da Apple die Rohstoffe nicht geschenkt bekommen dürfte, gibt es darüber auch Rechnungen. Und das soll schwer nachvollziehbar sein?

Das klingt auf dem Papier alles super. Nur, ohne Apple zu entschuldigen, die Praxis sieht anders aus. Rechnungen, nicht wirklich Dein Ernst. Genau wissen woher, heeres Ziel.

Es ist ja nicht so, dass wir hier von mal nem Container aus einer illegalen Mine reden, der sauber identifizierbar wäre. Wir reden hier von einer kriminellen Struktur.

- Illegale Beimischungen
- Gefälschte Badges bei der Anlieferung für die Rohaufarbeitung
- inzwischen manipulierte Elementtraces, die eine Identifikation der Quelle erschweren
- Korruption bis in die höchsten staatlichen Bereiche

Die traurige Wahrheit ist, dass im Prinzip alle Rohstoffverarbeiter davon betroffen sind. Die Wahrheit ist auch, dass bei der Lieferkettennachverfolgung eine Sicherheit von 95-97% angestrebt wird. Jedes weitere Prozent mehr verzehnfacht die Kosten für die Nachverfolgung.
+8
konnektor27.11.25 12:04
Mutabaruga
fen
... Es ist daher nicht ganz einfach, den Überblick zu wahren und die Lieferkette sauber zu halten. ...
Kann es sein, dass MTN Apple entschuldigen möchte? Dass Apple damit überfordert sei, nachzuvollziehen, woher Rohstoffe kommen? Den Bericht an die SEC bekommen sie aber gerade noch hin?

Da Apple die Bedeutung der Rohstoffe bewusst sein dürfte, werden die ganz genau wissen, woher sie kommen. Schließlich hängt davon die Produktion ab. Es ist wohl davon auszugehen, dass Apple nicht nur auf eine gute Marge bedacht ist, sondern auch auf eine zuverlässige Versorgung achtet. Es dreht sich sicherlich nicht um eine einzige Manganknolle, die sie pro Jahr benötigen.

Und da Apple die Rohstoffe nicht geschenkt bekommen dürfte, gibt es darüber auch Rechnungen. Und das soll schwer nachvollziehbar sein?
Apple produziert überhaupt nichts aus Rohstoffen und bezieht auch keine. Apple macht nichts anderes als Du und verlässt sich auf die Aussagen des Vorlieferanten. Nun kann man natürlich Apple als großen Konzern mehr in die Verantwortung nehmen als jeden einzelnen Verbraucher, also auch Dich. Aber das Thema ist nicht neu, ging schon öfters durch die Presse. Wo ist also Deine Verantwortung keine Geräte zu kaufen, die solche Mineralien enthalten könnten? Oder redest Du Dich auch darauf hinaus, dass Du dem Hersteller Glauben schenken musst?
+10
haschuk27.11.25 12:48
konnektor
Apple produziert überhaupt nichts aus Rohstoffen und bezieht auch keine. Apple macht nichts anderes als Du und verlässt sich auf die Aussagen des Vorlieferanten. Nun kann man natürlich Apple als großen Konzern mehr in die Verantwortung nehmen als jeden einzelnen Verbraucher, also auch Dich. Aber das Thema ist nicht neu, ging schon öfters durch die Presse. Wo ist also Deine Verantwortung keine Geräte zu kaufen, die solche Mineralien enthalten könnten? Oder redest Du Dich auch darauf hinaus, dass Du dem Hersteller Glauben schenken musst?

Natürlich bezieht auch Apple Rohstoffe. Für seine Testfertigungen. Natürlich in weitaus geringerem Umfang. Der größte Anteil fällt natürlich bei den Zulieferern an.

Und natürlich verlässt man sich nicht nur auf die Aussagen der Zulieferer, sondern auditiert auch vor Ort kritische Bestandteile der Kette. Nur, wie bereits oben angemerkt, es ist immer eine Frage der Sicherheit, die man akzeptiert. Das EU-Lieferkettengesetz hätte versucht, dort noch ein wenig mehr zu liefern, nur es wurde ja sehr erfolgreich von Teilen der Politik und der Industrie torpediert. Auf der anderen Seite habe ich auch keinen Volksaufstand gegen die Aussetzung erlebt. Und tatsächlich wird das mindestens 80% der Gesellschaft scheißegal sein.

Auf der anderen Seite steht bei Apple die aktive Darstellung als best guy in dieser Frage und noch in anderen (100% regenerativ produzierte Waren). Und damit setzt sich Apple selbst krittischen Nachfragen aus, wenn man sich als Keychanger darstellt.
+2
TMS
TMS27.11.25 13:08
Hochwahrscheinlich ist, dass die DR-Kongo vor allem Dollarzeichen in den Augen hat und die dortigen Politiker aus der Not der eigenen Bevölkerung - bei deren Schutz sie übel versagen - Kapital schlagen wollen. Der kongolesische Staat mit seinen Politikern und den dahinter stehenden Clans gehört vor Gericht, weil er solchen üblen Missständen mehr oder weniger tatenlos zusieht. Ein Staatsversagen, dass sie sie auch noch vergolden lassen wollen.
+1
Mutabaruga27.11.25 20:21
Die Daumen runter interpretiere ich jetzt so, dass Apple das Opfer ist von kriminellen Banden, die die Zulieferer von Apple dubios versorgen.

Tschuldigung, das habe ich so noch garnicht gesehen.
Dann ist Apple natürlich auch komplett freizusprechen.

Vielleicht bezahlt Apple die Zulieferer auch garnicht, dann hat Apple auch nichts falsch gemacht.
-6
konnektor28.11.25 07:40
haschuk
Natürlich bezieht auch Apple Rohstoffe. Für seine Testfertigungen.
Wie hab ich mir das vorzustellen? Da hält UPS vor dem Apple Park und liefert ein Päckchen Kobalterz? Das wir dann im Apple eigenen Hochofen ...
Hast Du irgend eine Quelle für die Geschichte mit den Testfertigungen? Ich glaube das nämlich kein bisschen. Die Testfertigungen werden doch genau von den Teilezulieferern gemacht, die später auch die Serienprodukte liefern sollen. Und selbst die bekommen nicht den Rohstoff sondern bereits verarbeitete Ware.

Mutabaruga
Die Daumen runter interpretiere ich jetzt so, dass Apple das Opfer ist von kriminellen Banden, die die Zulieferer von Apple dubios versorgen.
Daumen runter gibt es weil Du ein Problem mit dem interpretieren zu haben scheinst.
+3
haschuk28.11.25 10:03
konnektor
haschuk
Natürlich bezieht auch Apple Rohstoffe. Für seine Testfertigungen.
Wie hab ich mir das vorzustellen? Da hält UPS vor dem Apple Park und liefert ein Päckchen Kobalterz? Das wir dann im Apple eigenen Hochofen ...
Hast Du irgend eine Quelle für die Geschichte mit den Testfertigungen? Ich glaube das nämlich kein bisschen. Die Testfertigungen werden doch genau von den Teilezulieferern gemacht, die später auch die Serienprodukte liefern sollen. Und selbst die bekommen nicht den Rohstoff sondern bereits verarbeitete Ware.

Apple betreibt in den USA einige Testfertigungsanlagen selbst unter eigener Regie. Zwar in Kooperation mit TMSC, juristisch verantwortlich für den Rohstoffbezug ist hier direkt Apple.
+1
haschuk28.11.25 10:05
Mutabaruga
Die Daumen runter interpretiere ich jetzt so, dass Apple das Opfer ist von kriminellen Banden, die die Zulieferer von Apple dubios versorgen.

Tschuldigung, das habe ich so noch garnicht gesehen.
Dann ist Apple natürlich auch komplett freizusprechen.

Vielleicht bezahlt Apple die Zulieferer auch garnicht, dann hat Apple auch nichts falsch gemacht.

Die Daumen herunter solltest Du so interpretieren, dass weitere Teilnehmer Deinen Post differenziert betrachtet haben, Du Dich inhaltlch dazu aber in Schweigen hüllst.
+2
Mutabaruga28.11.25 10:20
Ich sehe das so, dass manche sich die Geschiche erzählen lassen, dass es schwierig ist, sowas nachzuvollziehen. Klar, wenn die Beteiligten mauern und Behörden nicht ausreichend kontrollieren, dann wirds schwierig. Wenn man aber einen Herkunftsnachweis verlangt, dann ists einfach. Und alle Firmen, die mit den Rohstoffen handeln, werden unangekündigt kontrolliert.

Wieviele fahren im Straßenverkehr ohne gültige Zulassung, haben Morphium, ein G3 oder bezahlen mit Falschgeld?

Es ist nur eine Frage des Wollens.
-2
konnektor28.11.25 13:54
haschuk
Apple betreibt in den USA einige Testfertigungsanlagen selbst unter eigener Regie. Zwar in Kooperation mit TMSC, juristisch verantwortlich für den Rohstoffbezug ist hier direkt Apple.
Okay, danke, das wusste ich nicht. Trotzdem werden weder TMSC noch Apple Erze ankaufen, sondern ein bereits verarbeitetes Produkt. Vermutlich nicht mal das reine Kobalt sondern bereits ein für ihre Zwecke aufbereitetes.
+1
haschuk28.11.25 17:45
konnektor
haschuk
Apple betreibt in den USA einige Testfertigungsanlagen selbst unter eigener Regie. Zwar in Kooperation mit TMSC, juristisch verantwortlich für den Rohstoffbezug ist hier direkt Apple.
Okay, danke, das wusste ich nicht. Trotzdem werden weder TMSC noch Apple Erze ankaufen, sondern ein bereits verarbeitetes Produkt. Vermutlich nicht mal das reine Kobalt sondern bereits ein für ihre Zwecke aufbereitetes.

Natürlich. Deswegen, wenn man den Originalartikel liest, stehen drei chinesische Milling Companies primär unter rechtlichem Beschuss, Apple aufgrund der Lieferkette.
0
haschuk28.11.25 18:02
Mutabaruga
Ich sehe das so, dass manche sich die Geschiche erzählen lassen, dass es schwierig ist, sowas nachzuvollziehen. Klar, wenn die Beteiligten mauern und Behörden nicht ausreichend kontrollieren, dann wirds schwierig. Wenn man aber einen Herkunftsnachweis verlangt, dann ists einfach. Und alle Firmen, die mit den Rohstoffen handeln, werden unangekündigt kontrolliert.

Es ist nur eine Frage des Wollens.

Du willst es nicht verstehen.

Es gibt zwei einfache Methoden, Herkünfte zu verschleiern.

a) direkt vor Ort, indem illegal gewonne Rohstoffe und legal gewonnene vermischt werden. Und zwar in einem solchen Verhältnis, dass Isotopenverhältnisse innerhalb von Messunsicherheiten liegen.

b) in den Milling Facilities. Dort wird das Analysezertifikat manipuliert. Geht nicht? Wissen wir seit Sotschi ziemlich genau, wie das geht und wie lange es gedauert hat, wie durch Investigativjournalismus dies ans Licht kam.

Man kann unangekündigt kontrollieren wie man will. Solange kriminelle, aber unsichtbare Strukturen drumherum aufgebaut sind, ist der Fund entweder Zufall, Whistleblowing oder bedingt einen x-fachen Aufwand, den ich weiter oben bereits beschrieben habe.

Zu Deinen Beispielen. Wie hoch ist die Dunkelziffer? 10%, 20%, 50%, 90%? Je nach Delikt zwischen 20% und 90%.
+1
haschuk28.11.25 19:39
Und um mich nicht falsch zu verstehen, natürlich wäre ein engmaschiges Netz mit eigenen Probenahmen und Dauerkontrollen perfekt. Nur lässt das die vor Ort Situation gerade in den betreffenden Ländern nicht zu. Und dann geht es ganz schnell um den Schutz des Lebens Deines Personals.

Ich kann Dir aus eigener Erfahrung erzählen, es macht kein Spaß, wenn sich die 10 Wagen Polizeieskorte verpisst, nur Deine 3 Wagen Security Team Eskorte übrig bleibt und Du von 30 Kindersoldaten mit MGs und Gürtel voller Handgranaten umringt bist. Da denkst Du etwas übers restliche Leben nach, obwohl Du weißt, dass alles geregelt ist, weil es „nur“ um Energieversorgung geht, von der alle Konfliktparteien profitieren. Weißt Du dagegen, dass Du jemanden mit Deinem Job möglicherweise extrem anpisst, formuliere gerne mal Deine Motivation und Gedanken…

Beamten-Like zeig mir mal ein Zertifikat funktioniert da nur eingeschränkt.
0
Mutabaruga30.11.25 16:02
Dass man es in ungeschönter Form mit Interessen zu tun hat, die vor nichts Halt machen, glaube ich gern. Ein Tod ist zu billig und die Macht von bestimmten Kreisen zu groß.

Dann sollte man es aber auch so sagen anstelle eine algemeine Unmöglichkeit ohne Grundangabe in die Welt zu setzen.

Deine Dunkelziffernangaben finde ich viel zu hoch. Meine Beispiele haben aber einen Haken: betroffen sind Bürger und nicht Firmen. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie krank es im Bereich Sicherheitsdienste aussieht.
0
Mutabaruga30.11.25 16:18
Ich habe eben einen Denkfehler bei Deinen Dunkelziffern gemacht. Es besteht ein großer Unterschied zwischen Dunkelziffer und Verbreitung. Zu 90% wüsste ich nicht, was so häufig sein sollte: Führerschein-Nicht-, Morphium-, G3- oder Falschgeld-Besitz.

Wenn die Häufigkeit bei unter 1% liegt, ist auch eine Dunkelziffer von 90% nicht so schlimm.
0
haschuk01.12.25 11:13
Mutabaruga
Ich habe eben einen Denkfehler bei Deinen Dunkelziffern gemacht. Es besteht ein großer Unterschied zwischen Dunkelziffer und Verbreitung. Zu 90% wüsste ich nicht, was so häufig sein sollte: Führerschein-Nicht-, Morphium-, G3- oder Falschgeld-Besitz.

Die Dunkelziffer ist in der Tat in diesem Kontext auch eher missverständlich, eigentlich meinte ich eine Nichtaufklärungsquote.
Mutabaruga
Wenn die Häufigkeit bei unter 1% liegt, ist auch eine Dunkelziffer von 90% nicht so schlimm.

Das kommt immer auf das Ausmaß darauf an. Hätten wir einen Anteil von 1% extremistisch gewaltbereiter Mitbürger, würde eine Aufklärungsquote von 10% bedeuten, dass ca. 800.000 Menschen unbeobachtet umeinanderstampfen könnten...
Mutabaruga
Dann sollte man es aber auch so sagen anstelle eine allgemeine Unmöglichkeit ohne Grundangabe in die Welt zu setzen.

Ich hatte oben keinerlei allgemeine Unmöglichkeit postuliert, sondern mehrmals differenzierend auf die praktischen Schwierigkeiten verwiesen, von 80% auf 95% ohne Konfliktmineralien zu kommen. Über 99,5% wollen wir gar nicht reden.

Hierzu ein interessanter Artikel. Warum ist ein Fairphone nicht fairer im Hinblick auf Konfliktmineralien, obwohl das der originäre Antrieb von Fairphone war.
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Mutabaruga01.12.25 12:49
haschuk
Das kommt immer auf das Ausmaß darauf an. Hätten wir einen Anteil von 1% extremistisch gewaltbereiter Mitbürger, würde eine Aufklärungsquote von 10% bedeuten, dass ca. 800.000 Menschen unbeobachtet umeinanderstampfen könnten...
Haddu im Pinzip recht, 1% bei einer Bevölkerung von 80 Mio ist schon ne Menge: 800.000 Täter. Eine Aufklärungsrate von 10% würde dann zu 80.000 Schuldsprüchen führen.

Bei den Herkunftsnachweisen ist es umgekehrt, wenn 98% gesicherte Herkunft haben, dann ist 2% mit zweifelhafter Herkunft nicht so schlimm. Aber klar: wenn unter diese 2% sehr viele Beteiligte fallen, ist das doch schlimm und nicht hinnehmbar.

So wie Apple seine Betriebssysteme einem ständigen Qualitätssicherungsprogramm unterziehen sollte, sollte es eben auch im Verfolgen von Rohstoffen und grundsätzlich allen Verbrechen geschehen. Und das passiert eben nicht.

Es wird garnicht erst wirklich angegangen. Das ist mein Punkt.
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haschuk01.12.25 17:54
Mutabaruga
Es wird garnicht erst wirklich angegangen. Das ist mein Punkt.

Stimmt doch nicht. Apple wird nicht vorgeworfen, dass sie NICHTS in diesem Bereich machen, sondern aus der Sicht verschiedener Gruppen zu WENIG. Nebenbei, Apple hat sich im Bereich Rohstoffresourcen in den letzten 5 Jahren von ca. 40 Marktbeteiligten getrennt.

Und wie der verlinkte Artikel zeigt, selbst beim Fairphone ist vieles in diesem Bereich Augenwischerei. Und das trotz nur ca. 600.000 weltweit verkaufter Fairphones, also 1/1500 aller iPhone-EInheiten in den Jahren 2022-2025.
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Mutabaruga01.12.25 19:31
Schon mal von CUM-CUM und CUM-EX gehört? Zentralbanken, Freihandelsverträgen?
EU-Parlamentariern, die nicht das Recht haben, einen Gesetzesentwurf einzubringen?
Der MTN-Artikel zu Hi-Tec-Lobbyisten beim EU-Parlament ist ja auch noch nicht lange her.

Das sind weitaus grundlegendere Problemzonen, die zeigen, in welcher Welt wir leben.

Wir können den Fortgang der Anklage gegen Apple ja verfolgen.
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haschuk01.12.25 22:13
Und schon wieder wird ne andere Sau per Whatsboutism durchs Dorf getrieben.

Die Klage gegen Apple wird spätestens in 4 Jahren wieder fallengelassen. Weil kein direkter Nachweis existiert, dass Apple von dem Vorgehen der 3 Rohstoffverarbeiter gewusst hat. Die Verabeiter stehen im Übrigen auf den Rohstofflisten aller Handyhersteller inkl. Fairphone. Plus noch vieler Elektronikhersteller mehr. Tatsächlich nahezu aller. Ergo ist es kein Apple-exklusives Thema. Die Gründe warum aktuell ein mehr an Kontrolle scheitert habe ich nun oft genug aufgezeigt.

Und da sind wir beim Knackpunkt. Korruption trifft auf wirtschaftlichen Druck. Der verlinkte Artikel zum Fairphone beschreibt das sehr gut. Und dann sind wir wieder beim gesellschaftlichen Zustand. Da bin ich bei Dir. Und der wird nicht besser werden. In den nächsten 10 Jahren wird Sozialethik, Rücksicht, Weitsicht oder gar Empathie in den Gesellschaften überhaupt kein Thema mehr sein. Trump ist nur der Anfang.
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Mutabaruga02.12.25 08:16
Wenn klar ist, dass Apple davon nichts wusste, dann kriegen die drei Rohstoffverarbeiter Auflagen?

Wenn Apple einen eingeschriebenen Brief erhalten hat, in dem illegale Abbaumethoden erwähnt werden, reicht das zum Kenntnishaben?
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haschuk02.12.25 19:11
Was wird Apple während eines laufenden Prozesses tun? Nichts. Denn jede öffentliche Äußerung oder Maßnahme, die als Schuldeingeständnis interpretiert werden könnte, hat einen negativen Impact für den Prozess.

Intern wird es zu Lieferkettenverschiebungen kommen, die jedoch von den Zulieferanten initiiert werden. In welchem Ausmaß, keine Ahnung. Und effektive Impacts wird es eh nur geben, wenn Samsung, Huawei, Xiaomi und Oppo, die über 50% Marktanteile an weltweiten Smartphone-Verkäufen haben, mitziehen. Plus die anderen Verarbeiter von Konfliktmineralien. Ein Katz und Maus Spiel.

Anderes Beispiel. Die Einfuhr von Erzeugnissen mit einem Asbestgehalt < 0,1% in die EU, aber auch zB in die Schweiz und Norwegen ist verboten. Trotzdem sehen wir 2025 eine Schwemme an Einfuhren asbesthaltiger Produkte jeglicher Art aus Asien. Privat und gewerblich. Laut Zertifikat garantiert asbestfrei. 😉 Das zum Thema Papiere…
0
Mutabaruga02.12.25 22:42
Asbest war sogar in Teppichklebern! Und wenn der Staat selbst keine Experten mehr hat, keine Prüfinstitute, stellen sich die betroffenen Firmen eben kurzerhand selbst die Zertifikate aus. Sehr praktisch das. Siehe Glyphosat. Also kein spezielles Versagen bei den Konfliktmineralien, sondern ein völlig allgemeines Versagen der Staaten weltweit.
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haschuk03.12.25 17:16
Mutabaruga
Asbest war sogar in Teppichklebern! Und wenn der Staat selbst keine Experten mehr hat, keine Prüfinstitute, stellen sich die betroffenen Firmen eben kurzerhand selbst die Zertifikate aus. Sehr praktisch das. Siehe Glyphosat. Also kein spezielles Versagen bei den Konfliktmineralien, sondern ein völlig allgemeines Versagen der Staaten weltweit.

Oh Mann. So viel Verquirltes in einem Post. Tut echt weh.
-1
haschuk04.12.25 11:01
Ich drössel da mal auf.

- Der Asbestersatzstoffkatalog umfasst ca. 3000 Produkttypen. Bedeutet, letztendlich wurde Asbest (hier in D) bis 1993 relativ universell eingesetzt. Weil, nüchtern betrachtet, Asbest ist aufgrund seiner bauphysikalischen und mechanischen Eigenschaften zuerst einmal ein geiles Zeug. Dass die "Nebenwirkungen" trotz eindeutiger wissenschaftlicher Hnweise mindestens 30 Jahre unter den Tisch gekehrt werden, ist ein anderes Thema. In den letzten Jahren hat sich der Fokus aber deutlich weg von offensichtlichen Asbestprdukten hin zu flächigen, aber "unsichtbaren" Produkten verschoben.

- Natürlich hat der Staat sowohl Experten als auch eigene Prüflabore. Zum Thema Asbest kenne ich mindestens on staatlicher Seite 10 Stück sowie locker 100 Experten hier in D. Die Aufgabe der staatlichen Labore liegt aber nicht in der Massenanalytik (2025 dürften in D ca. 2.000.000 Asbestproben analyiert worden sein), dies ist zurecht in den privatrechtlichen Bereich delegiert, der sich auch einer Qualitätssicherung unterwerfen muss. Dies gilt natürlich auch für viele andere Bereiche der Laboranalytik.

- Glyphoast. Ein komplexes Thema und hat sehr viel damit zu tun, dass ähnlich wie bei Asbest die Anfänge der hochkommerziellen Verwendung in einem Zeitraum lagen, in der regulative Beschränkungen noch in den Kinderschuhen steckten. Was zur Folge hatte, dass die umfassende Forschung zur Gefährlichkeiten gut 40 Jahre hinter einer Produkteinführung zurückhing. Bei Produkten, die ab den 90iger eingeführt wurden, hinken wor ca. 20 Jahre hinterher. Mit REACH heute sind wir "nur" noch bei 5 Jahren. Man sieht, dass sich hier grundsätzlich etwas tut. Ob das nun ausreichend ist, steht wieder auf einem ganz anderen Blatt.

- Zertifikate selber erstellen. Passiert durchaus. Wer sich aber etwas näher mit der Analytik beschäftig, weiß, dass die anzuwendende Methode immer abhängig vom Ziel ist. Wenn nun in einem Land in Asien eine Analysemethode mit einer Nachweisgrenze von 1% Asbest usus ist, in der EU aber ein Importverbot ab 0,1% existiert, gibt es da ein Dunkelfenster...

- Allgemeines Versagen der Staaten. Nö. Ein Versagen der jeweiligen Gesellschaft. Vieles hat mit sog. Social Awareness zu tun. Eine Akzeptanz für Maßnahmen kommt nur aus der Gesellschaft heraus. Beispiel. Kolumbien hat seit 2019 ein Asbestverbot. Bis 2024 sollte ein staatlicher Plan stehen, um mit dem Thema Asbestbestand umzugehen. Passiert ist natürlich nicht viel, da der Staat gerade andere Probleme hat. Hilfe kommt hier von aktivistischen Gruppen, die Kampagnen fahren, um das Thema in die Öffentlichkeit zu rücken. Klarzumachen, dass vor sich hin erodierender Asbestzementmüll in den Straßen, wo Kinder spielen, eine tickende Zeitbombe ist. Und, und, und... Wenn ich mir das Thema Social Awareness hier bei uns ansehe, da siehts in Teilen auch nicht so besonders aus. Frag mal nen Fliesenleger der alten Schule, was er davon hält, dass der alte asbesthaltige Fliesenkleber nur mit erhöhten Schutzmaßnahmen runterkommt... Dagegen stehen aber die massiven Anstrenungen staatlicher und privater Wohnungsbaugestellschaften, die mit diesem Thema wiederum vorbildlich umgehen.
+1
Mutabaruga04.12.25 11:29
Tja, es ist die Frage, was man glauben will.
Zu Glyphosat gibt es aber auch die Aussage, dass die kanzerogene Wirkung dem Hersteller schon von Anfang an bekannt war. Da braucht man nicht ein Hinterherhinken bemühen, sondern kann locker von vollumfänglichen Wissen und Vorsatz sprechen.

Man kann sich von den Tannennadeln des Weihnachtsbaums gut ernähren, aber nicht, wenn die Nordmanntanne - wie inzwischen üblich - Glyphosat enthält. Da muss es dann ein Bio-Tannenbaum sein. Anscheinend hinkt hier immer noch etwas.
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