Einschätzungen und Kommentare zu Apples sensationellen Quartalsergebnissen


Apple hat mit den jüngsten Quartalszahlen die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen – wenngleich man hier einwerfen kann, dass die Ergebnisse regelmäßig oberhalb der Prognosen liegen und es sich damit eher um den Normalfall handelt. Einen Überblick zu den konkreten Daten samt Aufschlüsselung nach Sparten finden Sie in diesem
Artikel von vergangenem Donnerstag. Wie üblich haben sich inzwischen namhafte Marktexperten zu Wort
gemeldet und ihre Beurteilung abgegeben. Gelobt werden vor allem die starke iPhone-Nachfrage, eine spürbare Erholung in China sowie weiterhin robuste Margen trotz der aktuellen Marktsituation.
2,5 Milliarden aktive GeräteBank of America verweist auf Apples installierte Basis von mehr als 2,5 Milliarden aktiven Geräten. Das gehe zwar nicht mit jährlichen Rekordverkäufen einher, schaffe aber einen ausgesprochen gesunden Sockel für Hardware-Upgrades sowie zusätzliche Umsätze mit Diensten. Als nächste große Chance für überdurchschnittlichen Umsteigewillen sieht man die neue Siri-Generation sowie Apple Intelligence an – vor allem dann, wenn ältere Geräte davon nicht mehr Gebrauch machen können.
iPhone-Zuwachs bemerkenswertLaut Gene Munster habe sich das iPhone-Wachstum von niedrigen einstelligen Raten auf deutlich zweistellige Werte beschleunigt, wenngleich das nicht dauerhaft zu halten sei und mit der hohen Nachfrage nach dem iPhone 17 zusammenhänge. Evercore hebt das breite Wachstum über Produkte und Regionen hinweg hervor. Besonders China mit fast 30 Prozent Zuwachs sei angesichts der Schwächephase der letzten beiden Jahre bemerkenswert.
Marge weiterhin überraschend hochJPMorgan hebt vor allem Apples Margenstärke hervor. Trotz der Sorgen um Speicherpreise und Komponentenverfügbarkeit habe Apple die Erwartungen bei der Bruttomarge übertroffen. Gründe seien Preissetzungsmacht, ein günstiger Produktmix und der hohe Anteil margenstarker Services – wenngleich die wirklich schwierige Zeit erst noch bevorstehe. Bekanntlich laufen zahlreiche Lieferverträge in diesem Jahr aus und Apple hat wesentlich weniger Möglichkeiten als früher, die Konditionen zu diktieren.
Doch Sorgen bezüglich zukünftiger Chancen – und KI-NebenwirkungenInvesting.com äußert sich etwas vorsichtiger und nennt das Quartal zwar stark, aber nicht transformativ. Apple bestätige damit den gesunden aktuellen Produktzyklus, vor allem bei iPhone und China, ändere aber nichts an der grundsätzlichen Wachstumsfrage. Apple-Dienste stützen zwar die Marge, doch Apple bleibe weiterhin stark von Hardwarezyklen abhängig. Zudem sei offen, ob höhere Ausgaben für KI und Forschung in den kommenden Jahren zu einer größeren Umsatzchance führen – und was irgendwann Apples "Next Big Thing" sein könnte, um weniger abhängig vom iPhone zu sein. Needham stimmt ähnliche Töne an. KI sei weniger als Apples Chance, sondern als Lieferkettenrisiko zu bewerten. Kosten erhöhen sich, Preise steigen – und angesichts der Verknappung verzögern sich Produkte.