
Mac-Praxis: Geschwindigkeit von macOS in Virtuellen Maschinen


Mit Virtualisierung lassen sich viele Arbeitsabläufe vereinfachen: Was früher zusätzliche Hardware benötigte, lässt sich in einem Fenster erledigen. Ganz gleich, ob man Beta-Versionen testen, Bildschirmfotos älterer macOS-Versionen anfertigen oder eine sichere Testumgebung für potenzielle Schadsoftware aufsetzen will – eine Virtuelle Maschine (VM) ist schnell aufgesetzt, noch schneller gestartet und ebenso schnell wieder beendet. Apple hat dafür die entsprechenden
Frameworks in macOS integriert. Doch wie sehr bremst das nötige Drumherum die Leistung innerhalb der VM? Howard Oakley hat
nachgemessen und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.
Zu diesem Zweck nutzte Oakley einen Mac mini mit M4-Pro-Chip, welcher mit 10 Leistungs- und 4 Effizienzkernen ausgestattet ist. Zudem ist dieser mit 48 GByte RAM und 2 TByte interner SSD üppig ausgestattet – eine Knappheit an Arbeits- oder Festspeicherplatz wird die Messung also nicht verfälschen. Auf dieser Hardware führte Oakley Tests des Anbieters
Geekbench durch – er verwendete die aktuelle Version 6.7.1. Die insgesamt sechs Tests wiederholte er dann in einer Virtuellen Maschine mit derselben Systemversion.
Die Leistung von macOS in einer VM ist nur in wenigen Bereichen geringer. (Quelle der Messwerte:
eclecticlight.co)
Einzelkern- und GPU-Leistung identischIn seinen Messungen stellte Oakley nahezu dieselben Werte bei Berechnungen fest, welche nur einen Prozessorkern beanspruchen; auch die Leistung der GPU-Kerne steht in einer VM nahezu uneingeschränkt zur Verfügung. Bei Multikern-CPU-Tests zieht ein virtualisiertes macOS erwartungsgemäß den Kürzeren, da hier nur eine Teilmenge an (Leistungs-)Kernen bereitsteht. KI-Berechnungen via CoreML waren am stärksten beeinträchtigt.
Auch auf MacBook Neo?In einer weiteren Testreihe versuchte Oakley herauszufinden, was die Minimalanforderungen für VMs sind. Er konnte die zugewiesene Hardware auf 2 CPU-Kerne und 4 GByte RAM reduzieren, ohne dass sich unter macOS im Normalbetrieb Geschwindigkeitseinbußen zeigten. Darum hält er den Betrieb einer macOS-VM auch auf einem MacBook Neo für durchaus möglich. Die einzige Einschränkung liegt im Festspeicherbedarf: Weniger als 50 bis 60 GByte sollte man nicht für eine VM veranschlagen, da sie sich sonst nicht mehr aktualisieren lässt. Dank Apples Sparse-Image-Format nehmen diese aber im Allgemeinen deutlich weniger Speicherplatz ein. Beim Neo ist dies umso entscheidender, da die Geräte keine schnellen Thunderbolt-Anschlüsse für externe SSDs aufweisen.