Vaporware? Das "Trump Phone" wird den Smartphone-Markt wohl sicher nicht aufmischen


Es sollte ein klarer Beleg dafür sein, dass man entgegen der Aussagen namhafter Smartphone-Hersteller wie Apple sehr wohl hochwertige, dennoch preisgünstige Elektronik in den USA entwickeln und fertigen kann. Das "Trump Phone" mit Bezeichnung "T1" wurde vor rund einem Jahr lautstark angekündigt, als "Proudly Designed & made in the USA" beworben – wenngleich sich sehr bald Unsinnigkeiten herausstellten. So handelt es sich um ein Gerät, welches weitgehend aus China stammt, nämlich um ein umetikettiertes Revvl 7 Pro des chinesischen Herstellers Wingtech. Das ursprüngliche Versprechen der US-Herkunft musste man nach weniger als zwei Wochen von den Webseiten streichen, dies zugunsten von schwammigen Umschreibungen, dass "amerikanische Hände es zum Leben erwecken".
Hunderttausende Vorbesteller sind ihre Anzahlung los...Ein Jahr später gibt es keinerlei Hinweise, dass jenes Gerät überhaupt auf den Markt kommt. Obwohl dies von Anfang an als höchst fraglich galt, entschlossen sich dennoch rund
590.000 Kunden zu einer Vorbestellung und zahlten die geforderten 100 Dollar an. Weder machen die Produktseiten Angaben zu einem bevorstehenden Verkaufsstart, noch findet man entsprechende regulatorische Dokumente. Ein Unternehmensvertreter verwies damals unter anderem auf Verzögerungen aufgrund des Regierungs-Shutdowns – allerdings wirkte das mehr als schräg, denn warum ein privatwirtschaftliches Hardwareprodukt von einer Ausgabensperre des Staates betroffen sein soll, bleibt unklar.
...mit unklarem FortgangBesonders kurios ist noch ein weiterer Punkt, denn was mit den Anzahlungen in einer Gesamthöhe von 59 Millionen Dollar passiert, bleibt unklar. Den aktualisierten Geschäftsbedingungen
zufolge sind die 100 Dollar pro Bestellung kein Kaufvertrag, reservieren keine Ware und garantieren nicht, dass überhaupt ein Gerät produziert oder verfügbar gemacht werde. Zudem übernimmt Trump Mobile keine Garantie für Veröffentlichung, Auslieferungszeitpunkt oder sogar Netzkompatibilität, Spezifikationen und Leistung.
Dazu kommt: Eine automatische Rückzahlung ist nur vorgesehen, wenn Trump Mobile das T1 vollständig aufgibt oder storniert. Wenn das Projekt aber einfach jahrelang in der Schwebe bleibt, stehen Kunden vor ungünstigen Voraussetzungen und müssen sich aktiv um Rückforderungen bemühen. Sollte doch ein T1 erscheinen, besteht jedoch keine Kaufverpflichtung, denn die aktualisierten AGB gelten natürlich für beide Seiten.
Die FTC schweigt und nimmt sich Beschwerden wohl nicht anPolitisch hat der Vorgang bereits Aufmerksamkeit erregt. Senatorin Elizabeth Warren und weitere demokratische Abgeordnete wandten sich im Januar 2026 an die Federal Trade Commission und forderten eine Prüfung irreführender Marketingpraktiken. In einem
Schreiben verwiesen sie auf das frühere "Made in the US"-Versprechen, die 100-Dollar-Anzahlungen und die ausbleibende Auslieferung. Die von einem engen Trump-Vertrauten geleitete Behörde reagierte jedoch bis dato nicht.