Ehemaliger NSA-Chef gegen Hintertüren, aber für Ermittlungshilfe

Mit Michael Hayden hat sich im Verschlüsselungsstreit zwischen Apple und dem FBI nun auch ein ehemaliger NSA-Chef zu Wort gemeldet. Er nimmt in der Angelegenheit überraschend eine Mittelposition ein und spricht sich grundsätzlich gegen Hintertüren in elektronischen Geräten aus, wie sie von einigen Senatoren gefordert werden. Hayden sieht darin einen größeren Schaden als Nutzen für die Sicherheit der US-Bürger, weil sich solche Hintertüren auch von anderen Organisationen ausnutzen ließen. Im konkreten Fall allerdings schlägt er sich dann doch auf die Seite des FBI.
Apple wurde von einem Gericht verurteilt, dem FBI im Fall eines iPhone 5c islamistischer Terroristen die Möglichkeit einzuräumen, beliebig viele Versuche beim Erraten des Kennwortes durchzuführen. Hier können Nutzer nämlich bislang ein Limit von 10 Versuchen festlegen, bei dessen Erreichen das Gerät sich zurücksetzt und alle Daten löscht. Apple verweigert sich der Aufhebung des Limits, weil die entsprechende Technik von den Sicherheitsbehörden dazu verwendet werden kann, an die iPhone-Daten beliebiger Geräte zu gelangen. Für den vorliegenden Fall sieht Hayden Apple jedoch in der Pflicht, einen Lösungsweg zu finden.

Unterstützung erfährt Apple in der Angelegenheit von vielen anderen IT-Unternehmen, wie beispielsweise Facebook, Google oder Microsoft. Allgemein befürchten die Unternehmen mit erheblichen Umsatzeinbrüchen, wenn US-Unternehmen verpflichtet werden sollten, Möglichkeiten der außerplanmäßigen Entschlüsselung in ihre Produkte einzubauen.

Aktualisierung:
Gegenüber der Financial Times übernimmt Microsoft-Mitbegründer Bill Gates die Argumentation des ehemaligen FBI-Chef und sieht Apple in der Pflicht, im konkreten Fall einen Lösungsweg zur Erleichterung der Ermittlungen zu finden.

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Kommentare

zacwinter23.02.16 09:34
Also wie jetzt? Er spricht sich gegen Hintertüren aus, aber in diesem konkreten Fall schlägt er sich auf die Seite des FBIs, welche ja genau dies fordert! Das Kommentar vom ehem. NSA Chef hätte er sich auch sparen können, denn er hat keine klare Aussage getroffen. Es ist ein leichtes, sich in die Mitte zu stellen und neutral zu sein.

Ich interpretiere "Hintertür" für mich so, dass es prinzipiell möglich gemacht wird, auf die Daten zugreifen zu können (durch welche Technik auch immer)
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Grolox23.02.16 09:56
Eigentlich will er sagen ...
na klar wollen wir die Daten von jedem Handy ,
nur nicht von meinem.
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nane
nane23.02.16 10:31
Bill Gates sieht die Sache natürlich grundsätzlich anders. Er hätte sofort eine Hintertür in seine SW eingebaut, diese in einer Starter, Basic, Premium, Pro, Ultimate und Enterprise Version für "interessierte" gegen eine Nutzungsgebühr je nach Version ab 99 Cent pro Zugriff zur Verfügung gestellt. Für Behörden und Unternehmen gäbe es natürlich Volume-Zugriffs-Lizenzen auf Anfrage. In ein paar Jahren würde diese Geschäftssparte wohl ein Drittel zum Gesamtumsatz des MS Konzerns beitragen. Bill Gates ist halt ein Visionär mit Sinn fürs Geschäft

Klaro geht das für Apple noch nicht. JI hätte mit dem Design des "Zugangs" der Hintertüre grosse Probleme und wäre wohl nie mit der Optik zufrieden. Man könnte die Hintertüre nur von einem Apple Gerät aus in Verbindung mit einer AppleWatch und einem AirPort nützen, müsste sich dafür über den AppStore einloggen und benötigt dazu ein Zertifikat von einem Apple Store. Mit neuen Hardware und OSX/iOS Updates sind diese Zugänge nicht mehr nutzbar und man muss sich einen Hintertür Adapter für 29,90 kaufen. Volumenlizenzen für Behörden und Konzerne sind nicht vorgesehen. Dafür kann man die eingesehenen Daten einfach über Facebook, Twitter und Pinterest teilen (sharen). Phil Schiller, nennt die Apple Hintertüre die beste und schönste Hintertüre überhaupt, er führt weiter aus, dass die Apple Hintertüre der Beginn einer ganz neuen Sicht und Nutzbarkeit von Hintertüren sein wird
Das Leben ist ein langer Traum an dessen Ende kein Wecker klingelt.
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jensche23.02.16 10:37


Microsoft hat schon den vollen zugriff für die Behörden in Ihrer Business cloud... viel apss.
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yehtfs
yehtfs23.02.16 10:43
erhebliche Umsatzeinbrüche?
Welche Alternativen zu Smart Phones stehen denn zur Verfügung?
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MacRudi23.02.16 11:24
nane
Grandios. Hintertür nicht als Makel, sondern als neue Killer-App (Killer-Feature für Killer)
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