Diskussionen um Apple-Werbung per Push-Nachrichten

Angeblich entstand die Idee vor knapp drei Jahren, als die iPhone-Verkaufszahlen zu schwächeln drohten: Warum nicht allen Nutzern eine Push-Nachricht senden und auf diese Weise Werbung für Hardware machen? Hätte ein anderer Hersteller als Apple jenen Vorschlag in die Tat umgesetzt, so wäre es zu Konsequenzen gekommen – die Richtlinien verboten damals Push-Werbung nämlich explizit. So sorgte es auch für einige Kritik, dass sich Apple noch mehrmals das Recht herausnahm, einen Werbekanal zu nutzen, der anderen versperrt bleibt. Seit letztem Jahr ist es zumindest möglich, den Nutzer um Einwilligung zu bitten und nach erfolgtem Opt-In entsprechende Nachrichten zu verwenden – sofern man auch einen Opt-Out anbietet.


Apple feiert Abschneiden bei Emmy-Nominierungen
Nun gibt es erneut einige Kritik, dass Apple ungefragt Werbung per Push verschickt. Auch ohne ausdrücklichen Nutzerwunsch läuft derzeit nämlich eine Push-Werbekampagne für Apple TV+, in der sich Cupertino unter anderem bezüglich des Abschneidens von Ted Lasso sowie des generellen Angebots von Apple TV+ rühmt. In der TV-App lassen sich ohnehin schon zahlreiche große Banner finden, allerdings setzt Apple zusätzlich noch den Push-Kanal ein.


Diesmal allerdings per App – und deaktivierbar
Anders als im Falle früherer iPhone-Werbekampagnen gibt es aber einen Unterschied: In der TV-App lassen sich nämlich derlei Nachrichten deaktivieren. Apple ermöglicht sogar feingranulare Einstellungen, um beispielsweise lediglich über wichtige Geschehnisse einzelner Kategorien informiert zu werden. Außerdem stammen die Notifikationen diesmal von einer App, die Anwender installiert haben müssen. Bei aller berechtigten Kritik am früheren Vorgehen, verschiedene Produkte (einst sogar Amazon Echo!) per systemweiter Push-Nachricht anzupreisen, gehen diesmal die Vorwürfe etwas zu weit.

Apple wird intensiv beobachtet
Dennoch sollte Apple sehr vorsichtig vorgehen, denn angesichts der scharfen Beobachtung durch Wettbewerbshüter birgt jede noch so kleine Ungleichbehandlung von Drittanbietern Konfliktpotenzial. Ob "Apple+ erhält 34 Echo-Nominierungen" nämlich unzulässige Werbung oder relevante Information für Abonnenten ist, lässt sich unterschiedlich auslegen. Wie aber bereits erwähnt, hält sich Apple diesmal (weitgehend...) an die eigenen Bestimmungen – zumal auch Netflix und andere Videoportale munter über wichtige Entwicklungen informieren dürfen.

Kommentare

jstsk19.07.21 14:16
Seit letztem Jahr ist es zumindest möglich, den Nutzer um Einwilligung zu bitten und nach erfolgtem Opt-In entsprechende Nachrichten zu verwenden – sofern man auch einen Opt-Out anbietet.
Davon habe ich noch nichts mitbekommen. Ich bleibe größtenteils von Pushwerbung verschont. Prominente Ausnahme ist eBay und eBay Kleinanzeigen, die mir immer wieder mal (ca. alle 1/4 Jahre) Nachrichten schicken, dass ich doch tolle Angebote entdecken könne. Das Nervt und lässt sich nicht abdrehen ohne gänzlich auf Push Notifications aus diesen Apps zu verzichten.
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