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Betrug beim Streaming: Apple Music verdoppelt Strafen

Musikkonsum findet heutzutage hauptsächlich über Streaming statt, und diese lassen sich sehr gut quantifizieren. Darum spielen die Wiedergabezahlen auf Streaming-Diensten eine immer größere Rolle bei Chart-Platzierungen, Konzertgagen und letztendlich auch direkten Einnahmen von Musikern. Da mag es für manche verlockend erscheinen, die Wiedergabezahlen künstlich nach oben zu treiben, um Einnahmen oder Sichtbarkeit zu steigern. Apple Music geht seit 2022 intensiv dagegen vor und verdoppelt nun die Strafen.


In einem Interview beschreibt Apple-Music-Chef Oliver Schusser, wie der Konzern dabei vorgeht. Mit nicht näher genannten Methoden identifiziert Apple fortlaufend unechtes Streaming über Apple Music. Allein im Jahr 2025 umfasste dies 2 Milliarden Streams. Für diese werde zunächst die Auszahlung der Tantiemen unterbunden. Laut Branchen-Insidern wären dafür 17 Millionen US-Dollar ausgezahlt worden.

Apple bekommt nichts
Zusätzlich versieht Apple Music diese falschen Streams mit einer Strafgebühr, welche von legitimen Streaming-Tantiemen abgezogen wird. Diese lag bisher zwischen 5 und 25 Prozent. Fortan beträgt die Strafe mindestens zehn Prozent und kann bis auf die Hälfte des vorgetäuschten Umsatzes anwachsen. Die Strafgebühren steckt sich nicht der Streaming-Anbieter selbst in die Tasche, sondern führt sie dem Topf zu, welcher an Musiker ausgeschüttet wird. Somit bestraft man Betrüger und belohnt im gleichen Maße ehrliche Anbieter. Schusser betont, dass Apple Music es geschafft habe, das Ausmaß an betrügerischen Streams auf der eigenen Plattform weitestmöglich zu begrenzen.

Niedrige Gesamtzahl
Insgesamt mache die Menge illegitimer Wiedergaben einen Anteil von maximal einem halben Prozent der Gesamtmenge aus. Sie weiter zu reduzieren, sei das Ziel der erhöhten Strafgebühren. Er mache sich allerdings keine Hoffnung, dass Betrug jemals komplett verhindert werden könne. Zudem sehe er einen strukturellen Vorteil darin, dass Apple nicht zu 100 Prozent auf Algorithmen setze – durch redaktionelle Zusammenstellungen von Wiedergabelisten sei man vor Manipulation besser geschützt. Im weiteren Verlauf des Gesprächs zeigt sich der Apple-Music-Manager begeistert davon, dass Bad Bunny bei der Superbowl-Halbzeit-Show auftrat – Apple Music ist seit vier Jahren Sponsor der musikalischen Darbietung während des NFL-Finales.

Kommentare

Lavalampa13.02.26 08:43
Wenn die Strafe nur die Hälfte der Einnahmen ausmacht, dann lohnt es sich also weiterhin Streams zu faken…
-4
MetallSnake
MetallSnake13.02.26 08:49
Die Hälfte der vorgetäuschten Einnahmen. Wenn man also 1000 Streams vortäuscht, aber nur 10 echte hat. Dann zahlt man Strafe für 500 Streams, was wesentlich mehr ist als man einnimmt.
https://www.mactechnews.de/news/article/S-187416.html#newscomment1621890 Was ist mein Fehler? ('Nicht richtig gelesen. Setzen, sechs.')
+1
eiq
eiq13.02.26 08:53
Wenn ich also falsche Streams von fremder Musik generiere, werden dem Anderen die Einnahmen gekürzt? Interessantes Konzept.
+1
Nebula13.02.26 08:54
MetallSnake
Die Hälfte der vorgetäuschten Einnahmen. Wenn man also 1000 Streams vortäuscht, aber nur 10 echte hat. Dann zahlt man Strafe für 500 Streams, was wesentlich mehr ist als man einnimmt.
Kannst du mal deine Rechnung aufschlüsseln? Ich verstehe es nämlich auch so, dass sich die Gebühr nach den Tantiemen richtet. Habe ich 1000 € illegal eingenommen, muss ich 500 € Strafe zahlen. Evtl. hat MTN das aber auch falsch wiedergegeben.
+2
Nebula13.02.26 08:56
eiq
Wenn ich also falsche Streams von fremder Musik generiere, werden dem die Einnahmen gekürzt? Interessantes Konzept.
Ja, das ganze Streaming-Modell (oder gar de Kapitalismus?) ist quasi ein Anreiz für Missbrauch. Den bekommt man da auch nicht raus.
+3
MetallSnake
MetallSnake13.02.26 09:03
Nebula
MetallSnake
Die Hälfte der vorgetäuschten Einnahmen. Wenn man also 1000 Streams vortäuscht, aber nur 10 echte hat. Dann zahlt man Strafe für 500 Streams, was wesentlich mehr ist als man einnimmt.
Kannst du mal deine Rechnung aufschlüsseln? Ich verstehe es nämlich auch so, dass sich die Gebühr nach den Tantiemen richtet. Habe ich 1000 € illegal eingenommen, muss ich 500 € Strafe zahlen. Evtl. hat MTN das aber auch falsch wiedergegeben.

Du bekommst die illegalen 1000€ nicht (bzw. musst sie zurückzahlen) und obendrauf gibt es die Strafe von 500€.
https://www.mactechnews.de/news/article/S-187416.html#newscomment1621890 Was ist mein Fehler? ('Nicht richtig gelesen. Setzen, sechs.')
+10
KoGro13.02.26 09:22
Für diese werde zunächst die Auszahlung der Tantiemen unterbunden.
[…]
Zusätzlich versieht Apple Music diese falschen Streams mit einer Strafgebühr, welche von legitimen Streaming-Tantiemen abgezogen wird.

Also wie hätte MTN das deiner Meinung nach denn noch klarer wiedergeben sollen?? 🤷
Nebula
MetallSnake
Die Hälfte der vorgetäuschten Einnahmen. Wenn man also 1000 Streams vortäuscht, aber nur 10 echte hat. Dann zahlt man Strafe für 500 Streams, was wesentlich mehr ist als man einnimmt.
Kannst du mal deine Rechnung aufschlüsseln? Ich verstehe es nämlich auch so, dass sich die Gebühr nach den Tantiemen richtet. Habe ich 1000 € illegal eingenommen, muss ich 500 € Strafe zahlen. Evtl. hat MTN das aber auch falsch wiedergegeben.
+5
Nebula13.02.26 11:35
KoGro
Also wie hätte MTN das deiner Meinung nach denn noch klarer wiedergeben sollen?? 🤷
So wie MetallSnake. "Zunächst unterbunden" kann auch bedeuten, dass die Ausschüttung dann unterbrochen wurde, als die illegalen Machenschaften aufflogen. Von einer kompletten und rückwirkenden Zurückzahlung aller illegalen Streams ist nicht explizit die Rede.
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