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iPad als Notizblock?

lautsprecher10.02.2622:25
Moin,

ich muss demnächst relativ viel mit der Hand notieren und denke darüber nach, das Ganze direkt digital zu erfassen. Dabei ist mir das Remarkable 2 aufgefallen und ich frage mich, ob ein iPad mit Stift nicht ebenfalls als digitales Notizbuch herhalten kann.

Hat jemand von euch einen Vergleich und kann mir etwas empfehlen?
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Kommentare

AugustP11.02.2608:41
Das hängt, denke ich, sehr davon ab, was dein Use-case ist. Hier meine eigenen, ganz persönlichen Eindrücke:

Ich habe längere Zeit Notizen mit dem iPad mini (bei mir noch 5. Gen., Apple Pencil 1. Gen.) gemacht. Letztlich bin ich komplett davon weg zu einem Notizbuch mit Druckbleistift, das ich, wenn es voll ist, einmal abfotografiere (scanne) und als PDF speichere. Mein Eindruck: so habe ich das beste aus beiden Welten für meinen Use-case.

Meine Notizen sind im Wesentlichen: 1. Gesprächsnotizen. Sie dienen mir dazu, das Gespräch selbst strukturiert zu führen (vorher aufschreiben, was ich selbst kommunizieren will, Agenda überlegen, etc.) am Ende die Ergebnisse zu dokumentieren (und mich dadurch auch zu zwingen, explizit die Ergebnisse des Gesprächs zu benennen) und dann später darauf zurückgreifen zu können was gesagt wurde. Ich finde das sehr viel angenehmer als Tippen – das ipad/Notizbuch trennt mich wesentlich weniger von meinem Gegenüber. 2. Forschungsnotizen, die ich an Texte anfüge, die ich gelesen habe und von denen ich mir wesentliches merken will und die ich dann zu digitalen Notizen weiterverarbeite. Das ist bewusster Mehraufwand, weil mit der Hand Geschriebenes und mehrfach neu geschriebenes einfach besser behalten werden kann – merke ich bei mir und ist auch mehrfach und robust in der Lerntheorie gezeigt worden.

Beides lässt sich mit iPad gut machen. Aber: die Funktionen und der Bildschirm lenken mich doch mehr ab als Papier. Auch hier zeigt sich der Eindruck durch die Lernforschung bestätigt (Stichwort „Screen Deficit“). Auch finde ich mich in endlos-scroll-Notizen einfach nicht so intuitiv zurecht wie in einem klassischen Notizbuch, das haptisch und optisch mehr Orientierung bietet. Zuletzt: Die Lesbarkeit meiner Handschrift ist, naja, verbesserungsfähig. Auf dem iPad fällt mir das noch schwerer und oft genug muss ich mehr kognitiven Aufwand treiben, dass das ordentlich ist, als auf Papier – und damit lenkt das iPad wieder mehr vom Gespräch/Inhalt ab.

Mehrwert auf dem iPad ist: Volltextsuche ist besser, weil in der Handschrift von auf dem iPad Geschriebenen mehr Informationen stecken. Ganz darauf verlassen kann man sich auf die Suche aber letztlich nicht, man braucht also doch ein weiteres Orga-System. Bei meinen Forschungsnotizen ist es der Text/das Projekt, an dem ich arbeite, bei den Gesprächsnotizen ist das bei mir letztlich immer das Datum – ich weiß in der Regel mit wem ich das besprochen habe und schau dann einfach im elektronischen Kalender, welche Daten in Frage kommen. Weil die alten Notizbücher als PDF vorliegen und ich mein neues fast immer dabei habe, ist ein für mich funktional.
Bei den Forschungsnotizen nutze ich die „Ineffizienz“, dass ich Inhalte nochmal abtippen muss, wenn ich es in die dauerhaften Notizen überführen möchte (Zettelkastensystem), um mir die Sachen nochmal neu anzueignen und vom Exzerpt auch direkt in etwas zu überführen, was ich möglichst direkt in meinen eigenen Texten nutzen kann.

Man kommt mit dem iPad insgesamt sehr weit und ich nutze das iPad weiterhin für viele Sachen in meiner Arbeit. Ich finde, das würde so auch gut funktionieren und ich käme damit klar. Aber letztlich bringt in meinem Fall, so mein aktueller Eindruck, die Papiervariante insgesamt mehr für mich.

Leider kommt man um solche etwas detaillierteren Selbstbeobachtungen bei diesen Fragen heute nicht mehr recht herum, wenn man nicht einfach sagen möchte: aber digital ist besser. Eine einfache Antwort für alle Menschen über alle ihre Use-cases hinweg funktionieren letztlich nicht.

Sorry für den langen Text, vielleicht helfen die Überlegungen.
+18
weasel11.02.2609:05
Ich kann dem nur zustimmen. Bei mir ist es mittlerweile genauso. Zudem ist meine Handschrift so fürchterlich, dass sie wohl durch keinen Rechner der Welt erkannt werden könnte. Damit erübrigt sich dann auch der Vorteil der Durchsuchbarkeit.

Ich empfinde es auch angenehmer mit Füller zu schreiben.

Aber der ganz große Vorteil für mich ist, dass ich beim anschließenden Abtippen nochmals reflektieren kann.
+4
Peanuts
Peanuts11.02.2609:35
Interessant, mich beschäftigt das Thema auch zur Zeit. Habe mir auch schon das Remarkable 2 angesehen. Ein Kollege hat ein älteres Modell und ist damit sehr zufrieden.

Ich habe es auch schon mit einem iPad versucht, aber das war nicht so erfolgreich. Da ist einfach zu viel was ablenkt und das Schreiben auf dem Bildschirm war haptisch zu weit weg vom Papier.

Im Moment bin ich wieder bei Papier und Bleistift, aber das Abtippen ist mir zu viel doppelte Arbeit. Zudem habe ich auch immer wieder Skizzen dazwischen. Scannen wäre vielleicht noch eine Alternative.
+2
penumbra11.02.2609:55
ich mache mir v.a. Notizen bei Vorträgen.
Dafür verwende ich Goodnotes auf dem iPad. Da kann ich dann auch mal schnell ein Foto einer Vortragsfolie machen und direkt einfügen.
Funktioniert für mich ganz gut.
„enjoy life in full trains“
+3
adiga
adiga11.02.2610:03
Ich habe viel mein iPad benutzt, zuerst mit Nebo, mittlerweile mit Goodnotes. Funktioniert für mich besser als mit einem Notebook, da ich auch auf die Schnelle eine Skizze erstellen kann, was mit einem Notebook ohne Touchscreen sehr mühsam ist.

Wenn man schon ein iPad hat, würde ich jedem empfehlen den Stift zu holen und so zu dokumentieren, wenn man es gerne handschriftlich hätte. Für Tastaturvirtuosen rate ich dann eher zu einem Notebook oder, falls vorhanden, iPad mit Tastatur.
+1
lautsprecher11.02.2610:04
Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten. Eure Erfahrungen helfen mir sehr weiter.
+2
AugustP11.02.2610:13
Peanuts
Im Moment bin ich wieder bei Papier und Bleistift, aber das Abtippen ist mir zu viel doppelte Arbeit.

Absolut, ich mache das auch nur bei Texten, bei denen ich den Mehrwert darin sehe, den Inhalt mehrfach in Worte zu fassen. Der Aufwand sorgt auch dafür, dass ich nicht zu viel in meine Forschungs-Notizen überführe. Hatte früher das Problem, dass ich dann ganze Passagen zitiere, weil es ja einfach copy-paste ist und dann eben sehr unübersichtlich wird.

Für meine Gesprächsnotizen bringt das zu wenig Mehrwert.
+1
xcomma11.02.2610:14
Hier auch noch ein Diskussionsfaden von Ende letzten Jahres zum Thema:

Bzgl. Remarkable: an diejenigen, die es haben: kann man es vernünftig benutzen auch ohne die Abo-Bindung, die für einige Funktionen benötigt wird?

Ansonsten kann ich weiterhin für mich unterschreiben (nach mehrjährigem Einsatz von iPad + Pencil): ich würde definitiv heutzutage zu etwas greifen, was ein natürlicheres Schreibgefühl vermittelt, keine klassische "Bildschirm-Leuchte" darstellt (daher e-ink), und schwarz/weiss würde in 99% der Fälle auch völlig ausreichen.
Klar geht es irgendwie auch mit dem iPad Setup, aber ich empfinde es nicht als eine angenehme Experience.
+2
PythagorasTraining
PythagorasTraining11.02.2611:00
Ein Minuspunkt ist mir beim Remarkable aufgefallen:
Man kann nicht gleichzeitig mit mehreren Personen am selben Dokument arbeiten. Also für online Arbeit, wenn die Personen gleichzeitig schreiben wollen funktioniert das Remarkable nicht. Die Bildschirmfreigabe ist hier keine Alternative.
Für mich ist das leider ein Ausschlusskriterium*. Wer aber nur Notitzen für sich selber braucht und diese erst später teilen will, für den mag das ok sein.

Toll finde ich, dass man das Remarkable 50 Tage testen kann.


* Da ich hauptsächlich mit Schülern und geteilten Dateien in Goodnotes arbeite. Ich muss auch in jedem Dokument Arbeitsblätter oder sonstige PDFs einfügen. Arbeite seit dem ersten iPad 2010 mit Goodnotes (gefühlt bisher 25.000 Seiten geschrieben) und habe eine Folie auf den Display. Für mich ist RockPaper mit der extra dünnen Spitze da das beste Produkt.
„a² + b² = c² ist nicht der Satz des Pythagoras!“
+3
Stefanie Ramroth11.02.2621:45
Ich habe die Displex Papersense Folie auf dem iPad. Seitdem empfinde ich das Arbeiten mit dem Pencil viel angenehmer.
Schreiben auf dem Display ohne eine Folie mit einer papierähnlichen Oberfläche geht für mich gar nicht.
+1
Gammarus_Pulex
Gammarus_Pulex11.02.2622:18
Für ein angenehmeres Stiftgefühl kann ich auch die Paperlike 3 Folie empfehlen.
+1

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