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Bericht: iTunes und der Kauf von Musik noch überraschend beliebt

iTunes zählte einst zu den wichtigsten Apps auf dem iPhone. Inzwischen sieht die Lage anders aus: Etliche Inhalte sind in andere Apps abgewandert. Wer etwa Serien und Filme bei Apple kaufen möchte, muss dies in der TV-Anwendung tun. Allen Unkenrufen zum Trotz läutete das Musikstreaming jedoch nicht das Ende von iTunes ein: Nach wie vor scheint es viele traditionelle Käufer von Songs und Alben zu geben. Cupertino rückt zwar Apple Music in den Vordergrund, nimmt sich aber auch der iTunes-Nutzer an – wenngleich die App mittlerweile recht angestaubt wirkt.


Die Mehrheit der iTunes-Nutzer verzichtet auf Apple Music
Die iTunes-App auf dem iPhone stellt eine Reminiszenz an vergangene Tage dar: Die Aufmachung der Benutzeroberfläche hat sich in den vergangenen Jahren nicht mehr weiterentwickelt, von Liquid Glass und so manch abgerundeten Designelementen fehlt daher jede Spur. Apple behandelt die Software zwar recht stiefmütterlich, ist sich aber des Marktpotenzials von iTunes durchaus bewusst: Laut des von Ashley Carman veröffentlichten Soundbite-Newsletters auf Bloomberg ködert das Unternehmen nicht bloß Kunden für Apple Music mit kostenlosen Testphasen, sondern bewirbt auch iTunes bei seinen Branchenpartnern. Über 80 Prozent der iTunes-Nutzer hätten kein Abonnement für Apple Music abgeschlossen. Es handle sich daher um eine durchaus relevante Zielgruppe, die es zu erreichen gelte – vor allem in der ersten Woche nach der Veröffentlichung eines neuen Albums.

In die Jahre gekommen: iTunes Store auf dem iPhone

Käufer im iTunes Store auch an aktueller Musik interessiert
Ein Sprecher von Apple teilte Carman mit, dass die Hälfte der iTunes-Kunden erst in den letzten zehn Jahren damit begonnen habe, Songs auf der Plattform zu kaufen. Streaming scheint für diese Nutzer nicht unbedingt von Belang zu sein, zumindest nicht Apple Music: Der Marktstart der Streaming-Plattform erfolgte im Jahr 2015. Regen Zulauf finden nicht nur Klassiker der Musikgeschichte: Wie Apple bekanntgibt, sind fast 50 Prozent der 10.000 meistverkauften Alben in jedem Quartal Neuerscheinungen. Der iTunes Store ist übrigens auf dem Mac längst Geschichte, unter Windows kommt die App hingegen weiterhin zum Einsatz.

Kommentare

*web*wusel*03.02.26 12:13
Man kann den iTunes Store auf dem Mac immer noch verwenden. Einfach in der Musik App in die Einstellungen gehen und dort den Haken setzen.
+3
shooter364
shooter36403.02.26 12:18
Ich kaufe sowohl auf dem iPhone als auch auf dem Mac meine Musik in iTunes und verzichte gänzlich auf diese Abo‘s. Funktioniert noch alles.
+6
Frank Drebin
Frank Drebin03.02.26 12:24
Wieso kauft man sich die Musik noch? Ehrliche Frage? Ich habe gerade noch im Keller alle meine Musik CDs in einen Karton geworfen und so gedacht, was eine Geldverschwendung. So sieht es wohl auch aus mit meinen gekauften iTunes Musikstücken aus den frühen 2000ern… Apple Musik ist doch die beste Lösung, ich zahle 10Euro im Monat und kann Millionen von Musikstücken als meine Musiksammlung betrachten und so viel hören wie ich will…
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esc
esc03.02.26 12:29
Frank Drebin
Wieso kauft man sich die Musik noch? Ehrliche Frage? Ich habe gerade noch im Keller alle meine Musik CDs in einen Karton geworfen und so gedacht, was eine Geldverschwendung. So sieht es wohl auch aus mit meinen gekauften iTunes Musikstücken aus den frühen 2000ern… Apple Musik ist doch die beste Lösung, ich zahle 10Euro im Monat und kann Millionen von Musikstücken als meine Musiksammlung betrachten und so viel hören wie ich will…

Familienabo kostet halt mehr als 10€ und die Preise steigen auch ständig.
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s-cope03.02.26 12:36
Und bei den Streamern gibt es immer wieder Musik, die nicht im Streaming enthalten sind.
+1
eiq
eiq03.02.26 12:38
Frank Drebin
Apple Musik ist doch die beste Lösung, ich zahle 10Euro im Monat und kann Millionen von Musikstücken als meine Musiksammlung betrachten und so viel hören wie ich will…
Und wenn du nicht mehr bezahlst? Dann hast du jahrelang viel Geld ausgegeben, aber keine Musik mehr.
+11
L-E03.02.26 12:42
Ich schaue immer seltener rein und überlege mir andere Wege des Musikkaufs.
Der Store ist nicht nur vernachlässigt, er ist nur noch chaotisch. Ich werde den Eindruck nicht los, dass sich da keiner mehr kümmert. Mal erscheint Musik eines Interpreten, einer Band unter "Alternative", mal unter "Rock" – obwohl der Musikstil zwischen den Alben des gleichen Interpreten der gleiche ist. Unter "Neuerscheinungen" in "Alternative" werden Alben prominent ganz oben angezeigt, die inzwischen vier Jahre alt sind, während von der gleichen Band das neue Album aus 2025 gar nicht angezeigt wird. Je nach Genre heißt es mal "Neuerscheinungen", mal "Neue Musik" oder "Neue Veröffentlichungen". Was da der Unterschied sein soll, erschließt sich nicht. Sucht man in "Metal" > "Vorbestellungen" herum und scrollt weit genug nach unten, erscheinen Bravo Hits und Karneval-Party-Musk. Wählt man dann so ein Album spaßeshalber aus und schaut ganz oben in die Menüstruktur, steht da "Musik" > "Schlager" > "Verschiedene Interpreten". Was also vorher unter Metal lief, ist jetzt Schlager. Getoppt wird dieser Irrsinn durch Bibi Blocksberg, die auch unter "Metal" > "Vorbestellungen" erscheint.

Die Liste an Ungereimtheiten und Schlampereien ist unvollständig.

So geht der Irrsinn also weiter. Von der bekloppten Idee, die Bedienelemente mit der Umstellung auf Glass von oben nach unten über die Titelanzeige zu setzen, mal ganz abgesehen. Apple interessiert sich offenbar nur noch einen Dreck um den iTunes Store. Und wenn ich das Gefühl habe, einen miesen Service vorgesetzt zu bekommen, neige ich halt dazu, mich woanders umzuschauen.

Ich überlege, ob ich nicht wieder Scheiben kaufe. Blöderweise habe ich aber nur noch in einem alten MacBook ein CD/DVD-Laufwerk. Die Musik dann auf meinen Hauptrechner zu bringen, wäre also bissel umständlich.
+2
Retrax03.02.26 12:43
s-cope
Und bei den Streamern gibt es immer wieder Musik, die nicht im Streaming enthalten sind.

DAS ist leider so.
Ich denke dass Apple Music Nutzer in den USA eine völlig andere (bessere) Nutzerfahrung haben als wir in Deutschland.

In den USA sind imho alle Künstler unter 2-3 Labels versammelt welche den Abschluss von Verträgen vereinfacht, während es in Deutschland eher einem Flickenteppich gleicht. Sehr viele autonome kleine Labels,...

Das führt leider dazu, dass so mancher Künstler bei uns im Katalog fehlt.
+1
CJuser03.02.26 12:56
Ich würde mir ja wünschen, dass man bei Apple auch Musik in Lossless bzw. HighRes kaufen könnte. Für mich lohnt sich Apple Music (bisher) nur zum Teil und abonniere es deswegen nicht durchgängig.
+1
MacSquint
MacSquint03.02.26 13:23
Ich kaufe nach wie vor in iTunes und verzichte auf Streaming. Ein einziger Kauf bringt einem Künstler so viel mehr Einkommen als Streaming. Allein das finde ich schon besser und vor allem geht mein Geld wirklich an diesen Künstler und nicht wie bei Streaming in einen Topf, wo dann per Quote das Geld verteilt wird und kleine Acts in der Regel faktisch nix kriegen…
+4
Nebula
Nebula03.02.26 13:30
esc
Wieso kauft man sich die Musik noch?

Nachdem mir mehrere getestete Streamingdienstleister immer wieder in den Playlists rumgefuhrwerkt haben, bin ich zum Kaufen zurückgekehrt. Das ist echt nervig, dass man nicht mitbekommt, wenn ein Album entfernt wird, und dann allenfalls unter neuer ID erscheint. Dann fehlen die Songs plötzlich in meiner Playlist. Dafür gibt's ja viele Gründe, wie ausgelaufene oder geänderte Lizenzen.

Das ist ja auch alles nachvollziehbar. Mich stört's halt. Bei den meisten Diensten kann ich auch nicht benutzerdefinierte Tags hinterlegen und meine Musik nach selbst vergebenen (bzw. korrigierten) Genres sortieren. Mit Playllists kann man das zwar simulieren, aber da gibt's wieder das schleichende Verlustproblem.

Störend ist zudem, dass oft alte Alben fehlen (etwa Blues Project von Kid Loco). Früher fehlten sogar ganze Interpreten. Derzeit nutze ich Tidal, um Musik vor dem Kauf durchhören zu können. Da stört mich, dass gleichnamige Interpreten manchmal gemischt werden. So tauchte jüngst bei der Band Muse so ein Ballermann-Album Namens Lumina auf. WTF?

Mit der vorgefertigten Listen oder dem Autoplay kann auch selten was anfangen. Ich nutze das zwar, um Neuigkeiten zu entdecken, muss dann aber auch viel skippen. Von Apple bin ich weg, weil ich da keine Interpreten ausblenden konnte oder mir Alben vorgeschlagen wurden, die bereits in meiner Mediathek sind. Ob das besser geworden ist, weiß ich nicht.

Und schließlich ist das noch der Aspekt der Wertschätzung. Gerade kleiner Künstler verdienen beim Streaming so gut wie nichts. Deshalb bevorzuge ich auch Bandcamp, wenn ein Künstler dort vertreten ist. Leider wohne ich in einer Gegend, wo Konzerte rar gesät sind. Als ich noch in einer Großstadt lebte, habe ich viele Konzerte besucht.
»Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.« – Steve Jobs
+1
Liebestöter03.02.26 13:35
Frank Drebin
Wieso kauft man sich die Musik noch? Ehrliche Frage? Ich habe gerade noch im Keller alle meine Musik CDs in einen Karton geworfen und so gedacht, was eine Geldverschwendung. So sieht es wohl auch aus mit meinen gekauften iTunes Musikstücken aus den frühen 2000ern… Apple Musik ist doch die beste Lösung, ich zahle 10Euro im Monat und kann Millionen von Musikstücken als meine Musiksammlung betrachten und so viel hören wie ich will…
Meine Bestands CDs sind zusammen mit den DVDs im Regal, zumindest die DVD/BR werden auch wieder mehr.
Vieles von dem was ich auf CD habe gibt es im Streaming gar nicht. Gleiches gilt für Filme und Serien. Dort kommt hinzu das ich nicht jeden Streamer abonnieren will und damit selbst nicht immer an das rankomme was es als Stream gäbe, dann kommen wieder physikalische Datenträger ins Spiel.

Ich habe zu, Musik-CDs habe ich seit Jahren nicht mehr gekauft. Gerade aber erst eine Doku auf CD bei der Bundeszentrale für politische Bildung, die gibt's nur als CD.
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99problems03.02.26 13:38
Eine Vinyl Sammlung (oder CDs / Tapes) lässt sich nicht mit Streaming vergleichen.
Streaming hat Vorteile, die physische Tonträger so nicht haben können. Klar.
Umgekehrt aber genauso!
Und diese Vorteile sind mir persönlich viel wichtiger, da ich mich mit einem Album auf Vinyl viel mehr beschäftige und somit die Musik auch viel mehr schätze. Von Cover Art, Haptik, Unabhängigkeit und Offline-sein mal ganz abgesehen.
Das lässt sich mit digitalen Käufen noch am ehesten realisieren, wenn man keinen Bock auf Tonträger hat.
Die endlose Verfügbarkeit von allem und das jederzeit ist eines der grundlegenden Probleme unserer Zeit.
Aber es gibt Hoffnung! Ich finde es immer wieder toll, wenn ich 20 Jährige sehe, die plötzlich Platten oder Tapes für sich entdecken. Warum wohl ?! 😉
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Nebula
Nebula03.02.26 13:54
99problems
Aber es gibt Hoffnung! Ich finde es immer wieder toll, wenn ich 20 Jährige sehe, die plötzlich Platten oder Tapes für sich entdecken. Warum wohl ?! 😉
Vermutlich sind es nicht dieselben Gründe, sondern es hat auch viel mit Dazugehörigkeit und Trend zu tun. Wenn ein TikTok-Star auf Tapes abfährt, machen die Follower es evtl. einfach nur nach, um sich {cool}* zu fühlen. Auch Entschleunigung ist ein Trend, dem Leute ohne direkte intrinsische Motivation nacheifern.

* hier ein gleichbedeutendes Wort der jeweiligen Generation einsetzen
»Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.« – Steve Jobs
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MLOS03.02.26 14:00
Ich streame jetzt seit 2015 bei Apple Music. Aber immer häufiger spiele ich auch mit dem Gedanken, meine Lieblingstitel zu kaufen, um unabhängig von einem Hersteller, Diensteanbieter oder Ökosystem zu sein.
Gerade im Hinblick auf die politische Weltlage ist Unabhängigkeit wichtiger denn je.
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