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Ausgegklügelter Phishing-Versuch: Angreifer nutzt Apples Support-System

Unter dem Begriff „Phishing“ versteht man den Versuch, durch gefälschte Nachrichten, Anrufe, E-Mails und Internetseiten an sensible Daten von Nutzern zu kommen. Die Täter geben sich dabei zum Beispiel als bekanntes Unternehmen aus. In vielen Fällen ist das leicht zu durchschauen: Bisweilen wirken die E-Mails unseriös und enthalten Rechtschreibfehler. Bei Anrufen versuchen Kriminelle, oftmals Druck auszuüben und ein schnelles Handeln des Opfers zu forcieren. Eric Moret berichtet auf Medium von einem deutlich ausgeklügelteren Phishing-Versuch, der bei ihm fast fruchtete: Die Betrüger gaben sich als Support-Mitarbeiter von Apple aus und unternahmen mehrere Schritte, um an die Zugangsdaten des Apple Account zu gelangen.


Opfer befürchtete, gehackt worden zu sein
Moret spricht vom ausgefeiltesten Phishing-Angriff, der ihm je untergekommen sei. Den Auftakt machte eine schlichte SMS:

Quelle: Eric Moret via Medium

Moret wurde stutzig: Er hatte nicht versucht, sich bei seinem Account anzumelden. Gleichzeitig ploppte ein entsprechender Hinweis auf seinem iPhone, iPad sowie Mac auf – das übliche Popup, wenn der Zugriff auf den Apple Account erfolgt. Bei Moret schrillten die Alarmglocken: Jemand könnte versuchen, sich bei seinem Konto anzumelden. Drei Minuten später erhielt er einen Anruf: Der Gesprächspartner gab sich als Mitarbeiter des Apple-Supports aus und erklärte, ein Support-Ticket erstellt zu haben und sich in Kürze mit ihm in Verbindung zu setzen. Das Gespräch war nach 28 Sekunden beendet.

Echte E-Mails vom Apple Support
Nach zehn Minuten erfolgte ein weiterer Anruf unter derselben Nummer. Der vermeintliche Mitarbeiter von Apple verhielt sich „ruhig und gelassen“. Er habe bereits ein Support-Ticket erstellt, um Morets Konto zu schützen. Gänzlich falsch war diese Aussage nicht: Tatsächlich reichte der Betrüger ein echtes Support-Ticket bei Apple im Namen Morets ein. Als dieser sein E-Mail-Postfach öffnete, fand er dort also eine echte Nachricht von Apple – was der Betrugsmasche „enorme Glaubwürdigkeit“ verlieh, wie Moret eingesteht.

Quelle: Eric Moret via Medium

Im Verlauf des 25-minütigen Gesprächs forderte der vorgebliche Apple-Mitarbeiter Moret dazu auf, das iCloud-Passwort zurückzusetzen. Dieser zögerte und fragte zweimal nach, ob das Konto tatsächlich gehackt worden sei. Der Betrüger bestätigte dies und führte Moret den Prozess, ohne den Zweifaktor-Code zu erfragen.

Phishing-Seite griff Zweifaktor-Code ab
Um den Fall abzuschließen, sollte Moret auf einen Link in einer SMS klicken. Diese führte zur Phishing-Seite, die auf ihn einen durchaus seriösen Eindruck machte:

Quelle: Eric Moret via Medium

So gab es etwa ein Feld für die Fallnummer und Moret wurde angezeigt, welche Schritte bereits erfolgreich absolviert wurden, was dessen Vertrauen weiter stärkte. Moret sollte nun einen Bestätigungscode eingeben: Dabei handelte es sich um einen echten Zweifaktor-Code, den er per SMS erhielt. Er tat dies.

Neues Gerät meldet sich über Konto des Opfers an
Der Moment der Wahrheit offenbarte sich Moret wenig später: Apple informierte darüber, dass ein Mac mini sich über seinen Apple Account angemeldet hätte. Da es sich nicht um Morets Mac handelte, teilte er dies dem vermeintlichen Apple-Mitarbeiter mit. Dieser erklärte, dass so etwas „im Rahmen des Sicherheitsprozesses zu erwarten“ sei. Moret setzte nun das Passwort ohne Anleitung des Betrügers zurück und erklärte, den Anruf nicht fortsetzen zu wollen. Er wollte zudem, dass das Support-Ticket verfällt – ein Wunsch, dem der Täter nicht nachkam, da es sich angeblich um ein „Standardverfahren“ handelte. Das erneute Zurücksetzen des Passworts zeigte Wirkung: Der Mac mini verschwand aus der Geräteliste. Moret war mit dem Schrecken davongekommen. Er rät in seinem Beitrag zu äußerster Vorsicht: Der Angreifer nutzte Apples Support-System, offizielle E-Mails und einen echten Fall zu erstellen. Morets Empfehlung ist ein Hardware-Sicherheitsschlüssel, um die Verifizierung des Apple Account vorzunehmen.

Kommentare

Embrace20.11.25 11:35
Die Alarmglocken sollten läuten, wenn sich ein Unternehmen wie Apple bereits drei Minuten nach einem Anmeldeversuch bei einem meldet 😜
+24
Kehrblech20.11.25 11:40
Immer die URL checken! Als ich appeal-apple.com las, war alles vorbei. Trotzdem ein Verfahren, dass bei wahrscheinlich 90% der User Erfolg haben könnte.
+11
loughandsmile
loughandsmile20.11.25 12:28
Ich hab mir 2 NFC Karten bestellt, um diese 2FA hardwaremässig auszuführen, hatte ich sowieso schon ewig vor - danke für den Beitrag!
Live, lough, love :-)
-1
relax
relax20.11.25 15:21
loughandsmile
Ich hab mir 2 NFC Karten bestellt, um diese 2FA hardwaremässig auszuführen, hatte ich sowieso schon ewig vor - danke für den Beitrag!
Kannst Du da mal ein Ablaufbeispiel darlegen. NFC und so ist mir schon klar, aber wie geht das hardwareseitig? Danke.
+2
Magicbuster
Magicbuster20.11.25 15:29
relax
loughandsmile
Ich hab mir 2 NFC Karten bestellt, um diese 2FA hardwaremässig auszuführen, hatte ich sowieso schon ewig vor - danke für den Beitrag!
Kannst Du da mal ein Ablaufbeispiel darlegen. NFC und so ist mir schon klar, aber wie geht das hardwareseitig? Danke.
Würde mich auch interessieren!🤔
+2
loughandsmile
loughandsmile20.11.25 16:29
Klar - Ihr klickt auf Einstellungen - Oben auf Euren Namen - Anmeldung & Sicherheit - Unter dem Punkt Sicherheit auf "Zwei-Faktor-Authentif." - unten auf Sicherheitsschlüssel Einrichten" drücken ..

Dann 1 (besser 2) dieser NFC Karten/Schlüssel hinzufügen
und fertig. Sobald Du dann 2FA benöstigst, wird kein Code mehr gesendet, sondern musst halt dann die Karte / oder Stick per NFC ans Handy halten - so die Theorie - Aber ich kann dann mehr sagen, sobald ich es die Karten bei mir habe.

Ansonsten hilft natürlich youtube
Live, lough, love :-)
+2
relax
relax20.11.25 17:10
loughandsmile
Klar - Ihr klickt auf Einstellungen - Oben auf Euren Namen - Anmeldung & Sicherheit - Unter dem Punkt Sicherheit auf "Zwei-Faktor-Authentif." - unten auf Sicherheitsschlüssel Einrichten" drücken ..

Dann 1 (besser 2) dieser NFC Karten/Schlüssel hinzufügen
und fertig. Sobald Du dann 2FA benöstigst, wird kein Code mehr gesendet, sondern musst halt dann die Karte / oder Stick per NFC ans Handy halten - so die Theorie - Aber ich kann dann mehr sagen, sobald ich es die Karten bei mir habe.

Ansonsten hilft natürlich youtube
Danke erstmal. Der Mac kann ja nativ kein NFC lesen, funktioniert das Geräteübergreifend - also am Mac sich anmelden wollend und den nötigen zweiten Faktor über das NFC lesende iPhone?
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loughandsmile
loughandsmile20.11.25 17:36
relax
loughandsmile
Klar - Ihr klickt auf Einstellungen - Oben auf Euren Namen - Anmeldung & Sicherheit - Unter dem Punkt Sicherheit auf "Zwei-Faktor-Authentif." - unten auf Sicherheitsschlüssel Einrichten" drücken ..

Dann 1 (besser 2) dieser NFC Karten/Schlüssel hinzufügen
und fertig. Sobald Du dann 2FA benöstigst, wird kein Code mehr gesendet, sondern musst halt dann die Karte / oder Stick per NFC ans Handy halten - so die Theorie - Aber ich kann dann mehr sagen, sobald ich es die Karten bei mir habe.

Ansonsten hilft natürlich youtube
Danke erstmal. Der Mac kann ja nativ kein NFC lesen, funktioniert das Geräteübergreifend - also am Mac sich anmelden wollend und den nötigen zweiten Faktor über das NFC lesende iPhone?


Oh, das is eine sehr gute Frage - muss ich testen .. denke ja, aber kann ich erst nächste Woche sagen. Aber hab grad mal im Mac App Store geschaut - da gibt´s die folgende App vom Hersteller Cryptnox:

Live, lough, love :-)
-1
loughandsmile
loughandsmile20.11.25 17:48
Hmm, also die App lässt sich am Mac öffnen, aber sobald ich auf "Scan Card" klicke, stürzt sie ab (Mac OSX 26.1)
Live, lough, love :-)
0
fleissbildchen21.11.25 09:38
relax
Danke erstmal. Der Mac kann ja nativ kein NFC lesen

Die Hardwareschlüssel (z.B. Yubikey) haben auch einen USB-Stecker, damit man sie an den Rechner anschließen kann
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LoMacs
LoMacs21.11.25 10:10
Ausgegklügelt? (Überschrift)
+1
iPatrick22.11.25 08:44
Nun ja, ich wäre (hoffentlich) skeptisch geworden, wenn in der Adressleiste sowas wie "appeal-apple.com" steht. So lässt sich jede Phishing-Seite sofort enttarnen.
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