Asahi-Linux auf M-Macs: Große Fortschritte und ein Ausblick


Wer benötigt ein alternatives Betriebssystem für Apple-Rechner? Die meisten Mac-Nutzer entscheiden sich für Macs, weil sie der Kombination aus Hard- und Software vertrauen. Die Verbandelung bringt allerdings auch Nachteile mit sich, welche sich oftmals erst nach vielen Jahren offenbaren: Entscheidet sich Apple, ein Modell nicht weiter mit Softwareaktualisierungen zu versehen, wird ein Mac schnell unbrauchbar. Hier kann ein alternatives System wie Linux weiterhelfen. Das Asahi-Projekt entwickelt dafür die Treiber. Auf dem Chaos Communication Congress stellte Sven den
aktuellen Stand der Entwicklung vor.
Sven arbeitet an der Unterstützung unterschiedlicher Versionen des USB-Protokolls. In seinem 37 Minuten langen Vortrag beschrieb er seine Vorgehensweise sowie die Herausforderungen, welche sich ihm stellten. Zwar ist die Mac-Firmware absichtlich so gestaltet, dass sie eine Verwendung alternativer Betriebssysteme erlaubt. Jedoch fehlt eine Dokumentation der verwendeten Hardware sowie der Form, mit der sie kommuniziert. Deshalb setzt das Asahi-Team auf ein selbst entwickeltes Reverse-Engineering-Set-up, um die systeminterne Kommunikation mitzulesen. Dafür wird der macOS-Kernel (XNU) virtualisiert.
USB 3 und DisplayPortMit diesen Werkzeugen, umfangreicher Recherche in Intel-Spezifikationen sowie Hardware-Debugging eines Texas-Instruments-Chips war es möglich, einen USB-3-fähigen Treiber für Linux zu entwickeln; dieser wurde zum Jahresende gerade noch fertig. Auch DisplayPort wird bald unterstützt; allerdings ist dieser Treiber noch experimentell (was den Präsentator nicht davon abhielt, DisplayPort im Vortrag aktiv einzusetzen).
Etwa in der Mitte des Vortrags offenbarte der Präsentator, dass sein Mac Videosignale via DisplayPort ausgab – unter Linux. (Quelle:
media.ccc.de)
Neue Hürden ab M4Auch bei der Unterstützung neuerer Apple-Silicon gibt es gute Nachrichten: Die Asahi-Entwickler haben große Fortschritte bei der Unterstützung des M3-Chips machen können. Ab M4 gibt es jedoch neue Herausforderungen: Neue Sicherheitsfunktionen verhindern bei diesen Chips die Virtualisierung von XNU und damit die Nutzung des Reverse-Engineering-Toolkits. Das verhindere eine Weiterentwicklung zwar nicht, erschwere sie aber. Deshalb warb Sven zum Schluss um ehrenamtliche Unterstützung durch Entwickler, welche sich am Projekt beteiligen wollen.
Fortan unterstützt Asahi Linux USB 3. (Quelle:
Asahi Linux)