Aus dem Verkauf genommen: Der iMac Pro ist endgültig Geschichte

Der iMac Pro war zum Zeitpunkt der Markteinführung durchaus ein beeindruckendes Produkt, denn leistungsmäßig zeigte das Gerät, wo der sprichwörtliche Hammer hing. Gleichzeitig verfügte jene iMac-Serie über ein Kühlsystem, welches selbst energiehungrige Xeon-Prozessoren mit so viel frischer Luft versorgte, dass die Lautstärke selten anschwoll. Vorgestellt hatte Apple den iMac Pro vor mehr als dreieinhalb Jahren anlässlich der WWDC 2017. Zu diesem Zeitpunkt war es ein sehr wichtiges Produkt, denn Apple hatte sich in eine missliche Lage gebracht. Der 2013er Mac Pro stellte sich nämlich als Sackgasse heraus, neuere Generationen professioneller Grafikkarten erzeugten zu viel Abwärme, um diese mit dem Urnen-Konzept aus dem Gehäuse zu befördern.


iMac Pro als Lückenfüller bis zum neuen Mac Pro
Apple verfolgte daher eine zweigleisige Strategie. Einerseits versprach Cupertino schon Anfang 2017, das es einen komplett neuartigen Mac Pro geben sollte, andererseits deutete das Unternehmen auch ein Zwischenmodell an. Der Mac Pro erschien erst 2019, der iMac Pro konnte hingegen seit Ende 2017 erworben werden. Ob Apple die Baureihe von Anfang an nur als Platzhalter konzipiert hatte oder nicht – Aktualisierungen gab es keine. Daher ergab sich nach Einführung der M1-Macs das Bild, dass selbst ein passiv gekühltes MacBook Air die Leistungswerte eines iMac Pro (zum dreifachen Preis) erreichen konnte.

Zwei Wochen nach Einstellung: Verkaufsstopp
Vor zwei Wochen bestätigte Apple dann, was manch einer schon vermutet hatte: Der iMac Pro erhält keine Aktualisierung mehr und verschwindet aus dem Sortiment. Zwar wollte Apple noch Restbestände abverkaufen, allerdings keine konfigurierten Varianten mehr herstellen. Das endgültige Aus kam nun schneller als gedacht. In den USA eliminierte Apple bereits den entsprechenden Menüpunkt aus dem Online-Store, in anderen Ländern existiert der Eintrag zwar noch, verweist aber ins Leere. Klickt man in Deutschland beispielsweise auf iMac Pro, so erfolgt eine Weiterleitung hin zur Übersichtsseite aller M1-Macs ().

Kommentare

semmelroque
semmelroque19.03.21 22:24
R.I.P.
0
Bananenbieger19.03.21 22:31
Also wenn der neue iMac mit M1X genauso ein Kracher wie der M1 wird, dann ist der neue Standard-iMac schon ein "iMac Pro".

Wir haben mittlerweile einige MacBooks und MacMinis mit M1 im Unternehmen. Die Kisten rennen wie ein Formel-Eins-Wagen. Kaum zu glauben, dass das praktisch "Entry Level"-CPUs sind. Nur der kleine Arbeitsspeicher bremst dann die Teile irgendwann aus.
+14
Marcel_75@work
Marcel_75@work20.03.21 07:27
Kann ich auch bestätigen, habe selbst einen iMac Pro wie auch das 16" MBP im Einsatz und schon für diverse Freunde und Bekannte wie auch Kunden M1 Macs eingerichtet.

Und ich muss dazu sagen, ich war im Vorfeld eher skeptisch (eine "iPhone/iPad-CPU als Desktop-Prozessor?) …

Die Performance ist wirklich beeindruckend, und ich freue mich sehr auf die nächsten Geräte, die Apple da im Laufe des Jahres auf den Markt bringen wird.

Irgendwie fühlt sich das fast so ein bisschen an, wie damals (1994/95) als die PowerPCs (PPC 601) auf den Markt kamen! 👍🏻

Zwar konnten AMIGA-User wie ich noch mit dem 68060 argumentieren (den kennen viele Mac-User wahrscheinlich gar nicht, weil Apple nur bis zum 68040 mit 68K-CPUs arbeitete), aber spätestens mit dem G3 und G4 war dann klar, dass die 68K-Prozessoren 'veraltet' sind.

Und genau das ist intel bewusst: Der M1 war erst einmal nur ein Schuss vor den Bug - schon der nächste wird ein Treffer am Mast … 😉

Damals verrannte man sich mit dem G5, dieses Problem (Leistung gegen Energiehunger und entsprechende Abwärme) ist beim Apple Silicon vorerst nicht zu befürchten.

Ich drücke Apple fest die Daumen, dass sie nicht wieder in irgend einer technologischen Sackgasse landen (z.B. mangelnde Skalierbarkeit?).

Aber die wuppen das schon, bin ich mir sicher. ✌️
+12
Tenner
Tenner20.03.21 09:28
War schon ein schönes Gerät!

Die größte Schwächen waren der für iMac-Verhältnisse hohe Energiebezug und die Wärmeentwicklung. Lag wohl an den Xeons.

Leider war bei meinem nach drei Jahren trotz vollflächiger Laminierung das Panel in den Ecken wieder fleckig.
-1
verstaerker
verstaerker20.03.21 11:14
Tenner
Leider war bei meinem nach drei Jahren trotz vollflächiger Laminierung das Panel in den Ecken wieder fleckig.

Vielleicht auch gerade deswegen? Du laminierst deinen iMac?
+2
milk
milk20.03.21 12:13
Marcel_75@work
Irgendwie fühlt sich das fast so ein bisschen an, wie damals (1994/95) als die PowerPCs (PPC 601) auf den Markt kamen! 👍🏻
Der Vergleich hinkt ein wenig, denn die 68k-Emulation der PPCs war auch im Verhältnis deutlich langsamer als Rosetta auf den M1 Chips. Die ersten PowerMacs mit ihren langsamen Bussen und der emulierten Software haben sich superzäh angefühlt. Man konnte auch auf denen schon ein wenig die Zukunft erahnen, wenn man etwa PPC-native Photoshop-Plugins hatte, aber so spürbar wie mit den M1-Macs war das nicht von Anfang an.

Mit den G3-Schlümpfen und schlussendlich mit der Altivec Engine der G4s war dann aber wirklich klar, dass das eine tolle Plattform ist. Schöne Zeit gewesen.
+1
Der echte Zerwi20.03.21 14:09
@milk

Yepp. Der Gigabit Ethernet G4 war mein Einstieg in die Mac-Welt. Halte meinen Powermac G4 MDD in Ehren. Muss den Windtunnel mal wieder anwerfen...
+1
aschge21.03.21 00:21
Bananenbieger
Wir haben mittlerweile einige MacBooks und MacMinis mit M1 im Unternehmen. Die Kisten rennen wie ein Formel-Eins-Wagen. Kaum zu glauben, dass das praktisch "Entry Level"-CPUs sind. Nur der kleine Arbeitsspeicher bremst dann die Teile irgendwann aus.

Bananenbieger

Nicht erst "irgendwann". Als einzige Aktivität einen Disney+ Film zu streamen lässt den 8GB Speicher meines Air M1 vollaufen und zwingt Safari zu Neustarts im Minutentakt.

Seit 2008 habe ich Macs, immer mit dem kleinsten Arbeitsspeicher. Aber sowas habe ich noch nie erlebt.

Also so gaaaaaanz das Gelbe vom Ei ist der M1 nicht ...
0
pünktchen
pünktchen21.03.21 15:57
Da kann dein MBA kaum was für, das ist doch wohl eher ein Programmfehler.
+1
Thyl21.03.21 18:15
Gerade auf Appleinsider gelesen, dass auch zwei Konfigurationen vom normalen iMac nicht mehr erhältlich sind.

Klingt so, als würde es jetzt Ernst werden. Auch in dem Sinn, dass sich zeigen wird, welche Strategie Apple fährt. Gibt es eine leistungsfähigere CPU? Kommt ein Chiplet-Design mit separater GPU, werden einfach zwei M1 zusammengeschaltet? Spannend!
+3

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