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Arbeiten bei Apple: Wenn Persönlichkeit zuweilen wichtiger ist als Fachkenntnisse

Mit einem speziellen Internetauftritt unter der Überschrift "Jobs at Apple" wirbt Apple seit Jahren um zusätzliche Mitarbeiter. Auf den Webseiten stellt der iPhone-Konzern sich möglichen Bewerbern vor und präsentiert vielfältige Informationen über das gesamte Unternehmen, die hauseigenen Abteilungen und die Vorzüge, welche ein Job in Cupertino bietet. In einer neuen Rubrik hebt Apple dort jetzt die Unternehmens-Ideale hervor.


Gemeinsame Werte inspirieren die Arbeit
Unter der Überschrift "Gemeinsame Werte" kommen auf der soeben veröffentlichten Seite vier Apple-Mitarbeiter zu Wort. Sie äußern sich zu diversen Themen, welche der iPhone-Konzern für besonders wichtig erachtet. Alle Statements stehen unter dem Motto "Unsere gemeinsamen Werte bei Apple inspirieren die Arbeit, welche wir mit jedermann teilen" ("The values we share at Apple inspire the work we share with everyone."). Apple betont darüber hinaus, dass alle Mitarbeiter sich ebenso wie das Unternehmen selbst dem Ziel verschrieben hätten, die Welt in einem besseren Zustand zu verlassen als man sie vorgefunden habe. Dabei seien die individuellen Geschichten zwar unterschiedlich, alle zeigten aber, was möglich sei, wenn persönliche und berufliche Werte in Einklang gebracht würden.


Quelle: Apple

Apple hat Interesse an der Persönlichkeit der Mitarbeiter
Auf der Webseite lässt Apple beispielsweise einen Konstruktionsleiter namens Brian zu Wort kommen, der seit 15 Jahren an unterschiedlichen Stellen im Unternehmen tätig ist. Er äußert sich in dem Interview unter anderem wie folgt: "Die Art und Weise, wie wir Geschäfte machen, steht im Einklang mit meiner Vorstellung davon, wie ich als Kunde behandelt werden möchte." Außerdem äußern sich der Ingenieur Chris aus der Abteilung Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz sowie die Apple-Store-Managerin Nafisah. Sie arbeitete vor ihrer Zeit bei Apple als Freiberuflerin für die Los Angeles Dodgers, ein Baseball-Team, und wurde eingestellt, obwohl sie über keinerlei Erfahrung im Einzelhandel verfügte. "Apple war weniger an meinen beruflichen Kenntnissen als vielmehr an meiner Persönlichkeit interessiert", sagt sie. Ihre heutigen Fähigkeiten habe sie im Lauf der Zeit während des Jobs bei Apple erworben und ausgebaut.

Illustrationen wurden auf dem iPad erstellt
Bei den Porträts der vier Mitarbeiter, zu denen auch die in der Abteilung "Operations" tätige Jennifer gehört, handelt es sich nicht um Fotos, sondern um Zeichnungen. Diese wurden Apple zufolge auf einem iPad angefertigt. Die Bedienung der Webseite erfordert wie beim iPhone-Konzern üblich ein intensives Scrollen mit Maus, Trackpad oder Tastatur, um alle einzelnen Segmente und Statements zu erreichen. Eine deutsche Version ist nicht verfügbar.

Kommentare

jmh
jmh18.02.21 09:00
"der iPhone-Konzern"

mactechnews ist also demnach das iphone-portal ...
wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.
+18
Bodo_von_Greif18.02.21 09:12
Das spiegelt die heutige Managermentalität wider:

Soft skills wichtiger als hard skills.

Scheinen wichtiger als ein.

Überzeugende Präsentierung wichtiger als gutes Produkt.

Cheers,

Bodo
[x] nail here for new monitor
0
Embrace18.02.21 09:31
Bodo_von_Greif
Zumindest für Marketingzwecke 😜
+1
DTP
DTP18.02.21 09:48
Bodo_von_Greif
Das spiegelt die heutige Managermentalität wider:
Soft skills wichtiger als hard skills.

Überzeugende Präsentierung wichtiger als gutes Produkt.

Bodo:
Das ist mMn eine falsche Überspitzung.

Ich habe viele Mitarbeiter*innen eingestellt oder beim Interviewprozess mitgeholfen und ein guter alter Grundsatz lautet für mich "Hire for attitude, not skill". Das heißt nicht, dass man inkompetente Menschen einstellen soll oder Fachwissen nicht wichtig ist. Sondern dass man fehlendes Wissen (das ist bei jedem Jobwechsel der Fall) einfacher lernen oder trainieren kann als eine falsche Einstellung. Leidenschaft, (emotionale) Intelligenz, positives Denken, "inklusives" Denken, Teamfähigkeit, Empathie etc. kann man viel schwerer lernen, vor allem, wenn man die Grundlagen dafür nicht schon als Kind oder Jugendlicher mitbekommen hat.

Wenn es dich interessiert, Gary Vaynerchuk zB bietet dazu viele interessante Vorträge und natürlich gibt es viel Literatur dazu.
+21
adiga
adiga18.02.21 10:03
Da muss ich DTP unterstützen. Ich gehe ähnlich vor. Bei Entwicklern / Ingenieuren usw. sind die Hard Skills natürlich wichtig, aber sind diese ähnlich, so sind für mich die Soft Skills ausschlaggebend. Denn ein Team muss zusammenpassen. In der Administration sind die Soft Skills mMn noch wichtiger. Kann mich erinnern vor über 20 Jahren jemand eingestellt zu haben, wo die Hard Skills schwächer waren, aber ich überzeugt von ihren Soft Skills war. Mittlerweile arbeitet dieselbe Person schon seit über 20 Jahren in unserem Betrieb in wechselnden Positionen und leistet wertvolle Arbeit. Und ergibt keine Kosten für Neuaquierierung.
+6
Hannes Gnad
Hannes Gnad18.02.21 10:20
DTP
Sondern dass man fehlendes Wissen (das ist bei jedem Jobwechsel der Fall) einfacher lernen oder trainieren kann als eine falsche Einstellung. Leidenschaft, (emotionale) Intelligenz, positives Denken, "inklusives" Denken, Teamfähigkeit, Empathie etc. kann man viel schwerer lernen, vor allem, wenn man die Grundlagen dafür nicht schon als Kind oder Jugendlicher mitbekommen hat.
So schaut's aus. Insbesondere bei Führungskräften ist das wichtig.
+7
DTP
DTP18.02.21 10:42
Hannes Gnad
DTP
Sondern dass man fehlendes Wissen (das ist bei jedem Jobwechsel der Fall) einfacher lernen oder trainieren kann als eine falsche Einstellung. Leidenschaft, (emotionale) Intelligenz, positives Denken, "inklusives" Denken, Teamfähigkeit, Empathie etc. kann man viel schwerer lernen, vor allem, wenn man die Grundlagen dafür nicht schon als Kind oder Jugendlicher mitbekommen hat.
So schaut's aus. Insbesondere bei Führungskräften ist das wichtig.
Und darum sollte die MTN Überschrift auch eher lauten:

Warum beim Arbeiten in Teams Persönlichkeit fast immer wichtiger ist als Fachkenntnisse
+4
LoCal
LoCal18.02.21 11:57
Die Überschrift ist leider ziemlich missverständlich …
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
0
MacRS18.02.21 12:08
Ich denke wenn es nicht Marketing wäre, was Apple da macht, wäre die ehrliche Ansage: "Das Du zu den besten in Sachen Hard Skills gehörst, setzen wir selbstredend voraus. Aber das reicht für uns nicht - Soft Skills, Motivation und Einstellung - das muss bei Dir auch richtig, richtig gut sein, sonst kannst Du es gleich vergessen"
+2
becreart
becreart18.02.21 12:12
Bodo_von_Greif
Das spiegelt die heutige Managermentalität wider:

Soft skills wichtiger als hard skills.

Scheinen wichtiger als ein.

Überzeugende Präsentierung wichtiger als gutes Produkt.

Cheers,

Bodo

Wissen kann man sich einfach aneignen, soziale Fähigkeiten eher weniger. Ein Team mit gutem Arbeitsklima, welches sich super versteht, entwickelt bessere Produkte, als anders rum.
Nichts neues.
+1
Hotzenplotz2
Hotzenplotz218.02.21 12:25
DTP
Hannes Gnad
DTP
Sondern dass man fehlendes Wissen (das ist bei jedem Jobwechsel der Fall) einfacher lernen oder trainieren kann als eine falsche Einstellung. Leidenschaft, (emotionale) Intelligenz, positives Denken, "inklusives" Denken, Teamfähigkeit, Empathie etc. kann man viel schwerer lernen, vor allem, wenn man die Grundlagen dafür nicht schon als Kind oder Jugendlicher mitbekommen hat.
So schaut's aus. Insbesondere bei Führungskräften ist das wichtig.
Und darum sollte die MTN Überschrift auch eher lauten:

Warum beim Arbeiten in Teams Persönlichkeit fast immer wichtiger ist als Fachkenntnisse
Dazu auch interessant: „Stellen Sie Leute ein, die Sie eigentlich nicht brauchen“
von Robert I. Sutton
+2
piik
piik18.02.21 13:21
Da geht es definitiv nicht um Persönlichkeit, sondern um Ideologie.
Die Umschreibung mit Persönlichkeit ist eine Art euphemistisches Verstecken dessen, was gemeint ist.
+1
LoCal
LoCal18.02.21 13:47
piik
Da geht es definitiv nicht um Persönlichkeit, sondern um Ideologie.
Die Umschreibung mit Persönlichkeit ist eine Art euphemistisches Verstecken dessen, was gemeint ist.

Wie heißt denn die Ideologie der z.B. Choleriker:innen angehören? Oder introvertierte Menschen?
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
0
ilig
ilig18.02.21 13:49
piik
Da geht es definitiv… …um Ideologie.
Und wie definierst Du die Ideologie? Ich konnte keine finden.

LoCal war schneller
-1
TorstenW18.02.21 14:34
Apple als großer Konzern hat natürlich auch ganz andere Möglichkeiten auch Stellen zu schaffen, wenn sie Leute finden, die sie von der Persönlichkeit her prima finden.
Bei einer einnehmenden Person mit starkem Auftreten, Sprachgewandtheit etc findet sich bei Apple mit Sicherheit eine Stelle zum Besetzen. Die Hard Skills sind dann eher Nebensache.
In einem kleinen Schreinerbetrieb mit drei Mitarbeitern, der einen Ersatz sucht, sind die Hard Skills mit Sicherheit höher gewichtet, als die Persönlichkeit. Da ist es relativ egal ob man ein tolles Auftreten hat, wenn es darum geht ein paar Maschinen zu bedienen.

Letztlich ist es natürlich immer am besten, wenn alles passt. Und nachdem was man so zu Auswahlprozesses und Einstellungsgesprächen bei Apple lesen kann, werden die mit Sicherheit auch niemanden völlig inkompetenten einstellen.
Auch der KI und Maschinelles Lernen Mensch aus dem Artikel wird da mit Sicherheit entsprechende Vorkenntnisse gehabt haben. Und schön, wenn dann auch ideologische Einstellung und Persönlichkeit noch passt.

Bei dem Satz
"Die Art und Weise, wie wir Geschäfte machen, steht im Einklang mit meiner Vorstellung davon, wie ich als Kunde behandelt werden möchte."
musste ich allerdings herzhaft lachen. Das erste was mir zum Geschäftsgebaren bei Apple in den Sinn kam, waren Verhandlungen bis auf den zehntel Cent, Druck auf Zulieferbetriebe, einseitige Verträge etc.
Das war für mich da doch leicht zynisch.. so möchte ich als Kunde eigentlich nicht behandelt werden. Ich hätte auch gar nichts dagegen, wenn Apple seine Gewinnspanne halbiert..
-2
awk18.02.21 15:58
Das ist nichts anderes als eine Marketingkampagne. Alles kostenlose Werbung.
-6
DTP
DTP18.02.21 16:31
TorstenW
Bei einer einnehmenden Person mit starkem Auftreten, Sprachgewandtheit etc findet sich bei Apple mit Sicherheit eine Stelle zum Besetzen. Die Hard Skills sind dann eher Nebensache.
In einem kleinen Schreinerbetrieb mit drei Mitarbeitern, der einen Ersatz sucht, sind die Hard Skills mit Sicherheit höher gewichtet, als die Persönlichkeit. Da ist es relativ egal ob man ein tolles Auftreten hat, wenn es darum geht ein paar Maschinen zu bedienen.
Ich glaube du verstehst hier etwas komplett falsch. Es geht bei Apple (und anderen Firmen, die solche Werte leben), ja nicht nur um Präsentatoren oder Verkäuferinnen. Zwei Beispiele bei Apple sind ja Entwicklungsleiter (technischer Beruf = Maschinen bedienen).

Werte sollten auch bei kleinen Firmen einen hohen Stellenwert haben. Stell dir mal Mitarbeiter*innen vor, die andere diskriminieren oder mobben. Das sind ja solche Werte, die Apple einfordert, sich inklusiv und nicht diskriminierend zu verhalten und jede Person als DIE einzigartige Person zu schätzen, die sie ist.

Apple stellt laut Aussage der Webpage sogar Menschen mit Vorstrafen ein, wenn es das Gesetz erlaubt. Das finde ich schon bewundernswert.

Oder denk an Angestellte, die das Klima durch eine ständig nörgelnde Art und lästern vergiften. Das willst du auch nicht beim Handwerksbetrieb. Dann gehen nach einiger Zeit deine guten Fachkräfte… vor allem, bei der derzeitigen Jobsituation im Handwerk.

Das hat also nichts mit extrovertierten oder sich gut präsentierenden Persönlichkeiten zu tun, sondern erwartet eine positive Grundeinstellung, Toleranz, positives Denken und vor allem mit Respekt und Empathie gegenüber Mitmenschen.
-1
ilig
ilig18.02.21 18:06
awk
Aus dem MTN-Artikel.
Mit einem speziellen Internetauftritt unter der Überschrift "Jobs at Apple" wirbt Apple seit Jahren um zusätzliche Mitarbeiter. …In einer neuen Rubrik hebt Apple dort jetzt die Unternehmens-Ideale hervor.
Dass Apple die Stellenausschreibungen auf seiner Website jetzt nutzt um die die Unternehmens-Ideale darzustellen, das ist doch nur konsequent und naheliegend. Ob es eine Kampagne ist oder nicht, das muss sich erst herausstellen. Eine Kampagne hat einen Anfang und ein Ende. Sie ist auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt.
Alles kostenlose Werbung.
Wieso kommst Du auf »kostenlos«? Nicht, dass Apple sich das nicht leisten könnte. Diese neue Rubrik auf der Website war so oder so nicht ohne Kosten. Entweder Kosten durch eine externe Agentur. Oder Kosten durch eine interne Marketingabteilung. Aber Du scheinst es lieber faktenfrei zu mögen.

DTP
Besser hätte ich es nicht beschreiben können. 👍👍👍
+1
Cupertimo18.02.21 18:15
Die Idioten antworten nichtmal auf Bewerbungen 😂
+1
ilig
ilig18.02.21 18:24
Cupertimo
Wen meinst Du mit »Idioten«? Und hast Du eine Quelle?
0
odi141018.02.21 18:28
Cupertimo
Die Idioten antworten nichtmal auf Bewerbungen 😂

Falsche Anschrift?
😉
0
TorstenW18.02.21 19:20
DTP
Werte sollten auch bei kleinen Firmen einen hohen Stellenwert haben. Stell dir mal Mitarbeiter*innen vor, die andere diskriminieren oder mobben. Das sind ja solche Werte, die Apple einfordert, sich inklusiv und nicht diskriminierend zu verhalten und jede Person als DIE einzigartige Person zu schätzen, die sie ist.
Ich mag sehr naiv sein, aber ist das nicht etwas, was jede Firma macht? Ich kann mir kein Vorstellungsgespräch vorstellen wo jemand sagt "klar mobb ich meine Kollegen, die ollen "§$%&/(" und dann eingestellt wird.
Das sind für mich grundlegende menschliche Werte, die jede Firma einfordert. ZUSÄTZLICH zur Qualifikation.

Die Aussage des Artikels las sich aber anders: Dass man Menschen einstellt, die keinerlei Berufserfahrung haben, nur auf der Grundlage von Persönlichkeitswerten.
Aber wenn man sich die Storys mal anguckt, würde ich das nicht so unterschreiben.
Beispielsweise die Dame, die "keine Erfahrung im Einzelhandel" hat, war Director of Premium Hospitality bei den Dodgers (auch ein zig Millionen Dollar Betrieb).
Von da zum Apple Store Manager ist es meiner Meinung nach nicht weit. Apple hat sich das Luxuriöse auf die Fahnen geschrieben, ebenso wie das Einkaufserlebnis wirklich zu einem Erlebnis zu machen. Da sehe ich wirklich viel Überlappung was Skills angeht. Sie hat Erfahrung mit dem Führen von Gruppen, mit Organisation von Abläufen, Delegation etc. Ja, vorher waren es Luxusapartments und Suites und nun ist es ein Apple Store. Ich empfinde den Unterschied nicht als gewaltig.

Als Lehrer kenn ich sowas, wenn ich fachfremd unterrichten muss. Natürlich kenn ich den Stoff nicht super und muss mich einlesen. Ich kann aber trotzdem noch unterrichten, kein riesen Deal. Das Drumrum bleibt das Gleiche auch wenn der Inhalt etwas anders ist. Aber man würde trotzdem niemanden unterrichten lassen (außer bei absolutem Mangel), der zwar ein netter Mensch ist, aber keinerlei Lehrerfahrung hat.
+1
Cupertimo18.02.21 22:52
odi1410
Cupertimo
Die Idioten antworten nichtmal auf Bewerbungen 😂

Falsche Anschrift?
😉

Richtige Adresse. Einer meiner besten Freunde ist ein echt fähiger, qualifizierter und großartiger Mensch, hat sich vor nem halben Jahr auf genau die für ihn passende Stelle beworben und bis heute rein gar keine Reaktion bekommen. Mittlerweile hat er woanders einen sehr guten Job, insofern ist alles gut. Aber ich finde es extrem widerlich und respektlos, wenn Firmen – egal welche – nichtmal eine Absage schicken sondern einfach GAR NICHT antworten. Kenne ich selbst nämlich auch. Man zeigt Interesse an einem Arbeitgeber, setzt sich damit auseinander und gibt sich Mühe um sich dort vorzustellen – und bekommt nie eine Antwort.

Nur Idioten gehen so mit Bewerbern um. Könnte dabei komplett im Strahl kotzen.
0
Singdudeldei19.02.21 08:18
Cupertimo

Aus dem Antwortschreiben von Apple Recruiting:

Unser Recruiting Team meldet sich bei dir, wenn deine Qualifikationen und Erfahrung zu offenen Stellen passen.

Dein Freund wusste also, dass er nur Antwort bekommt, wenn „seine Qualifikationen und Erfahrung zu offenen Stellen passen“. Seiner und deiner Meinung nach hatte er diese Qualifikationen und Erfahrung. Apples Einschätzung nach nicht.

Ich sage nicht, dass ich das für richtig halte, sondern nur, dass Apple offen formuliert, dass sie keine Antwort- bzw. Absageschreiben verschicken. Höflich oder unhöflich, das mag jeder selbst entscheiden, aber es ist wenigstens transparent.

Ich hingegen könnte im Strahl kotzen, wenn ich lesen muss, dass man in Foren jemanden als „Idioten“ beschimpfen muss, weil man nicht der gleichen Meinung ist.
+2
DTP
DTP19.02.21 09:22
TorstenW
DTP
Werte sollten auch bei kleinen Firmen einen hohen Stellenwert haben. Stell dir mal Mitarbeiter*innen vor, die andere diskriminieren oder mobben. Das sind ja solche Werte, die Apple einfordert, sich inklusiv und nicht diskriminierend zu verhalten und jede Person als DIE einzigartige Person zu schätzen, die sie ist.
Ich mag sehr naiv sein, aber ist das nicht etwas, was jede Firma macht?
…jede Firma machen SOLLTE, ja. Oft werden aber sogenante Superstars eingestellt, die vielleicht sogar die allerhöchste Qualifikation aufweisen und das wird als wichtiger angesehen als alles andere. Und die vergiften dann oft das Klima.

Es gibt von Gary einen Beitrag im Sinne von "Warum du deinen besten Verkäufer feuern solltest". Das ist natürlich ein Titel um Aufmerksamkeit zu erzeugen und auch kein Naturgesetz, dass er fordert. Sondern ein Aufruf dazu, dass ein "Einsamer Wolf", egal wie gut, dein Teamklima vergiften kann, und du produktiver bist, wenn du ein echtes Team hast.
TorstenW
Ich kann mir kein Vorstellungsgespräch vorstellen wo jemand sagt "klar mobb ich meine Kollegen, die ollen "§$%&/(" und dann eingestellt wird.
Natürlich sagt das niemand offen. Wie auch kaum jemand sagen würde, ich trau mir das eigentlich nicht zu und doch würde ich es gerne versuchen. Es gibt ja niemanden, der zu 100% für eine offene Stelle sofort qualifiziert sein kann, denn irgendetwas wird immer neu oder anders sein.

Und wenn du dir mal die Mobbingstatistiken ansiehst, irgendjemand wird diese Leute eingestellt haben müssen. Vielleicht sind sie auch erst langsam zu negativen Menschen geworden.

Daher versucht man im Bewerbungsgespräch dies herauszufinden (oder notfalls in der Probezeit, das ist aber teuer).
Denn jemand der fachlich etwas niedriger qualifiziert ist und dafür ins Team passt, wird dir bessere Ergebnisse bringen, als jemand der fachlich höher qualifiziert ist und dafür dein Team "vergiftet". Außer du kapselst ihn/sie, was aber schwierig ist.

Das gibt es doch bei Lehrer*innen auch, Menschen, die keine Lust auf ihren Job haben, die alles, was die Schulleitung oder der Lehrplan vorgeben, als Unsinn abtun und ignorieren oder die ihre Stunden so halten, wie schon vor zwanzig Jahren. Oder?
TorstenW
Die Aussage des Artikels las sich aber anders: Dass man Menschen einstellt, die keinerlei Berufserfahrung haben, nur auf der Grundlage von Persönlichkeitswerten.
Machen wir dauern, nennt sich Studenten und Absolventinnen.

Spaß beiseite, natürlich wird das wird die Ausnahme sein, du wirst zB keinen Store Manager als Programmiererin einstellen. Da ist die Lernkurve einfach zu hoch. Aber vielleicht als Teamleiterin von Programmierern?
Oder ich stelle lieber eine "teampassende" C-Programmiererin zum Java coden ein als einen Java-Programmierer, bei dem ich im Bewerbungsgespräch schon vermute, dass dieser nicht in mein Team passen wird?
TorstenW
Als Lehrer kenn ich sowas, wenn ich fachfremd unterrichten muss. Natürlich kenn ich den Stoff nicht super und muss mich einlesen. Ich kann aber trotzdem noch unterrichten, kein riesen Deal. Das Drumrum bleibt das Gleiche auch wenn der Inhalt etwas anders ist. Aber man würde trotzdem niemanden unterrichten lassen (außer bei absolutem Mangel), der zwar ein netter Mensch ist, aber keinerlei Lehrerfahrung hat.
Genau, super Beispiel.
Nun stell dir vor, ich habe zwei Kandidat*innen, eine die Mathe nicht studiert hat aber schon seit Jahren Mathematikunterricht als Quereinsteigerin lehrt und pädagogisch klasse ist, ach an der Schule engagiert ist und ich nur Gutes über sie höre. Und eine, die Mathe studiert hat, sogar eine Doktorarbeit geschrieben hat, aber die eigentlich keine Lust auf Unterricht hat obwohl ihr Unterricht gut ist und von der ich weiß, dass sie eigentlich nur nörgelt und sich nur auf die Ferien freut.
Würdest du die mathematisch besser qualifizierte Person einstellen oder die andere (ich gehe bei diesem Beispiel davon aus, dass es da keine Richtlinien gibt, die vorgeben wen ich einstellen muss)?
+1
Cupertimo19.02.21 20:01
Singdudeldei
Cupertimo

Aus dem Antwortschreiben von Apple Recruiting:

Unser Recruiting Team meldet sich bei dir, wenn deine Qualifikationen und Erfahrung zu offenen Stellen passen.

Dein Freund wusste also, dass er nur Antwort bekommt, wenn „seine Qualifikationen und Erfahrung zu offenen Stellen passen“. Seiner und deiner Meinung nach hatte er diese Qualifikationen und Erfahrung. Apples Einschätzung nach nicht.

Ich sage nicht, dass ich das für richtig halte, sondern nur, dass Apple offen formuliert, dass sie keine Antwort- bzw. Absageschreiben verschicken. Höflich oder unhöflich, das mag jeder selbst entscheiden, aber es ist wenigstens transparent.

Ich hingegen könnte im Strahl kotzen, wenn ich lesen muss, dass man in Foren jemanden als „Idioten“ beschimpfen muss, weil man nicht der gleichen Meinung ist.

Da muss ich Dich enttäuschen. Ihm wurde sogar SCHRIFTLICH vom Leiter des HR-Teams bestätigt, dass sie sich auf jeden Fall bei Ihm melden würden. Er hatte deswegen daran ziemlich zu knacken, was mir extrem Leid tat (ging mir nämlich auch schonmal so, wenn auch nicht bei Apple). Darum bin ich darüber auch so sauer. Qualifikation und Erfahrung passte ebenso perfekt. Er hat den exakt selben Posten jetzt woanders. Große Firma, er fühlt sich da auch sehr wohl und wird respektiert.

Sowas ist einfach das allerletzte. Ich bleibe dabei und sage weiterhin: wer so mit Leuten umgeht, ist ein Idiot und als möglicher Arbeitgeber komplett unattraktiv. Da können die noch so einen Bullshit schreiben um sich nach außen super darzustellen.
0
TorstenW20.02.21 02:41
DTP
…jede Firma machen SOLLTE, ja. Oft werden aber sogenante Superstars eingestellt [...]

Ich kann das absolut nicht einschätzen. Was heißt "oft"? Bezieht sich das auf bestimmte Branchen, Firmen? Wie kann da irgendjemand eine Übersicht haben?
Ich bin kein Personalrat oder sonstwas, aber für mich ist das alles eher eine Vermutung, als irgendwelche Fakten..
DTP
Denn jemand der fachlich etwas niedriger qualifiziert ist und dafür ins Team passt, wird dir bessere Ergebnisse bringen, als jemand der fachlich höher qualifiziert ist und dafür dein Team "vergiftet". Außer du kapselst ihn/sie, was aber schwierig ist.
Natürlich. Ich denke nicht, dass das jemand bestreitet.
Ich stimme dir auch bei quasi allem zu, was du sagst. Ich sehe hier nur nicht die herausstechende Rolle von Apple (weil der Artikel dies so rausstellt, als wäre das was besonderes), sondern für mich ist das einmal der ganz normale Standard, dass man versucht möglichst passende Mitarbeiter zu finden..
DTP
Das gibt es doch bei Lehrer*innen auch, Menschen, die keine Lust auf ihren Job haben, die alles, was die Schulleitung oder der Lehrplan vorgeben, als Unsinn abtun und ignorieren oder die ihre Stunden so halten, wie schon vor zwanzig Jahren. Oder?
Komplexe Frage. Ich versuche das aufzuschlüsseln:
Natürlich gibt es Lehrer, die "aufgegeben" haben. Meiner Empfindung hat das aber weder mit der Schulleitung zu tun (auch hier gibt es natürlich Inkompetente..) und quasi nie mit dem Lehrplan (hier hat man als Lehrer auch gewisse Möglichkeiten damit umzugehen, aber der Stoff ist eigentlich nie ein Problem. Klar mag man bestimmte Dinge mal nicht, aber man macht das dann halt. Ich kenne aber niemanden, der den kompletten Lehrplan für Quatsch hält).
Das Problem sind hier eher die Belastung durch Schüler, Eltern etc. Wer in einer Brennpunktschule arbeitet, hat da eine große Belastung. Burn-Out ist nicht umsonst bei Lehrern recht verbreitet.
Und natürlich gibt es Lehrer, die auf alte Materialien etc zurückgreifen. Das ist aber auch oftmals überhaupt kein Problem. Auch alte Lehrmethoden sind durchaus effektiv. Manchmal effektiver als modernes Zeug. Man sollte auch nicht die Erfahrung und Verfeinerungen unterschätzen, die jemand hat, wenn man sich 30 Jahre lang mit Material auseinandergesetzt hat.
Ich hatte eine Ausbildungslehrerin, die stand zwei Jahre vor der Rente. Die sagte mir direkt am Anfang meiner Ausbildung: "Ja, ich weiß, dass wir jetzt hier tolle neue Formen von Unterricht haben, mit Beamer und Whiteboards etc. Ich nutze das alles nicht. Bis ich damit vernünftig umgehen kann, bin ich in Rente und mein Unterricht wäre bis dahin deutlich schlechter als das, was ich mir über die letzten 40 Jahre aufgebaut hab". Und das war eine tolle Lehrerin, bei der die Kids super viel gelernt haben. Hat denen mit Sicherheit nicht immer soviel Spaß gemacht, wie bei anderen Lehrern, aber Spaß und Wissensakkumulation hängen auch nicht immer zusammen. Die wenigsten Kids haben dabei Spaß Vokabeln zu lernen. Auch nicht mit Apps oder sonstwas. Gibt einfach Dinge, da muss man sich auch mal durchbeißen. (auch das muss man lernen )
Aber der Vorteil im Lehrberuf ist, dass man nicht wirklich gezwungen ist mit anderen zusammenzuarbeiten. Viele machen das natürlich, weil es Dinge vereinfacht und man ist mit Sicherheit auch ein gern gesehener Kollege, wenn man kommunikativ ist und im Team arbeitet. Aber man kann/könnte auch problemlos einfach seinen Unterricht für sich machen. Man ist ja meist der einzige Lehrer im Klassenraum. Es stört auch keinen Kollegen, wenn jemand lieber sein eigenes Ding macht. Die Fachschaften sind ja meist groß genug, dass man genug andere Kollegen zum Austausch hat.
DTP
Genau, super Beispiel.
Nun stell dir vor, ich habe zwei Kandidat*innen, eine die Mathe nicht studiert hat aber schon seit Jahren Mathematikunterricht als Quereinsteigerin lehrt und pädagogisch klasse ist, ach an der Schule engagiert ist und ich nur Gutes über sie höre. Und eine, die Mathe studiert hat, sogar eine Doktorarbeit geschrieben hat, aber die eigentlich keine Lust auf Unterricht hat obwohl ihr Unterricht gut ist und von der ich weiß, dass sie eigentlich nur nörgelt und sich nur auf die Ferien freut.
Würdest du die mathematisch besser qualifizierte Person einstellen oder die andere (ich gehe bei diesem Beispiel davon aus, dass es da keine Richtlinien gibt, die vorgeben wen ich einstellen muss)?
Hier rennst du aber tatsächlich in einen Bereich, der eher ins Rech der Fabeln zu verorten ist.
Jemand der nicht Mathe (oder etwas seeehr Ähnliches, wie Physik (wo Höhere Mathematik Teil des Studiums ist)) studiert hat, wird nie als Quereinsteiger Mathe unterrichten.
Es gibt Ausnahmefälle, z.B. in Kunst oder Musik (extremer Mangel an Lehrern), wo Leute, die kein Lehramtstudium haben unterrichten können, wenn sie entsprechende Berufserfahrung vorweisen können. Aber auch hier haben eigentlich fast alle Leute irgendeine Art von Studium hinter sich.
Es mag extreme Ausnahmen geben, an Schulen, die lange Zeit Stellen ausgeschrieben haben und keine Bewerber bekommen haben. Z.B. in wirklich schlimmen Stadtteilen, wo Schulen so einen schlechten Ruf haben, dass dort niemand hinwill. Aber das erfordert dann hohen Einsatz der Schulleitung, die das gegenüber den höheren Diensstellen irgendwie durchboxen muss.

Entgegen der landläufigen Meinung ist Lehrer kein Beruf, den man mal eben so ergreifen kann. Man muss ja nicht nur ein Studium absolvieren, sondern auch hinterher noch eine Ausbildung (bekannt als Referendariat) machen. Quereinsteiger müssen auch immer noch nebenher mindestens eine pädagogische Qualifikation erwerben.
Wir arbeiten mit Kindern und wir bilden Kinder und wir bilden sie aus. Das ist durchaus eine recht große Verantwortung. Und da steckt durchaus viel Finesse in einer vernünftigen Unterrichtsplanung und Durchführung und das Sammeln von vernünftigem Unterrichtsmaterial erfordert viel Zeit und Organisation und viele verschiedene Fähigkeiten.
Nehmen wir mal die aktuelle Situation: Meinst du irgendwer bringt den Lehrern bei, wie sie Materialien aufbereiten, so dass die Kids die im Online Unterricht nutzen können? Natürlich nicht. In Fächern wo die Kinder keine eigenen Bücher haben, ist es untersagt Seiten aus Büchern oder Heften zu scannen und digital zu versenden. Denn die Kopiervertrag gilt nur für direkte Kopien die als Zettel in der Schule verteilt werden. Das bedeutet für mich z.B., dass ich alle Grafiken, die ich verwende, entweder selbst machen muss, oder copyright-unbedenkliches Material aus dem Netz verwende. Hello Photoshop Crashkurs in der Freizeit. (bzw. Indesign in meinem Fall, weil das besser passt)
Viele Leute machen sich gar kein Bild von den ganzen Anforderungen, die an den Lehrberuf gestellt werden (um wieder auf's Thema zurückzukommen), die Einstiegshürden sind da bereits so hoch, dass Fälle wie der von dir genannte, so gut wie nie auftreten werden. Jede Lehrperson muss irgendeine Qualifikation vorweisen, ansonsten braucht man sich da gar nicht bewerben.
Auf feste Stellen ohnehin nicht. Viele Verträge sind zeitbasierte Vertretungsverträge für weniger Monate. Als Quereinsteiger sind die Einstellungschancen auf feste Stellen auch seeeehr gering. Je nach Fach, Schulform und Region halt extrem unterschiedlich. Mit Geschichte am Gymnasium im gehobenen Stadtteil: in NRW so gut wie Null. Mit Musik an der Hauptschule im Brennpunkt: durchaus möglich, aber will man das wirklich?

Aber in deinem theoretischen Szenario: Natürlich stellt man die bessere Lehrerin ein und nicht jemanden mit dollem Doktortitel.
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