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Apples alte Interface Guidelines beschreiben schlechtes UI-Design: macOS Tahoe

Apples "Human Interface Guidelines" (HIG) aus dem Jahr 1992 mögen reichlich betagt sein und aus der Zeit von Schwarz-/Weiß-Darstellung stammen, vieles daraus gilt aber weiterhin. Früher war Apple dafür bekannt, enorme Sorgfalt selbst in winzige Details der Oberfläche zu stecken. Es ging weniger um Effekthascherei, sondern um klare Verständlichkeit von Layout, Beschriftungen und Symbolen. In den letzten Jahren war hingegen immer häufiger zu erkennen, dass derlei Prinzipien nicht mehr den höchsten Stellenwert haben – Howard Oakley ließ sich darüber unlängst aus (Artikel). Der UI-Designer Niki Tonsky geht in einem lesenswerten Blogbeitrag nun darauf ein, gegen welche zentrale Prinzipien Apple in Tahoe verstößt, legt man besagte Interface Guidlines zugrunde.


HIG 1992 beschreiben Tahoe – als Negativbeispiel
Apple versah die damalige Dokumentation mit vielen Beispielen, wie Oberflächen nicht aussehen sollten – die Negativbeispiele für schlechte Menügestaltung seien allerdings genau das, was man jetzt in Tahoe vorfindet. Apple führte nämlich Icons für praktisch jeden Menüeintrag ein, was allerdings dazu führe, weniger statt mehr Übersicht zu schaffen. Wenn einfach jedes Element nun über ein einfarbiges Symbol verfüge, stehe gar nichts mehr heraus. Zumindest wichtige Befehle hätte man mit Farbe versehen müssen.


Apple 1992, Sequoia, Tahoe... und ein Verbesserungsvorschlag

Jede App anders, Icons mehrfach verwendet
Allerdings zeigen sich noch weitere Probleme, denn anscheinend gibt es bei Apple keine zentralen Leitlinien für App- und Systemgestaltung mehr. Jedes Programm baue auf etwas andere Menüs und Icons – was dazu führe, dass identische Symbole in einem anderen Apple-Programm gänzlich andere Funktionen auslösen. Ein absolutes No-Go befand Apple einst, um davon jetzt reichlich Gebrauch zu machen. Der Stift auf Papier ist hier "Neuer Eintrag", dort dann "bearbeiten", teils verwendet Apple aber auch ein Plus im Quadrat (in unterschiedlichen Ausführungen) für neue Inhalte. Für "Öffnen" konkurrieren sechs Symbole, der Speichern-Button kann indes auch "Import" oder "Update laden" bedeuten. Wenn dann sogar identische Symbole für verschiedene Funktionen im selben Menü direkt untereinander auftauchen (z.B. Passwort eingeben und Zugriffsrechte bearbeiten), reduziert das die Sinnhaftigkeit enorm. Finde Apple einmal kein Icon, so wird es noch schlechter, denn dann setzte man sogar das vertikale Alignment außer Kraft:


Zufällige Piktogramme, kaum selbsterklärend
Apple warnte 1992 zudem davor, zufällige Symbolik zu verwenden, was man jetzt aber ausführlich tut. Im gleichen Menü bedeutet der Pfeil von links nach rechts "Aktuelle Größe", von rechts nach links aber "Vollbild". "Seitenleiste verstecken" und "Thumbnails" weisen die identische Gestaltung auf, unterscheiden sich nur durch die Anzahl der Punkte im Bildchen. Der Radius des Pfeils bestimmt außerdem, ob man "Undo", "zurücksetzen auf" oder "letzter Eintrag" auswählt, die Dicke des Stifts unterscheidet zwischen "Umbenennen" und "Hervorheben".


Schwer erkennbar, weitere Verstöße gegen eigene HIG
Die Liste an Kritikpunkten reißt aber nicht ab. Zu allen genannten Schwächen geselle sich noch die Entscheidung hinzu, zwar alles mit Icons zuzukleistern, diese aber gleichzeitig so winzig zu gestalten, dass auch bei theoretischer Unterscheidbarkeit kein optischer Anknüpfpunkt besteht. Gegen die einst propagierte Maßgabe, verständliche Metaphern zu nutzen, verstoße Apple dabei genauso wie gegen den Ratschlag, Icons nicht nur aus Text bestehen zu lassen. Was vor mehreren Jahrzehnten bereits gut gelöst wurde, stelle in vielerlei Hinsicht klare Rückschritte dar.


Früher, jetzt, Verbesserungsvorschlag

Ein Fazit
Apple hat sich eine unlösbare Aufgabe gesetzt, nämlich jedem Menüpunkt ein Icon zu geben. Allerdings gibt es schlicht nicht genügend sinnvolle, eindeutige Metaphern – und selbst wenn das der Fall wäre, bleibt die Annahme "mehr Icons = schnelleres Finden" zweifelhaft. Beide Punkte ignoriert und einmal vorausgesetzt, dies sei möglich, komme aber noch die handwerklich schlechte Gestaltung hinzu, wie Tonsky ausführt. Inkonsistente Symbolik zwischen und innerhalb von Apps, schlechte Pixel-Umsetzung, Überdetaillierung bei zu kleinen Größen und vieles mehr, lauten die Kritikpunkte. Es war noch nie so einfach, besser als Apple zu designen, weil Apple in Tahoe nahezu alle bekannten Designfehler der früheren Human Interface Guidelines hinsichtlich Icons in einem System gebündelt habe. Einen recht ähnlichen Artikel gibt es übrigens vom UI-Experten Jim Nielson, der ebenfalls kein gutes Haar an Apples jüngsten Entscheidungen lässt.

Kommentare

Dunnikin
Dunnikin06.01.26 10:30
Diese winzigen Icons nerven mich richtig. Ich bin nicht mehr jung, so fizzeliges Zeug auf dem Bildschirm bringt mir nichts, das ist für mich nur Pixelbrei ohne da irgendwas unterscheiden zu können.

Gibt es eine Möglichkeit, diese Icons verschwinden zu lassen?
+26
net_zwerg
net_zwerg06.01.26 10:32
Hoffentlich erreicht diese Nachricht Apples Design-Etage.
Ein gut gestaltetes, funktionales UI ist so essentiell für die Akzeptanz und Zufriedenheit beim Nutzer.
Wie im Artikel erwähnt: das war mal die große Stärke von Apple.
Die zahlreichen Mikro-Korrekturen am UI während der Beta Phase haben gezeigt, dass man auch bei Apple noch sehr unsicher war / ist, was die 'Ausgereiftheit' von Liquid Glass betrifft.
Meine Hoffnung liegt auf macOS 27. Weniger AI - mehr UI 😜

(Die gezeigten Verbesserungsvorschläge finde ich übrigens alle sehr gut)
+37
t.stark
t.stark06.01.26 10:36
Naja dieser Griff auf 1992 ist ja schon ziemlich schräg. Das war ja noch bevor Don Norman bei Apple aufgekreuzt ist. Diese vergleichenden Screenshots sind sicher interessant, aber unterschlagen etliche veröffentlichte Design-Iterationen. Die würden zeigen, dass auch dazwischen, also lange vor Tahoe, sehr viel Inkonsistenz und zweifelhaftes Design vorhanden war.
Klar die Treppen im Menü sind ja nichts, was man so oder so sehen kann... - der Autor hat des Verbesserungsvorschlags hat sich mal eben das Thema mit den Checkboxes/Radiobuttons gespart.
-8
Sarkis
Sarkis06.01.26 10:40
Auch wenn die „Human Interface Guidelines“ (HIG) aus dem Jahr 1992 stammen und inzwischen als betagt gelten mögen, sind ihre gestalterischen Leitlinien in Bezug auf die Usability auch im Jahr 2026 weiterhin relevant. Gerade deshalb, weil wir täglich einen großen Teil unserer Zeit damit verbringen, auf Bildschirme zu blicken.
+35
rosss06.01.26 10:44
Was bin ich froh, noch nicht das Update gemacht zu haben – bisher hatte ich nur von unterschiedlichen Fenster-Radien und den üblichen Problemen von Transparenz gelesen… ein unnötiger Rückschritt, aber man kann damit klarkommen

Schon die Ampel-Buttons sind seit der Einführung von OS X eine Verschlechterung gegenüber der ursprünglich erarbeiteten Bedienung der Fenster – wahrscheinlich als Umstiegs-Hilfe für die damals dringend benötigten Windows-Nutzer gedacht, die ja nichts besseres kannten.

Aber diese Menü-Icon-Katastrophe ist ja ganz unterstes Niveau. Irgendwann (jetzt?) ist der Punkt erreicht, wo nichts mehr übrig ist von der Bedienungsüberlegenheit, die Apple so lange vor Windows und Linux hatte.
+15
andreas_g
andreas_g06.01.26 10:53
Apple passt sich eben der (US-amerikanischen) Kundschaft an. Piktogramme und Emojis ersetzen Text. Lesen (wer das noch kann) ist out.
+6
teorema67
teorema6706.01.26 10:57
Apples "Human Interface Guidelines" (HIG) aus dem Jahr 1992 mögen reichlich betagt und aus der Zeit von Schwarz-/Weiß-Darstellung stammen, vieles daraus gilt aber weiterhin.

Diese HIG haben mich viele Jahre begleitet. In der Rückschau war damals nicht nur das GUI, sondern das ganze (alte, nicht UNIX) OS konsistenter als jedes aktuelle System und Interface.

Liegt aber in der Natur der Sache, mit zunehmender Komplexität wird alles immer unübersichtlicher.
Unwort des Jahres 2026: Sicherheitskräfte
+12
macwiz06.01.26 11:01
Early adopter problems...
Auf Produktivsystemen (ja, die Macs mit denen man Geld verdient statt mit dem neuen UI rumzuspielen) bleibt man stets ein paar Iterationen hinter dem aktuellen Zeug in der Hoffnung, dass sich alte und neue Fehler und Designunfälle bis zur letzte Iteration eines major release ausgeschliffen haben. Es ist auch nicht wirklich schlimm, mal auf ein major release gänzlich zu verzichten. Tahoe scheint so ein Kandidat zu sein
-2
rosss06.01.26 11:04
andreas_g
Apple passt sich eben der (US-amerikanischen) Kundschaft an. Piktogramme und Emojis ersetzen Text. Lesen (wer das noch kann) ist out.

Ein aktuelles iPhone hat inzwischen fast dreimal so viel Fläche wie das ursprüngliche, aber immer noch nur 4 Apps nebeneinander, die entsprechend größer geworden sind. Die Augen der Kunden werden ja auch nicht jünger.

Aber am Mac soll ich die Lupe herausholen, um die Icons zu identifizieren?

Hallo Apple, wir brauchen zusätzlich zum klassischen List View in den Menüs eine Ansicht mit schönen großen bunten Icons!
+4
vta06.01.26 11:06
macwiz
Early adopter problems...
Auf Produktivsystemen (ja, die Macs mit denen man Geld verdient statt mit dem neuen UI rumzuspielen) bleibt man stets ein paar Iterationen hinter dem aktuellen Zeug in der Hoffnung, dass sich alte und neue Fehler und Designunfälle bis zur letzte Iteration eines major release ausgeschliffen haben. Es ist auch nicht wirklich schlimm, mal auf ein major release gänzlich zu verzichten. Tahoe scheint so ein Kandidat zu sein

- das funktioniert bei Apple aber nicht oder nur eingeschränkt, da Apple nur die aktuelle macOS-Version mit Sicherheitsupdates angemessen pflegt. So steht das auch in der Dokumentation, wenn auch mit anderen Worten.
- So grobe Designunfälle bekommt man wohl nur schwer in ein paar Interationen raus. Ja, die können gemildert werden aber das vor macOS27 alles sauber umgesetzt ist, ist doch eher zu bezweifeln. Selbst in macOS 27 wird man sich vermutlich noch ärgern dürfen.
+9
rosss06.01.26 11:12
teorema67
Liegt aber in der Natur der Sache, mit zunehmender Komplexität wird alles immer unübersichtlicher.

Einspruch: Mit zunehmenden Gewinnen wird der Druck geringer, sorgfältig zu arbeiten und mitzudenken. Es ist billiger, hundert Interface-Designer jeden für sich wurschteln zu lassen, als zuerst ein Rahmenkonzept zu erarbeiten – solange die Leute trotzdem kaufen, rechnet sich ein durchdachtes UI nicht.

Natürlich ist es schwieriger, etwas Gutes besser zu machen, als etwas Vertrautes neu aussehen zu lassen. Bling-Bling.
+10
t.stark
t.stark06.01.26 11:14
In dem "Verbesserungsvorschlag" wurden scheinbar ein begrenzte Anzahl besonders wichtiger Funktionen identifiziert und dafür ein Icon eingebaut.

Das Thema Icons in Menüs ist aber halt auch nicht so einfach wie es hier dargestellt wird. Angenommen wird bieten dem Nutzer die Möglichkeit jeden Befehl über Symbolleiste anpassen einer Symbolleiste hinzuzufügen, dann braucht der Button dort zwingend ein Symbol. Nach welcher Logik soll dann der korrespondierende Menüeintrag ein Icon erhalten bzw. nicht? Oder einfach "unwichtige" Befehle nicht für die Symbolleiste anbieten?
-4
MacStudio06.01.26 11:16
Den Ansatz, jede mögliche Kommunikation auch für Analphabeten zu gestalten (Icons etc.), findet man in den letzten Jahren nicht nur bei Apple. Schlimm... Auch in der Werbung. Früher ergänzte eine Headline ein Bild. Heute muß das Bild 1:1 die Headline erklären. Als alter Mann, der lesen kann, ist dieses redundante Analphabeten-Gemülle echt anstrengend.
+12
rosss06.01.26 11:16
macwiz
Tahoe scheint so ein Kandidat zu sein

Ich befürchte, mit Tahoe lernen die Apple-Pfennigfuchser, was die Kunden alles bereit sind zu ertragen – dann kann macOS 27 noch viel billiger mit AI gestaltet werden, für „einen noch nie gesehenen, frischen Look!“
+4
massi
massi06.01.26 11:31
Man merkt halt, daß die UIs von jungen Menschen für junge Menschen gemacht werden.
Denn was sollen alte Säcke schon mit Computern, die können die ja eh nicht bedienen.

Diese fizzeligen Icons kann ich nicht mehr unterscheiden, zum Glück kann ich noch lesen.

Wieder ein weiterer Grund noch nicht auf Talahon zu wechseln.
+6
esc
esc06.01.26 11:32
Ehrlich gesagt nehme ich diese Icons neben den Befehlen überhaupt nicht war, von mir aus könnte man die gerne ausschalten.
+6
Kehrblech06.01.26 11:46
Mein Apple OS-Fazit für 2025: Bei groß angekündigten Funktionen (AI) nichts geliefert, dafür alte Stärken (UI) in den Orkus gekippt! Und gerade Letzteres ist höchst beunruhigend, denn es zeigt, dass Apple-intern kein Bewusstsein für entscheidende Qualitäten der eigenen Produkte besteht und auch entsprechende Traditionen nicht mehr existieren. Die Geschäftszahlen machen diesen Trend nur umso gefährlicher für das Unternehmen. Denn Apple zehrt von seinem Ruf. ist der irgendwann aufgebraucht (wofür es u.a. auf dieser Seite deutliche Hinweise gibt), kann selbst ein wirtschaftlich blendend aufgestelltes Unternehmen binnen Kurzem vor die Hunde gehen.
Also Apple: Bitte wehret den (schrecklichen) Anfängen!
+18
t.stark
t.stark06.01.26 12:07
Naja offenbar gab es ja intern einen Wechsel und da habe ich schon Hoffnung, dass es wieder besser wird. Da muss einfach wieder ein richtiger UXler ran und nicht so ein Pixelschubser wie Dye.
+7
MetallSnake
MetallSnake06.01.26 12:18
Kehrblech
Mein Apple OS-Fazit für 2025: Bei groß angekündigten Funktionen (AI) nichts geliefert, dafür alte Stärken (UI) in den Orkus gekippt! Und gerade Letzteres ist höchst beunruhigend, denn es zeigt, dass Apple-intern kein Bewusstsein für entscheidende Qualitäten der eigenen Produkte besteht und auch entsprechende Traditionen nicht mehr existieren.

Und das ja nun schon seit 2011 mit der Einführung von iOS 7 (und ein Jahr später mit macOS Yosemite). Weil Apple hier mal so stark war, machen alle anderen das natürlich nach ohne zu erkennen, was für ein krasser Rückschritt das ist. Die letzten rund 15 Jahre sind Designtechnisch katastrophal, egal wo man hin guckt. 😭
https://www.mactechnews.de/news/article/S-187416.html#newscomment1621890 Was ist mein Fehler? ('Nicht richtig gelesen. Setzen, sechs.')
+1
UBahn
UBahn06.01.26 13:06
rosss
Was bin ich froh, noch nicht das Update gemacht zu haben ... wo nichts mehr übrig ist von der Bedienungsüberlegenheit, die Apple so lange vor Windows und Linux hatte.

Dem muss ich zustimmen.
Vermeide auch macOS/iOS 26. Auf dem iPad habe ich -leider- v26 wg. einer Reparatur. Tatsächlich stört mich dieses Gewackel und die unschönen transparenzen.

Vorher immer gerne die neusten Updates installiert, mal über Bugs geärgert, aber in der Regel über Funktionen oder anderes Design gefreut. Das hier ist -für mich- wirklich ein Griff ins Klo.

Hatte auch immer über Linux / Windows gelächelt. Verwende beides, aber macOS hat einfach dieses schöne + "weniger klicks to target".

Naja - vermutlich muss es da erst einen Wechsel an der Chefetage geben, dass die Prämissen wieder sind:
- form follows function
- it just works

Ansonsten mag ich mein Apple Gedöns. Handoff usw., das funktioniert so schön nahtlos zusammen. Oder wie neulich: MacBook installiert, anmelden, im Prinzip sind alle Daten da wo sie sein sollen - Convenience können die schon (wenn sie wollen)
+3
vta06.01.26 13:19
MetallSnake
Kehrblech
Mein Apple OS-Fazit für 2025: Bei groß angekündigten Funktionen (AI) nichts geliefert, dafür alte Stärken (UI) in den Orkus gekippt! Und gerade Letzteres ist höchst beunruhigend, denn es zeigt, dass Apple-intern kein Bewusstsein für entscheidende Qualitäten der eigenen Produkte besteht und auch entsprechende Traditionen nicht mehr existieren.

Und das ja nun schon seit 2011 mit der Einführung von iOS 7 (und ein Jahr später mit macOS Yosemite). Weil Apple hier mal so stark war, machen alle anderen das natürlich nach ohne zu erkennen, was für ein krasser Rückschritt das ist. Die letzten rund 15 Jahre sind Designtechnisch katastrophal, egal wo man hin guckt. 😭
Ja. Das hatte ja damit u.a. angefangen, dass man vieles nicht mehr richtig erkannt hat wegen mangelndem Kontrast. Wurde dann im Laufe der Zeit entschärft.
+1
MacNu9206.01.26 13:24
Vielleicht wird es ja doch wieder Zeit für einen leidenschaftlichen Product-Guy an der Spitze von Apple.
+7
L-E06.01.26 13:33
Spielt keine Rolle ob die „Human Interface Guidelines“ (HIG) aus dem Jahr 1992 stammen. Gute Gestaltung, egal in welchem Bereich (Fotografie, Malerei, UI, etc), basiert auf Regeln, die sich über die Zeit als richtig herauskristallisiert haben. Man kann Dinge zwar immer wieder mal neu erfinden – auch weil neue Funktionen hinzu kommen – aber dann sollte man sich an klaren Regeln, die sich als richtig erwiesen haben, orientieren und nicht alles auf den Kopf stellen wollen. Bei Apple, so scheint es, sind da nur noch Stümper am Werk, die sich in unsinnigen Spielereien gefallen und technische und optische Mätzchen zu kleinen Sensationen hochpushen wollen. Nebenbei fällt mir da auch immer wieder dieser Herr Federighi ein, der 2020 in einer Präsentation verzückt den Deckel eines leichten MacBooks ein wenig anhebt und es total cool findet, das es sofort aus dem Ruhezustand aufwacht. Findet er total cool. Ich fand das damals eher lächerlich, ja geradezu grotesk peinlich, denn erstens ließ sich der Deckel jedenfalls so nicht anheben ohne den unteren Teil des Books entweder festzuhalten oder auf dem Tisch anzukleben, zweitens sind auch MacBooks aus 2011 mit einem High Sierra schon direkt aufgewacht und waren voll da, wenn der Deckel arbeitsbereit aufgeklappt war. Nur Show, sonst nix also.

Aber dieses Hochpushen von Banalitäten und Mätzchen wie auch wobbelnde Elemente von Programmen, Icons usw. wird bei Apple immer mehr zelebriert. Und dabei gerät völlig aus dem Blick, dass der Mehrwert in der Regel gleich Null ist und dem Nutzer die Arbeit eher erschwert als erleichtert wird. Überladene Menüs mit inkonsequent gestalteten Icons, sich widersprechenden Symbolen oder der Änderung von seit zig Jahren geltenden Tastenkürzeln sind nicht geeignet, den Nutzer sinnvoll zu unterstützen. Gleichzeitig wird bei den Basteleien rund um optischen Schnickschnack vernachlässigt, nervige Bugs anzugehen. In den Apple-Foren gibt es seit teils Jahren zahlreiche quasi identische Beschwerden zu Funktionsmängeln, die nicht angegangen werden, scheinbar keine Priorität haben.
+13
deus-ex
deus-ex06.01.26 13:58
Selten so einen Bullshit gelesen. Ich erinnere an die Keynote von Steve Jobs für Mac OS X. Die bestand zu 90% aus optischen SpIelerreien
-22
t.stark
t.stark06.01.26 14:38
deus-ex
Selten so einen Bullshit gelesen. Ich erinnere an die Keynote von Steve Jobs für Mac OS X. Die bestand zu 90% aus optischen SpIelerreien
Wie z.B. das Design der modalen Fenster nehme ich an
0
t.stark
t.stark06.01.26 14:47
L-E
Spielt keine Rolle ob die „Human Interface Guidelines“ (HIG) aus dem Jahr 1992 stammen.
Natürlich gibt es auch mal grundsätzliche neue Erkenntnisse in diesem Bereich - aber es ist jetzt nicht so, dass die Entwicklungen besonders revolutionär wäre. Das einzige was hier wirklich einen wesentlichen Unterschied macht, ist technischer Fortschritt. Es entstehen. neue Möglichkeiten, die zu besseren UI-Lösungen führen können - oder auch nicht. Als Beispiel: Ive/Federighi haben mal erklärt, dass die mit iOS 7 eingeführte Lösung für Tiefe früher technisch nicht möglich war.
Was halt auch dazu kommt, ist wirklich dieser schon von anderen angesprochenen gefallenen Anspruch. Jobs hat diesen Anspruch früher sehr klar formuliert. Aus meiner Sicht hat das denn Grund, dass die Leute, die so etwas gestalten zu sehr in einer Blase leben, was bei Apple absolut nicht passieren darf, die Annahme, dass die Digital Natives inzwischen in der Überzahl sind und auch die Annahme, dass die schon irgendwie damit klarkommen.
+5
Troubadixderdritte06.01.26 14:57
MacStudio
Den Ansatz, jede mögliche Kommunikation auch für Analphabeten zu gestalten (Icons etc.), findet man in den letzten Jahren nicht nur bei Apple. Schlimm... Auch in der Werbung. Früher ergänzte eine Headline ein Bild. Heute muß das Bild 1:1 die Headline erklären. Als alter Mann, der lesen kann, ist dieses redundante Analphabeten-Gemülle echt anstrengend.

wenn wir noch etwas älter werden und langsam in den scheinbar unvermeidlichen Nebel der Demenz eintauchen, wissen wir die dummen Bildchen dann sicher zu schätzen 😜
+2
WahrFa06.01.26 15:09
Alan Dye dem Design über alles ging z.B. siehe iOS 7 oder Liquid Glas, ist ja Anfang Dezember zu Meta gewechselt und jetzt deren „Problem“.
Der neue Interface Chef soll ja Steve Lemey sein, dieser soll dafür bekannt sein, dass ihm intuitive Bedienung, Qualität und Nutzerorientierung alles bedeutet. (Die gut gemachten kleinere UI-Entscheidungen der letzten Jahre sollen viel auf ihn zurückgehen - die schlechten auf Dye) Heißt es sollte deutlich besser werden, natürlich wird er aber nicht sofort alles umkrempeln können, weil dann müsste man sich ja eingestehen, dass das UI der letzten Jahre und auch das neuste nicht so das Gelbe vom Ei ist.
+8
vta06.01.26 15:12
deus-ex
Selten so einen Bullshit gelesen. Ich erinnere an die Keynote von Steve Jobs für Mac OS X. Die bestand zu 90% aus optischen SpIelerreien
Ich kenne die Keynote nicht. Aber man kann optische Spielereien auch sinnvoll einsetzen, dass diese Mehrwert haben. So habe ich früher auch macOS in Erinnerung, dass vieles mit optischen Effekt bei genauer Betrachtung auch einen Sinn gehabt hat, wie ein hüpfendes Icon etc.

In iOS 26 habe ich gesehen, dass man teilweise Hamburger-Menüs hat, die Apple in frühen iOS-Zeiten selber abgelehnt hatte und in Dokumenten gezeigt hatte, wie man Apps besser baut ohne diese Hamburger-Menü-Seuche. Und heute ist der Rotz in iOS26 teilweise drin, kann man aber glücklicherweise über Einstellungen in Safari wegschalten.
Gnome und GTK/Adwaita zeigen, wie man einen Desktop mit Hamburger-Menüs verhunzt.
+5
gfhfkgfhfk06.01.26 15:18
Es ist schon erstaunlich wie 2026 Designrichtlinien aus den 1980er Jahren nicht mehr als relevant betrachtet werden. Beispiele sind die Hamburger Menüs, die wie eine Seuche sich mittlerweile ausbreiten. Wir haben im Gegensatz zu früher gigantische Bildschirme (der Mac128k hatte 512×342) die 5j Auflösung in HighRes entsprechen 2560×1440 in der alten Auflösung. Trotzdem werden nun Hamburger Menüs genutzt, weil es angeblich zu wenig Platz auf dem Monitor gibt.

Die ganzen optischen Spielerein sorgen nur für eines. Die Rechner werden langsamer und und die UIs fressen gigantisch Resourcen. Nutzen gering bis nicht vorhanden.
+8
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