

Und wieder stürzen wir uns in ein neues Jahr. Je nach Stimmung hinsichtlich der persönlichen wie allgemeinen Gesamtumstände mal mit mehr, mal mit weniger Begeisterung. Desktop-Worker und andere Bildschirm-Anglotzer, die viel Zeit am Desktop verbringen, werden über die Jahre feststellen, dass – neben unverzichtbarem Ausgleichssport – einige Dinge die Zeit am Computertisch wesentlich angenehmer machen.
Dies mag nicht der erste REWIND-Artikel in dieser Richtung sein, aber der Letzte ist schon wieder einige Jahre her und es gibt neue Tools, Gadgets und Unterhaltungselektronik, auf die sich ein näherer Blick lohnt. In meinen nun schon rund 20 Jahren für REWIND und noch viel mehr Jahren an anderen Bildschirmarbeitsplätzen hat sich mein Umfeld ständig verändert. Einige Dinge bleiben über viele Jahre, andere kommen und gehen je nach Bedarf, und wieder andere folgen dem Lauf technischer Entwicklungen.
Das beste Beispiel ist der Mac selbst. Von Tower-Modellen über Laptops, kleineren Tisch-Macs bis hin zu vollintegrierten iMacs und wieder zurück zu kleinen Desktop-Macs (Mac Studio / Mac mini) ist fast alles aus Cupertinos Denkzentrale über (und unter) meinen Tisch gewandert. Der Mac ist und bleibt hier DAS zentrale Element der Aufmerksamkeit. Für ihn und mich gilt es lediglich, das ideale Umfeld zu schaffen. Dafür haben sich im Laufe der Zeit eine Reihe nützlicher bis unverzichtbarer Dinge ergeben. Und das sind aktuell meine Top-Empfehlungen für jeden Desktop-Jockey:
Nummer Uno: Der Tisch (logisch)Im Laufe der Jahre bestand die Arbeitsfläche in meinem Home-Office unter anderem aus einer ausgemusterten Tischplatte ohne Gestell, die einige Jahre auf Kartons und Büchern ruhte. Die Lösung war durchaus stabil, aber erstens zu klein und ursprünglich nur für einen kurzen Übergang gedacht. Und hübsch schon mal gar nicht. Doch es kamen andere Dinge dazwischen, die einen schnellen Wechsel verzögerten. Irgendwann jedoch ergab sich die günstige Gelegenheit, auf einen ausgemusterten Ikea-Schreibtisch zu wechseln, der für die heutigen Verhältnisse des schwedischen Möbelhauses unglaublich stabil und robust ist. Der steht auch jetzt noch hier, soll aber hoffentlich bald durch einen höhenverstellbaren Schreibtisch ersetzt werden.
Womit wir beim Punkt sind: Statt nur Geld für Tech-Hardware auszugeben, sollte man so früh wie möglich für einen ergonomischen Platz sorgen. Der Tisch ist dabei die halbe Miete. Es muss nicht zwingend ein reiner Stehtisch sein. Es heißt zwar, sitzen ist das neue Rauchen, aber man kann es auch übertreiben. Was auf jeden passen sollte, ist die Stabilität (wackelfrei, und belastbar sollte er sein), die richtige Sitzhöhe und ausreichend Platz auf und unter der Tischplatte. 180 cm bis 200 cm Breite, 80-90 cm Tiefe und eine an die Körpergröße angepasste Höhe (am besten justierbar) sollten es sein. Wenn sich der Tisch dann bei Bedarf auch noch ganz hoch fahren lässt, um stehend daran arbeiten zu können, umso besser. Das setzt allerdings auch gutes Kabelmanagement voraus, was zum Beispiel in meinem Fall mit vielen unterschiedlichen strombetriebenen und vernetzten Komponenten auf dem Tisch gar nicht so leicht ist.
Die Angebotsvielfalt an Arbeitstischen ist riesig und die Preisspanne reicht von Grabbeltisch (Wortspiel) bis hin zum edlen Designermöbel mit allem Schicki-Micki. Ihr Geldbeutel entscheidet. Mein spezieller Tipp richtet sich an diejenigen, die das nötige Kleingeld haben und sich was richtig Edles gönnen wollen. Gemeint ist der
TEAM 7 „Pisa“ Schreibtisch. Ein wunderschöner Holzschreibtisch, den es in unterschiedlichen Echtholzausführungen gibt und der umfangreich in Größe und Ausstattung konfigurierbar ist. Je nachdem kostet das gute Stück allerdings 5.000 Euro oder mehr. Der Pisa – der nichts mit der gleichnamigen Bildungsstudie zu tun hat – ist elektrisch mit sehr dezenter Technik auf Stehhöhe ausfahrbar und erstaunlich stabil. Selbst voll ausgefahren wackelt da nichts, obwohl er recht fragil aussieht. Und die Naturholzflächen sind ein Traum.
Nummer 2: Der Stuhl (auch logisch)Das Thema wurde oft behandelt und auch hier gibt es nicht die eine Empfehlung für jeden Geschmack und Bedarf. Von minimalistischen Steh-Sitz-Hockern bis hin zu vollausgestatteten Luxus-Bürostühlen ist alles denkbar. Und vor allem besser, als Omas Holzstuhl vom Esstisch zu entführen und sich damit den Rücken zu versauen. Wichtig ist vor allem auch hier eine hochwertige und langlebige Konstruktion in Kombination mit guter Ergonomie. Und die sollte man sich etwas kosten lassen.
Ich hätte es selbst nicht gedacht, aber inzwischen sitze ich seit über 16 Jahren (siehe
Vorstellung in 2009) auf einem Sato Galileo Bürostuhl, der mit über 2.000 Euro zwar recht teuer war – insbesondere wenn man sich die Millionen von Billigstuhl-Ramschangeboten im Internet anschaut – der aber bis heute so stabil und wackelfrei wie am ersten Tag ist, womit sich die Investition längst amortisiert hat. Nicht eine Schraube habe ich nachziehen müssen und auch die Gasdruckfeder, die Bewegungsmechanik und die Sitzflächen sowie der Stoff sind noch einwandfrei. Einzige Änderung: nach einem Zimmerumbau habe ich die Rollen von Teppich auf Hartböden umgestellt. Ich bezweifle, dass ein „Gaming-Drehstuhl“ von Temu für dreizehneurofuffzich da mithalten kann. Egal wie spacig der aussieht.
Zu einem guten Drehstuhl empfiehlt sich unbedingt eine Fußstütze zur weiteren Unterstützung der Sitzgesundheit. Eine einfache Lösung
wie diese hat sich bei mir seit ein paar Jahren bewährt.
Den Sato Galileo gibt es noch immer, und er kostet nach wie vor um oder über 2.000 Euro. An seinem Nutzen hat sich nichts geändert und sein Design und die Ergonomie sind nach wie vor absolut zeitgemäß.
Drittens: LICHT!Über viele Jahre habe ich gepredigt, dass eine gute Desktop-Leuchte unbedingt zur Grundausstattung gehört. Das ist auch heute noch so. Aber es muss nicht unbedingt die übliche Schwenkarm- bzw. Klemmlampe mit Gelenkarm sein, wie meine noch im Einsatz befindliche
Waldmann, die seit 2015 (auch schon wieder über zehn Jahre – WOW) bei mir im Einsatz ist. Inzwischen denke ich über den Kauf einer spezialisierten Stehlampe nach. Warum? Deswegen …
Während eine gute Schreibtischlampe wie die Waldmann den Desktop wirklich gut ausleuchtet, bleibt doch der Rest des Raums im Dunkeln. Man arbeitet mehr oder weniger in einer kleinen Lichtinsel, wenn man nicht die allgemeine Raumbeleuchtung zusätzlich anschaltet, die vielleicht gar kein gutes Arbeitslicht bietet.
Auf Dauer ist es – insbesondere natürlich in der dunklen Jahreszeit – angenehmer, wenn auch die Peripherie des Arbeitsumfeldes ausrechend erhellt wird. Für diesen Zweck bieten sich spezielle Stehlampen an, die sowohl direkte als auch indirekte Beleuchtung erlauben. Ein gutes Beispiel, auf das ich vielleicht auch bald umsteige, ist
diese Lampe:
Leuchten dieser Art gab es lange nur von Spezialanbietern und Designer-Labels zu sehr hohen Preisen. Doch inzwischen gibt es auch bezahlbare Varianten, die wie im Falle der
Luxula sogar eine sehr hohe Lichtqualität (CRI >98) versprechen. Dimmbar und schaltbar für Down- und Uplight bieten Lampen wie diese ein noch angenehmeres Arbeitsumfeld, als die reichweitenbegrenzten Tischleuchten. Rund 250 Euro kann einem das locker wert sein.
Viertens: AblagemöglichkeitenHeutzutage brauchen wir zum Glück viel weniger bis gar kein Papier mehr am Desktop. Spezielle Zettelkästen und Aktenordner können damit wegfallen. In meinem Büro existieren tatsächlich nur noch zwei Aktenordner mit uralten Unterlagen. Und der Drucker, den ich nur noch selten benötige und der in einem anderen Raum steht, kommt mit wenig Futter aus. Notizzettel gibt es hier auch nicht mehr. Temporäre Notizen landen bei mir auf einem „Schmierzettel“ in der Notizen-App. Auch Stifte gibt es aus dem Grund nur noch wenige in meinem Arbeitsumfeld.

Doch andere Dinge haben die Papierflut ersetzt. Etwa Kabel und Adapter, oder Hubs und USB-Festplatten. Dank der Durchsetzung von USB-C wird es zwar langsam weniger mit Steckeradaptern, aber es braucht im Alltag dennoch etliche Strippen. Sei es zum Aufladen von Akkus, für die Peripherie des Mac oder die Desktop-HiFi-Anlage. Darum – und für viele andere Dinge – ist die Notwendigkeit für einen Schreibtischcontainer nach wie vor gegeben. Der sorgt auch dafür, dass der Zubehörkrempel nicht ständig auf dem Tisch liegt, sondern ordentlich und staubgeschützt in Schubladen landet.
Eine Unter-Tisch-Lösung,
wie hier vorgestellt, zur Aufnahme von Festplatten, Hubs und Kabeln, ist eine weitere nützliche Installation, die ich dringend empfehle. Der oben genannte Schreibtisch von TEAM 7 kann übrigens ab Werk mit einer sehr praktischen Lösung dieser Art bestellt werden.
Fünftens: SoundOft unterschätzt, aber wie Licht und ergonomisches Sitzen trägt auch ein guter Sound am Desktop zum Wohlbefinden bei. Ob über Desktoplautsprecher für Musik oder Gaming-Sound oder Musikspaß per Kopfhörer: Ein gutes Stereo-Setup nach Bedarf und Anspruch komplettiert das Umfeld. REWIND hat seit seiner Gründung im Jahr 2006 auch dieses Thema immer wieder behandelt und ich behaupte mit einem gewissen Stolz, zu der heute etablierten Kategorie und dem Namen „Desktop-HiFi“ in nicht unerheblichem Maße beigetragen zu haben. In der Anfangszeit der REWIND galt das noch als Unsinn. Mehr als ein paar Brüllwürfel aus Plastik mit Rumpelbass unterm Tisch waren bis dahin am Desktop eher unbekannt.
Wieder ist eine Pauschalempfehlung aufgrund des riesigen Angebots an desktoptauglichen Lautsprechern und Komponenten unmöglich. Einfach die REWIND verfolgen und die Vorstellungen und Tests lesen hilft. Um ein tolles Beispiel zu einem fairen Preis zu nennen, schauen und hören Sie sich doch mal den
eversolo PLAY an, der für mich das Highlight des Jahres 2025 war. Ergänzt um passende, desktoptaugliche Passivlautsprecher bietet dieser kleine Streaming-Amp alles, was heute auf diesem Gebiet möglich ist, in einem kompakten Paket, das gut unter den Monitor passt. Und der PLAY spielt auch dann munter weiter, wenn der Mac mal aus ist, denn er ist die Quelle, und nicht der Mac.
Fazit: Mach Dir das Desktop-Leben schönSoweit nur ein paar Empfehlungen, die ich nur als Anreiz verstanden wissen möchte, sich mal Gedanken darüber zu machen, wo und womit man viele Stunden vor dem Bildschirm verbringt. Jeder hat seine eigenen Prioritäten, Ansprüche und sein eigenes Budget. Für nahezu alles gibt es passende Angebote.
REWIND gibt sich Mühe, auch im 20. Jahr seines Bestehens weiterhin mit Tipps aus diesen und anderen Bereichen des modernen Lebens zu informieren und zu helfen. In diesem Sinne: Auf ein gutes Jahr 2026! Ich gehe jetzt eine Runde spazieren. Genug gesessen.