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Howard Oakley: Ein Mac-Jahr voll Irritationen und Rückschritten

Wer gerne wissen möchte, wie sich die Taktraten eines Effizienzkerns im M4 verändern, wenn man 14x in Folge eine Geteiltdurch-Rechnung im Taschenrechner ausführt, während die Erinnerungen-App gerade eine Benachrichtigung auslöst, findet möglicherweise auch hierzu irgendwann eine ausführliche Analyse von Howard Oakley auf Eclectic Light. Kaum jemand analysiert mit derlei Akribie, was sich hinter den Kulissen so alles abspielt und den meisten Nutzern verborgen bleibt.

Was sich im ablaufenden Jahr bei Apple abspielte, enttäuschte ihn dabei aber ganz gehörig – wobei seine Kritik vor allem auf etwas abzielt, das jeder sehen kann: Apples neue UI-Sprache. Voller Irritationen, Unglauben und Rückschritten sei die Zeit der Umstellung gewesen.


Fehlentwicklung – und komplett ignoriertes Feedback
Liquid Glass sieht Oakley in vielerlei Hinsicht als Fehlschlag und Rückschlag an. Den eigenen Geschmack einmal außer Acht gelassen, habe Apple Usability und Lesbarkeit teils maßgeblich verschlechtert. Dazu komme eine Masse an problematischen Entscheidungen, die er Apple während intensiver Betatests zwischen Juni und September zwar als Feedback übermittelt hatte, welche jedoch keine Beachtung fanden: weder in 26.0 noch in 26.1 noch in 26.2. Die Liste an Verschlechterungen und zweifelhaften Änderungen sei lang.

Platzverschwendung ohne Nutzwert
Übermäßig abgerundete Fensterformen führen dazu, dass angesichts meist rechteckig angelegter Inhalte spürbar weniger Arbeitsfläche zur Verfügung stehe. Platz an den Rändern werde verschwendet, zudem gebe es einen Bruch zwischen Fensterform und Inhalt. Größere UI-Elemente ohne jeden Nutzen führt Oakley ebenfalls als Schritt in die falsche Richtung an, denn die Vergrößerung von Buttons, Feldern oder Leisten verbessert die Lesbarkeit nicht, sondern nehmen dem Content noch mehr Platz weg. Dazu kommen unschöne Überlappungen, da der Platz oft nicht mehr reicht. Vereinheitlichte App-Icons verschlechtern seiner Ansicht nach zudem die Erkennbarkeit. Visuelle Wiedererkennung ist schwerer geworden, da sich die Symbole weniger voneinander unterscheiden – eine Degradierung hin zu unklaren Farbklecksen, wie er es nennt.


Aus Oakley App: Das waren mal Buttons, jetzt überlagernde Flächen

Visuelle Unschärfe statt Klarheit
Die nicht unter dem Gesichtspunkt von Struktur und Lesbarkeit umgesetzten Transparenzeffekte mindern zudem Kontrast und Klarheit. Inhalte aus dem Vorder- und Hintergrund vermischen sich miteinander und verschmieren Ansichten, die Blickführung werde mangels klarer optischer Anknüpfpunkte erschwert. Unterschiedliche Interface-Ebenen (z. B. aktive/inaktive Bereiche, Suchfelder, Leisten) sind tonal kaum noch getrennt und zerstören damit Hierarchien. Die Einstellung, Transparenzeffekte zur besseren Lesbarkeit zu reduzieren, funktioniert in macOS 26.1 und 26.2 nicht mehr korrekt. Für Nutzer mit Sehschwäche ist das laut Oakley ein echter Rückschritt, da eine zentrale Barrierefreiheitsfunktion ihren Zweck nicht mehr erfüllt.

Einige Beispiele

Drei Beispiele für "verschmierte Ansichten" und Platzverschwendung statt Lesbarkeit

Konsequente Verschlechterung
Oakley "Unglauben, was 2025 passierte", bezieht sich somit nicht nur auf die generelle Software-Qualität, sondern die konsequente funktionale Verschlechterung des Systems. Hätten die optischen Anpassungen irgendeinen Nutzwert, so könnte man es schlicht als Geschmacksfrage abtun, doch so wie viele andere Kritiker auch sieht Oakley in erster Linie Nachteile in der Bedienung. Apple nehme das systematisch in Kauf und stelle modern wirkende Optik in den Vordergrund. Vielleicht werde er aber einfach nur alt, heißt es im Schlusswort. Allerdings habe er die Zeiten erlebt, in denen Apple für außerordentliche Qualität und Funktionalität bei Oberflächen bekannt war. Die Zeit einfach zehn Jahre zurückzudrehen, sei zwar ebenfalls nicht wünschenswert – doch zumindest würde er gerne wieder Inhalte auf seinem Display gut lesen können.

Kommentare

olivoel29.12.25 13:24
Dafür, dass die Neuerungen misslungen wären, ist Apple aber 2025 erstaunlich erfolgreich gewesen, unter schwierigen Bedingungen.
-30
Niederbayern
Niederbayern29.12.25 13:35
Dann können sie halt mit ios27 wieder glänzen
+1
konnektor29.12.25 13:36
olivoel
Dafür, dass die Neuerungen misslungen wären, ist Apple aber 2025 erstaunlich erfolgreich gewesen, unter schwierigen Bedingungen.
Das fehlen von Alternativen treibt einen halt dazu. Du bekommst ja nicht mal mehr Sicherheitsupdates vom Vor-System, wenn Dein Gerät den Scheiß hier unterstützt.
+22
AndreasDV29.12.25 13:37
Und mir gefällt es. Mich stört gar nichts an Liquid Glass😂
-17
iBleedIn6Colors29.12.25 13:56
olivoel
Dafür, daß die Neuerungen misslungen wären, ist Apple aber 2025 erstaunlich erfolgreich gewesen, unter schwierigen Bedingungen.
Ja, den Gedanken hatte ich auch. Apple hat genau 2 Metriken mit denen sie messen, ob's gut läuft oder nicht: Quartalsergebnisse und Börsenkurs. Folgt man dieser "Logik" haben sie absolut ALLES richtig gemacht. Oder um es bildlicher ausdrücken: Wenn ein mannshohes Rohr auf einen gerichtet ist, aus dem kontinuierlich Geldscheine mit Hochdruck auf einen einprasseln, dann ist es echt VERDAMMT schwer, irgendeinen Fehler im eigenen Handeln zu erkennen…
+30
Kehrblech29.12.25 13:58
Zum Glück kann man auf älteren Systemen bei Sequoia bleiben!
Der ganze Liquid Glas-Kram existiert ja wahrscheinlich nur wegen des vollkommenen Scheiterns der eigenen AI-Ambitionen. Von daher habe ich das Gefühl, wir sehen jetzt erstmals, wie Apple unter Druck reagiert. Und, wie so oft, schaltet Druck den Verstand und das ästhetische Empfinden aus. Und das für irgendwelchen Spielkram, den die meisten User hoffentlich ignorieren – denn er blockiert nur die eigene Weiterentwicklung (von limitierten(!) Spezialanwendungen einmal abgesehen, wo AI sehr sinnvoll ist). Ich weiß es nicht genau, aber die Leute, mit denen ich verkehre, lassen ihre Texte ganz sicher nicht von AI verbessern. Sie bestehen auf ihrer Individualität. Die Suchmaschinen-AI bringt mir auch keinen Vorteil, weil ich als erstes immer kontrolliere, was auf den angegebenen Seiten wirklich steht. Außerdem führen normale Links etwa bei Google häufig zu viel aussagekräftigeren Befunden. Das Apple dafür nun auch noch das eigene UI schlachtet, finde ich irgendwie irre. Als ginge es nur noch um Prahlerei: Ich habe aber den viel besseren AI-Assistenten …! Das so etwas ausgerechnet in der Tech-Branche passiert, lässt mich den Glauben an Apples berechtigtes Selbstvertrauen verlieren.
+8
t.stark
t.stark29.12.25 14:12
Es gibt sicher einige Verschlechterungen, aber es gibt auch Verbesserungen. So pauschal kann man es nicht sagen. Konkret sind die Optionen in den Bedienungshilfen aus meiner Sicht teilweise besser umgesetzt, so dass man hier vieles angenehmer machen kann.
+4
MacSquint
MacSquint29.12.25 14:30
Apples wirtschaftlicher Erfolg hat ja wohl so absolut gar nichts mit iOS, iPadOS, macOS 26 zu tun.
¾ des Jahres war das Elend gar nicht da und mit absolut hoher Wahrscheinlichkeit hat niemand ein Apple Gerät wegen dieser Betriebssystem Updates gekauft.
Auf dem Mac vermeiden sehr viele dieses Update, auf den mobilen Geräten bedauern viele das Update. Ich glaube, es wurde noch nie so oft in den Bedienungshilfen Transparenz reduzieren angeschaltet wie in den letzten Wochen.
Die richtige These heißt deshalb: trotz der neuen OS Versionen ist Apple erfolgreich.
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ein großer Teil der Nutzer darauf hofft, dass entweder Liquid Glas komplett wieder verschwindet oder endlich so umgesetzt wird, dass man davon kein Augenkrebs mehr bekommt. Von den ganzen Performance Issues rede ich erst gar nicht.
+28
Magicbuster
Magicbuster29.12.25 14:53
Ok - auch auf die Gefahr hin, hier "Schläge" zu kassieren:

1. Mir gefällt LiqiudGlass. Erst recht, wenn ich mir die tausend Android Klone angucke
2. Ich möchte stabile, gut designte Hardware. Bietet Apple für mich
3. Ich möchte ein Betriebssystem, welches schnell bootet und zügig reagiert, sowie einfach zu bedienen ist. Bietet Apple für mich
4. Ich möchte kein Abomodell für OfficeSoftware. Bietet Pages und Co.
5. Ich möchte eine Vernetzung zwischen Phone und Desktopsystem. Bietet Apple.
6. Ich möchte schnelle, energieeffiziente Prozessoren. Hat Apple.

Das alles wiegt den einen oder anderen Nachteil für mich bei weitem auf.
+22
Apple@Wien
Apple@Wien29.12.25 14:54
Es gibt schon noch ein paar Fehler in der UI, die Apple besser von Anfang an, also noch in der Beta von 26.0 beheben hätte sollen.

Aber der Schlusssatz von ihm mit dem Alter, entspricht auch ein wenig der Wahrheit. Ich kenne einige, die sich mit zunehmendem Alter schwerer mit Veränderungen tun, was vor paar Jahren noch leichter war. Nicht nur in Bezug auf Software und deren UI.

Ich persönlich finde die neue dynamische UI in der Beta .3 super, dennoch bin auch der Meinung das Apple selten so viele Fehler in einer UI hatte und derart häufig nachbessern musste.
+6
Metty
Metty29.12.25 15:08
Magicbuster
Das alles wiegt den einen oder anderen Nachteil für mich bei weitem auf.
Mit all Deinen Punkten hast Du sicherlich gute Argumente. Natürlich bleiben wir alle bei Apple, weil die Alternativen um ein vielfaches schlimmer sind, aber darum geht es hier gar nicht. Apple war mal Meister des User-Interface Design und scheint diese Fähigkeit verloren zu haben.
Das Problem ist, dass Apple viel Zeit und Geld in die Hand genommen hat um eine bewährte und funktionierende Oberfläche Stück für Stück in einen Nachteil zu verwandeln.
Das kommende Problem wurde schon im Ansatz erkannt, von Testern bemängelt und anschliessend von Apple ignoriert. Das ist das eigentliche Problem. Apple ignoriert seine Tester und schlägt berechtigte Kritiken einfach in den Wind. Den Grad der Benutzerfreundlichkeit kann man testen und messen. Das hat Apple einfach ignoriert. Dafür müssen sie sich berechtigterweise nun die Kritik anhören.
+26
deus-ex
deus-ex29.12.25 15:12
Liquid Glas war eine Veränderung nur des Änderungswillen. Auf VisionOS ist das ganz geil ich durch die Räumlichkeit nicht das Problem habe das es durch Überlagerung zu -Unleserlichkeiten kommt. Aber auf einem starren Desktop, bei dem man doch ständig Fenster übereinander liegen hat ist LG einfach scheisse, auch wenn es toll aussieht.
+8
TorstenW29.12.25 15:13
Magicbuster
Ok - auch auf die Gefahr hin, hier "Schläge" zu kassieren:
Ich schließe mich an.
Bin auch ein Fan von Liquid Glass. Natürlich gibt es noch Ecken und Kanten, aber die gab es bei der Einführung des Flat-Design auch. Auch damals war das Geschrei groß.
Zum einen ist vieles einfach Gewöhnungssache und zum anderen wird das auch einfach mal ein paar Monate dauern, bis Apple und vor allem die App-Anbieter ihr Zeug komplett angepasst haben.
Ich bin erst mit 26.2 gewechselt und selbst das ist früh für mich, normalerweise warte ich bis zu .4 Version. Ganz ehrlich, wer eine .0 installiert und davon ausgeht, dass das fehlerfrei ist, der hat die letzten Dekaden verpennt. Das gab es bei keiner Firma, erst recht nicht bei Apple..
Mein größter Positivpunkt bei Liquid Glass ist tatsächlich, dass es endlich wieder Buttons gibt, die als solche erkennbar sind. Dieses "Hier ist ein Pfeil, mitten im Nirgendwo und irgendwo drum herum ist eine Schaltfläche, aber wir sagen dir nicht wo".. hat mich oft genervt.

Ich hab (vmtl als einer der Wenigen) zum ersten Mal seit Jahren "Transparenzen reduzieren" ausgeschaltet. Ich hatte das mindestens die letzten 10 Jahre aktiviert, dieses Mal finde ich es nicht so schlimm. Aber es gibt eben auch die Möglichkeit für alle, denen es nicht gefällt.
Insgesamt bin ich auch eher ein Freund der vielen Einstellungsmöglichkeiten, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben. Ja, das widerspricht ein wenig dem "everything just works", aber ich fühlte mich schon öfter gegängelt und hab dann Zusatzprogramme installiert und Dinge zu ändern.
Liquid Glass entspricht tatsächlich mehr meiner Ästhetik als das Flat-Design. Ist halt Geschmacksache.
+10
tranquillity
tranquillity29.12.25 16:28
Ich bin froh dass mein MBA M4 noch mit 15.7.3 läuft. Ich habe es Anfang Dezember gekauft und zum Glück war noch kein Tahoe drauf.
Auf meinem alten iPad Air habe ich auch noch das alte iPadOS, auf dem ebenfalls alten iPad Pro das iOS26. Der einzige Vorteil von iOS26 ist, dass man beim beidseitigem Drucken endlich auch an der schmalen Kante wenden kann. Von der Optik ist das alte iPadOS besser und es ist auch fehlerfreier.
+3
Fischmuetze29.12.25 16:42
Tja er trifft es im Kern.
+9
Zacks
Zacks29.12.25 17:01
Gibt es eigentlich überhaupt noch jemanden bei Apple den man als „Visionär“ bezeichnen könnte?

Hatte damals immer gehofft das Ive irgendwann CEO wird aber das hat sich ja erledigt..
Ware wa messiah nari!
-1
Garak
Garak29.12.25 17:36
Allein die Musik App ist ein "grandioses" Beispiel des UI Versagens.

Gut, ob die Steuerelemente oben oder unten stehen ist Geschmackssache. Aber sie überlagert nun die Inhalte der Anzeige, während der ursprüngliche Platz oben plötzlich leer und weitestgehend ungenutzt ist.

Außer man klickt auf die Suchlupe in der linken Seitenleiste, damit sich oben mittig im ehemaligen Bereich der Steuerelemente ein Suchfeld öffnet. Nur ist man gezwungen, dann noch mal mit der Maus dorthin zu wandern und in das Feld zu klicken, damit die Texteingabe für den Suchbegriff möglich wird.

Was muss man beim Design zu sich genommen haben, um sich so etwas ausdenken zu können?
+26
firevsh2o
firevsh2o29.12.25 18:13
Garak
Allein die Musik App ist ein "grandioses" Beispiel des UI Versagens.
...

Musik ist die absolute Katastrophe! Ein 10 Jahre alte iTunes würde es in fast allen Belangen schlagen. Das ist schon traurig.
+23
L-E29.12.25 18:19
Oakley hat mir allem Recht, was er sagt/schreibt.
Es gibt eben Leute, die seit vielen Jahren den Mac als Arbeitsgerät nutzen und nicht mit übereinandergeschlagenen Beinen vor einem klinisch reinen Setup auf Glastisch mit bunter Hintergrundbeleuchtung sitzen um sich an der Hardware und Comikbildchen vom eigenen Portrait zu erfreuen und alles amazing zu finden. Da ist es dann ziemlich nervig, wenn plötzlich die Bedienung so umgekrempelt wird, dass Elemente nicht mehr klar erkennbar sind, in Unschärfe oder Überlappung mit anderen Elementen verschwinden, nicht mehr am gewohnten Platz sind oder nicht auf alte und bewährte Weise bedient oder gefunden werden können und der vorhandene Platz unsinnigen Spielereien teilweise zum Opfer fällt.

Man kann im Sinne eines Fortschrittes natürlich auch Änderungen einführen – muss dies sogar – aber dann doch bitte so, dass sie wirklichen Fortschritt bedeuten und nicht zum Selbstzweck werden nach dem Motto, schaut her, wie viel tolle Neuerungen wir haben. Oakley und einige Kommentatoren haben es schlicht auf den Punkt gebracht und richtig bekannt: Apples Arroganz und Ignoranz, die mir mit den Jahren immer schlimmer geworden zu sein scheint. Das betrifft nicht nur die Software, sondern auch den Hardwarebereich. Regelmäßig hat Apples Hardware in den Bewertungen der Reparierbarkeit schlecht abgeschnitten. In den vergangenen zwei Jahren ist es an einigen Stellen etwas besser geworden – auch weil sich die Gesetzeslage geändert hat – aber gut ist es bei weitem noch nicht. Hinzu kommt die Unfähigkeit – oder sollte man besser sagen – der strikte Unwille Apples, Nutzern bei Hardwareproblemen echte Lösungen anzubieten. Statt das komplette Mainboard für viele hundert Euro wegen EINES defekten z. B. Kondensators auszutauschen, würde oft eine Reparatur für einen Bruchteil des Geldes genügen. Aber Apple macht es absichtlich schwer und bietet keine brauchbare Hilfe. Chips werden codiert, so dass auch freie Werkstätten Reparaturen oft nicht durchführen können. Ersatzteile sind oft gar nicht zu bekommen weil Apple dies verhindert. Hardware, die noch für vergleichsweise kleines Geld gerettet werden könnte, wird so zum Totalschaden. Nutzerfreundlich geht anders.

Ich bilde mir ein, dass das unter Tim Cook, dem Kaufmann, schlimmer geworden ist. Der will nur die Kasse klingeln hören.

Und wie schon von iBleedIn6Colors erwähnt: "Wenn ein mannshohes Rohr auf einen gerichtet ist, aus dem kontinuierlich Geldscheine mit Hochdruck auf einen einprasseln, dann ist es echt VERDAMMT schwer, irgendeinen Fehler im eigenen Handeln zu erkennen…"

Apple lobt sich gerne in den höchsten Tönen dafür, die Interessen der Nutzer wahrzunehmen. Aber das, was Apple da an Beglückung dem Nutzer serviert, löst oft nur Kopfschütteln aus. Bugs werden oft auch nach Monaten nicht behoben und nerven täglich. Hardware wird so konstruiert, dass man sich fragt, ob man bei Apple eigentlich selbst diese Hardware nutzt. Da müsste einem doch mal aufgefallen sein, wie dumm manche Lösungen sind und vor allem: welchen Spott sie erzeugen. Was ja nicht im Interesse eines Unternehmens sein kann.

Hinzu kommt völlig vergurkte Software wie Siri, bzw. Apple Intelligence. Dann dieses erbärmliche und verlogene Rumgeeiere Apples bezüglich der EU-Gesetzgebung, die von Apple u. a. mehr Kompatibilität und Öffnung fordert.

Der Abgang vieler langjähriger Mitarbeiter scheint mir ein Zeichen dafür zu sein, dass bei Apple sehr viel überhaupt nicht mehr rund läuft und auch bei Mitarbeitern weniger Zustimmung findet. Das sieht eher nach Flucht aus als nach bloßem Willen nach Veränderung. Aber ich kann mich natürlich täuschen.

Und als genügte die Katastrophe mit der Einführung einer haarsträubend schlecht umgesetzen Bedienoberfläche und einige andere Unzulänglichkeiten nicht, muss dieser Herr Cook bei einem brunzdummen Präsidenten, einem malignen Narzissten und rücksichtslosen Hater auch noch Lobeshymnen bei Tisch salbadern und Goldbarren rüberschieben. Da wird jeder Wert, von Gleichberechtigung bis hin zu Wertschätzung und Toleranz, für die Apple mal stand oder vielleicht noch steht, mit Füßen getreten. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Herr Cook auch nur einen Moment mal darüber nachgedacht hat, wie das bei jenen ankommt, die über viele Jahre einen Haufen Kohle bei Apple auf den Tisch geblättert haben und diese Werte unterstützenswert finden.

Manchmal wünsche ich mir wirklich Steve Jobs würde aus seinem Grab steigen und mit der Faust auf den Tisch hauen.
+19
twix
twix29.12.25 18:19
Garak
Allein die Musik App ist ein "grandioses" Beispiel des UI Versagens.

Gut, ob die Steuerelemente oben oder unten stehen ist Geschmackssache. Aber sie überlagert nun die Inhalte der Anzeige, während der ursprüngliche Platz oben plötzlich leer und weitestgehend ungenutzt ist.

Außer man klickt auf die Suchlupe in der linken Seitenleiste, damit sich oben mittig im ehemaligen Bereich der Steuerelemente ein Suchfeld öffnet. Nur ist man gezwungen, dann noch mal mit der Maus dorthin zu wandern und in das Feld zu klicken, damit die Texteingabe für den Suchbegriff möglich wird.

Korrekt. Ganz genau das ist das, was  verbockte. Die Maßgabe war mal "Design ist nicht, wie es aussieht. Design ist, wie es funktioniert." und scheint die ist verloren gegangen. Die Mechanik zwischen "Klick hier auf Suche" und "Dann taucht da das Eingabefeld auf" führt planmäßig noch im Grundstudium zu einer automatischen Exmatrikulation mit lebenslanger Sperre an anderen Unis. Wer das abgenickt hat, nimmt nicht nur Drogen ...
Garak
Was muss man beim Design zu sich genommen haben, um sich so etwas ausdenken zu können?
Das wollen sehr sehr viele Menschen wissen. Keine Macht den Drogen und so, aber das Zeugs muss echt knallen ...

Beste Grüße
Peter
+10
Troubadixderdritte29.12.25 20:10
Sehr gute Analyse!

Wenn ich an vielen Stellen bei 26 einen Klick mehr brauche um etwas zu finden oder auszulösen als bei den vorherigen Systemen, ist 26 schlechter. So einfach ist das.
+11
Troubadixderdritte29.12.25 20:18
Ein Beispiel ist Vorschau in iOS:
Links unten kommt man in den Bearbeitungs-Modus. Aber nicht mehr raus… rechts oben gibt es drei Punkte, vielleicht da? Hmmm ein längerer Liste öffnet sich, aber der Bearbeitungsmodus ist nicht darunter… aaaah die Liste kann man runterscrollen (das sieht man der Liste nicht an!)… da ist der gesuchte Ausgang!
Das geht wirklich besser!
+12
eriks29.12.25 20:20
Oakleys visuelle Beispiele lassen einen zentralen Aspekt außer Acht: die Trennung von Steuerungselementen und Inhalt durch Bewegung und Interaktion. In statischen Bildern wirkt die UI tatsächlich eher problematisch. Betrachtet man jedoch die konkreten Beispiele in Bewegung, relativiert sich dieser Eindruck für mich deutlich.

Ich befürworte die Maximierung der Inhaltsfläche ausdrücklich. Steuerelemente über dem Inhalt quasi schwebend anzuordnen und so mehr Raum für Inhalte zu schaffen (wenn auch leicht abgeschwächt durch Unschärfe), halte ich für eine sehr gelungene Lösung – sowohl ästhetisch als auch in der Bedienung. Die Unschärfe an den Rändern und unter den Steuerelementen folgt zudem einem nachvollziehbaren Wahrnehmungsprinzip (unserem Seitenwinkel): Fokus im Zentrum, mit natürlicher Abnahme zum Rand hin.
0
flyingMacUser29.12.25 20:50
Für mich war Aqua die beste GUI Umsetzung.
Was Apple in der Hardware voran gebracht hat,
Ist in der Software Entwicklung verloren gegangen.
LiqiudGlass ist die Nebelkerze für die KI Entwicklung die komplett verpasst wurde.
Für mich ist nur die Hardware Umsetzung, das Apple noch auszeichnet.
Eine Trennung von GUI und OS wäre ein netter Zug von Apple wo der Anwender entscheiden kann welche GUI für ihn das beste ist.
Dann würde ich direkt wieder auf Aqua gehen, als der verkappte Clone von Aqua das sich LiqiudGlass nennt.
+10
rkb0rg
rkb0rg29.12.25 20:55
iOS 7 war in mancher Hinsicht auch gewöhnungsbedürftig. Es war ein radikaler Bruch, bei dem man sich auch erst neu orientieren musste. Vieles war vom Font her zu dünn und dadurch schlecht lesbar. Mit iOS 8&9 wurde die radikale Umsetzung der Designideen von Ive & Co dann relativiert oder weiterentwickelt und das System wurde langsam wieder nutzbar. Von daher liegt meine Hoffnung bei iOS 27&28.
+5
Ollie Mengedoht
Ollie Mengedoht29.12.25 22:18
Ich finde Liquid Glass ganz gut, bisschen wie Aqua (gefiel mir auch bisher am besten). Aber: Erstens hat Apple viel Liquid zurückgenommen seit der Präsentation, es IST ja fast nix mehr liquid.
Zweitens haben Oakley wie auch L-E oder twix hier absolut Recht, dass es trotzdem zuviel Platzverschwendung ohne jeden Sinn und vor allem auch viele Fehler gibt. Die verleiden natürlich jeden Spaß an LG, logo. Leider ignoriert Apple auch hier wieder die Nutzer völlig, wie in so viel anderem, was hier viele Kommentatoren zu Recht anmerken.
Et es wie et es, et kütt wie et kütt un et hätt noch emmer joot jejange! :-)
+6
TorstenW29.12.25 23:35
L-E
Es gibt eben Leute, die seit vielen Jahren den Mac als Arbeitsgerät nutzen [...] Da ist es dann ziemlich nervig, wenn plötzlich die Bedienung so umgekrempelt wird, dass Elemente nicht mehr klar erkennbar sind, in Unschärfe oder Überlappung mit anderen Elementen verschwinden, nicht mehr am gewohnten Platz sind oder nicht auf alte und bewährte Weise bedient oder gefunden werden können und der vorhandene Platz unsinnigen Spielereien teilweise zum Opfer fällt.

Ich denke du musst zum einen verstehen, dass die Leute, die Macs als Arbeitsgerät verwenden nur eine kleine Zielgruppe von Apple sind. Natürlich gibt es die, aber im Vergleich zu den Hobbyisten ist das eine verschwindend kleine Zielgruppe.

Nichtsdestotrotz bin ich ja auch jemand, der mit seinen Apple Geräten arbeitet, aber ich kann hier die Kritik an Apple nicht wirklich nachvollziehen. Vor allem arbeite ich ja kaum mit Apple Apps, sondern primär mit third-party-Apps. Da hat Apple ja nur marginalen Einfluss drauf. DEVONthink, die Adobe Suite, Notability, Tidal, meine meistgenutzten Arbeitsapps sind alle absolut problemlos und quasi unverändert in der Usability. D.h. ich komme höchstens mal bei Safari und Pages etc mit Apples eigenen Apps in Kontakt. Da gibt es einige Dinge, an die man sich gewöhnen muss, aber das ist für mich eher besser als schlechter geworden.
Musik fand ich schon vor Liquid Glass unbenutzbar.
Und wen die Dinge stören, der kann halt wirklich einfach Transparenzen ausschalten, dann ist der Unterschied zu vorher eher marginal.
Viel Lärm um nichts hier.
Dass nun manchmal Elemente an anderen Stellen zu finden sind oder Dinge zusammengefasst werden, unter neuen Ordnerpunkten liegen etc, nennt sich Fortschritt. Das war auch vor 20 Jahren schon so (eher schlimmer). Nur weil es für deinen Anwendungsfall möglicherweise einen Klick mehr bedeutet oder dass du lernen musst nicht mehr links oben sondern rechts unten nach dem Button zu suchen, heißt ja nicht, dass es generell für alle anderen auch so ist. Für andere mag das eben auch eine Erleichterung sein.

L-E
Das betrifft nicht nur die Software, sondern auch den Hardwarebereich.
Während ich ja die Kritik an der Software und Optik noch irgendwie nachvollziehen kann..
... verstehe ich überhaupt nicht, wie man die aktuelle Hardwareseite bei Apple kritisieren kann.
Noch nie gab es so viel Auswahl, noch nie gab es so wenig Geräte mit Serienfehler. Kein #Gate seit Jahren, keine Serienaustauschaktionen, es gibt Macs und iPads und iPhones für nahezu jeden Anwendungsfall. Das einzige "Loch" im Angebot ist der große iMac (der aber möglicherweise 2026 kommt), der aber Notfalls sehr einfach mit nem Mac Mini + Display ersetzt ist.
Noch nie (auch nicht unter Jobs.. bzw erst recht nicht unter Jobs) waren Apple Geräte so einfach zu reparieren. Es gibt ein Selbstreparatur-Programm, was unter Jobs undenkbar gewesen wäre. Da sind wirklich viele Schritte in die richtige Richtung gemacht worden. Teilweise erzwungen, teilweise nicht.

Aber Kritik am Hardware-Lineup wirkt für mich eher so, als wolle man umbedingt etwas zum Nörgeln finden..
-3
L-E29.12.25 23:43
Angesichts der absurd hohen Kosten, die man für Apples Selbstreparaturprogramm erst mal entrichten muss, halte die die lobende Erwähnung für einen schlechten Scherz.
+6
TorstenW30.12.25 00:05
Die Kostendiskussion ist halt noch einmal ein komplett anderer Fall.
Die kannst du natürlich auch über RAM- und Festplatten-Preise, über Kopplung von Optionen wie mattes Display nur ab einer bestimmten Festplattengröße, bis hin zu konstanten Preisen, lächerlichen Ankaufsangeboten und und und führen...

Du hast die Möglichkeit offiziell mit Apple Originalhardware selbst deine Geräte zu reparieren. Das gab es früher nicht. Ob du das nun nutzen möchtest oder nicht bleibt dir überlassen, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung und eine deutlich Veränderung zu Jobs-Zeiten, als alles maximal verklebt sein musste und möglichst nicht reparabel.
0
Manfred200030.12.25 02:25
Ich stimme Howards Schreiben1000% ig zu !!!
Apple bietet nur noch Schrott an !!!!
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