Apple sieht Zukunft des iPhones in Gefahr: US-Bundesstaat will App-Store-Zwang verbieten

Das Parlament des bevölkerungsmäßig drittkleinsten US-Bundesstaats könnte einen Stein werfen, welcher eine weltweite Lawine auslöst. Im Senat von North Dakota wurde jetzt ein Gesetzentwurf eingebracht, der vor allem für Apple weitreichende Konsequenzen hat, wenn er verabschiedet wird. Mit dem lediglich fünf Paragraphen umfassenden Papier sollen nämlich dem iPhone-Konzern und anderen Smartphone-Herstellern verboten werden, die Installation von Anwendungen ausschließlich aus den eigenen App Stores zu erlauben.


Apple müsste alternative App Stores zulassen
Die vor kurzem im Oberhaus des Parlaments eingebrachte "Senate Bill No. 2333" ( PDF-Dokument) verbietet gleich zwei Praktiken, welche vor allem von Apple gepflegt werden. Dem Text des Gesetzentwurfs zufolge dürfen Anbieter digitaler Verkaufsplattformen Entwickler nicht dazu zwingen, ihre Apps ausschließlich über diese zu vertreiben. Im Klartext heißt das: Apple müsste in North Dakota auf iPhones und iPads die Installation von Apps auch aus alternativen Stores und von den Webseiten der Entwickler zulassen.

Zahlungssystem des iPhone-Konzerns in Gefahr
Das Gesetz soll es Entwicklern zudem ermöglichen, In-App-Käufe außerhalb der Zahlungssysteme der jeweiligen Store-Anbieter abzuwickeln. Sie könnten dann nach einem Inkrafttreten selbst mit den Nutzern ihrer Apps abrechnen oder andere Zahlungsdienstleister einschalten, allerdings natürlich ebenfalls nur in North Dakota. Der Entwurf untersagt gleichzeitig Vergeltungsmaßnahmen gegen Entwickler, die alternative Software-Läden oder Zahlungsmethoden nutzen. Ein Vorgehen wie im Falle des Spieleanbieters Epic, dessen Apps aus dem App Store entfernt wurden, wäre Apple somit nicht mehr erlaubt.

"Gesetz gefährdet Datenschutz und Sicherheit"
Apple hat sich bereits vehement gegen eine Verabschiedung des Gesetzentwurfs ausgesprochen. Der für Datenschutz zuständige Manager Erik Neuenschwander sagte laut The Verge, die Kombination der in den Regelungen enthaltenen Einschränkungen könne "das iPhone in seiner bekannten Form zerstören". Darüber hinaus unterminiere das Gesetz den Datenschutz, die Sicherheit und die Leistungsfähigkeit, also wesentliche Merkmale der Smartphones aus Cupertino. Die Regelung würde Apple darüber hinaus zwingen, "schlechte" Apps im App Store zuzulassen.

Weitreichende Auswirkungen sind denkbar
Im Gesetzentwurf wird Apple zwar nicht ausdrücklich erwähnt, der iPhone-Konzern wäre aber mit Sicherheit der größte Leidtragende. Google betreibt mit dem Play Store zwar auch einen eigenen Software-Laden, verhindert aber auf Android die Installation von Apps aus anderen Quellen nicht. Darüber hinaus dürfte es für Apple schwierig bis unmöglich sein, die von dem Gesetz angeordneten Öffnungen nur in North Dakota umzusetzen. Eine Verabschiedung der Regelung könnte also weitreichende Auswirkungen auf den iOS App Store in den Vereinigten Staaten und möglicherweise weltweit haben. Ob das Gesetz in der vorliegenden Form tatsächlich vom Parlament angenommen wird, ist derzeit ungewiss.

Kommentare

AndreasDV11.02.21 15:42
Dann soll Apple keine iPhone in diesem Bundesstaat verkaufen und in den anderen Bundesstaaten, müssen die sich Käufer dann Ausweisen, das sie nicht von dort kommen. Dann haben eben diese Menschen halt Pech das ein Gesetz ihnen verbietet ein iPhone zu kaufen 😂
+4
adiga
adiga11.02.21 15:42
Ist doch kein Problem. ND ist nicht gross, mit der Verabschiedung des Gesetzes soll Apple den Verkauf von iPads und iPhones in ND unterlassen und unterbinden unter hinweisen auf mögliche Sicherheitsverletzungen. Wenn dann die Bewohner von ND keine iPhones und iPads mehr kaufen dürfen, resp. legal betreiben, dann wird wohl der Protest der Konsumenten das Parlament in ND zum Überdenken des Gesetzes zwingen.

Auf der anderen Seite wäre ein alternativer Store nicht kompliziert aufzuziehen. Apple müsste die Store Technologie an andere Anbieter lizenzieren. Diese könnten dann eigene Apps bereitstellen und Apple müsste darauf hinweisen, dass eine Installation von anderen Plattformen zwar legal sei, sie aber unter diesen Umständen keine Gewähr für ein sicheres System übernehmen könnte. Dann kann der Konsument selbst entscheiden ob er beim Apple App Store bleibt.
+5
LoCal
LoCal11.02.21 16:00
adiga
Auf der anderen Seite wäre ein alternativer Store nicht kompliziert aufzuziehen. Apple müsste die Store Technologie an andere Anbieter lizenzieren.

Müssen sie doch garnicht. Auf dem Mac geht es doch auch, nennt sich "Notarization" und ist auch sicher. Für den App-Anbieter:innen wird es dann halt teilweise unbequemer, denn Apps werden halt schlechter gefunden (auch wenn der AppStore unübersichtlich ist, es ist aber eine zentrale Anlaufstelle), um die Downloads und die Zahlungsabwicklung muss man sich selbst kümmern. Für große wie Adobe, Epic & Co. ist das alles klein Problem, für kleinere Anbieter schon.

Und Scammer haben es dann noch einfacher.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+3
OMA
OMA11.02.21 16:02
Das ist grundsätzlich der richtige Ansatz. Der Plattform-Betreiber, hier eben Apple, wird auch den alternativen Store verifizieren, oder sperren. Hier kann für ausreichend Sicherheit gesorgt werden.

Apple geht es darum, dass nur der Konzern selbst am App-Markt unter iOS/iPadOS verdient. Es geht hier nur ums Geld. Sicherheit ist ein vorgeschobenes Argument.
+2
awk11.02.21 16:02
Das war unvermeidbar und ist nur der Anfang. Das hat sich Apple selbst zuzuschreiben. In einem anderen Artikel hier wird Tim Cook als guter Diplomat gelobt. Bei dem Thema hat er völlig versagt. Es hat sich abgezeichnet, dass die bisherige Praxis keinen Bestand haben kann. Apple hat sich wie ein trotziges kleines Kind verhalten dem man sein Spielzeug weg nehmen will.

Ich hätte es begrüßt wenn es dabei geblieben wäre, dass alle Apps aus dem Apple Store kommen. Mit ein paar Änderungen am Geschäftsgebaren hätte man sicher eine Einigung mit den Kartellbehörden finden können.

Aber der Zug ist abgefahren.
+4
Borimir
Borimir11.02.21 16:23
"Apple müsste alternative App Stores zulassen"

Den ich als Kunde nicht nutzen würde. Millionen virenverseuchte Android-Geräte sollten einem eine Warnung sein.

Ja, natürlich ist auch Anwenderverhalten ein Glied in der Kette, keine Frage. Aber mein iPhone ist ein wichtiger Teil meiner täglichen Kommunikation/Banking/Authentifizierung da lasse ich keine "Fremden" ran.
+8
Krispo9911.02.21 16:28
Wer die Treiber hinter dem Gesetzentwurf sind läßt sich doch leicht ableiten. Natürlich geht es auch denen nur um die Kohle. Mir fallen hier die ganzen Jungs ein, die die 30% an Apple nicht abdrücken.

Ein Vorteil für den Endkunden könnte es, neben günstigeren Preisen, aber auch sein, dass die eine oder andere Platform die ganzen Schrott und Betrugs-Apps nicht annimmt. Es kann ja schließlich nicht um die Freiheit der Entwickler gehen, jeden noch so perfiden Mist den Leuten gegen Geld andrehen zu dürfen. Hier fehlt mal eine Verurteilung wegen Beihilfe zu einer Straftat.

Zuletzt stellt sich wie immer die Frage wer wirklich davon profitiert. Da wären dann z.B. die Apps, die Spionage und Überwachungs-Funktionen oder backdoors enthalten, die von einem geneigten Plattform Anbieter einem User (z.B. durch ein präpariertes Update) untergejubelt werden könnteN. Möglicherweise spielt Apple da gerade nicht mit und könnte damit umgangen werden.
0
pünktchen
pünktchen11.02.21 16:28
AndreasDV
Dann soll Apple keine iPhone in diesem Bundesstaat verkaufen und in den anderen Bundesstaaten, müssen die sich Käufer dann Ausweisen, das sie nicht von dort kommen.

Das dürfte nichts bringen, sie müssten den App Store für alle Einwohner von ND zumindest für Bezahlapps sperren, da knüpft das vorgeschlagene Gesetz dran an:

A proprietor of a digital application distribution platform for which cumulative gross receipts from sales on the digital application distribution platform to residents of this state exceed ten million dollars in the previous or current calendar year may not:
...
-1
MacRS11.02.21 16:43
Was mich interessieren würde: Hätte ich als App Store-only-Nutzer Nachteile davon, wenn es den Zwang halt nicht mehr gibt?
+3
DTP
DTP11.02.21 16:50
MacRS
Was mich interessieren würde: Hätte ich als App Store-only-Nutzer Nachteile davon, wenn es den Zwang halt nicht mehr gibt?
Hättest du nicht. Darum wäre es für Anwender*innen ja auch nicht schlimm oder unsicherer, wenn Apple Installationen außerhalb des eigenen App Stores zulassen würde. Man muss es ja nicht nutzen. Man kann.
+7
Frost11.02.21 16:50
MacRS
Hätte ich als App Store-only-Nutzer Nachteile davon, wenn es den Zwang halt nicht mehr gibt?

Nein, ausser Du installierst Dir die App fuer einen alternativen App Store auf das Geraet und regst dich anschliessend draueber auf, dass Du nun ja auch moeglicherweise unsichere Apps aus dem alternativen Store auf das Geraet laden koentest
+2
LorkutosvonBirg11.02.21 16:58
das wäre das ende der apple Aktie, also passiert es nicht.
-13
TheMan11.02.21 17:21
Dauernd dieses blöde Theater, nur die Anwender werden nicht gefragt! Mir gefällt das so wie es ist, offenbar wird auf Biegen und Brechen für die Anwender alles umständlicher gemacht. Was soll die ganze Scheisse, echt?
-3
sambuca2311.02.21 17:26
Apps könnten auch „auswandern“ in andere Stores, die dann andere Bezahlsysteme haben wo man seine Daten erneut übergeben müsste, sofern die dann nicht die gängigen benutzen.
DTP
MacRS
Was mich interessieren würde: Hätte ich als App Store-only-Nutzer Nachteile davon, wenn es den Zwang halt nicht mehr gibt?
Hättest du nicht. Darum wäre es für Anwender*innen ja auch nicht schlimm oder unsicherer, wenn Apple Installationen außerhalb des eigenen App Stores zulassen würde. Man muss es ja nicht nutzen. Man kann.
+3
Warp
Warp11.02.21 17:27
Borimir
"Apple müsste alternative App Stores zulassen"

Den ich als Kunde nicht nutzen würde. Millionen virenverseuchte Android-Geräte sollten einem eine Warnung sein.
...
Mir ist jetzt nicht bekannt, dass es Millionen virenverseuchte Macs gibt wo man Apps auch aus anderen Quellen laden kann.
Mir wird jedenfalls dieses zunageln immer unheimlicher und auf dem Mac geht das langsam aber sicher auch immer mehr in diese Richtung. Sicherheit ist mit Sicherheit gut aber ich glaube nicht, dass das der Hauptgrund ist. Mir geht das schon auf den Keks, dass regelrecht dazu gezwungen wird auf diese Abomodelle umzustellen um permanent Cash zu generieren. Was würde mit einem Anbieter passieren der Apps mit Abomodelle mit $0.00 anbietet. Müsste rein technisch ja gehen. Würde der zugelassen werden?
+7
MacRS11.02.21 17:45
sambuca23
Apps könnten auch „auswandern“ in andere Stores, die dann andere Bezahlsysteme haben wo man seine Daten erneut übergeben müsste, sofern die dann nicht die gängigen benutzen.
DTP
MacRS
Was mich interessieren würde: Hätte ich als App Store-only-Nutzer Nachteile davon, wenn es den Zwang halt nicht mehr gibt?
Hättest du nicht. Darum wäre es für Anwender*innen ja auch nicht schlimm oder unsicherer, wenn Apple Installationen außerhalb des eigenen App Stores zulassen würde. Man muss es ja nicht nutzen. Man kann.
Mein Gedanke war: Ich nutze App "Super Chat 123" aus dem App Store. Der Anbieter entscheidet, dass es die App _auch_ in anderen Stores geben soll. Die App muss Daten zwischen den Geräten austauschen, um sinnvoll zu funktionieren. Ist das ein Problem und beruht ein Teil der Sicherheit darauf, dass die konkreten Installationen der App aus dem Apple App Store stammen oder ist das wurscht?
0
McErik11.02.21 17:55
Wenn der Nutzer auch nur die Möglichkeit erhält, aus dubiosen Quellen unseriöse Programme zu laden, macht das die Geräte schon unsicherer. Selbst für Nutzer, die Apps nur aus Apples Store beziehen. Denn einem Angreifer böten sich dann einfachere Wege, seine Programme einzuschleusen.
Und die Gefahr, dass interessante Apps aus finanziellen Gründen auswandern (sambuca23), kommt dazu.

Um den vielerorts vorgebrachten Vorwürfen zu entgehen, könnte Apple vielleicht neben einem iPhone 13 ein iPhone 13 DV (Dakota Version) herausbringen. Bei dem gibt es dann weniger Beschränkungen. Man kann seine Apps von überall beziehen, jede Banking App kann NFC benutzen, … Die Nutzer dieser Geräte könnten sich auch auf der iOS-Plattform tummeln. Nur ApplePay bliebe ihnen verwehrt. Diese Geräte könnte man etwas teurer anbieten. Schließlich gehen Apple ja dadurch Gebühreneinnahmen verloren.
Aber den (scheinbaren) Argumenten der Apple-Gegner wäre etwas der Wind aus den Segeln genommen.
0
tk69
tk6911.02.21 18:02
MacRS
Was mich interessieren würde: Hätte ich als App Store-only-Nutzer Nachteile davon, wenn es den Zwang halt nicht mehr gibt?

Ja. Ab dem Zeitpunkt, wo Entwickler die 30% nicht zahlen wollen und ihre Apps außerhalb des AppStores anbieten. Dann gibt es nicht nur für dich den Nachteil, dass du eine App, die du eventuell genau richtig ist für dich - nicht finden kannst, sondern auch die Vielseitigkeir des Angebotes im Store würde leiden.
Ich bin ein Verfechter des einheitlichen Stores, weil es vor allen Dingen bequem ist. Die Apps sind immer vorhanden. Ich möchte keine Festplatten mit den heruntergeladenen Apps befüllen. Die Zeiten sind vorbei.
-4
MetallSnake
MetallSnake11.02.21 18:02
MacRS
Was mich interessieren würde: Hätte ich als App Store-only-Nutzer Nachteile davon, wenn es den Zwang halt nicht mehr gibt?

Apps würden dann exklusiv nur in einem der anderen Stores erscheinen, und man wäre damit quasi "gezwungen" doch einen anderen Store zu verwenden.
Die Menschheit ist eine völlig außer Kontrolle geratene Primatenspezies.
+1
MacRS11.02.21 18:23
tk69
MacRS
Was mich interessieren würde: Hätte ich als App Store-only-Nutzer Nachteile davon, wenn es den Zwang halt nicht mehr gibt?

Ja. Ab dem Zeitpunkt, wo Entwickler die 30% nicht zahlen wollen und ihre Apps außerhalb des AppStores anbieten. Dann gibt es nicht nur für dich den Nachteil, dass du eine App, die du eventuell genau richtig ist für dich - nicht finden kannst, sondern auch die Vielseitigkeir des Angebotes im Store würde leiden.
Ich bin ein Verfechter des einheitlichen Stores, weil es vor allen Dingen bequem ist. Die Apps sind immer vorhanden. Ich möchte keine Festplatten mit den heruntergeladenen Apps befüllen. Die Zeiten sind vorbei.
Und was ist mit der Idee - ein App Store, aber auch einfach komplett andere Zahlungswege?
0
KingBradley
KingBradley11.02.21 18:43
Ich finde es gut.

Auf dem Mac habe ich auch nicht jede Software über den Mac App Store gekauft und auf dem iPhone würde ich nicht jede Software außerhalb des App Store kaufen.

Ich finde das alles halb so wild.

Mir fehlt ein Gesetz:

Hersteller sollten verpflichtet sein Treiber zur Verfügung zu stellen damit man auf jedem Gerät alternative Betriebssysteme benutzen kann.👍
-4
sambuca2311.02.21 18:43
Geht doch auch jetzt schon. Signal, WhatsApp usw. Funktionieren auf iOS und Android. Die App selber hat nicht unbedingt mit dem Store zu tun.

Oder verstehe ich da etwas falsch?
MacRS

Mein Gedanke war: Ich nutze App "Super Chat 123" aus dem App Store. Der Anbieter entscheidet, dass es die App _auch_ in anderen Stores geben soll. Die App muss Daten zwischen den Geräten austauschen, um sinnvoll zu funktionieren. Ist das ein Problem und beruht ein Teil der Sicherheit darauf, dass die konkreten Installationen der App aus dem Apple App Store stammen oder ist das wurscht?
+3
Mecki
Mecki11.02.21 18:53
Dem Text des Gesetzentwurfs zufolge dürfen Anbieter digitaler Verkaufsplattformen Entwickler nicht dazu zwingen, ihre Apps ausschließlich über diese zu vertreiben. [...] Der Entwurf untersagt gleichzeitig Vergeltungsmaßnahmen gegen Entwickler, die alternative Software-Läden oder Zahlungsmethoden nutzen.
Wenn das wirklich so formuliert ist, dann liegt IMHO hier ein Fehlinterpretation vor, denn was das Gesetz dann verhindern soll ist, dass Apple z.B. sagt "Du willst die App über unsere Plattform anbieten? Okay, aber dann darfst du sie nur über unsere Plattform anbieten, und nicht etwa auch über den Google Play Store oder den Windows Store. Denn wenn du das machst, dann lassen wir sie bei uns nicht zu." Denn das ist grundsätzlich bei uns auch nicht erlaubt, auch nicht im Einzelhandel, wenn z.B. Aldi sagt, sie nehmen das Produkt nur in das Sortiment auf, wenn der Hersteller sich verpflichtet, das ausschließlich über Aldi vertreiben.

Man will so verhindern, dass der Kunde vom Vertreiber indirekt genötigt werden kann das Produkt über ihn zu beziehen, weil der dafür gesorgt hat, dass das Produkt nie irgendwo anders erhältlich sein wird. Solange es aber dem Hersteller frei steht sein Produkt überall anzubieten, ist es kein Problem, wenn er sich freiwillig entscheidet das nur über einen Anbieter zu tun. Dann muss der Kunde zwar auch zwangsweise in dessen Geschäft, aber hier wurde der Hersteller nicht genötigt, er hatte die freie Wahl und hat sich halt so entschieden und wenn das nachteilig für ihn ist, dann hat er Pech gehabt.

Und wer jetzt sagt, das geht doch gar nicht, jede App läuft nur auf einen System, der sieht den Begriff App zu eng. Wahtsapp auf Android und Whatsapp auf iOS ist die gleiche App. Viele Apps basieren heute auf crossplattform Entwicklungsumgebungen, die für einen neue Plattform bereit zustellen heißt einen Haken setzen und einmal auf einen Knopf drücken, fertig. Die gleiche App für unterschiedliche Plattformen wurde schon immer als die selbe App behandelt; hier gibt es diverse Beispiele aus der Spielekonsolenwelt, wo ja auch jede Konsole in Wahrheit nicht exakt das gleiche Spiel bekommt, aber GTA 5 ist GTA 5, ob auf der PS, auf der XBox oder auf dem Windows PC. Wird z.B. eine App von einem Gericht verboten, dann betrifft das ja auch nicht nur ein Plattform mit dem Argument "Ja, aber die auf der anderen hat ja anderen CPU Code", sondern das betrifft dann die App auf allen Plattformen.

Genau aus dem Grund hat Apple auch kein Monopol, denn wer keine Apps von Apple kaufen will, der kauft sich ein Android SmartPhone und fertig. Niemand ist genötigt ein iPhone zu kaufen und niemand ist somit genötigt bei Apple zu kaufen. Genau das wäre aber der Fall, wenn Apple Herstellern den Vertrieb der App auf anderen Plattformen verbieten könnte und somit alle neuen Apps nur noch für iPhone erscheinen, weil dann heißt es für alle Apps "iPhone oder gar nicht", zum Vorteil von Apple und zum Nachteil aller anderen und das wäre unlauterer Wettbewerb und IMHO war das die Intention des Gesetzes. Ich lese aus der Formulierung nicht heraus, dass es pro Plattform mehrere Anbieter geben muss, nur das ein Anbieter keine Exklusivität erzwingen kann.

Lediglich beim Bezahlen könnte Apple ein Problem bekommen, aber das wird dann ein Problem der Entwickler werden, denn wenn Apple das ändern muss, dann werden sie keine kostenlosen Apps mehr erlauben. Denn das Gesetz bezieht sich auf in-App Käufe, an denen Apple dann nichts mehr verdienen würde. Und wenn die App dann kostenlos ist, dann verdienen sie gar nichts mehr, was zur Folge hätte, dass Apple entweder kostenlose Apps gar nicht mehr anbieten wird oder Entwicklern jeden einzeln Download in Rechnung stellen (Infrastrukturkosten) wird und der Jahresbeitrag für Entwickler würde drastisch ansteigen, weil der dann die Entwicklung von Xcode, des SDKs, neuen Frameworks, den Review, usw. komplett finanzieren muss. Leittragende wären kleinere Entwickler und natürlich der Endkunde, der dann gar keine kostenlosen Apps mehr bekommen kann, außer große Anbieter zahlen alles aus eigener Tasche und deren App sollte man dann besser nicht nutzen, weil die sich dann anders finanzieren müssen (massenhaft Werbung, Nutzerdaten abgreifen, usw)
-3
Clooney
Clooney11.02.21 18:58
Das ganze trifft ja nicht nur Apple.
Gilt dann genauso für Sony auf der PlayStation oder Microsoft auf der XBox.
Heute ist nicht aller Tage, ich komm wieder, keine Frage.
+1
DTP
DTP11.02.21 19:30
Ich verstehe gar nicht, woher diese Angst kommt. Auf allen Platformen, die ich bis jetzt benutzt habe, gab es immer verschiedene Wege, eine Anwendungen auf ein Betriebssystem zu bekommen. Seit den 1980ern. Und da gibt/gab es sichere und unsichere Systeme. Was aber fast nie mit dem Vertriebsweg zu tun hatte.

iOS ist hier die Ausnahme.

Würdet ihr wirklich einen Mac akzeptieren, der nur Programme aus dem Mac App Store akzeptiert? Mir würden da zuviele kleine und große Tools fehlen. Der Mac App Store biete übrigens auch kostenlose Programme an und der Mac ist dadurch nicht sicherer oder unsicherer. Und Apple dadurch nicht pleite und auch nicht gezwungen, kostenlose oder kleine Apps rauszuschmeißen oder den Anbietern solcher eine Rechnung zu stellen.
+7
pünktchen
pünktchen11.02.21 19:34
Clooney
Das ganze trifft ja nicht nur Apple.
Gilt dann genauso für Sony auf der PlayStation oder Microsoft auf der XBox.

Ein Umsatz von 10 Millionen ist bei gerade mal 0,7 Millionen Einwohnern in ND gar nicht so wenig. Vielleicht würde die Regel nur für Apple und Google gelten.
0
coosmannc11.02.21 19:39
DTP

Das Gendern stört mich beim Lesen der Beiträge sehr.
-2
coosmannc11.02.21 19:41
McErik

Hört sich vernünftig an.
-1
pünktchen
pünktchen11.02.21 19:41
DTP
Ich verstehe gar nicht, woher diese Angst kommt.

Das ist keine Angst sondern das Bedürfnis seine eigene Konsumentscheidung zu rechtfertigen. Sonst müsste man sich ja eingestehen dass Apple einen unnötig gängelt und über den Tisch zieht und das führt zu Unzufriedenheit. Da man Apples Verhalten aber selbst nicht ändern kann und die Konsumalternativen auch nicht so prickelnd sind führt die Unzufriedenheit zu nichts. Es ist daher völlig rationales Verhalten im Zustand der Zufriedenheit verbleiben zu wollen und ihn gegen Kritik zu verteidigen.
+2
coosmannc11.02.21 19:44
DTP

Mich würde das nicht stören. Sonst würde ich mir halt ein anderes System kaufen.
+2
Weitere News-Kommentare anzeigen

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.