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Apple half Adobe, Flash auf das iPhone zu portieren – scheiterte aber

Mitte der 2000er fand sich das Adobe-Flash-Plugin auf fast jedem Computer wieder, denn viele Internetseiten funktionierten ohne Flash kaum oder gar nicht. Bei Flash handelt es sich um eine Plattform zur Entwicklung interaktiver Inhalte, welche beispielsweise im Browser wiedergegeben werden können. In der damaligen Zeit standen viele heute verfügbare Web-Technologien noch nicht bereit, sodass der Umweg über Plugins notwendig war.


Apple stellte im Januar 2007 das allererste iPhone vor – die Auslieferung begann im Sommer 2007. Apple bewarb aggressiv, dass das iPhone keine abgespeckte Version des Internets bietet, sondern einen kompletten, echten Web-Browser. Doch in der damaligen Zeit hatten Flash-Inhalte eine hohe Verbreitung – und genau diese konnte das iPhone nicht wiedergeben.

Forstall: Apple war an Flash interessiert
Nach erscheinen des ersten iPhones äußerte sich Apple oftmals zu Flash und stellte die Situation so dar, als ob Apple willentlich auf Flash verzichtet, um das Internet zu einem sichereren Ort zu machen und echte Standards zu etablieren. Mit dieser Strategie hatte Apple auch Erfolg und Flash ist eine Dekade später von den meisten Computern, Mobilgeräten und Webseiten verschwunden – doch Apple war damalig an einer Portierung interessiert.

Wie aus Gerichtsunterlagen im Streit Apple gegen Epic hervorgeht, war Apple laut Scott Forstall damalig sehr wohl an Flash auf dem iPhone interessiert. Apple soll laut Forstall Adobe bei der Portierung geholfen haben – und ein Prototyp lief sogar auf iOS. Da Flash sich aber sehr tief ins System verankerte und dies zu Sicherheitsproblemen führte, sah Apple von einer Auslieferung ab. Außerdem war die Performance laut Forstall "unterirdisch und peinlich", sodass für den Kunden kaum ein Mehrwert herausgekommen wäre.

Langsamer Abstieg
Nachdem Apple den Smartphone-Boom Ende der 2000er auslöste, sahen sich viele Webseiten mit Flash-Inhalten nach Alternativen um. Doch dies war ein langsamer Prozess und Adobe hielt lange an Flash fest. Erst 10 Jahre nach Erscheinen des iPhones gab Adobe im Jahr 2017 bekannt, Flash abzukündigen. Eingestellt wurde Flash erst vor vier Monaten, nämlich am 31. Dezember 2020.

Kommentare

DERJUNG28.04.21 09:57
Puh, ich erinnere mich noch ganz gut. Kleine Anekdote: War ich doch damals Screendesigner für Flash Seiten. Das hat Spaß gemacht. Und ab dann damals, wusste ich nach der Vorstellung, Flash wird zeitnah aussterben – und einige Zeit später war es auch so. keine Nachfrage mehr, Jobs/Aufträge vielen schnell weg. All das Actionscript 2/3 training für die Katz. Bin dann vom HTML5/Javascript Zug überfahren worden, weil es keinen Spaß machte mit den damaligen Tools Animationen für web zu machen.
+5
LoCal
LoCal28.04.21 10:09
Es ist ja auch durchaus legitim, dass Apple an einer Portierung interessiert war und die Möglichkeiten evaluiert hat. Und wenn man das richtig macht, dass akzeptiert man auch an einem Punkt, dass alles keinen Sinn macht und man lieber einen harten Schnitt machen sollte.
Betrachtet man die Flash-Dominanz von damals, dann kann man den Schritt durchaus als mutig bezeichnen.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+10
schaudi
schaudi28.04.21 10:21
Wo war diese Dominanz eigentlich? Ich hatte auf dem iPhone nie Probleme mit nicht vorhanden Inhalten - einzig die Werbeanzeigen waren fast durchweg flashbanner. War also ehr angenehm, da die alle nicht angezeigt wurden. Deswegen hatte ich damals auch Flash recht fix vom macverbannt- bzw mit click2flash controllierbar gemacht.
Heute sind wir mit der Werbeflut wieder auf dem gleichen Niveau. Alles blinkt und nervt.
LoCal
Es ist ja auch durchaus legitim, dass Apple an einer Portierung interessiert war und die Möglichkeiten evaluiert hat. Und wenn man das richtig macht, dass akzeptiert man auch an einem Punkt, dass alles keinen Sinn macht und man lieber einen harten Schnitt machen sollte.
Betrachtet man die Flash-Dominanz von damals, dann kann man den Schritt durchaus als mutig bezeichnen.
Hier persönlichen Slogan eingeben.
+1
Pixelmeister28.04.21 10:38
schaudi
Wo war diese Dominanz eigentlich?
Viele Produktseiten der Hersteller, z.B. fast alle Seiten der großen Autohersteller, funktionierten nur mit Flash, sodass man z.b. ohne Flash keinen Bestell-Konfigurator aufrufen konnte. Auch fast alles, was mit Video zu tun hatte, war in Flash-Playern eingebettet, inkl. YouTube (was auf iOS aufgefangen wurde, weil man dafür eigens eine App entwickelt hat). Aber irgendwelche in Webseiten eingebetteten Videos oder andere interaktive Inhalte (Schaubilder) funktionieren einfach nicht auf Geräten ohne Flash.

Was aber auch ein Problem mit Flash-Inhalten (auf mobilen Geräten) war: sie setzten sehr oft auf Mouseover-Effekte/Funktionen. Und die kann man per Touch prinzipbedingt nicht auslösen, es gibt kein "Fingerover".
+10
LoCal
LoCal28.04.21 11:27
schaudi
Wo war diese Dominanz eigentlich? Ich hatte auf dem iPhone nie Probleme mit nicht vorhanden Inhalten

Rate mal, warum YouTube eine dedizierte App auf dem iPhone hatte … fast sämtliche Videoplattformen setzten damals auf Flash. Weiter gab es unfassbar viele Herstellerseiten, die ihre Navigation auf Flash aufbauten. Und man darf nicht vergessen, dass Adobe selbst damals Flash wirklich massiv ausbaute und versuchte damit auch Shop-Systeme zu verkaufen.

Und klar hatten wir damals auf dem iPhone meistens keine Probleme, denn es gab immer noch Fallback-Seiten … nur waren die oft wesentlich minimalistischer … auch inhaltlich!
Diese Fallback-Seiten würde ich mir für heute auch wieder wünschen und zwar wenn JavaScript deaktiviert wurde … leider kann man heute fast keine Seite mehr ohne JS aufrufen.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+3
wicki
wicki28.04.21 11:27
Aus UX-Perspektive war für mich das größte Argument gegen Flash auf dem iPhone, dass sehr sehr viele Flash-Designs nicht responsiv(e) waren, sonder fix auf z.B. 800x600px hin ausgelegt waren. Das wäre auf dem iPhone natürlich sehr problematisch geworden. Zur Bedienung hat @Pixelmeister ja schon geschrieben.
0
Niederbayern
Niederbayern28.04.21 11:35
War Steve Jobs nicht auch gegen Flash bzgl.Pornos😄
Irgend ein Statement hat er dbzgl. abgegeben.
-2
macfreakz28.04.21 12:05
HTML5 + JS war die Antwort auf Flash.
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MetallSnake
MetallSnake28.04.21 12:15
Niederbayern
War Steve Jobs nicht auch gegen Flash bzgl.Pornos😄
Irgend ein Statement hat er dbzgl. abgegeben.

Ich glaube da vermischt du zwei Dinge.
Bzgl. Pornos äußerte er sich im Zusammenhang mit dem AppStore
Die Menschheit ist eine völlig außer Kontrolle geratene Primatenspezies.
+1
milk
milk28.04.21 12:21
macfreakz
HTML5 + JS war die Antwort auf Flash.
So gesehen war das iPhone das Beste, was uns auf dem Weg hin zu einheitlichen Web-Standards passieren konnte.
0
Der echte Zerwi28.04.21 12:56
Flash-Seiten zu programmieren hat schon Spaß gemacht.

Was die Verbreitung angeht: Selbst Videos auf Spiegel Online waren per Flash eingebettet. Da ging gar nix ohne.
+1
pockpock28.04.21 13:08
Ein großer Hemmschuh war tatsächlich Video. Es gab damals noch keinen Video-Standard oder Technologie die flash-frei/ silverlight-frei war, die geschütztes Video abspielen konnte.
0
spheric
spheric28.04.21 14:57
schaudi
Wo war diese Dominanz eigentlich? Ich hatte auf dem iPhone nie Probleme mit nicht vorhanden Inhalten - einzig die Werbeanzeigen waren fast durchweg flashbanner. War also ehr angenehm, da die alle nicht angezeigt wurden.
Fast ausnahmslos ALLES, was an Web-Videoinhalten damals existierte, lief auf Flash.

Dazu etliche Webseiten, die die damals üblichen “Rollover”-Menüs anboten und sonst irgendwie rumglubschen oder tickern oder ploppen oder alles zusammen mussten, wenn Du mit der Maus drüber gefahren bist. Die haben stumpf nicht funktioniert. Nur die altmodischerem HTML-basierten gingen.

Erst zwei, drei Jahre nach iPhone hat es sich allmählich eingebürgert, dass es eine Flash-freie “Mobile” Webseite geben musste.

Vorm iPhone gab’s ja praktisch nur Flash oder WAP.
Früher war auch schon früher alles besser!
-1
Dunkelbier28.04.21 15:39
Kann so nicht stimmen. Ich habe diesen CPU-Griller schon verbannt, als Steve Jobs Aussauge noch gar nicht im Raum stand. Die allermeisten Sachen gingen trotzdem.
-1
Legoman
Legoman28.04.21 16:42
schaudi
Heute sind wir mit der Werbeflut wieder auf dem gleichen Niveau. Alles blinkt und nervt.
Ich wiederhole es gern immer wieder:
Werbung hält den Laden am Laufen.
Ohne Werbung gäbe es etliche Inhalte gar nicht oder sie wären mit unangenehmen Kosten verbunden.

Kleines Beispiel:
Red Bull gibt ne knappe Milliarde Euro im Jahr für Marketing aus, geschätzt die Hälfte davon für Events jeder Art.
Würde Red Bull das nicht machen, müssten diese Events das Geld auf andere Weise reinholen - was kaum umsetzbar ist.
+1
LoCal
LoCal28.04.21 17:48
Legoman
Kleines Beispiel:
Red Bull gibt ne knappe Milliarde Euro im Jahr für Marketing aus, geschätzt die Hälfte davon für Events jeder Art.
Würde Red Bull das nicht machen, müssten diese Events das Geld auf andere Weise reinholen - was kaum umsetzbar ist.

Aber gerade RedBull sponsert doch fast nur eigene Events …
Red Bull ist ein sehr ‘merkwürdiges’ Unternehmen
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+2
schaudi
schaudi28.04.21 21:10
Legoman
schaudi
Heute sind wir mit der Werbeflut wieder auf dem gleichen Niveau. Alles blinkt und nervt.
Ich wiederhole es gern immer wieder:
Werbung hält den Laden am Laufen.
Ohne Werbung gäbe es etliche Inhalte gar nicht oder sie wären mit unangenehmen Kosten verbunden.

Kleines Beispiel:
Red Bull gibt ne knappe Milliarde Euro im Jahr für Marketing aus, geschätzt die Hälfte davon für Events jeder Art.
Würde Red Bull das nicht machen, müssten diese Events das Geld auf andere Weise reinholen - was kaum umsetzbar ist.

An welcher Stelle sage ich das ich Werbung generell schlecht fände? Guck noch mal genau! Nirgends! Meine Güte, wie manche Leute auf biegen und brechen immer irgendwas falsch verstehen wollen. Ich habe selbst viele Jahre lang Werbung gemacht und arbeite jetzt in der Eventbranche also psst.
Was ich kritisiert habe ist die Art und Weise wie zT geworben wird, denn wenn die Werbung die Nutzung des Webdienst übermäßig einschränkt ist es weder für den Nutzer und eigentlich auch nicht für die Werbenden positiv. Das ist heute wieder auf einem Niveau, wie es damals zu Hochzeiten der Flashbanner war.

Kleine Beispiele: Auf vielen Seiten ab und an (sogar hier auf MTN) Vollflächige Werbeanzeigen ohne (sichtbaren!?) Button zum schließen. Man muss im Browser zurück und den Link neu aufrufen. Nervt.
Viele Newsseiten mit Teilweise 70-80% der Fläche = Werbung. Unübersichtlich - eigentlicher Inhalt schwer auszumachen.
Youtube. Wenn gerne mal zwischen 2 Werbeblöcken nur 3 Sekunden des eigentlichen Video zu sehen sind. Nervt. Viele Contentcreator haben mittlerweile reagiert und Videowerbeeinblendungen während der Videos deaktiviert. Heißt aber auch es kommt weniger Geld bei ihnen an, wenn nur noch die Werbung am Anfang bleibt. Für wenn ist das Vorteilhaft?
Hier persönlichen Slogan eingeben.
+4

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