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Apple Music und iOS 15.5: Variable Playback-Geschwindigkeit kommt zurück

Wer mit iPhone oder iPad Musik hören möchte, die in Apple Music zur Verfügung steht, muss nicht zwingend zu Apples vorinstallierter Musik-App greifen. Im App Store gibt es etliche Alternativen von Drittanbietern, die den Streamingdienst aus Cupertino ebenfalls unterstützen. Diese verfügen zum Teil über Features, welche die Anwendung des kalifornischen Unternehmens nicht bietet. Dazu gehört unter anderem die Möglichkeit, die Playback-Geschwindigkeit zu verändern, Songs also langsamer oder schneller abzuspielen. Nach dem Update auf iOS/iPadOS 15.4 funktionierte das allerdings plötzlich nicht mehr.


Funktion von Apple absichtlich deaktiviert
Was zunächst nach einem Bug aussah, entpuppte sich schnell als absichtliche Maßnahme. Apple hatte das Feature nämlich in der Programmierschnittstelle deaktiviert, welche zuvor für die Modifizierung der Playback-Geschwindigkeit genutzt werden konnte. Die Funktion MPMediaPlayback.currentPlaybackRate konnte zwar noch angesprochen werden, sodass es zu keinem Fehler kam, führte aber nicht mehr zum gewünschten Ergebnis. Betroffen war dabei ausschließlich die Wiedergabe von Songs aus Apples hauseigenem Streamingdienst namens Apple Music. Bei Stücken, die auf iPhone oder iPad gespeichert waren, ließ sich die Playback-Geschwindigkeit auch nach einem Update auf iOS/iPadOS 15.4 problemlos verändern.

Apple hat ein Einsehen: Feature in iOS 15.5 wieder enthalten
In Apples Developer-Foren kam es bereits kurz nach dem Erscheinen der Aktualisierung zu etlichen Beschwerden von betroffenen App-Entwicklern. Aus Apples Antworten ging hervor, dass es sich bei der Streichung der Funktion um die Behebung eines Bugs gehandelt hatte. Die Anpassung der Geschwindigkeit sei nie für Inhalte von Apple Music vorgesehen gewesen und daher in iOS/iPadOS 15.4 für diese Fälle entfernt worden. Das rief Unmut hervor – und das kalifornische Unternehmen reagierte: In iOS/iPadOS 15.5 wird MPMediaPlayback.currentPlaybackRate Entwicklern und deren Apps wieder für sämtliche Musikstücke zur Verfügung stehen, also auch für Inhalte von Apple Music. Nach einer erneuten Überprüfung der früheren Entscheidung sei man zu dem Schluss gekommen, dass man das Feature wieder aktivieren könne, heißt es im entsprechenden Foren-Post. In der aktuellen vierten Beta von iOS 15.5 ist es bereits wieder enthalten.

Kommentare

tbaer
tbaer09.05.22 16:22
Wozu wird bei Musik die Abspielgeschwindigkeit geändert? Um in gleicher Zeit mehr Musik zu hören? Bei Hörbücher kann ich das (teilweise) nachvollziehen, die wären mit geringfügig schnellerem Tempo noch verständlich.

Das ist eine ernstgemeinte Frage und keine Häme.
+5
UWS09.05.22 17:31
Tbear
Wozu wird bei Musik die Abspielgeschwindigkeit geändert?
Um in gleicher Zeit mehr Musik zu hören?

…die Zeiten sind halt sehr schnelllebig, da muss man mehr in weniger Zeit schaffen

Aber ganz im Ernst: Sinnvoll ist das insbesondere fürs Lernen von Musik. Mit spezieller Software (bspw Perfect Pitch) kann man einen Song langsamer abspielen, ohne dass sich dabei die Tonhöhe ändert. Sinnvoll, wenn man die Noten von Songs heraushören oder nachspielen will.

Sowas wird auch schon mal im Tanz- oder Sportbereich verwendet, wenn man bestimmte Figuren erstmal langsam einüben möchte…
+2
DanAm
DanAm09.05.22 17:44
Ich kannte die Funktion gar nicht. Wo hat man das aktiviert?
0
Siedepunkt.
Siedepunkt.09.05.22 19:01
DanAm

Die Funktion gibt es nicht in der Apple Music App. Es ist eine Programmierschnittstelle die 3. Anbieter für eigene Apps nutzen können.
0
Deichkind09.05.22 22:20
Mancher DJ braucht diese Funktion doch, um zwei zu überlagernde Stücke im Rhythmus anzugleichen. Ob aber DJs sich ihre Musik bei Apple Music beschaffen, vermag ich nicht zu beurteilen.
0
ruphi10.05.22 00:36
Den verlinkten Developer-Thread zu lesen fand ich echt interessant. 1 Monat lang keine weitere Reaktion von Apple, und dann, als niemand damit rechnete, die Rücknahme der Abschaffung.
Der Thread-Starter hatte nun aber schon seine App und deren Marketing in eine komplett neue Richtung entwickelt. Gut gemacht, Apple 💪🏻
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tbaer
tbaer10.05.22 13:17
Ok, die Gründe sind nachvollziehbar. Erstaunlich, dass bei Apple überhaupt mal so weit gedacht wurde, diese Schnittstelle für die recht exotischen Anwendungen vorzusehen.

Die Übernahme eigener getaggter Hörbücher von "iTunes" nach "Bücher" und eine vernünftige Verwaltungsmöglichkeit von Hörbüchern in dieser vermurksten App haben sie nicht geschafft.

Und in "WoIst" gibt es immer noch keine Möglichkeit, die von Apple vorgegeben Größe vom Geofence zu beeinflussen, geschweige dann die Latenz bis zur Zurückgelassen-Warnung zu verkürzen oder die Warnungen über Automationen den eigenen Bedürfnissen anzupassen.
0
JackBear11.05.22 01:24
Apple hat sich noch nie um Leute gekümmert, die Musik professionell abspielen müssen. (Ja, die gibt's!) Playbacks im Musikschulbereich gehören zum Unterricht, da man z.B. kein Orchester live in den Unterrichtsraum bekommt
Schnelle Stücke muss man erst langsam einüben und wenn das auch mit der Begleitung geschehen kann, motiviert das ungemein und führt schneller zum Erfolg.
Manche Schüler schaffen auch das Originaltempo einfach nicht und wollen das Stück aber trotzdem spielen.
off thread: Auch die Funktion, nach einem Track automatisch zu stoppen, ist für die Arbeit im Unterricht z.B. für Hörbeispiele absolut unerlässlich, weil es total nervt, zweimal zum iPad zu rennen, um die Musik am Ende des Stückes aktiv wieder ausschalten zu müssen, damit nicht das nächste Stück gleich anfängt...
Zum Glück gibt es One Track Mind und AudioStretch
+1

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