App per Cryptomining statt mit Geld bezahlen - Calendar verschwindet aus dem Mac App Store

Was früher die Goldschürfer am Klondike River waren, die geduldig nach dem großen Goldbrocken siebten, sind heutzutage die Cryptominer. Cryptowährungen wie Bitcoin machen es möglich, vom heimischen Computer aus neues Geld zu errechnen ("Cryptomining"). Wer nun allerdings Bitcoin-Zeichen in den Augen blitzen hat: Vom normalen Computer aus liegen die Stromkosten meist höher als das tatsächlich erzeugte Geld. Stattdessen hat sich eine Branche mit spezialisierten Boards oder externen Boxen aufgetan, die möglichst effizient und schnell Bitcoins schürfen können. Gleichzeitig entdeckten aber auch Hacker die Chancen - und es ist längst ein beliebter Weg, per Malware auf fremden Computern zu schürfen. Die Entwickler der bekannten App "Calender" ersannen noch einen weiteren Weg.

Nutzer der App können entweder das Basisset an Features kostenlos verwenden, ein Abo für 99 Cent pro Monat abschließen, für 17,99 Euro Einmalzahlung alle Funktionen freischalten - oder im Hintergrund die Cryptowährung Monero schürfen lassen. Ars Technica hatte bei Apple nachgefragt, ob dies tatsächlich den App Store Guidelines entspreche, erhielt aber keine Antwort. Einen Tag später befand sich Calendar 2 unverändert im Store - bis sie dann plötzlich verschwand. Zunächst war unklar, weswegen die App den Store verließ. Allerdings meldeten sich nun die Entwickler zu Wort.


In der Stellungnahme heißt es, Calendar sei freiwillig zurückgezogen worden. Mit der kommenden Version falle die Bezahlung per Cryptomining im Hintergrund weg. Genannt werden vor allem technische Hintergründe sowie fehlende Möglichkeiten, auf den geschlossenen Quellcode der Mining-Library zuzugreifen. Außerdem heißt es, Nutzer hatten aufgrund einiger Fehler den Eindruck, die App wolle auch ohne Genehmigung des Anwenders Cryptowährung schürfen. Als dritten Grund führen die Entwickler an, nicht zu mehr Elektroschrott beitragen zu wollen. Damit ist allerdings weiterhin unklar, wie Apple zu Cryptomining als Monetarisierungsmodell von Apps steht.

Kommentare

pünktchen
pünktchen13.03.18 09:56
Der Artikel sagt es doch schon: "Vom normalen Computer aus liegen die Stromkosten meist höher als das tatsächlich erzeugte Geld." Das gilt natürlich auch wenn man so doof ist und einer App erlaubt auf seinem Rechner / Telefon nach Geld zu schürfen. Das ist ein Geschäft bei dem beide Seiten verlieren und als Kollateralschaden noch die Umwelt geschädigt wird.
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MikeMuc13.03.18 09:57
Ist doch klar: Apple will 30% von in Apps getätigten „Umsätzen“. Das wurde dich den Bergbau umgangen was Apple sicher nicht paßte. Dazu kommt, wie lange die App hätte schürfen müssen um den Gegenwert der 17€ zu bekommen. Wurde in der App da was zu gesagt und wäre das schürfen nach erreichen einer Obergrenze eingestellt worden, reduziert oder auf Ewigkeit weiter gelaufen. Und vor allem: wie hätte sich das auf die Akkulaufzeit ausgewirkt? Gerade da dürfte Apple nach den Drosselvorwürfen besonders empfindlich sein.
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LoCal
LoCal13.03.18 10:01
pünktchen
Der Artikel sagt es doch schon: "Vom normalen Computer aus liegen die Stromkosten meist höher als das tatsächlich erzeugte Geld." Das gilt natürlich auch wenn man so doof ist und einer App erlaubt auf seinem Rechner / Telefon nach Geld zu schürfen. Das ist ein Geschäft bei dem beide Seiten verlieren und als Kollateralschaden noch die Umwelt geschädigt wird.

Ich denke nicht, dass die App Bitcoins gemint hat. Vielmehr dürften die Monero erzeugt haben, das geht sogar mit dem iPhone gut.
Leider hat monereo nicht den besten Ruf
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
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sierkb13.03.18 13:29
Analyse der App:

Patrick Wardle/Objective-See (11.03.2018): A Surreptitious Cryptocurrency Miner in the Mac App Store? a free calender app possesses more than meets the eye!

Patrick Wardle dazu per Twitter: , , ,
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dalas.revo13.03.18 17:36
Diese ganze Cryptomining Geschichte ist doch völlig bescheuert. Computer den ganzen Tag rechnen lassen, nur um Geld zu generieren. Erstens würde mich daß mal eine Marx'sche Analyse zu dem Thema interessieren. Wert entsteht durch die Verausgabung von Arbeitskraft, was aber ppassiert beim Cryptomining? Zweitens aber regt mich vor allem die völlig sinnlose Umweltzerstörung auf, die durch den horrenden Stromverbrauch entsteht.
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pünktchen
pünktchen13.03.18 17:53
Die Arbeitskraft verausgaben diejenigen welche die Computer, den Strom etc. produzieren. Das ist aus marxistischer Sicht (und der der klassischen Volkswirtschaftler) der Wert der nachher im Produkt Kryptowährung steckt. Das ist nicht anders als bei anderen Maschinen auch.
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