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ARM stellt mit AGI CPU ersten eigenen Server-Prozessor vor

Seit 35 Jahren ist ARM als Chip-Designer bekannt, welcher an vielen erfolgreichen Produkten mitverdient. Nachdem der Acorn Archimedes in den Achtzigerjahren gescheitert war, verlegte sich das Unternehmen auf Prozessor-Design. Fortan verdiente der britische Chip-Designer mit Lizenzen sein Geld. RISC-Prozessoren erwiesen sich bei Mobilgeräten als äußerst effizient: Apple und Qualcomm setzen auf Chips, welche auf Basis von ARM-Designs entstanden. Heute wagt das Unternehmen erstmals den Weg zurück ins Hardware-Geschäft – mit der ARM AGI CPU.


Die präsentierten Chips vereinen bis zu 136 Rechenkerne des Typs „Neoverse V3“; jeder davon kann auf bis zu zwei MByte Second-Level-Cache zugreifen. Zwei der auf 300 Watt TDP ausgelegten Referenz-Server passen in ein 19-Zoll-Rack-Element mit Standard-Bauhöhe (1U). ARM betont die Effizienz des Referenz-Designs – die AGI CPU sei die „weltweit effizienteste agentische CPU“. Damit wirbt der Hersteller um Kunden mit hohem Rechenaufwand im Umfeld von KI und Big Data. Die Chips wurden erwartungsgemäß vom taiwanesischen Marktführer TSMC im 3-nm-Verfahren produziert.

Zusammenarbeit mit Meta
Um möglichst realistische Anwendungsszenarien in die Entwicklung einfließen zu lassen, arbeitete ARM mit der Facebook-Mutter Meta zusammen. In einem Video dokumentiert ARM die Kooperation mit Meta für agentische LLM-basierte Funktionen. Die von Meta veröffentlichten Llama-Modelle wurden bei der Gestaltung der AGI CPUs herangezogen; zudem betont ARM die Kompatibilität mit quelloffenen Deep-Learning-Bibliotheken wie PyTorch und ExecuTorch.

Konkurrenz zu Qualcomm
Neben „traditionellen“ Prozessorherstellern wie Intel und AMD steht ARM zukünftig auch im Wettbewerb mit Qualcomm. Der kalifornische Hersteller hinter den bei Mobilgeräten weitverbreiteten Snapdragon-Chips hat vor einiger Zeit angekündigt, ab 2028 Server-Prozessoren anzubieten. Google, Amazon und Microsoft entwickeln ebenfalls Server-CPUs für ihre KI-Infrastruktur, allerdings nur für den Eigenbedarf. Ähnliches gilt für Apple, Gründungsinvestor und Lizenznehmer bei ARM. Apples hauseigene KI-Server werden in den USA produziert. ARM selbst will die CPU-Entwicklung nicht auf eigene Hardware beschränken, sondern hat bereits Partner wie Lenovo, SuperMicro und ASRock als Anbieter von ARM-AGI-CPU-basierten Rack-Einheiten gewinnen können.

Kommentare

gfhfkgfhfk26.03.26 18:37
Der Eigentümer von ARM (Softbank) hat auch Ampere Computing gekauft.
+1
System 6.0.1
System 6.0.126.03.26 19:42
Brauchen wir noch eine Prozessorplattform?
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
-9
DarthMac7726.03.26 20:37
System 6.0.1
Brauchen wir noch eine Prozessorplattform?
Wenn sie deutlich besser ist, oder mehr Konkurenz erzeugt, ist etwas mehr Vielfalt sicher gut.
+8
TMS
TMS26.03.26 21:05
Nie werde ich verstehen, wie man als Firma seinen eigenen Kunden Konkurrenz machen kann. Will man sie vergraulen?
-5
Metty
Metty27.03.26 07:49
TMS
Nie werde ich verstehen, wie man als Firma seinen eigenen Kunden Konkurrenz machen kann. Will man sie vergraulen?
Nein, warum? ARM hat eine generische Prozessorarchitektur geschaffen. Du kannst sie lizensieren, modifizieren und einen eigenen Prozessor für Deine Anwendung darauf optimieren, siehe Apple mit den A und M Prozessoren. Jetzt addressiert ARM Firmen, die keine eigenen Prozessoren erschaffen wollen. Die wollen vielleicht lediglich ein Motherboard auf der Basis einer existierenden Prozessorarchitektur aufbauen. Für die hat ARM nun die Standardlösung im Angebot, für die es massenhaft Compiler auf der Basis ihrer Architektur gibt.
Sie beschneiden nicht, sondern sie erweitern ihren Kundenkreis.
+7
Michael Lang27.03.26 19:26
TMS
Nie werde ich verstehen, wie man als Firma seinen eigenen Kunden Konkurrenz machen kann. Will man sie vergraulen?

Das sind spezielle Hochleistungs-CPUs für Serverlösungen auf KI-Anwendungen zugeschnitten. Nichts was sich eine privater Anwender kaufen wird. Also macht man keinem Prozessorentwickler für allgemeine PC Anwendungen Konkurrenz.
Die Dinger haben 300W TDP!!

Man bietet halt nun auch Hardware für den boomenden KI- und Big Data Bereich.
Da vergrault man die üblichen Lizenznehmer in keinster Weise aus meiner Sicht.

Man zeigt eher, was damit auch im Server/KI-Bereich geht.
- Das größte Maul und das kleinste Hirn,wohnen meist unter derselben Stirn. - Hermann Oscar Arno Alfred Holz, (1863 - 1929), deutscher Schriftsteller
+1

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