A14-Chip: Apple unterstreicht enormes Potenzial in diversen Bereichen

Apple ist nicht gerade dafür bekannt, mit überschwänglichem Eifer über den Entwicklungsprozess von Chips, Endgeräten und anderen Produkten zu reden – anders sieht die Lage aus, wenn diese Angelegenheiten nicht mehr strengster Geheimhaltung unterliegen. Dann plaudern auch ranghohe Vertreter des Unternehmens aus dem Nähkästchen – zuletzt etwa John Ternus und Bob Borchers, die sich zum Touch-ID-Sensor im iPad Air 4 und dem A14 Bionic äußerten. Apples potenter 5-nm-Chip ist nicht nur im neuen Tablet verbaut, sondern wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch für die Rechenleistung des kommenden iPhone 12 zuständig sein. In den Benchmarks kann der Prozessor bereits punkten – sowohl die Werte für die Grafikleistung als auch für Single- sowie Multi-Core stellen die der meisten anderen Chips in den Schatten. Nun meldet sich eine weitere Führungskraft aus Cupertino zu Wort.


A14: Ein weiterer Schub für maschinelles Lernen
Der Stern sprach mit Tim Millet, Vice President für Platform Architecture, über die Entwicklung des neuen Prozessors sowie dessen Einsatzgebiete und Möglichkeiten. Apple begeistere sich vor allem für das maschinelle Lernen und die Neural Engine, die im A14 ihren Dienst verrichtet. Zwar lägen die Grundlagen für neuronale Netzwerke dieser Art bereits viele Jahrzehnte zurück, allerdings sei man damals mit zwei Problemen konfrontiert gewesen, so Millet: Es habe an Daten wie an Rechenleistung gefehlt, um komplexe Modelle entwickeln zu können. Der Mitarbeiter sieht das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht: Apple arbeite eng mit Technologiepartnern zusammen und sei längst nicht am Ziel angekommen.

Apple zu Core ML und Gesichtsmasken
Millet stellt ebenfalls klar, dass die reine Rechenleistung nicht ausreichend sei, wenn diese nicht in enger Abstimmung mit der Software erfolge: Man arbeite eng mit dem Software-Team zusammen, damit auch iOS-Entwickler davon profitieren. Eine Besonderheit sei die Schnittstelle Core ML – Apple wolle, dass die Masse auf die Möglichkeiten des Prozessors zugreift. Millet geht auch auf das Tragen von Masken ein – es sei schwierig, eine effektive Gesichtserkennung zu ermöglichen, wenn eine Mund-Nasen-Schutz getragen wird. Hier liege ein Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit vor: Zwar könne man den von der Maske verdeckten Teil des Gesichts aussparen, verliere damit aber wesentliche Merkmale für die Authentifizierung. Das gehe zulasten der Sicherheit – die für Apple an oberster Stelle stehe. Das Unternehmen reagierte bereits: Seit iOS 13.5 erkennt das Gerät, ob der Anwender eine Maske trägt – und fordert diesen dann ohne Umwege zur Eingabe des Entsperrcodes auf.

Kommentare

MacRS06.10.20 11:05
Jetzt wo Apple die Teile auch in Macs einsetzen will und möglicherweise auch ernsthafter in den Spielemarkt einsteigen will, stellt sich halt die Frage, was die Grafik wirklich kann. Die Konkurrenten heißen jetzt nicht mehr XBOX 360, sondern XBOX Series S, XBOX Series X oder eben dedizierte Karte wie die Nvidia 30x0.
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Wellenbrett06.10.20 11:06
... sowohl die Werte für die Grafikleistung als auch für Single- sowie Multi-Core stellen die der meisten anderen Chips in den Schatten.
Ich frage mich ob es überhaupt einen Prozessor gibt der den A14 bei ähnlicher Taktfrequenz bei der Ausführungsgeschwindigkeit auf einem Rechenkern übertrifft.
+1
tranquillity
tranquillity06.10.20 11:08
Deswegen kaufe ich mir auch kein iPad Pro mehr mit dem „alten“ A12Z. Entweder auf das neue Pro warten (dauert noch?) oder auf das Air (dauert nicht mehr lange).
+2
Wellenbrett06.10.20 13:13
Ich hatte meine Frage oben nicht so klar an die Allgemeinheit gerichtet, deshalb nochmals ganz deutlich: glaubt jemand, dass es derzeit überhaupt einen Prozessor gibt der die in in den kommenden Macs wahrscheinlich verwendete A14-Variante bei ähnlicher Taktfrequenz in der Ausführungsgeschwindigkeit auf einem Kern (Single-Core Performance) übertreffen wird?

Also bei den Top-Prozessoren von Intel und AMD bin ich nicht fündig geworden. Die Ausführungsgeschwindigkeit auf einem Kern finde ich ist das eigentliche Qualitätsmerkmal bei der Entwicklung der Prozessoren.
Ich habe bei cpubenchmark.net mal fünf gängige bzw. interessante Prozessoren verglichen:
Intel Core i5-3210M @ 2.50GHz (wurde im MacMini Late 2012 eingesetzt)
Intel Xeon W3530 @ 2.80GHz (wurde im MacPro Mid 2010 eingesetzt)
Intel Xeon W-3235 @ 3.30GHz (wird im aktuellen MacPro eingesetzt)
AMD Ryzen 7 3700X
AMD Ryzen Threadripper 3990X

Interessant finde ich hier das "Single Thread Rating": der Core i5 von 2012 übertrifft hier leicht den Xeon von 2010 obwohl der höher taktet, der aktuelle Xeon von 2019, der Ryzen und der Threadripper sind im "Single Thread Rating" etwa doppelt schnell. Hier zeigt sich klar der technische Fortschritt im Laufe der Zeit.

Die oben bei cpubenchmark.net verlinkten Prozessoren haben bei Geekbench in den folgenden Rechnern die folgenden Single Core-Werte:
i5 im Mac mini (Late 2012): 567
Xeon W3530 im Mac Pro (Mid 2010): 516
Intel Xeon W-3235 im Mac Pro (Late 2019): 1163
AMD Ryzen 7 3700X in einem PC: 1315
AMD Ryzen Threadripper 3990X in einem PC: 1227

Also auch hier wieder mehr als doppelt so hohe Single-Core-Werte bei den drei aktuelleren Prozessoren gegenüber den beiden älteren von 2010 und 2012.

In diesem Zusammenhang finde ich auch den Artikel vom gleichen Autor von gestern sehr interessant, u.a. da dort Geekbenchwerte des iPad Air der vierten Generation verlinkt sind:

Das iPad Air hat demnach einen Single-Core-Wert von 1583, also schon jetzt einen deutlich höheren Wert als alle oben aufgeführten Prozessoren von AMD und Intel. Fraglich ist natürlich wie genau die Benchmark-Algorithmen auf den verschiedenen Plattformen vergleichbar sind.
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Bitsurfer06.10.20 14:06
tranquillity
Deswegen kaufe ich mir auch kein iPad Pro mehr mit dem „alten“ A12Z. Entweder auf das neue Pro warten (dauert noch?) oder auf das Air (dauert nicht mehr lange).
Wir haben genau dasselbe hier gestern entschieden obwohl jetzt neue 12" iPad Pros anstehen würden. Warten!
+2
Michael Lang06.10.20 18:10
Ich hatte meine Frage oben nicht so klar an die Allgemeinheit gerichtet, deshalb nochmals ganz deutlich: glaubt jemand, dass es derzeit überhaupt einen Prozessor gibt der die in in den kommenden Macs wahrscheinlich verwendete A14-Variante bei ähnlicher Taktfrequenz in der Ausführungsgeschwindigkeit auf einem Kern (Single-Core Performance) übertreffen wird?

Ist mir egal, ob es was schnelleres gibt. Auf jeden Fall sind die aktuellen A-Chips leistungsfähig genug. Und letztendlich macht es das Gesamtsystem aus Hardware (da zählt natürlich nicht nur die CPU zu) und Software.
Und da gefällt mir Apple derzeit wieder am Besten insbesondere bei den Tablets. Denke die neuen MacBooks mit AppleSilicon können ähnlich begeistern.

Jetzt muß Apple nur wieder in herausragende (Anwender)Software investieren, die die Fähigkeiten der Hardware optimal nutzt (zB. Auch die CoPro-Funktionen) und intuitiv zu bedienen ist.
- Das größte Maul und das kleinste Hirn,wohnen meist unter derselben Stirn. - Hermann Oscar Arno Alfred Holz, (1863 - 1929), deutscher Schriftsteller
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Michael Lang06.10.20 18:18
Jetzt wo Apple die Teile auch in Macs einsetzen will und möglicherweise auch ernsthafter in den Spielemarkt einsteigen will, stellt sich halt die Frage, was die Grafik wirklich kann.

Bei der GPU ist es schwer die Benchmarks einzuschätzen, da auf den iPads ja ein Metalbenchmark läuft, der sonst nirgends verwendet wird.
Gibt es einen übergreifenden GPU-Benchmark?

Die GPU der A14 scheint ja durchaus sehr performant zu sein. Aber schwer vorstellbar, dass man die Leistung aktueller externer AMD oder Nvidia GPUs erreichen kann. Das sind ja eigene kleine Rechner mit dediziertem Hochleistungsram etc.

Würde mich schon interessieren was da an aktuellen Spielen mit welcher Framerate realisierbar wäre.
- Das größte Maul und das kleinste Hirn,wohnen meist unter derselben Stirn. - Hermann Oscar Arno Alfred Holz, (1863 - 1929), deutscher Schriftsteller
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Michael Lang06.10.20 18:36
Hier ein paar interessante Vergleiche der Seite CPU-Monkey:


Es wird deutlich, dass Apple tatsächlich mit aktuellen Intel und AMD-CPUs mithalten kann. Im Single-Thread ganz vorne, im Multi-Thread nicht weit von der Spitze entfernt.

Inwieweit der GPU-Bench aussagekräftig ist, kann ich nicht einschätzen. Aber alle integrierten GPU-Lösungen liegen auf ähnlichem Niveau. Hier ist Apple kein Überflieger, insbesondere gemessen am Takt!
Aber ich glaube der Bench sagt nichts über die Grafikfähigkeiten an sich aus. Oder?
Es ist demnach die Leistung anderer integrierter Lösungen zu erwarten. Nicht die Leistung von Playstation/XBox oder dedizierter Grafikkarten!



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+1
don.redhorse07.10.20 22:19
das ganze Geekbench Zeug kann man vergessen, dass sagt nicht viel aus. Es gibt so viele Faktoren die die Performance des Gesamtsystems beeinflussen. Was bringt dir die hohe SingleCore Leistung, wenn die Daten nicht ankommen. Intels Problem, bei den CoreDuos etc, also das ganze Geraffel das noch einen FSB hatte. Die Core i Serie hat einen integrierten Speichercontroller (wie übrigens die Athlons schon lange vorher), der hat richtig Schub in System gebracht.
Dann die Nutzung der Vektorrecheneinheiten, also MMX, SSE und AVX, oder damals halt AltiVec bei den PPCs. Das bildet der Geekbench alles gar nicht ab.
Wenn man einen Bench nehmen will, dann nimmt man den SPECInt etc. Aber diese Suit läuft (meines Wissens nach) nicht auf derzeitigen iDevices. Guckt man sich z.B, den Bytemark an, dann sind die Intels meist schneller als die Ryszens von AMD. Beim SPEC sieht es genau anders rum aus und RL ebenfalls. Der Bytemark ist halt ein angepasster Bench für Intel. Also synthetische Benchmark, schwierig.
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