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32 US-Bundesstaaten und Epic vs. Apple – Beistand im Verfahren

Die juristischen Fehden, die Epic mit Apple austrägt, betreffen letztlich nicht nur die beiden Streitparteien – und könnten zur Folge haben, dass Cupertino andere Zahlungssysteme zulassen oder von der Umsatzbeteiligung in seiner jetzigen Höhe Abstand nehmen muss. Das im September 2021 von Richterin Yvonne Gonzalez Rogers gefällte Urteil barg daher viel Sprengkraft: In Apps platzierte Hinweise, die auf alternative Bezahlmethoden hinweisen, sollte Apple nicht länger unterbinden dürfen. Dem US-Konzern wurde jedoch bis zur Berufungsverhandlung ein Aufschub für die Umsetzung dieser Auflage eingeräumt. Außerdem entschied Gonzalez Rogers in einem wichtigen Aspekt zugunsten Apples: Das Unternehmen sei kein Monopolist. Epic legte gegen diesen Aspekt Berufung ein – und bekommt nun Schützenhilfe von zahlreichen US-Bundesstaaten und dem Weißen Haus.


35 Bundesstaaten sehen Verstoß Apples gegen „Sherman Act“
Hat Apple eine Monopolstellung inne und konnte so ein wettbewerbswidriges Geschäftsgebaren etablieren? Dieser Frage geht nun ein Berufungsgericht nach, nachdem Epic eindeutig Markmissbrauch vonseiten Cupertinos sieht. Wie Foss Patents berichtet, teilen 35 US-Bundesstaaten die Ansicht der Softwareschmiede: Sie reichten einen Amicus-Brief an das Gericht ein, in denen Generalstaatsanwälte auf die aus ihrer Sicht marktbeherrschende Stellung Apples hinweisen. Das erstinstanzliche Gericht habe einen Fehler begangen und ein wichtiges Kartellgesetz unberücksichtigt gelassen. Hierbei handelt es sich um den sogenannten „Sherman Act“, welcher unter anderem vorsieht, dass Unternehmen keine monopolbildenden einseitigen Maßnahmen ergreifen dürfen. Apple habe jedoch genau das getan.

Auch Washington lässt Tendenz zugunsten von Epic erkennen
Ein weiterer Amicus-Brief an das Berufungsgericht kommt vom Weißen Haus: Washington erklärt formal, keine der beiden Parteien unterstützen zu wollen – die Inhalte des Briefs lassen aber eine klare Tendenz erkennen. Die US-Regierung ist ebenfalls der Auffassung, dass die rechtlichen Vorgaben anders zu bewerten seien als dies Richterin Gonzalez Rogers tat. Apple dürfte durch die Schriftsätze in die Enge getrieben werden: Das engen Auflagen des iOS App Store geraten in immer mehr Staaten zunehmend unter Beschuss.

Kommentare

TiBooX
TiBooX28.01.22 17:41
Kaum gibt es News zu Apples Antagonisten geht der APC.F/AAPL-Kurs weiter nach oben. Z.Zt 5-6%.

Endlich mal wieder eine nachvollziehbare Reaktion auf ein phenomenales Weihnachtsquartal oder einfach nur "Viel Feind, viel Ehr'"?
People who are really serious about software should make their own hardware [A. Kay]
-1
Manuel01018028.01.22 17:52
Ich war eher erschrocken, dass die Aktie stieg. Hatte die letzten Quartale den Eindruck bekommen, sobald das Ergebnis super ist, fällt die Aktie.

Anscheinend muss erst selbst Apple überrascht sein
+4
Frank Drebin
Frank Drebin28.01.22 18:08
Ich kapiere die Politik nicht, besonders die Amis sind doch total auf, der Markt regelt sich selbst, nun sind die auf der Seite von Epic? Den größten Schurken überhaupt?…
-4
Deichkind28.01.22 19:54
Denjenigen, die jetzt den Sherman Antitrust Act gegen Apple in Stellung bringen, geht es aber nicht darum, Epic den gewünschten Button für eine Bezahlfunktion in der App zu verschaffen. Das ist ein Missbrauch des Verfahrens für andere Zwecke.
0
Quickmix
Quickmix28.01.22 21:41
Deichkind

+1
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Kaji28.01.22 22:52
Frank Drebin
Ich kapiere die Politik nicht, besonders die Amis sind doch total auf, der Markt regelt sich selbst, nun sind die auf der Seite von Epic? Den größten Schurken überhaupt?…
Und auch die amerikanische Marktwirtschaft hast du "nicht kapiert". Die amerikanische Politik hasst Monopole, denn ein Monopol ist gewissermaßen das Gegenteil von "freier" Marktwirtschaft. Schon vor 100 Jahren wurde Standard Oil (Rockefeller) zerschlagen als es zu mächtig wurde. Das gleiche Schicksal ereilten danach American Tobacco, dann U.S. Steel und so weiter und sofort. Und jetzt ist eben "big Tech" auf dem Prüfstand.
Aber in wie weit ist Epic denn "der größte Schurke überhaupt"? Das musst du bitte mal erklären.
+6
TerenceHill
TerenceHill29.01.22 00:56
Kaji
Frank Drebin
Ich kapiere die Politik nicht, besonders die Amis sind doch total auf, der Markt regelt sich selbst, nun sind die auf der Seite von Epic? Den größten Schurken überhaupt?…
Und auch die amerikanische Marktwirtschaft hast du "nicht kapiert". Die amerikanische Politik hasst Monopole, denn ein Monopol ist gewissermaßen das Gegenteil von "freier" Marktwirtschaft. Schon vor 100 Jahren wurde Standard Oil (Rockefeller) zerschlagen als es zu mächtig wurde. Das gleiche Schicksal ereilten danach American Tobacco, dann U.S. Steel und so weiter und sofort. Und jetzt ist eben "big Tech" auf dem Prüfstand.
Aber in wie weit ist Epic denn "der größte Schurke überhaupt"? Das musst du bitte mal erklären.

Epic Games geht auf dem PC Games Markt äusserst aggressiv vor. Epic versucht durchgehend ein Monopol zu schaffen, dass eine große Auswahl an AAA-Games nur über den Epic Store gekauft werden kann. Das wird mit Hilfe von überteuerten Exklusivverträgen geregelt (siehe Absatz Gewinn/Verlust). Das Nachsehen hat der Gamer, der "gezwungen" ist, im Epic Store einkaufen zu "müssen". Und günstiger wird es für die Gamer komischerweise nicht. Diese Games werden über den eigenen Store zu AAA-Preisen verkauft.

Das was Epic jetzt mit Apple versucht, hat Epic schon mit Sony versucht. Damit ist Epic nicht durchgekommen. Es gibt keinen freien Epic Store auf der Playstation. Auch die Fortnite Zusatzinhalte werden über Sony veräussert. Und das zum gleichen Industriestandard 30%/15% (ja, ist wirklich Industriestandard).

Und Grundsätzlich hat sich Epic von Anfang an als armes Opfer inszeniert. Was sich im Nachgang von langer Hand geplante Inszenierung herausgestellt hat. Sowas von Hero...

Aber wenn Du mal ehrlich bist, dann weißt Du das alles bereits selber. Und wenn Du weiterhin ehrlich bist, besonders weil Du den Fortnite Erfolg in den Vordergrund stellst, schreibt Epic mit seinem Store extreme Verluste in Höhe von über 500 Millionen Euro. Ich gehe davon aus, dass Du rechnen kannst.... Daher hat Epic um so mehr Interesse, sich an dem großen iOS Kuchen zu bedienen, ohne was für die bestehende lukrative Vertriebsschiene zu zahlen. Die eigene Vertriebsschiene funktioniert nicht ansatzweise, jetzt soll Apple die Verluste auffüllen. Einfach peinlich.

Ich verstehe schon, Apple hat ja genug Hater-Potential für euch. What ever.......wenn Du das alles nicht glaubst, dann kannst Du es selber gerne recherchieren. Aber das brauchst Du nicht, denn Du weißt es ja bestimmt selber.
+5
AppleUser2013
AppleUser201329.01.22 02:13
Epic versucht eben nur das gleiche wie andere zuvor...
Ich denke grade an Sony und die exklusiv Veträge mit Activision bei Call of Duty...
Hat auch gut funktioniert, obwohl es teuer war und jetzt wenn der Deal mit MS durchgeht dann natürlich nur mehr die ausgehandelten Verträge abgeschlossen werden und am Ende COD und das Blizzard Portfolio XBox exklusiv werden...

Wenn es um das Hater-Potential geht, nehmen sich alle big Players nichts... Sei es Apple, Microsoft, Google usw...

Niemamd ist hier der gute... Weder Epic noch Apple noch Sony noch Microsoft noch noch noch...
+1
Kaji29.01.22 09:08
Ja, das mit dem Epic Store ist mir bekannt. Ich halte den Store auch für eine schlechte Idee, da die Konkurrenz viel zu stark und etabliert ist, aber das ist wohl der Markt der Zukunft. Epic braucht ein Geschäftsmodell für die Zeit nach Fortnite. Und sie bekommen nur einen Fuß in die Tür mit Geschenken, Rabattaktionen und Exklusiv-Titeln. Die Klage gegen Apple ist sicherlich nicht so uneigennützig wie es verkauft werden soll, hier soll eher das zukünftige Geschäftsmodell auch auf der großen Plattform iOS etabliert werden.
Auf der anderen Seite ist ihr historischer Kern: die Unreal-Engine. Und da ist das Geschäftsmodell äußerst fair und seit Jahren eine Bereicherung für die gesamte Branche.
Und Epic kassiert von den Entwicklern im Store nur 12% und nicht die "branchenüblichen" 30%.
Ich finde es also schwierig hier vom "größten Schurken überhaupt" zu sprechen. Ich sage aber auch nicht, dass sie Helden sind.
Meine ganz persönliche Meinung ist jedoch, dass die Plattformen gezwungen werden sollten sich mehr öffnen zu müssen. Und Apple ist da einer der größten Verfechter des goldenen Käfigs geworden, inszeniert sich aber weiterhin als die Kämpferin für Freiheit und Gerechtigkeit aus dem legendären 1984 Clip. Kann man alles verstehen, muss man aber nicht bedingungslos unterstützen. Auf dem Mac klappt es doch auch: Da gibt es Schutzmechanismen, aber man ist nicht auf den Mac App Store begrenzt. Da kann ich sehr gut mit leben.
+5
deus-ex30.01.22 09:23
Apple verdient aber mit Software am Mac halt kein Geld. Der Mac wird nur dank des iOS Geschäfts Quersubventioniert. Ja. Apple macht keinen Verlust mit dem Mac. Aber auch keine wirklichen Gewinne die eine Weiterentwicklung finanzieren würden. Das geht nur dank der iOS Milliarden.
-5
Kaji30.01.22 11:47
deus-ex
Apple verdient aber mit Software am Mac halt kein Geld. Der Mac wird nur dank des iOS Geschäfts Quersubventioniert. Ja. Apple macht keinen Verlust mit dem Mac. Aber auch keine wirklichen Gewinne die eine Weiterentwicklung finanzieren würden. Das geht nur dank der iOS Milliarden.
Ich mache mir um die "iOS Milliarden" keine Sorgen, selbst wenn es einen Epic Store für iOS geben sollte. Der App Store von Apple hätte sicherlich einen Marktanteil von deutlich über 90% (siehe Google Playstore auf Android). Apple würde sich da sicher keinen Zacken aus der Krone brechen. Und auch wenn Apple den Entwicklern etwas mehr übrig lassen würde, wäre der Store noch hoch profitabel. Ich verbuche das daher als Gier und Macht-Gehabe eines Tech-Riesen. All das, was Microsoft früher vorgeworfen wurde und Apple nie sein sollte. Vielleicht werde ich aber auch einfach nur ein verbitterter alter Mann
+2

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