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Forum>Software>Wie kann ich das Gendergaga unter iOS 15 abstellen?

Wie kann ich das Gendergaga unter iOS 15 abstellen?

Gfurther20.09.2123:09
Weiß jemand hier, wie ich die politische Genderagitation von Apple unter iOS 15 auf die normale deutsche Sprache umstellen kann? Davon ab, dass dies nicht gerade der Useability nützt, entwickele ich so langsam eine Aversion auf meine Applegeräte, wenn ich dauern so etwas wie Benutzer:innen lesen muss.
+71

Kommentare

nova.b21.09.2111:28
Und: es gibt viele Quellen dazu.
-5
seahood
seahood21.09.2111:32
Ich dachte zuerst das es in Objective-C Namespaces gibt und die localization-engine ein bug hat.
„Think different! “
+4
Wurzenberger
Wurzenberger21.09.2111:38
Wieder so ein Thema das mir völlig egal ist.
-4
nova.b21.09.2111:42
Wurzenberger
Das ändert nichts an der Brisanz der Thematik. Oder würdest du gerne als DIE Wurzenberger aufwachen?
Auch wenn es in Deinem Umfeld bisher keine Rolle spielte?
-1
deus-ex21.09.2111:44
Im echten Leben habe ich doch auch die Option „Benutzer und Benutzerinnen“ oder „Benutzer:Innen“ zu verwenden.


Die Option hätte ich auch gerne in iOS. Ich möchte nichts aufgezwungen bekommen was eine Mehrheit der Bevölkerung ablehnt !
+19
Elmo300
Elmo30021.09.2111:47
Ein exzellenter Leserbrief in der FAZ zum Thema "gendern". Sehr lesenswert!

"In der deutschen Sprache gibt es ein natürliches Geschlecht (Sexus) und ein grammatisches Geschlecht (Genus). Beides wird von feministischen Linguistinnen gerne verwechselt, um nicht zu sagen: wild durcheinandergeworfen. Dabei können auch sprachwissenschaftliche Laien, wenn ihr Blick nicht ideologisch getrübt ist, den Unterschied leicht erkennen.

Erstens nämlich gibt es drei Genusformen (maskulin, feminin, neutrum), aber nur zwei biologische Geschlechter (männlich und weiblich). Zweitens wird das Genus auch für Objekte ohne jede erkennbare Parallele zum natürlichen Geschlecht verwendet: der Herd, die Straße oder das Buch. Auch dass der Busen maskulin, die Eichel feminin und das Glied neutrum sind, beruht ganz offensichtlich nicht auf irgendwelchen biologischen Hintergründen.

Ähnlich verhält es sich z. B. mit der Leser oder der Kunde. Während der Genus übergeschlechtlich verwendet wird (der Gast, der Mensch, die Person, die Waise, das Kind, das Individuum), stellt der Sexus eine weitere Aufsplitterung in männlich und weiblich dar.

Wir haben es hier mit etwas zu tun, was man in der Sprachwissenschaft "Synonymie" nennt. Synonyme sind gleichlautende Wörter, die aber unterschiedliche Dinge meinen. Ein "Flügel" kann beispielsweise der Teil eines Vogels sein, der Teil einer Fußballmannschaft oder ein Klavier. Manchmal sind diese Synonyme nicht so leicht auseinanderzuhalten, und da kommt es dann zu Missverständnissen wie in der feministischen Sprachwissenschaft. "Kunden" kann nämlich ebenfalls zweierlei bedeuten: "Menschen, die einkaufen" ebenso wie "Männer, die einkaufen". Indem Sprachkritiker*innen behaupten, mit "Kunden" seien nur Männer gemeint, erzeugen sie den Eindruck, Frauen würden sprachlich unterdrückt. Sie richten sich nicht danach, was Menschen meinen, wenn sie etwas sagen, sondern danach, was sie ihnen unterstellen, was sie meinen: "Sie reden ja nur von den Männern! Uns Frauen lassen Sie mal wieder unter den Tisch fallen!"

Aber das ist ebenso Nerv tötend wie falsch.

Auch sorgt der Artikel im Singular mit dem grammatischen Geschlecht für den Unterschied zwischen der (frohen) Kunde und dem Kunden sowie der Leiter und dem Leiter...

Aus eben den soeben erklärten Gründen sind 99 Lehrerinnen und ein Lehrer zusammen hundert Lehrer: Es wird nämlich der grammatikalische Oberbegriff verwendet, sobald eine auch nur irgendwie gemischte Gruppe besteht. Ohne einen solchen Oberbegriff, der für beide Geschlechter gilt, würden sich bestimmte Sachverhalte auch überhaupt nicht formulieren lassen (etwa "Jeder dritte Unternehmer in Österreich ist eine Frau." oder "Wir kennen nicht mal das Geschlecht des Verdächtigen.") Ein "Tag" mit seinen 24 Stunden besteht aus Tag und Nacht, genauso wie "der Kunde" männlich oder weiblich sein kann - unabhängig von seinem grammatischen Geschlecht. Ähnlich verhält es sich mit "die Katze": Die weibliche Form steht als Oberbegriff sowohl für das weibliche Tier als auch für das männliche, das wir, wenn wir es genauer spezifizieren möchten, als "der Kater" bezeichnen (so wie "der Kunde", wenn weiblich, zu "die Kundin" wird). Zu behaupten mit "der Kunde" seien nur Männer gemeint, allein weil "der" davorsteht, ist grammatisch ungefähr so durchdacht wie es die Argumentation ist, mit "die Kunden" seien offenbar nur Frauen gemeint, weil "die" davorsteht. In Wahrheit drückt natürlich keiner der beiden Artikel den Sexus aus: "die" bezieht sich auf die Pluralform, "der" auf den Genus. Erst durch die konsequente Doppelbenennung in der feministischen Sprache "die Kunden und Kundinnen" wird der Sexismus in die Sprache eingeführt, wo er vorher durch den geschlechtsunabhängigen Oberbegriff nicht vorhanden war.

Im Übrigen bin ich öfter mal "die Vertretung" für einen Kollegen. Ist kein Problem für mich.

Aber ich kenne auch den Unterschied zwischen Genus und Sexus. Und ehrlich gesagt, möchte ich nicht so gerne ein Vertreter, ein Klinkenputzer sein... Aber ein Mann, der allen Frauen mit Respekt auf Augenhöhe gerne begegnet und hofft, dass alsbald keine Lohn-/Gehaltsdifferenz zwischen den Geschlechtern mehr besteht. Denn nur damit unterstützen wir die Emanzipation – nicht aber mit umständlichem Gender-Sprich-und-Schreib-Stil.“
+62
Phil Philipp
Phil Philipp21.09.2111:48
Gfurther
Melde das doch als Bug: https://reportaproblem.apple.com
+7
incredibleole21.09.2111:52
Ja exakt das. Aber Doppelbenutzung finde (von mir auf einmal in der Anrede eines Briefes aber dann bitte nicht mehr) auch supernervig. Keinerlei Informationsmehrwert. Gerade auf einem Handydisplay ist das Gendern eine besonders ärgerliche Form der Platzverschwendung. Alleine die fehlende Wahlmöglichkeit zeigt ein Ausmaß des ideologischen Eifers und der Übergriffigkeit, die sprachlos macht.
deus-ex
Im echten Leben habe ich doch auch die Option „Benutzer und Benutzerinnen“ oder „Benutzer:Innen“ zu verwenden.


Die Option hätte ich auch gerne in iOS. Ich möchte nichts aufgezwungen bekommen was eine Mehrheit der Bevölkerung ablehnt !
+3
Wurzenberger
Wurzenberger21.09.2111:53
nova.b
Wurzenberger
Das ändert nichts an der Brisanz der Thematik. Oder würdest du gerne als DIE Wurzenberger aufwachen?
Wer sagt dass ich das nicht täglich tue?
+2
beanchen21.09.2111:56
DogsChief
Wo ist das Problem, Ärzte und Ärztinnen, Schreiner und Schreinerinnen zu sagen?
Das IST das Problem (und das sage ich als Frau)! Durch die Einführung einer geschlechtsbezogenen (Sexus) Form für Frauen wurde das Problem der Ausgrenzung eines dritten und weiterer Geschlechter (Sexus) überhaupt erst möglich. Im Englischen sind Berufsbezeichnungen früher wie heute männlich (Genus) und beziehen sich auf alle Geschlechter (Sexus). Senior Officer of ... sollte gerade hier in der Tech-Branche nicht unbekannt sein. Lustigerweise wird das Englische gerne von den Gender-Befürwortern als geschlechtneutrale Sprache und gutes Beispiel herangezogen.
Noch ein Beispiel, warum ich als Frau -Innen diskriminierend finde:
Frau Merkel ist der beste Bundeskanzler, den wir hatten.
- lässt sich inhaltlich darüber streiten aber die Aussage ist klar.
Frau Merkel ist die beste Bundeskanzlerin, die wir hatte.
- die Aussage ist ebenfalls klar und lässt sich nicht bestreiten: wir hatten noch nie eine andere. Stellt sie aber gegenüber den Männern zurück.
Genauso Bundeskanzler:innen:amt: heißt das ab jetzt immer so, auch wenn wieder ein Bundeskanzler darin regiert? Wenn nicht, was ist an Gebäude und Amt anders, wenn eine Frau dort regiert? Alles rosa und nicht ganz ernst zu nehmen?
Ein Mann in Frauenkleidern kann dann eine Ärztin sein und sich damit angesprochen fühlen, wenn er in Männerkleidern unterwegs ist, kann er Arzt sein. Seine fachliche Kompetenz dürfte darauf keinen Einfluss haben. Umgekehrt gilt das Gleiche natürlich auch für eine Frau, die sich lieber als Mann gibt und daher statt Claudia "Claus" genannt werden will und darum ein Arzt wäre, statt einer Ärztin.
Das ist zu platt. Die Probleme gehen deutlich tiefer und sind viel facettenreicher. Diese Gruppen (ich mag den Ausdruck marginalisiert nicht) bedürfen eindeutig der Unterstützung und der Aufmerksamkeit. Deswegen ja zu Vergleichen und Aufdeckung von Missständen, ja zu Forschung und Einführung von Gleichstellung, ja zur Beseitigung von diskriminierenden Gesetzen und Vorschriften aber eindeutig nein zu einer aufgezwungenen Sprechweise, die das niemals darstellen kann.
+23
g-kar21.09.2112:19
Mein Gott.
Ich bin eigentlich auch kein Freund des Genderns, zumindest nicht, wenn man missionarisch eine Regel wie „es muss _immer_ die xyz-Form verwendet werden!“ vertritt. Aber ich habe doch den Eindruck, dass der größte Missionierungseifer von den Gegnern kommt: Die Vertreter gendern zwar selbst, wollen meist aber Andere gar nicht dazu zwingen, es ihnen gleich zu tun, während viele Gegner es am liebsten wohl ganz verbieten würden.

Sich aber darüber aufzuregen, dass manche Leute in ihren Texten gendern, ist arg übertrieben, und dann müsste man sich auch über diverse andere Formulierungsgewohnheiten genauso echauffieren. (Gut, ich mag es auch nicht, wenn Leute den Genitiv nicht benutzen, sowas wie „diesen Jahres“ sagen, sich keine Mühe bei Rechtschreibung geben etc., aber sowas kocht selten so hoch.)

Über den Aspekt der Formulierung und Rechtschreibung kann, darf und soll man von mir aus gerne streiten. Das Gendersternchen z.B. finde ich, zumindest je nach Font, furchtbar, weil es (wenn nicht sehr klein und hochgestellt dargestellt) wie ein dicker Felsbrocken im Lesefluss wirkt. Und die gesprochene Pause wie „Liebe Zuschauer innen“ klingt für mich, als ob Zuschauer draußen explizit nicht mit angesprochen werden sollen. Ich sehe das also schon nicht unkritisch, aber verdamme die Bemühungen deswegen auch nicht gleich.
Im Vergleich zum Sternchen ist z.B. der Doppelpunkt doch sehr dezent.

Ich selbst nutze Gendern mit Augenmaß (in Texten, bei denen es mir sinnvoll erscheint, gelegentlich und nicht überall) und in einer mit der Rechtschreibung konformen Form wie: „Teilnehmer/-innen“. Das ist zugegebenermaßen wieder etwas länger als die Doppelpunktform, und es ist das „traditionelle Männlich-/Weiblich-Genern“ ohne explizitite Betonung Diversgeschlechtlicher, aber hat Vorteile. Nicht nur entspricht es der aktuellen Rechtschreibung, sondern es gibt viele Fälle, in denen ich gar nicht wüsste, wie man die Stern- oder Doppelpunktform _sinnvoll_ schreiben sollte, z.B. im Genitiv: „Des/-r Nutzers/-in“ oder auch „der/-s Nuterin/-s“ ist eindeutig, aber wie soll das mit Genderstern oder Doppelpunkt geschrieben werden? „Der Nutzer:ins“ oder „Nutzers:in“ oder nur „Nutzer:in“ ohne Genitiv-S? Alles doof. Aber das sind, wie gesagt Details, über die man reden könnte, wenn man nicht einfach strikt alles generell ablehnt. Die Rechtschreibung ist auch allein kein Grund, das Gendern generell abzulehnen, weil es, wie gezeigt, auch konforme Wege gibt.
-1
alf_bo21.09.2112:37
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Diverse,

wie heißt es so schön im Volksmund: Das Land der Dichtenden und Denker*innen wird doch nie im Leben eine bürokratische Sprache verwenden.
+2
beanchen21.09.2112:41
g-kar
Aber ich habe doch den Eindruck, dass der größte Missionierungseifer von den Gegnern kommt:
Was schon von den ersten beiden Kommentaren klar widerlegt wird. Das ist zwar keine Missionierung im klassischen Stil, es ist schlimmer! Für mich hat das fast schon faschistoide Züge: es wird definiert wie etwas zu sein hat und wer dagegen ist, ist – und das ist noch der geringste Vorwurf – nicht informiert oder hat es nicht verstanden, im schlimmsten Fall "muss er an sich arbeiten" und "Seine Haltung überdenken", weil er sonst zu einer minderwertigen Spezies gehört, dem alten, weißem Mann oder Boomer.
+13
alf_bo21.09.2112:44
In der ZEIT wurde kürzlich das Vorgehen des ZDF thematisiert, das selbst in den Nachrichten aufs Gendern setzt.

Ich finde es ehrlich gesagt unerträglich, dass mit der Marktmacht der Öffentlich-Rechtlichen versucht wird, ein Thema durchzusetzen.

Das ZDF sollte mal den hochgelobten Hanns Joachim Friedrichs ernst nehmen:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“
+19
wolfgag
wolfgag21.09.2112:49
Ihr habt vielleicht Probleme...
-3
Rosember21.09.2112:58
Es möge bitte nur niemand hier behaupten, es gehe ihm finanziell schlecht. Denn offensichtlich habt ihr alle nichts besseres zu tun ...
-12
olli189321.09.2112:59
Auf meiner Arbeitsstelle bin ich kein Mitarbeiter mehr sondern ein Mitarbeitender. Für mich hört sich das so falsch an, von * und : unterbrochenen Worten ganz zu schweigen.

Diese Gendersprache ist für mich ein Elitenprojekt das mit aller Gewalt in den alltäglichen Sprachgebrauch gedrückt werden soll. Früher hat man Hof französisch gesprochen und der gemeine Pöbel sprach deutsch, nichts anderes ist diese Gendersprache wo die Elite eine abgehobene Sprache verwendet.

In 1984 soll ja auch die Sprache des gemeinen Volkes sprich dem Pöbel zerstört werden.

Eine Sprache entwickelt sich, es kommen neue Worte und Bedeutungen der Worte dazu oder entfallen wieder, es hat einfach Jahrzehnte für eine Veränderung gedauert.

Nachtrag: dies ist kein Angriff auf euch liebe Mitmenschen egal ob ihr m/f/d seid
+4
Hanterdro21.09.2113:02
Ich bin persönlich gegen das gendern.

Unabhängig davon kann ich zu dem Thema dieses Video empfehlen


Es ist wirklich neutral gehalten. Für mich überwiegen die contra Argumente gegen Gendern. Vorallem das letzte Contra Argument ist entscheidend, gendern bringt nichts.
+8
stefan21.09.2113:05
dam_j
Des weiteren kann Rechtschreibung erlernt werden
Dann geh doch mal mit gutem Beispiel voran.
+2
becreart
becreart21.09.2113:08
Gfurther
Weiß jemand hier, wie ich die politische Genderagitation von Apple unter iOS 15 auf die normale deutsche Sprache umstellen kann? Davon ab, dass dies nicht gerade der Useability nützt, entwickele ich so langsam eine Aversion auf meine Applegeräte, wenn ich dauern so etwas wie Benutzer:innen lesen muss.

Ich habe noch keine Gendersprache bei iOS gesehen. Auch bei keinem anderen OS von Apple.
Vlt ist das Problem bei dir, dass du das System auf Deutsch eingestellt hast anstatt Englisch.
-15
Hanterdro21.09.2113:09
becreart
Gfurther
Weiß jemand hier, wie ich die politische Genderagitation von Apple unter iOS 15 auf die normale deutsche Sprache umstellen kann? Davon ab, dass dies nicht gerade der Useability nützt, entwickele ich so langsam eine Aversion auf meine Applegeräte, wenn ich dauern so etwas wie Benutzer:innen lesen muss.

Ich habe noch keine Gendersprache bei iOS gesehen. Auch bei keinem anderen OS von Apple.
Vlt ist das Problem bei dir, dass du das System auf Deutsch eingestellt hast anstatt Englisch.

Im englischen wird auch mit they/them gegendert. Das ist aber nicht ansatzweise so störend wie im deutschen, da es nicht den Lesefluss nicht stört.
+5
der_seppel
der_seppel21.09.2113:10
Elmo300
Ein exzellenter Leserbrief in der FAZ zum Thema "gendern". Sehr lesenswert!

"(…)“

Hast Du eine Quellenangabe? Oder den Namen des Verfassers?
„Kein Slogan angegeben.“
+1
lautsprecher21.09.2113:15
Ein exzellenter Leserbrief in der FAZ zum Thema "gendern". Sehr lesenswert!
"In der deutschen Sprache gibt es ein natürliches Geschlecht (Sexus) und ein grammatisches Geschlecht (Genus). Beides wird von feministischen Linguistinnen gerne verwechselt, um nicht zu sagen: wild durcheinandergeworfen. Dabei können auch sprachwissenschaftliche Laien, wenn ihr Blick nicht ideologisch getrübt ist, den Unterschied leicht erkennen.
Erstens nämlich gibt es drei Genusformen (maskulin, feminin, neutrum), aber nur zwei biologische Geschlechter (männlich und weiblich). Zweitens wird das Genus auch für Objekte ohne jede erkennbare Parallele zum natürlichen Geschlecht verwendet: der Herd, die Straße oder das Buch. Auch dass der Busen maskulin, die Eichel feminin und das Glied neutrum sind, beruht ganz offensichtlich nicht auf irgendwelchen biologischen Hintergründen.
Ähnlich verhält es sich z. B. mit der Leser oder der Kunde. Während der Genus übergeschlechtlich verwendet wird (der Gast, der Mensch, die Person, die Waise, das Kind, das Individuum), stellt der Sexus eine weitere Aufsplitterung in männlich und weiblich dar.
Wir haben es hier mit etwas zu tun, was man in der Sprachwissenschaft "Synonymie" nennt. Synonyme sind gleichlautende Wörter, die aber unterschiedliche Dinge meinen. Ein "Flügel" kann beispielsweise der Teil eines Vogels sein, der Teil einer Fußballmannschaft oder ein Klavier. Manchmal sind diese Synonyme nicht so leicht auseinanderzuhalten, und da kommt es dann zu Missverständnissen wie in der feministischen Sprachwissenschaft. "Kunden" kann nämlich ebenfalls zweierlei bedeuten: "Menschen, die einkaufen" ebenso wie "Männer, die einkaufen". Indem Sprachkritiker*innen behaupten, mit "Kunden" seien nur Männer gemeint, erzeugen sie den Eindruck, Frauen würden sprachlich unterdrückt. Sie richten sich nicht danach, was Menschen meinen, wenn sie etwas sagen, sondern danach, was sie ihnen unterstellen, was sie meinen: "Sie reden ja nur von den Männern! Uns Frauen lassen Sie mal wieder unter den Tisch fallen!"
Aber das ist ebenso Nerv tötend wie falsch.
Auch sorgt der Artikel im Singular mit dem grammatischen Geschlecht für den Unterschied zwischen der (frohen) Kunde und dem Kunden sowie der Leiter und dem Leiter...
Aus eben den soeben erklärten Gründen sind 99 Lehrerinnen und ein Lehrer zusammen hundert Lehrer: Es wird nämlich der grammatikalische Oberbegriff verwendet, sobald eine auch nur irgendwie gemischte Gruppe besteht. Ohne einen solchen Oberbegriff, der für beide Geschlechter gilt, würden sich bestimmte Sachverhalte auch überhaupt nicht formulieren lassen (etwa "Jeder dritte Unternehmer in Österreich ist eine Frau." oder "Wir kennen nicht mal das Geschlecht des Verdächtigen.") Ein "Tag" mit seinen 24 Stunden besteht aus Tag und Nacht, genauso wie "der Kunde" männlich oder weiblich sein kann - unabhängig von seinem grammatischen Geschlecht. Ähnlich verhält es sich mit "die Katze": Die weibliche Form steht als Oberbegriff sowohl für das weibliche Tier als auch für das männliche, das wir, wenn wir es genauer spezifizieren möchten, als "der Kater" bezeichnen (so wie "der Kunde", wenn weiblich, zu "die Kundin" wird). Zu behaupten mit "der Kunde" seien nur Männer gemeint, allein weil "der" davorsteht, ist grammatisch ungefähr so durchdacht wie es die Argumentation ist, mit "die Kunden" seien offenbar nur Frauen gemeint, weil "die" davorsteht. In Wahrheit drückt natürlich keiner der beiden Artikel den Sexus aus: "die" bezieht sich auf die Pluralform, "der" auf den Genus. Erst durch die konsequente Doppelbenennung in der feministischen Sprache "die Kunden und Kundinnen" wird der Sexismus in die Sprache eingeführt, wo er vorher durch den geschlechtsunabhängigen Oberbegriff nicht vorhanden war.
Im Übrigen bin ich öfter mal "die Vertretung" für einen Kollegen. Ist kein Problem für mich.
Aber ich kenne auch den Unterschied zwischen Genus und Sexus. Und ehrlich gesagt, möchte ich nicht so gerne ein Vertreter, ein Klinkenputzer sein... Aber ein Mann, der allen Frauen mit Respekt auf Augenhöhe gerne begegnet und hofft, dass alsbald keine Lohn-/Gehaltsdifferenz zwischen den Geschlechtern mehr besteht. Denn nur damit unterstützen wir die Emanzipation – nicht aber mit umständlichem Gender-Sprich-und-Schreib-Stil.“
Danke für die Weiterleitung liebe Kollegin!
+2
milk
milk21.09.2113:17
becreart
Ich habe noch keine Gendersprache bei iOS gesehen. Auch bei keinem anderen OS von Apple.
Vlt ist das Problem bei dir, dass du das System auf Deutsch eingestellt hast anstatt Englisch.
Das ist kein "Problem" sondern in einem deutschen Forum mit Sicherheit der Normalzustand. Warum schreibst du nicht einfach "Ich verwende meine Apple-Geräte in englischer Sprache, da ist das weniger auffallend"?
+9
NFK21.09.2113:17
beanchen
warum ich als Frau -Innen diskriminierend finde

Danke, beanchen.

Simone de Beauvoir hat das ja auch angeprangert, das Weibliche ist sprachlich immer nur das sekundäre, abgeleitete. Formen mit der Endung -Innen zementieren das aber. Wenn man konsequent wäre, dann bräuchte man auch abgeleitete Formen für männlich und für divers, also
Bundeskanzler = neutral
Bundeskanzlerer = männlich
Bundeskanzlerin = weiblich
Bundeskanzlera = divers.

Das kann niemand wollen, oder? Das Herumbasteln an der Syntax ist einfach nur technokratisch.

Ein historisches Beispiel: Die Hose war mal ein rein männliches Kleidungsstück. Als Fahrräder aufkamen, wollten auch Frauen radfahren, mit Kleidern war das aber zu gefährlich. Also zogen sie sich Hosen an und wurden dafür furchtbar ausgelacht. Anfangs. Die Hose hat sich aber als auch weibliches Kleidungsstück durchgesetzt. Das ist reine Semantik, die Bedeutung wird durch den Gebrauch definiert.

Eine technokratische Lösung wäre es gewesen, irgendwelche Kutschen-Fahrräder für Frauen mit Kleidern zu konstruieren. Wenn sich das durchgesetzt hätte, hätten wir jetzt vielleicht schmale Radwege für Männer-Fahrräder, zusätzliche breite für Frauen-Kutschenfahrräder. Und ziemlich komplizierte Kreuzungen.

Wenn Frauen darauf bestehen, die Stammform (ohne -Innen) für sich zu reklamieren und die Endung "-Innen" abzulehnen, ist das emanzipatorisch. So wie die Frauen, die die Hose für sich reklamiert haben.
+12
Laton
Laton21.09.2113:20
Ich weiß, das klingt vielleicht komisch, aber ich fühle mich durch das Gender-Sternchen als Frau eher diskriminiert als ernst genommen.

Ich weiß, dass es vielen Frauen wichtig ist, dass man sie extra herausstellt, dass es sie auch gibt.

Aber bei mir löst es eher das Gegenteil aus. Ich fühle mich dadurch zurückgestellt, dass man mich mit geschlechtsspezifischer Ansprache extra ansprechen muss. Das heißt doch im Grunde, dass ich nicht wirklich dazu gehöre.

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich gerne korrektes Deutsch schreiben... und als Frau einfach so dazu gehören.

Der von Elmo 300 zitierte Beitrag kann da eigentlich nicht hoch genug gewertet werden. Es geht hier nicht um Sexismus, es geht darum, dass die deutsche Sprache bewusst falsch interpretiert. Und das ist eigentlich nur traurig.

Normalerweise würde ich mich aus solchen Diskussionen heraushalten, aber ich habe mich erst letztens wieder hierüber geärgert. Zeit also meinen Account hier nach über zehn Jahren zu aktivieren.
+25
beanchen21.09.2113:23
Rosember
Es möge bitte nur niemand hier behaupten, es gehe ihm finanziell schlecht. Denn offensichtlich habt ihr alle nichts besseres zu tun ...
Warum auch, wir sind ja alle privilegiert!
+3
Hanterdro21.09.2113:23
Laton
Ich weiß, das klingt vielleicht komisch, aber ich fühle mich durch das Gender-Sternchen als Frau eher diskriminiert als ernst genommen.

Ich weiß, dass es vielen Frauen wichtig ist, dass man sie extra herausstellt, dass es sie auch gibt.

Aber bei mir löst es eher das Gegenteil aus. Ich fühle mich dadurch zurückgestellt, dass man mich mit geschlechtsspezifischer Ansprache extra ansprechen muss. Das heißt doch im Grunde, dass ich nicht wirklich dazu gehöre.

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich gerne korrektes Deutsch schreiben... und als Frau einfach so dazu gehören.

Der von Elmo 300 zitierte Beitrag kann da eigentlich nicht hoch genug gewertet werden. Es geht hier nicht um Sexismus, es geht darum, dass die deutsche Sprache bewusst falsch interpretiert. Und das ist eigentlich nur traurig.

Normalerweise würde ich mich aus solchen Diskussionen heraushalten, aber ich habe mich erst letztens wieder hierüber geärgert. Zeit also meinen Account hier nach über zehn Jahren zu aktivieren.

Je mehr Apple das schreiben, um so eher ändert sich was: https://www.apple.com/feedback/
+4
beanchen21.09.2113:25
olli1893
Auf meiner Arbeitsstelle bin ich kein Mitarbeiter mehr sondern ein Mitarbeitender.
Ich würde immer fürchten demnächst keinen Lohn mehr zu erhalten oder zumindest nur den einer Aushilfe.
-2
pocoloco21.09.2113:25
🚽Es ist mir völlig egal, auf welchem Klo ihr pinkeln geht.
Hauptsache, ihr setzt euch hin!
Alle!
+8
dam_j
dam_j21.09.2113:28
stefan
dam_j
Des weiteren kann Rechtschreibung erlernt werden
Dann geh doch mal mit gutem Beispiel voran.

Musst schon meine letzte Antwort lesen
„Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !“
-2
incredibleole21.09.2113:30
Da irrst du dich, den meisten Frauen geht es so wie dir. Es ist eine kleine, laute Minderheit, die das will und anderen ihren Willen aufzwingt. Wer nicht mitzieht ist dann eben ganz schnell „Boomer“, „Frauenfeind“ oder am besten noch „Nazi“. Die real existierenden Widersprüche interessieren die Verfechter dieser Ideologie auch nicht (wie bei Ideologien so üblich). Dass Gendern den Zweitspracherwerb erschwert und behinderten Proböeme macht, ist völlig egal, Hauptsache man kann allen zeigen, dass man zu den Guten™️ gehört und jeder der nur einfach seine Sprache beibehalten will, gerät unter Rechtfertigungsdruck - völlig absurd. Also an die Mehrheit: Das Maul aufmachen, auch wenn es unbequem ist. Ihr seid die Mehrheit und dem harten Kern der Genderer (den Mitläufern unterstelle ich mal wohlwollende Naivität) geht es um Macht, um nichts anderes.
Hanterdro
Laton
Ich weiß, das klingt vielleicht komisch, aber ich fühle mich durch das Gender-Sternchen als Frau eher diskriminiert als ernst genommen.

Ich weiß, dass es vielen Frauen wichtig ist, dass man sie extra herausstellt, dass es sie auch gibt.

Aber bei mir löst es eher das Gegenteil aus. Ich fühle mich dadurch zurückgestellt, dass man mich mit geschlechtsspezifischer Ansprache extra ansprechen muss. Das heißt doch im Grunde, dass ich nicht wirklich dazu gehöre.

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich gerne korrektes Deutsch schreiben... und als Frau einfach so dazu gehören.

Der von Elmo 300 zitierte Beitrag kann da eigentlich nicht hoch genug gewertet werden. Es geht hier nicht um Sexismus, es geht darum, dass die deutsche Sprache bewusst falsch interpretiert. Und das ist eigentlich nur traurig.

Normalerweise würde ich mich aus solchen Diskussionen heraushalten, aber ich habe mich erst letztens wieder hierüber geärgert. Zeit also meinen Account hier nach über zehn Jahren zu aktivieren.

Je mehr Apple das schreiben, um so eher ändert sich was: https://www.apple.com/feedback/
+11
adiga
adiga21.09.2113:31
nova.b
Bisher wurden die Sprachregeln nachreguliert. Das heißt sowieso gesprochene Formen wurden im Nachhinein legalisiert.
Beispiel: Das macht Sinn.
Das ist eine wörtliche Übersetzung aus dem Englischen, die aber in der deutschen Sprache nicht geht, weil man Sinn nicht machen kann.
"Das ist sinnvoll." Oder "unsinnig".

Da bin ich mir nicht so sicher, macht zumindest keinen Sinn für mich

Ob es wirklich aus dem englischen kommt? In der Schweiz wird schon seit langer Zeit "Das macht Sinn" benutzt. Kann aus unserem Dialekt kommen, wo es tatsächlich Stilblüten gibt. So sagt man/frau in der Schweiz "Ich gehe nach München", wo der/die Deutsche sagen würde "Ich gehe nicht, ich fahre (fliege) nach München".

Und was den (gesetzlichen) Sexus betrifft: Es wird aktuell weltweit diskutiert in den Pässen zusätzlich zu M und W noch X zu erlauben für alles, was nicht eindeutig M oder W ist. Allerdings gibt es noch die Hemmschwelle, dass in gewissen Ländern Personen mit X schwerwiegende Nachteile in Kauf nehmen müssten.
+1
dam_j
dam_j21.09.2113:31
pocoloco
🚽Es ist mir völlig egal, auf welchem Klo ihr pinkeln geht.
Hauptsache, ihr setzt euch hin!
Alle!

„Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !“
+4
Tirabo21.09.2113:41
Laton
Das heißt doch im Grunde, dass ich nicht wirklich dazu gehöre.

Das hast du auch schon bemerkt?
Laton
Wenn ich die Wahl hätte, würde ich gerne korrektes Deutsch schreiben... und als Frau einfach so dazu gehören.

Das ist momentan noch ein unauflösbarer Widerspruch. Leider hast Du ja als Frau nicht die Wahl, wie du ja selbst schon festgestellt hast.


Wenigstens die Sprache versucht das zu ändern, aber Du merkst ja, welch radikaler männlicher Gegenwind auch hier gerade herrscht. Deine Meinung als Frau tut eigentlich hier nicht zur Sache, außer dass sie den radikalen Patriarchen in der Durchsetzung Ihrer Sache auch noch einen Bärendienst erweist.

Der Prozess der Veränderung in der Sprache ist aber schon längst angestoßen und lässt sich auch nicht mehr rückgängig machen. Da kann man hier noch so rumheulen und rumjammern und "alte Zeiten" beschwören, keine Chance.

Das ist gut so.
-29
Hanterdro21.09.2113:45
Tirabo
Der Prozess der Veränderung in der Sprache ist aber schon längst angestoßen und lässt sich auch nicht mehr rückgängig machen. Da kann man hier noch so rumheulen und rumjammern und "alte Zeiten" beschwören, keine Chance.

Nur das die Mehrheit der Deutschsprachigen anscheinend bei dem Prozess der Veränderung anscheinend nicht mitspielen will.
+11
thomas b.
thomas b.21.09.2113:52
Zur allgemeinen Entspannung evtl. mal diesen Artikel aus dem Postillon von vor 4 Jahren zu Gemüte führen:

+4
Gfurther21.09.2113:54
alf_bo
In der ZEIT wurde kürzlich das Vorgehen des ZDF thematisiert, das selbst in den Nachrichten aufs Gendern setzt.

Ich finde es ehrlich gesagt unerträglich, dass mit der Marktmacht der Öffentlich-Rechtlichen versucht wird, ein Thema durchzusetzen.

Das ZDF sollte mal den hochgelobten Hanns Joachim Friedrichs ernst nehmen:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“

Das ist auch hier bei Apple ein Problem. Wie mit dem Durchsuchen der Fotodatenbank der iPhones ist hier der nächste Versuch, dass Apple seine Marktmacht dazu zu nutzt, politische genehme Positionen durchzudrücken. Was next Apple? Aus Demokratiegesichtspunken muß Apple zerschlagen werden.
0
Laton
Laton21.09.2113:55
Tirabo
Laton
Das heißt doch im Grunde, dass ich nicht wirklich dazu gehöre.

Das hast du auch schon bemerkt?
Laton
Wenn ich die Wahl hätte, würde ich gerne korrektes Deutsch schreiben... und als Frau einfach so dazu gehören.

Das ist momentan noch ein unauflösbarer Widerspruch. Leider hast Du ja als Frau nicht die Wahl, wie du ja selbst schon festgestellt hast.


Wenigstens die Sprache versucht das zu ändern, aber Du merkst ja, welch radikaler männlicher Gegenwind auch hier gerade herrscht. Deine Meinung als Frau tut eigentlich hier nicht zur Sache, außer dass sie den radikalen Patriarchen in der Durchsetzung Ihrer Sache auch noch einen Bärendienst erweist.

Der Prozess der Veränderung in der Sprache ist aber schon längst angestoßen und lässt sich auch nicht mehr rückgängig machen. Da kann man hier noch so rumheulen und rumjammern und "alte Zeiten" beschwören, keine Chance.

Das ist gut so.

Tut mir leid, aber wenn ich so etwas lese, gruselt es mich einfach nur noch. "Rumheulen", "rumjammern", "radikaler männlicher Gegenwind"...

Das ist eine völlig weltfremde Ansicht, mit der ich nichts anfangen kann.

Gleichberechtigung bedeutet für mich nicht, dass ich die deutsche Sprache verballhornen muss.

Gleichberechtigung ist, wenn ich als Frau in Vollzeit arbeite und mein Mann in Teilzeit oder als Hausmann, und dass einfach nur normal ist.

Gleichberechtigung ist, wenn jeder seinen Lebenswunsch umsetzen kann, ohne dass das Geschlecht eine Rolle spielt.

Das Geschlecht herauszustellen ist einfach nur reaktionär und ewig gestrig, nur dass es dieses Mal halt Frauen sind und nicht Männer... Das hilft überhaupt nicht in der Sache.

Im übrigen, ich habe zwei kleine Jungen zu Hause. Und die werde ich gleich behandeln, ob dir das nun passt oder nicht.
+24
incredibleole21.09.2113:56
Kein Wunder, da dem - abgesehen von allen anderen Argumenten - die Sprachökonomie als wesentlich Triebfeder sprachlichen Wandels entgegensteht. Der Gendermurks ist uralt, seit mind. 30 Jahren wird das von einer kleinen Gruppe versucht, ohne Erfolg. Der jüngste vermeintliche Erfolg stellt sich nur ein, weil die Gruppe den Marsch durch die Institutionen geschafft hat und bestens vernetzt den Sprachwandel nun von oben einleiten kann, was vorher von unten, aus naheligenden Gründen, nicht geklappt hat. Einige Leute in diesem Land haben noch Diktaturerfahrung, dass es denen besonders sauer aufstößt, ist nicht verwunderlich. Denn der inzwischen (halb)staatliche Eingriff in die Sprache ist zutiefst totalitär. Das Smartphone ist ein derart privates Gerät, dem man oft seine intimsten Sachen anvertraut und hier möchte man wirklich nicht politisch zwangsbeglückt werden. Das ist ein Dammbruch von Apple und mit „think different“ hat es auch nichts mehr zu tun. Es ist der Mainstream einer meist lebensfernen Elite.
Hanterdro
Tirabo
Der Prozess der Veränderung in der Sprache ist aber schon längst angestoßen und lässt sich auch nicht mehr rückgängig machen. Da kann man hier noch so rumheulen und rumjammern und "alte Zeiten" beschwören, keine Chance.

Nur das die Mehrheit der Deutschsprachigen anscheinend bei dem Prozess der Veränderung anscheinend nicht mitspielen will.
+12
albertyy21.09.2113:59
...bitte Dieses nicht nur unter IOS 15 abstellen !!!
+3
Weia
Weia21.09.2114:29
Es ist schon bemerkenswert, wie sehr bei diesem Thema die Emotionen hochkochen.

Ich selbst bin da eher leidenschaftslos, möchte aber auf drei diesen Thread durchziehende Irrtümer respektive Merkwürdigkeiten hinweisen:


Sprache entwickelt sich von unten nach oben und nicht von oben nach unten/kann nicht „aufoktroyiert werden“: Jein. Sprache funktioniert als Kommunikationsmedium nur intersubjektiv; eine nur von einem Menschen genutzte Sprache ist keine. In einer modernen Gesellschaft mit flächendeckender, nicht kleinteilig isolierter Kommunikation ist für eine reibungslos funktionierende Kommunikation eine Vereinheitlichung der Sprache erforderlich, die sich nicht automatisch und urwüchsig von selbst ergibt, auch wenn die Impulse für Veränderungen der Sprache natürlich immer „von unten“, sprich, von einzelnen Sprechern initiiert werden und sich dann ausbreiten.

Daher bedarf es einer regulierenden Institution, die Impulse aus der Sprachpraxis aufnimmt und kanonisch vereinheitlicht, im Deutschen dem Rat für deutsche Rechtschreibung. Es ist also ein Wechselprozess zwischen dem Entstehen neuer Sprechweisen in der Sprachpraxis und deren Kanonisierung. Diese Kanonisierung als von oben aufoktroyiert zu bezeichnen geht folglich an der Sache vorbei; es ist ein institutionalisierter Vereinheitlichungsprozess, der dem intersubjektiven Wesen der Sprache nach geboten ist. Das heißt ja nicht, dass nicht gesellschaftlich darum gerungen werden kann – siehe Rechtschreibreform und anschließende Reform der Reform. Aber sich zu empören, man lasse sich nicht vorschreiben, wie man zu schreiben habe, à la
dam_j
Und was passiert wenn ich mich nicht an das verbindliche geregelte halte ?
Richtig, nix.
ist kindischer Trotz (und was passiert, ist, dass man zunehmend schwerer verstanden wird).


Gendern wird nur von einer lautstarken Minderheit gefordert: Das ist für sich genommen kein Argument gegen das Gendern, denn gesellschaftliche Veränderungen passieren immer so. Wie sollte es auch anders gehen? Wäre ein bestimmter Sachverhalt schon mehrheitlich gegeben, wäre seine Einführung doch keine Veränderung mehr. Und Gesellschaften sind ihrer Natur nach konservativ bzw. haben ein Beharrungsvermögen gegen Veränderungen (für die gesellschaftliche Stabilität ja nicht schlecht), denn es gibt immer 2 Gruppen, die sich Veränderungen entgegenstellen – diejenigen, die vom Status quo profitieren, und diejenigen, die von dem Sachverhalt selbst nicht betroffen sind und daher den für sie nutzlosen Aufwand einer Umstellung/Umgewöhnung scheuen –, aber nur 1 Gruppe, die die Veränderungen befürwortet – diejenigen, die davon profitieren würden.

Die Suffragetten z.B., die das heute selbstverständliche Frauenwahlrecht erkämpften, waren zunächst auch nur eine „lautstarke Minderheit“ und eine eher elitäre dazu.


Der antiintellektuelle Impuls, wie er in diesem Zitat zum Ausdruck kommt:
KingBradley
Und dann kommen die schreihälse bei den Social Media Kanälen und Jungpolitiker rum die Sozialwissenschaften & Co. studiert, nie richtig gearbeitet haben und denken die Bevölkerung kann nicht ruhig abends schlafen weil sie sich Gedanken wegen Transbezeichnungen, Gendern und Afghanistan machen.
Abgesehen davon, dass jemandem, der sich derzeit keine Gedanken um die Menschen in Afghanistan macht, ein erschreckendes Maß an Empathielosigkeit und Engstirnigkeit zu attestieren wäre, habe ich nie verstanden, was das heißen soll: Schreihälse, die Sozialwissenschaften & Co. studiert, nie richtig gearbeitet haben.
  • Was genau macht denn bitte Arbeit zu „richtiger“ Arbeit? Ist es keine Arbeit, sich das Handwerkszeug der Sozialwissenschaften anzueignen – ein mühsamer, jahrelanger Prozess – und es dann in der wissenschaftlichen Praxis anzuwenden? Warum nicht? Was wäre „richtige Arbeit“?
  • Warum ist überhaupt wichtig, welchen Arbeitshintergrund jemand hat, der ein Argument vorträgt? Entweder das Argument stimmt oder es stimmt nicht. Hätte Einstein die Relativitätstheorie nicht veröffentlichen sollen, weil er ja (mutmaßlich) nie „richtig“ gearbeitet hat?
  • Wie soll man für eine Sache eintreten, wenn man das nicht laut und deutlich vernehmlich tut, also „Schreihals“ ist? Erneut mein Beispiel von oben: Die Suffragetten waren ganz sicher auch Schreihälse.


Das alles sagt nichts darüber aus, ob Gendern nun erstrebenswert ist oder nicht. Aber es sagt aus, dass es jedenfalls nicht wegen obiger Punkte nicht erstrebenswert ist.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+12
beanchen21.09.2114:33
Tirabo
Wenigstens die Sprache versucht das zu ändern, aber Du merkst ja, welch radikaler männlicher Gegenwind auch hier gerade herrscht. Deine Meinung als Frau tut eigentlich hier nicht zur Sache, außer dass sie den radikalen Patriarchen in der Durchsetzung Ihrer Sache auch noch einen Bärendienst erweist.
Aha, wenn ich als Frau gegen das Gendern bin, tut das nichts zur Sache, weil ich dann nur das untertänige Mäuschen bin.
Ich frage mich gerade wer hier eigentlich das patriarchalische A* ist.
+20
mactelge
mactelge21.09.2114:36
Herrlich!
stefan
dam_j
Des weiteren kann Rechtschreibung erlernt werden
Dann geh doch mal mit gutem Beispiel voran.
„Dreh´dich um – bleib´wie du bist – dann hast du Rückenwind im Gesicht!“
+3
beanchen21.09.2114:40
Weia
Gendern wird nur von einer lautstarken Minderheit gefordert.
Das ist für sich genommen kein Argument gegen das Gendern, denn gesellschaftliche Veränderungen passieren immer so. Wie sollte es auch anders gehen? Wäre ein bestimmter Sachverhalt schon mehrheitlich gegeben, wäre seine Einführung doch keine Veränderung mehr. Und Gesellschaften sind ihrer Natur nach konservativ bzw. haben ein Beharrungsvermögen gegen Veränderungen (für die gesellschaftliche Stabilität ja nicht schlecht), denn es gibt immer 2 Gruppen, die sich Veränderungen entgegenstellen – diejenigen, die vom Status quo profitieren, und diejenigen, die von dem Sachverhalt selbst nicht betroffen sind und daher den für sie nutzlosen Aufwand einer Umstellung/Umgewöhnung scheuen –, aber nur 1 Gruppe, die die Veränderungen befürwortet – diejenigen, die davon profitieren würden.
Ich glaube du schreibst hier am Problem vorbei. Mit der lautstarken Minderheit ist nicht die Veränderung an sich gemeint, sondern das Narrativ, dass sich das Gendern bereits in der breiten Öffentlichkeit durchgesetzt hätte, nur weil die Mehrheit schweigt.
Die Farbe habe ich übrigens mal rausgenommen, das sich Blau im Dark Mode kaum lesen lässt.
+1
Weia
Weia21.09.2114:41
Laton
Es geht hier nicht um Sexismus, es geht darum, dass die deutsche Sprache bewusst falsch interpretiert.
Naja, ob das so ist oder nicht, hängt vom Zeithorizont ab, unter dem Du das betrachtest.

Richtig ist, dass von der jüngsten Debatte abgesehen das generische Maskulinum im Deutschen in der jüngeren Geschichte immer auch die Frauen mit einschloss. Aus dieser zeitlichen Perspektive basiert die jetzige Kontroverse auf einer falschen Interpretation.

Richtig ist aber auch, dass es kein Zufall, sondern Ausdruck herrschender Machtverhältnisse war, dass sich die Sprache vor Jahrhunderten so ausbildete, dass die generische From deckungsgleich mit der männlichen Form war. Aus dieser zeitlichen Perspektive basiert die jetzige Kontroverse auf einer korrekten Interpretation.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+5
bernddasbrot
bernddasbrot21.09.2114:41
Nein, das gibt e nicht - der Duden ist eine Sammlung der gängigen Schreibweisen, die dieser vereinheitlicht. Der Duden ist eine ein deskriptives Werk. Es gibt in Deutschland keine Instanz, die eine bestimmte Schreibung vorschreibt!
nova.b


Trotzdem ist die Rechtschreibung im deutschsprachigen Raum - also auch Austria und Schweiz - verbindlich geregelt.
-4
Hot Mac
Hot Mac21.09.2114:44
adiga
So sagt man/frau in der Schweiz "Ich gehe nach München", wo der/die Deutsche sagen würde "Ich gehe nicht, ich fahre (fliege) nach München".
Es gibt bestimmt auch Schweizer, die den Weg nach München gehen respektive zu Fuß absolvieren.

Allerdings fahren in der Schweiz auch Busse zur Kirche, deren Passagiere sich dort Busse auferlegen lassen können.

Spaß muss sein, oder?!
+4
Weia
Weia21.09.2114:45
beanchen
Ich glaube du schreibst hier am Problem vorbei. Mit der lautstarken Minderheit ist nicht die Veränderung an sich gemeint, sondern das Narrativ, dass sich das Gendern bereits in der breiten Öffentlichkeit durchgesetzt hätte, nur weil die Mehrheit schweigt.
Das könnte natürlich Teil der Strategie zur Durchsetzung sein.
Die Farbe habe ich übrigens mal rausgenommen, das sich Blau im Dark Mode kaum lesen lässt.
Dark Mode benutzen doch nur alte weiße Männer.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
-1
beanchen21.09.2114:46
bernddasbrot
Nein, das gibt e nicht - der Duden ist eine Sammlung der gängigen Schreibweisen, die dieser vereinheitlicht. Der Duden ist eine ein deskriptives Werk. Es gibt in Deutschland keine Instanz, die eine bestimmte Schreibung vorschreibt!
nova.b


Trotzdem ist die Rechtschreibung im deutschsprachigen Raum - also auch Austria und Schweiz - verbindlich geregelt.
Vielleicht einfach mal auf den Link klicken, da steckt kein Duden dahinter.
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