Mittwoch, 3. Juli 2013

In einem Pilotprojekt wollen die Niederlande an insgesamt elf Grundschulen auf einen reinen iPad-Unterricht umstellen. In den sogenannte "Steve Jobs Schulen" sollen Tafel, Kreide und Frontalunterricht der Vergangenheit angehören. Die rund 1.000 Kinder von 4 bis 12 Jahren besuchen stattdessen nur noch mit einem iPad ausgestattet die Schule. Doch geht der Ansatz noch weiter: auch Stundenplan, reguläre Klassen, Sitzplan, feste Schultage und Ferien wird es dort nicht mehr geben. Stattdessen werden die Schüler entscheiden, was sie lernen möchten und wann es Zeit für eine Pause ist.

Das Projekt wird schon im Vorfeld kontrovers diskutiert, doch nach Ansicht der involvierten Schuldirektoren könnte es schon 2020 zur Normalität werden. Statt Stundenplan setzen die Schulen auf Gleitzeit, in deren Kernzeit die Schüler zwischen 10:30 und 15:00 anwesend sein müssen. Geöffnet haben die Schulen immer werktags, ausgenommen Weihnachten und Neujahr, von 7:30 bis 18:30. In der Regel lernen die Schüler mit den interaktiven Apps auf dem iPad und werden nur in Ausnahmefällen von Lehrern unterrichtet, beispielsweise beim Sport. Schüler können Lehrer aber dennoch jederzeit zurate ziehen. So soll erreicht werden, dass jeder Schüler seinem eigenen Lerntempo folgt.
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Kommentare

C.Brehmen
C.Brehmen03.07.13 11:43
Wenn das ganze von Pädagogen betreut wird die wissen was sie machen, und auch rechtzeitig eingreifen wenn die Schüler das ausnutzen und garnichts machen, finde ich das ein sehr gutes Konzept, so wir das eigenständige Arbeitzen schnell gefördert und es ist von klein auf "drin" Hierzulande wird einem bis in die Ausbildung alles vorgekaut und im Studium muss man dann plötzlich alles selber machen. Wieso also nicht direkt damit anfangen.

Man sollte nur nicht die Einstellun haben... Tja selber schuld das er nichts kann, er hätte ja lernen können...
iGod
iGod03.07.13 11:50
Pädagogen, die wissen was sie machen Scheint es wohl nur in den Niederlanden zugeben.
Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung!
Kujkoooo03.07.13 11:51
Das Problem bei solchen Projekten ist, dass das alles schön und gut ist solange man sich im Projekt aufhält - wird man dann auf die Welt gelassen passt es hinten und vorne nicht mehr.
So wars beispielsweise auch bei meinem Abitur. Wir waren eine Projektschule, welche mit einem "CAS-Taschenrechner" ausgerüstet war. Man lernte auch gut Deutsch keine Mathematik mehr, das übernahm ja der CAS, sondern lernte ihn eher zu Programmieren.

Nach dem Abi gabs auf der Uni dann massive Probleme, da man mitunter kaum noch rechnen konnte, weil man es ja quasi auch nie richtig gelernt hatte.


So besteht auch hier die Gefahr, dass man nur auf die Apps und speziell dem iPad geschult wird. Ist die App dann irgendwann weg, so steht man hilflos da und muss sich das alte Zeugs nochmals mühsam aneignen.

Aber ein Blick in die Software würde mich trotzdem wirklich sehr interessieren!
Flaming_Moe
Flaming_Moe03.07.13 11:52
mehr als fragwürdig (aus meiner privaten und beruflichen perspektive gesehen).
You stay classy San Diego!
halebopp
halebopp03.07.13 12:09
Ein Trend könnte das schon werden.
Natürlich hat das Ganze noch Kinderkrankheiten -
aber ich kann mir so was für die Zukunft schon vorstellen,
wenn die pädagogischen Konzepte darauf angepasst werden
und vor allem die Lehrer darauf geschult werden.
(Meistens sind Lehrer ja eher Innovationsbremsen, sorry)
Das war ich nicht - das war schon vorher kaputt!
strellson03.07.13 12:15
Ich hab zuerst Niedersachsen gelesen und war kurszeitig baff …
evanbetter03.07.13 12:21
Gute (und realistische) Idee, aber etwas über das Ziel hinausgeschossen. Schade, dass bei uns ab der Oberstufe keine Tablets zugelassen sind - ich brauche zBsp. Notability viel bei Meetings,... dann höre ich mir wichtige Details nochmals durch
bildschirm7
bildschirm703.07.13 12:24
"Geöffnet haben die Schulen immer werktags, ausgenommen Weihnachten und Neujahr".
Richtig, Letztere sind keine Werktage, das lernt man schon auf der Steve-Jobs-Schule.
janknet03.07.13 12:26
Ich glaub die sollten nicht alles auf einmal so extrem umstellen!

Ausschliesslicher iPad Unterricht geht ja noch OK, aber das mit der Gleitzeit halte ich für problematisch!
Ausserdem geht das Konzept nur auf, wenn die Schüler da mitmachen!
Es gibt leiderEltern die sich wenig oder gar nicht um Ihre Kindern kümmern bzw. selber nix gebacken kriegen und deren Kindern werden mit so einem Unterricht noch schlechter klar kommen da die dann gar nix mehr machen oder nur zur Schule kommen wenn es absolute Pflicht ist.
phrankster200003.07.13 12:55
Halt ich für Käse. Es braucht selten mehr als Stift und Papier / Kreide und Tafel, um die grundlegenden Konzepte dieser Welt zu verstehen bzw. darzustellen. Selbst im Informatik-Studium wurde zu meiner (noch nicht allzulang zurückliegenden) Zeit kaum ein Computer angefasst. Ein wenig mediale Integration kann den Unterricht sicher aufpeppen - aber als Grundkonzept der Bildung?
ghost
ghost03.07.13 13:04
So ein quatsch, und dann gewöhnen sich die Kinder daran und wundern sich dann wenn sie auf ein mal im Berufsleben um 7 auf der Matte stehen müssen. Es gibt nun mal Berufe in denen man nicht mit Gleitzeit zurecht kommen kann. Nichts gegen neue Methoden, aber ich stell mir vor wie viel Zeit da alleine damit verloren geht zu diskutieren wann nun eine Pause gemacht wird und wann gelernt wird. Ich finde das System übertrieben. Irgendwann wird dann sicher auch noch das Schreiben eingestellt da lernt man gleich das Tippen oder arbeitet nur noch mit Spracherkennung.
Der Tag hat 24 Stunden und wenn das nicht reicht nehmen wir eben die Nacht dazu..."
Gerhard Uhlhorn03.07.13 13:05
Wirklich lernen tut man nur, wenn man von der Sache begeistert ist. Und das ist die eigentliche Aufgabe der Lehrer: sie müssen ihre Schüler begeistern können. Nur: ein Lehrer, der selbst nicht brennt, der kann andere nicht anstecken.

Wer ohne Begeisterung lernt, lernt nur auswendig und vergisst es schnellst möglich wieder. Und dann kann man es auch gleich lassen.

Wenn dieser Punkt korrigiert wurde, dann braucht man keinen Schüler mehr zu Schule nötigen. Dann werden alle freiwillig und gerne zur Schule gehen.

Und das Prinzip lässt sich natürlich auch auf den Beruf übertragen.
Hannes Gnad
Hannes Gnad03.07.13 13:06
halebopp
Ein Trend könnte das schon werden.
Ihr macht Euch gar kein Bild, mit welcher Wucht das iPad gerade im Bildungsbereich einschlägt.
Gerhard Uhlhorn03.07.13 13:11
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"Geöffnet haben die Schulen immer werktags, ausgenommen Weihnachten und Neujahr".
Richtig, Letztere sind keine Werktage, das lernt man schon auf der Steve-Jobs-Schule.
Heiligabend und Neujahr sind aber Werktage.

(Ich nehme mal an, dass mit „Weihnachten“ eigentlich „Heiligabend“ gemeint war. Denn das wird meist verwechselt)
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bildschirm703.07.13 13:13
Gerhard,
bis auf "schnellstmöglich", eine ordentliche Orthographie/Interpunktion.
Du darfst Dich wieder setzen.
Gerhard Uhlhorn03.07.13 13:15
janknet
… und deren Kindern werden mit so einem Unterricht noch schlechter klar kommen da die dann gar nix mehr machen oder nur zur Schule kommen wenn es absolute Pflicht ist.
Wenn die Lehrer ihre Schüler für das Fach begeistern können, ist das überhaupt kein Problem. Dann wird man die Schüler kaum noch aus der Schule rausbekommen.
zod198803.07.13 13:16
phrankster2000
Halt ich für Käse. Es braucht selten mehr als Stift und Papier / Kreide und Tafel, um die grundlegenden Konzepte dieser Welt zu verstehen bzw. darzustellen. Selbst im Informatik-Studium wurde zu meiner (noch nicht allzulang zurückliegenden) Zeit kaum ein Computer angefasst.

Ja, alles schön wie vor 50 Jahren, das ist bestimmt gut in unserer Zeit.

Gott, was habe ich Schule genau wegen solcher Aussagen gehasst. Ewiggestriger realitätsferner Mist war das. Gott sei Dank sind die Niederlande bei sowas mehr auf Zack.
Gerhard Uhlhorn03.07.13 13:17
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Gerhard,
bis auf "schnellstmöglich", …
Ah, danke. Wieder was gelernt.
dan@mac03.07.13 13:27
Ich finde es auf jeden Fall interessant. Wie sollen wir je rausfinden ob sowas gut funktioniert, wenn es keiner ausprobiert?
ExMacRabbitPro
ExMacRabbitPro03.07.13 13:31
Ganz ehrlich - was habe ich 18 Schuljahre lang an backsteinschweren Büchern mitgeschleppt (z.B. Lesebücher oder Atlanten), die wenn es hoch kam einmal im Monat auch im Unterricht gebraucht wurden.

Wenn man diesen Kram auf ein iPad verlagert - warum nicht? Ich halte es für Panikmache, davon auszugehen, nur weil sich das Lehrmittel ändert, dass die Schüler nun nix mehr oder schlechter lernen. Das lag und liegt nach wie vor an den pädagogischen Fähigkeiten des Lehrpersonals. Leider sind dort nach meiner eigenen Erfahrung nach wie vor viele Flaschen unterwegs.

Ich hätte nur bedenken, dass die iPads auf Dauer den Schul-Alltag auch aushalten....
Also zu meiner Zeit, da wäre so ein iPad.....
"Every Gun That Is Made, Every Warship Launched, Every Rocket Fired, Signifies - In The Final Sense - A THEFT From Those Who Hunger And Are Not Fed, Those Who Are Cold And Are Not Clothed." - Dwight D. Eisenhower.
vb
vb03.07.13 13:36
Gerhard Uhlhorn
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Gerhard,
bis auf "schnellstmöglich", …
Ah, danke. Wieder was gelernt.

Heutzutage / heut zu Tage bin ich immer wieder über neue Schreibweisen erstaunt- so wie über die frisch gebackene Ehefrau zb... Mmhh, lecker
Man kann auch Anderes blasen als Trübsal...
bildschirm7
bildschirm703.07.13 13:47
Wenn Lernen mit Spaß und Lust verknüpft wird, ist das erfolgreicher, als die Nürnberger-Trichter-Methode. Auch kann multimediale Aufbereitung helfen, Sachverhalte besser miteinander zu verknüpfen.
Die schulischen Leistungen meiner Tochter sind besser geworden, seitdem sie mehr Freude am Lernen hat. Sie geht auf eine internationale Schule, die diese Lernmethoden schon seit langem anbietet.
Gerhard Uhlhorn03.07.13 13:50
Eben!
janknet03.07.13 13:56
Wie funktioniert da eigentlich die Benotung?
Schüler kommen und gehen wann es Ihnen passt (ausser in der Kernzeit), sie lernen was Ihnen Spaß mach.
Man stelle sich das mal vor, da hocken am Montag morgen um 06:30 Uhr die ersten Kinder (Gruppe 1) weil deren Eltern bereits früh Arbeitsbeginn haben um 10:30 kommen die anderen Kinder (Gruppe 2) weil deren Eltern Spätschicht haben. Gruppe 1 geht aber um 15:30 Uhr wieder heim und Gruppe 2 bleibt noch bis 18:30Uhr. Beide Gruppen haben unterschiedliche Pausezeiten - keine Kommunikation untereinander möglich bzw. wird erschwert.
Ein Kind ist von Mathe fasziniert und dort in Klasse 3 schon weiter wie mancher 5-Klässler oder Kind 2 welches sich für Sprache interesiert und im selben Alter Mathefähigkeiten eine Erstklässlers hat während es in der Sprache mit denen aus der 5ten mithalten kann.
Wie benoten die Lehrer am Jahresende die Schüler dann? Einer hat in Mathe ne 6 und in Deutsch ne 1 oder wie?
Die Lehrer müssten noch mehr auf den einzelnen Schüler eingehen was weit mehr Personal erfordern würde.
Das ganze ist irgendwie privater Einzelunterricht in Gesellschaft anderer Kinder.
rasmusonline03.07.13 14:00
@ Gerhard

Dass Lehrer ihre Schüler nicht begeistern können liegt meines Erachtens unter anderem daran, dass sie verbeamtet sind. Sie brauchen sich den Schülern gegenüber nicht verkaufen, da sie eh jeden Monat ihr festes Gehalt bekommen.

Gab mal eine Sendung über eine Schule in den USA, die Lehrer nicht fest angestellt hat. Was dabei rauskam war, dass die Schüler motivierter waren (und sogar besser abschnitten?) als die Schüler, die von festem Lehrpersonal unterrichtet wurden. Die Sendung schwirrt irgendwo auf Youtube rum, ist die Show mit John Stossel.
Gerhard Uhlhorn03.07.13 14:15
rasmusonline: Ja, eine Bewertung des Schülers ist auch gleichzeitig immer eine Bewertung des Lehrers. Das verstehen nur viele Lehrer nicht.
rasmusonline03.07.13 14:25
Als Steve auf den Keynotes präsentiert hat, hatte er sich und vor allen Dingen seine Produkte immer perfektionistisch verkauft. Wenn Lehrer mit einer annähernden Weise ihre Schüler unterrichten würden, wäre die Sache mit den Lernschwierigkeiten und der Faulheit vom Tisch. Das gleiche gilt für Dozenten und Professoren an Unis und Fachhochschulen und gilt auch für das Berufsleben. Warum wurde Apple noch mal so erfolgreich?
Hageti
Hageti03.07.13 15:11
Man kann Einem Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken. Wenn die Schulen diesen Grundsatz von Galileo Galilei beherzigen, wird das etwas. Sind wir doch ehrlich. Studien belegen: von dem was man hört, bleiben im Durchschn. nur 10% hängen. Von dem, was ich mir selbst beibringe über 90%. Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg....
Gerhard Uhlhorn03.07.13 15:24
Hageti: Genau so ist es! Und wenn man von etwas begeistert ist, dann lernt man im wesentlichen von alleine. Lehrer sind also genau genommen nur dazu da um die Schüler von etwas zu begeistern, und um etwas Struktur und Hilfen zu geben.
o.wunder
o.wunder03.07.13 16:03
Gleitzeit mit Gleitinhalten, ich weiß ja nicht ob das gut ist.

iPad ist ja ok um den Rücken zu entlasten.
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Mein erstes Apple Produkt war ein...

  • Desktop-Mac (PPC oder Intel)29,4%
  • Apple-Notebook (PPC oder Intel)18,4%
  • Klassischer Macintosh (68k)24,2%
  • Apple-Notebook/Portable (68k)2,7%
  • iPod14,4%
  • iPhone4,3%
  • iPad0,2%
  • Apple Watch0,0%
  • Andere Apple-Peripherie (Drucker, Webcam, Maus, Tastatur etc.)0,2%
  • Apple I/II, Lisa5,1%
  • Sonstiges1,2%
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