iMessage: Apple zeigt Details zu Business-Chat in iOS 11

Unter all den großen Ankündigungen der WWDC ist eine äußerst interessante Neuerung nahezu untergegangen - iMessage Business Chat. Damit dies nicht so bleibt, hat sich Apple der Funktion in einer Entwickler-Session erneut gewidmet und zeigt, was möglich ist. Dabei wird klar, Apple möchte mehr schaffen als einen Support-Chat zwischen Kunden und Firmen.


Zunächst ist Apples Ziel, dass Menschen leichter mit Unternehmen in Kontakt treten können. So müssen Kunden einen teilnehmenden Konzern nur in Spotlight oder im Internet suchen und werden dann mit einem iMessage-Logo direkt auf den Chat hingewiesen. Im Nachfolgenden kann sich der Kunde dann über iMessage mit dem jeweiligen Unternehmen in Verbindung setzen. Dabei soll die Antwort möglichst rasch erfolgen. Somit würde die Geschwindigkeit eines Telefongespräches mit der Aussagekraft einer E-Mail verbunden werden. Zudem würden Anwendern stundenlange Warteschleifen erspart bleiben.


Doch der alleinige Chat mit Unternehmen ist nicht der einzige Hintergedanke von Apple. So wird es verschiedene weitere Möglichkeiten zur Interaktion mit Firmen geben. Beispielsweise könnte über die App ein Check-In einer Fluggesellschaft erfolgen, bei der Anwender einen Sitzplatz wählen können. Möglich wären auch Kino-Reservierungen mit einer Chat-Funktion. Wenn das Kino Fragen zum aktuellen Programm beantwortet hat, könnte ein Zeitplan eingeblendet werden, auf dem der Anwender dann die passende Uhrzeit auswählen und somit die Reservierung abschließen kann.


Die letzte präsentierte Option zeigt eine Produktreservierung in einem lokalen Apple Store. Bei dieser bekommt der Kunde dann nach einem Chat über die Produktwahl die Möglichkeit, eine passende Farbe seines Gerätes zu wählen, um die Reservierung dann ebenfalls abzuschließen.

Gemeinsam mit iOS 11 im Herbst
Der Business-Chat in iMessage ist ein zentraler Punkt von iOS 11 und wird gemeinsam mit dem neuen Betriebssystem im Herbst dieses Jahres veröffentlicht. Welche Unternehmen die neue Kommunikationsmöglichkeit hierzulande nutzen werden, ist nicht bekannt. Logischerweise müssen die Support-Mitarbeiter der jeweiligen Unternehmen über einen Mac am Arbeitsplatz verfügen.

Kommentare

subjore12.06.17 12:54
Wenn die es erlauben kann ja jedes ein Mann Unternehmen, dessen Besitzer ein iPhone hat dort mitmachen, oder?
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iBookG412.06.17 12:55
Wieso ist ein Mac nur logisch? Ein Unternehmen könnte doch auch mit einem iPad und ner externen Tastatur arbeiten, oder seh ich das falsch?
+4
pult12.06.17 13:06
Solange Apple kein Webfrontend für iMessage bereitstellt, wird es in der Nische bleiben.
+4
tranquillity
tranquillity12.06.17 13:40
Und was machen die Kunden ohne iOS oder Mac? Solange iMessage nicht wenigstens als Webapp geht oder nativ unter Andriod wird das nichts.

Im übrigen ist das (leider) wieder ein Zug auf den Apple zu spät aufspringt in einem Bereich, wo sie vor Jahren technologsich einen großen Vorsprung hatten, den sie leider verbummelt haben.
+4
mabi12.06.17 13:41
pult
Solange Apple kein Webfrontend für iMessage bereitstellt, wird es in der Nische bleiben.

Da widerspreche ich einmal und gebe zu Protokoll, dass ich das heute zum ersten mal höre, aber auf Anhieb vom Konzept überzeugt bin! Die Zukunft wird zeigen, ob Du oder ich letzten Endes Rechte behalten.
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becreart
becreart12.06.17 13:43
pult
Solange Apple kein Webfrontend für iMessage bereitstellt, wird es in der Nische bleiben.

glaube ich nicht, imessage im web macht keinen sinn.
-3
jeti
jeti12.06.17 13:55
iMessage öffnen für Android, schon lange überfällig.
+6
Megaseppl12.06.17 14:12
mabi
pult
Solange Apple kein Webfrontend für iMessage bereitstellt, wird es in der Nische bleiben.

Da widerspreche ich einmal und gebe zu Protokoll, dass ich das heute zum ersten mal höre, aber auf Anhieb vom Konzept überzeugt bin! Die Zukunft wird zeigen, ob Du oder ich letzten Endes Rechte behalten.

Ich mag zwar iMessage von allen Messengern echt am liebsten. Eine Kunden-Support-Plattform für nur-Apple-Kunden zu bieten ist aus meiner Sicht aber unschön. Die wenigsten Gewerbetreibende dürften zumindest in DE deutlich mehr als 20% Kunden mit Apple-Hardware haben. Für die restlichen 80% der Kundschaft müsste also eine weitere Basis geschaffen werden (z.B. Facebook oder Whatsapp, die unter iOS zufällig ebenfalls funktionieren) und für die auch kein Mac seitens des Unternehmens notwendig ist. Ich sehe das eher als Nische für z.B. Apple-Hardwarehändler oder ähnliche Sonderfälle bzw. Unternehmen die heute schon alle Plattformen versorgen. Es muss ja auch in deren IT-Konzept passen, also deren Kontaktpersonen mit Macs arbeiten. Das ist im Marketing noch einigermaßen häufig der Fall, im Vertrieb schon seltener, im Support fast nie. Eine Plattform wie Facebook wiederum läuft in jedem Browser auf jedem System.
Außerdem: Schon heute erreicht man mit den Chatmöglichkeiten die verschiedene Anbieter meist gar nicht den gewünschten Ansprechpartner, sondern zumeist nur das Marketing, maximal noch den Vertrieb. Und die verweisen dann in einer Message z.B. an eine support@-Email-Adresse. Den Aufwand kann man sich in der Regel gleich sparen wenn man das Kontaktformular auf der Webseite benutzt.

Wieso bist du von dem Konzept überzeugt? Ich wäre es gerne, sehe aber, außer für Nischen, nicht viel die dafür sprechen dass das ein Erfolg wird. Lasse mich aber gerne von einer anderen Zukunft überzeugen.
+3
macmuckel
macmuckel12.06.17 14:40
Ach, iMessage...

Solange ich all meine Kontakte per WhatsApp erreiche, nicht aber per iMessage, bleibt WhatsApp im Dock und die Nachrichten App im letzten Ordner vergraben und ungenutzt.

Und diese Funktionen wie Kino reservieren etc. Ich frage mich schon lange wieso sich die Chinesen das mit WeChat antun. Das muss doch nervig umständlich sein. Für mich gilt: ein Chat ist ein Chat, ist ein Chat und sonst nichts.
-4
matt.ludwig12.06.17 15:43
becreart
pult
Solange Apple kein Webfrontend für iMessage bereitstellt, wird es in der Nische bleiben.
glaube ich nicht, imessage im web macht keinen sinn.
aha ... und wieso?
-2
subjore12.06.17 15:57
Man kann doch einfach iMessage als weitere Kontaktmöglichkeit hinzufügen. Neben email und eventuell Facebook hat ein Teil der Zielgruppe dann noch eine weitere Möglichkeit.
+2
Eventus
Eventus12.06.17 16:11
Für die rein textliche Kommunikation mit Firmen brauchts in der Tat kaum etwas anderes als E-Mail. Aber es gäbe Funktionen, die über iMessage gut zu verknüpfen wären, (automatisierte) Terminbuchungen etwa. Ich bin u. a. für einen Anbieter entsprechender Lösungen tätig und das ist dann eine Lösung, die nicht unbedingt einfacher/günstiger kommt als wenn man das über iMessage machen könnte … Und ob Dienstleister und Kunde iMessage benötigen oder irgendwelche spezifischen Apps, Accounts, Facebook-Zugänge usw., es geht (noch) nichts so allgemein verbreitet wie E-Mail. Aber eben, dort gibts keine wirklichen Features wie (Termin-)buchung o. ä.
Live long and prosper! 🖖
+1
ocrho12.06.17 16:40
pult
Solange Apple kein Webfrontend für iMessage bereitstellt, wird es in der Nische bleiben.

Das es kein Webfronted gibt ist Absicht, weil nur so ist ein Datenschutz gesichert. In dem Moment wo Du eine Nachricht im Webbrowser anschauen kannst ist es auch vom Serverbetreiber lesbar, weil dann auch dort eine Kopie des privaten Schlüssel zum entschlüsseln vorhanden sein muss.

Das ist auch der gleiche Grund wieso Du den iCloud-Schlüsselbund nicht per WebfrontEnd öffnen kannst. Der Schlüssel zum entschlüsseln wird nur auf den Apple-Geräten gespeichert und nicht auf den Server.

Was lernen wir daraus? iMessage hat eine höhere Datensicherheit als "iCloud Drive", weil Dateien der iCloud Drive kann ich mir auch im Webbrowser anschauen. Beim iCloud Drive ist das nicht so kritisch, weil ich als Benutzer dort auch selber verschlüsselte Dateien dort ablegen kann. Bei iMessage wäre so ein prozedere zu umständlich. Deswegen gibt es aus Datenschutzgründen kein Webfrontend für iMessage.
+2
matt.ludwig12.06.17 16:58
Apple synct die Nachrichten zukünftig aber per iCloud ... Warten wir es mal ab.
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nacho
nacho12.06.17 17:03
Ohne Öffnung für Android bleib es nur eine nette Lösung.
0
Eventus
Eventus12.06.17 17:05
matt.ludwig
Apple synct die Nachrichten zukünftig aber per iCloud ... Warten wir es mal ab.
Aber eben nur für Apple-Geräte.
Live long and prosper! 🖖
+1
Megaseppl12.06.17 17:37
ocrho
pult
Solange Apple kein Webfrontend für iMessage bereitstellt, wird es in der Nische bleiben.
Das es kein Webfronted gibt ist Absicht, weil nur so ist ein Datenschutz gesichert. In dem Moment wo Du eine Nachricht im Webbrowser anschauen kannst ist es auch vom Serverbetreiber lesbar, weil dann auch dort eine Kopie des privaten Schlüssel zum entschlüsseln vorhanden sein muss.
Naja, dafür gibt es ja auch Lösungen. So kann man z.B. Facebook-Authentifizierung auf die eigene Webseite einbinden ohne dass der Betreiber die Inhalte lesen kann. Einfaches Beispiel: Die Daten innerhalb eines nach extern verlinkten iFrames können über eine separate TLS-Verbindung verschlüsselt werden und sind somit nur vom Browser sowie für Apple lesbar. Facebook macht dies bei deren Seiten-Plugins über ein Div bei dem dynamisch teils über Javascript der Inhalt vom Facebook-Server (vom Client-Browser) nachgeladen wird. Auch da kann der Betreiber nix mitlesen da die Kommunikation an diesem komplett vorbei geht.
Über die Page-Plugins gab (oder gibt) es auch bereits den Versuch seitens Facebook einen Chat für Unternehmen auf deren Webseite zu integrieren:
0
sierkb12.06.17 19:46
pult,
tranquillity:

Apple macht diesbzgl. was viel Besseres und Sinnvollereres, das schon lange überfällig ist: Apple spendiert seinem Safari sowohl unter macOS als auch iOS endlich WebRTC-Fähigkeiten und schließt somit endlich zu den anderen Browsern auf, auch befähigt Apple seinen Safari für WebAssembly, beides plattformübergreifende Standards, auf die man sich geinigt hat, alle anderen Plattformen und Browser-Hersteller sind schon längst bei dem Thema rührig, Apple zieht nun endlich nach, sodass diese Lücke nun geschlossen ist, Apple kann da nicht länger abseits stehen und nur zuschauen:


heise (08.06.2017): Safari mit WebRTC: Apple unterstützt Echtzeitkommunikation im Browser
Als letzter großer Browser-Hersteller will nun auch Apple WebRTC unterstützen. iPhone- und Mac-Nutzer können dann Videokonferenzen direkt im Browser führen, ohne dafür erst ein Plug-in oder eine App installieren zu müssen.

Apple WebKit Blog (07.06.2017): Announcing WebRTC and Media Capture
Today we are thrilled to announce WebKit support for WebRTC, available on Safari on macOS High Sierra, iOS 11, and Safari Technology Preview 32. In this post, we will go through an overview of our implementation. We will have future posts that cover more best practices for developers.

Apple WebKit Blog (07.06.2017): Safari Technology Preview 32, with WebRTC, is Now Available

StreamRoot (09.06.2017): Apple commits support for WebRTC in Safari 11
Big news for the online video industry last week! At this year’s Worldwide Developer Conference (WWDC), Apple officially announced support for WebRTC in Safari 11, which will ship with the new iOS 11 and Mac OS 10.13 in September.

Although some details of the implementation are still unknown, the Safari 11 page mentions update pointers including “support for real-time communication using WebRTC.” It has also updated WebKit, the engine that powers its Safari browser, to add WebRTC as ‘in development’ to its list of open specifications, including support for WebRTC DataChannels.

At present, it is fully enabled on Chrome, Firefox and Opera, with support on Edge announced last January as well, making Apple the last major browser to implement the powerful real-time communications protocol. For those of you unfamiliar with the technology, WebRTC enables peer-to-peer (P2P) communication natively between browsers using JavaScript, APIs and HTML5, without plugins. Originally started as a Google-led initiative in 2012, it has become an indispensable tool used extensively by many popular service providers and applications like Hangouts and Skype.

Apple Developer Library: What's New in Safari: Safari 11.0 :

Highlights of Safari 11.0

Web conferencing. Implements peer to peer conferencing with the WebRTC standard.
[…]
WebAssembly. Your web apps are smaller and load faster when written with the new WebAssembly format.
[…]



Bereits bestehende WebRTC-Implementierungen zweier Anbieter für Safari 11/macOS High Sierra Beta:

BlueJeans: BlueJeans for Safari – One-click video meetings right in your favorite browser: Our goal is to provide high-quality meeting experiences using tools people already have—like Safari. Using WebRTC, BlueJeans enables browser-based voice and video conferencing with no plugin or download required in macOS High Sierra.

TokBox: The OpenTok Platform, Now for Safari 11 in Beta
The leading live video platform for WebRTC has expanded its reach to Safari 11 on iPhone, iPad and Mac. No plugins or downloads.


WebRTC.org
Wikipedia (de): WebRTC
W3C: WebRTC 1.0: Real-time Communication Between Browsers
W3C: Media Capture and Streams
-2
Bitsurfer12.06.17 20:10
macmuckel
Ach, iMessage...

Solange ich all meine Kontakte per WhatsApp erreiche, nicht aber per iMessage, bleibt WhatsApp im Dock und die Nachrichten App im letzten Ordner vergraben.

Ach? Mit iMessage erreicht man 100% aller Nutzer. Und mit Whatsapp?
+1
Pixelmeister13.06.17 10:47
sierkb
Apple spendiert seinem Safari sowohl unter macOS als auch iOS endlich WebRTC-Fähigkeiten und schließt somit endlich zu den anderen Browsern auf ...
Naja, sie schließen zu Chrome und FF auf. Der immer noch gern (wenn auch nicht mehr meist-) verwendete IE wird WebRTC niemals zu sehen bekommen und Edge bekommt WebRTC auch erst im Herbst mit dem 2. Creators-Update (durch die MS-Namensgebung blickt doch auch keiner mehr durch, oder?). Zu dem Zeitpunkt werden dann auch alle relevanten Apple-Geräte WebRTC-fähig sein – und zwar nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch – dank der hohen Adoption-Rate. Man ist also mindestens gleichauf mit dem alten Desktop-OS-Marktführer Microsoft.
+1

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