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Zwei Jahre Vision Pro: Der äußerst kurze Hype um Apples AR-Headset

Apple war auf einen großen Ansturm vorbereitet, als das AR-Headset „Vision Pro“ in den Verkauf ging. Vorsichtshalber beschränkte der Konzern den Marktstart auf die Vereinigten Staaten. Ausgewählte Apple-Store-Mitarbeiter erhielten Schulungen in der Firmenzentrale. Für die halbstündigen persönlichen Demonstrationen und Vor-Ort-Konfektionierungen setzte Apple ein Buchungssystem auf, um den Andrang zu kanalisieren. Doch bereits nach wenigen Tagen konnten Interessierte einen Termin am selben Tag buchen – die Nachfrage blieb weit hinter den konzerninternen Erwartungen zurück. Das änderte sich auch mit dem internationalen Marktstart wenige Wochen später nicht.


Auf Hardware-Ebene beeindruckte die Vision Pro: Zwei 1-Zoll-4K-OLED-Displays mit hochwertigem Linsensystem liefern ein gestochen scharfes Bild, welches Brillenträger durch individuelle Zeiss-Korrekturlinsen ergänzen können. Acht nach außen gerichtete Kameras fangen die Realität ein, um sie – mit Zusatzinfos und App-Fenstern angereichert – dem Nutzer bereitzustellen. Vier nach innen gerichtete Kameras helfen dabei, auf dem Außenbildschirm und in Videochats realitätsnahe Augenbewegungen zu zeigen. Dazu kommen Bewegungs- und LiDAR-Sensoren sowie sechs Mikrofone. All das hat einen sagenhaften Preis: 3.500 US-Dollar (vor Steuern) wollte Apple anfangs für die Minimalkonfiguration. In Deutschland lief dies auf einen Preis von mindestens 4.200 Euro hinaus.

Wenige Einsatzbereiche
Anders als viele auf dem Markt erhältliche Headsets sollte Apple Vision Pro ohne Controller zu bedienen sein – die Kameras sollten Pupillen und Handbewegungen erkennen und interpretieren, was zu einer besonders eingängigen Bedienung führen sollte. In den ersten Versionen erfüllte sich das Versprechen nur bedingt; Apple musste in den ersten Monaten kräftig nachbessern. Ein weiterer Grund, weshalb Vision Pro nur bedingt Erfolg hatte, war die bedingte Alltagstauglichkeit: Kaum jemand möchte das Gerät den gesamten Tag umgeschnallt haben. Der über ein Kabel verbundene Akku hält ohnehin nicht so lange durch. Eine Verbindung zum Mobilfunknetz ist nicht vorgesehen; Vision Pro ist auf eine WLAN-Verbindung angewiesen.

Kaum Software und Medien
Wahrscheinlich hoffte man im Konzern auf eine ähnliche Begeisterung wie bei der Einführung des iPhone: Unabhängige Entwickler und Mediengestalter würden Schlange stehen, um für visionOS innovative Apps, Filme und AR-Erlebnisse zu gestalten. Doch der hohe Preis der Geräte, die daraus resultierende geringe Nutzerzahl sowie eine zunehmende Unzufriedenheit mit Apples Vertriebsmonopol für Software auf hauseigenen Plattformen dämpften die Euphorie. Native, für visionOS entwickelte Apps gibt es auch zwei Jahre nach Marktstart nur wenige. Nicht einmal Apple selbst konnte sich nach dem flauen Start für Umsetzungen begeistern: Von den hauseigenen Produktivitäts-Apps wurden bisher lediglich Keynote sowie Freeform für visionOS optimiert. Das vergangene Woche veröffentlichte „Creator Studio“ erwähnt das AR-Headset nicht einmal.

Eine Präsentation aus dem eigenen Schlafzimmer heraus – mit dieser Utopie wirbt Apple für Vision Pro. (Quelle: Apple)

Leises Upgrade auf M5
Im Herbst 2025 erhielt das Headset ein Upgrade auf die aktuelle Apple-Silicon-Generation. In diesem Zuge senkte Apple den Preis des Einstiegsgeräts auf 3699 Euro; zudem gibt es überarbeitete Headbands. Seitdem hört man kaum etwas Neues rund um Apples jüngste Plattform. Es scheint ein wenig so, als habe Apple selbst kaum noch Hoffnung, dass der jüngsten Plattform des Konzerns noch der Durchbruch gelingen mag. Gerüchteweise entwickelt Apples Hardware-Abteilung bereits ein alltagstauglicheres Headset, welches sich wie eine Brille tragen lässt. Dies gleicht den Produktvorstellungen des Facebook-Mutterkonzerns Meta. Auch die aus dem sozialen Netzwerk Snapchat hervorgegangenen Spectacles präferieren dieses Format.

Kommentare

eastmac
eastmac03.02.26 09:55
Wo bleibt die Software, damit ich Normalo(für Arbeit) 3D-Modelle mit Infos oder gar als Explosion darstellen kann?
+2
dan@mac
dan@mac03.02.26 10:02
Irgendwie wie der erste Macintosh. Tolle Hardware, aber zu teuer und die Menge an Software fehlt.
+1
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck03.02.26 10:38
dan@mac
Irgendwie wie der erste Macintosh.

Finde ich nicht. Beim Mac (oder PCs generell) konnte man sich damals schon sehr viele mögliche Einsatzszenarien vorstellen. Abgesehen von Spielen sehe ich bei VR wenig massentaugliche Einsatzfelder. Mit Massentauglich meine ich, dass sich 10-20% der Bevölkerung für diesen Zweck begeistern könnten und bereit sind, dafür Geld (nat. keine 4K€, aber z.B. den Preis eines Smartphones) auf den Tisch zu legen.
+1
Moranai
Moranai03.02.26 10:51
ich hatte jetzt auch endlich mal eine solche Brille auf. War schon beeindruckend und wirklich ein cooles Gefühl. Ich würde mir eine kaufen, wenn der Preis nicht so hoch wäre.
+1
mkummer
mkummer03.02.26 10:55
Die Kritik, die vermutlich meist nicht von Langzeitusern geäussert wird, teile ich nur sehr zum Teil. Ich habe eine Vision Pro seit es sie in D gibt und nutze sie jeden Tag einige Stunden. Es gibt eine ganze Menge Apps in 3D und für Leute, die in einem kleineren Apartment wohnen, ist die Betrachtung von Medien mit einer App wie Theatre absolut super. Das Argument des hohen Preises für ein Gerät, das man überwiegend nur für Medienkonsum verwendet, relativiert sich schon, wenn man für seinen Medienkonsum über Apple TV einen 4K Laserbeamer hat, der auch mindestens in dieser Preisklasse angesiedelt ist. Allerdings ist eines klar - ein Gerät für die breite Masse ist es aus verschiedensten Gründen nicht. Aber die gar nicht so wenigen Fans haben für sich schon einen passenden Nutzen gefunden. Es gibt eine Menge Facebook Foren - sogar auf deutsch - und auch Youtube Kanäle, die immer wieder sehr interessante Anwendungen beschreiben usw.

Ich bin froh, dass Apple das Wagnis eingegangen ist, so ein tolles Teil auf den Markt zu bringen. Aber selbst wenn die Userbasis schmal ist - die geschätzten Verkaufszahlen mal dem satten Preis ergeben durchaus ein Gewinn-Szenario fü Apple. Das Apple TV hat auch lange eine Randexistenz gefristet und ist mittlerweile zu einem soliden Verkaufsanteil gewachsen.
+4
deus-ex
deus-ex03.02.26 11:11
VR AR stirbt gerade. Selbst Meta, welche ihre Quests massiv subventionieren um diese für 500€ zu "verramschen" fahren Inventionen in VR/AR massiv zurück. Schließen Studios, entlassen Mitarbeiter.


Mit Dumping-Preisen für Quest-Gerät gewann Meta rasch die Führungsposition auf dem VR-Markt, gewöhnte Konsumenten aber auch an unrealistisch niedrige Preise und verzerrte die tatsächliche Nachfrage. Konkurrenten, die für einen gesunden Wettbewerb hätten sorgen können, wurden vom Markt gedrängt.
0
xcomma03.02.26 11:14
Geschlossenes System, keine Offenheit für zuspielende Quellen verschiedenster Arten - damit ist es schon gewesen für mich mit dem Produkt.

Viel spannender fand ich letztes Jahr Valves Ankündigung diverser Produkte , u.a. vom Steam Frame .

Bin gespannt was hier die Open Source Community auf die Beine stellen wird, wie z.B. VR Modus für KDE Plasma .
-1
Metty
Metty03.02.26 11:23
deus-ex
VR AR stirbt gerade.
Diese Aussage halte ich doch für etwas zu gewagt. Der AR Markt wird wahrscheinlch nicht so gross werden wie gewünscht. Wer will schon den ganzen Tag mit einer Brille rumrennen, die einen ständig mit irgendwelchen Anzeigen nervt? Es gibt jedoch einige Brillenhersteller, die sich ganz erfolgreich auf dem Markt tummeln (z.B.Viture, Xreal, Rokid, etc.). Die haben einen etwas generellen Ansatz. Die Brille dient dabei primär einem mobilen Monitorersatz. Die Brille selbst hat keine Recheneinheit. Damit kann man die Brillen mit vielen verschiedenen Gerätetypen verbinden, z.B. Mac, iPhone, Android Devices, etc.. Das vervielfacht schon mal den Anwendungsbereich und das potentielle Zielpublikum. Zudem reduziert es den Preis. Nein, diese Brillen haben nicht die gleiche technische Qualität wie eine Vision Pro, aber dafür kann man deutlich günstiger einsteigen und testen, ob man so ein Gerät wirklich braucht.
Nein der Markt ist nicht tot. Er ist halt nicht dort wo Apple gehofft hatte ihn zu finden, aber das wird schon.
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MrJava03.02.26 11:25
Bei max. 1500 € (Vollauslastung) wäre bei mir Schluss.
Hör auf Dich selbst, sonst hört Dich keiner!
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