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Vor 15 Jahren: Steve Jobs kündigt Auszeit an – und kommt nicht mehr als CEO zurück

Zweimal hatte sich Steve Jobs bereits vorläufig gesundheitsbedingt zurückgezogen, nämlich 2004 (Krebsbehandlung) und 2009 (Lebertransplantation). Vor 15 Jahren erfolgte dann die dritte Ankündigung, vorübergehend seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben zu können. In einem Schreiben hieß es dazu: "Auf meinen Wunsch hin hat mir der Verwaltungsrat eine medizinische Auszeit gewährt, damit ich mich auf meine Gesundheit konzentrieren kann. Ich werde weiterhin als CEO fungieren und in die wichtigsten strategischen Entscheidungen des Unternehmens eingebunden bleiben. Ich habe Tim Cook gebeten, die Verantwortung für das gesamte Tagesgeschäft von Apple zu übernehmen."


Formal noch CEO, faktisch übernahm Cook dauerhaft
Auch wenn er darin betonte, weiterhin CEO zu bleiben, sollte es sich nur noch um einen formalen Titel handeln, denn faktisch übernahm Tim Cook zu diesem Zeitpunkt dauerhaft. Jobs kam hingegen nicht mehr in seiner bisherigen Position zurück, seine Krankheit hatte ihn zu sehr geschwächt. Offiziell übergab Jobs den Stab zwar erst im August an Cook, doch der Januar 2011 markierte den eigentlichen Wechsel. Der offiziellen Jobs-Biografie von Walter Isaacson zufolge war allen Beteiligten zu diesem Zeitpunkt klar, dass es sich um keine schlechte Phase handelte, sondern von keiner Erholung auszugehen war – die zielgerichteten Therapien schlugen nämlich nicht mehr an.

Der letzte öffentliche Auftritt von Jobs, Juni 2011

Drei öffentliche Auftritte sollten noch folgen
Jobs war zwar noch in strategische Entscheidungen eingebunden, das fand jedoch meist bei ihm zu Hause in Palo Alto statt. Seine begrenzte Energie sparte er sich aber noch für drei Momente auf, die ihm persönlich ganz besonders wichtig erschienen: die Vorstellung des iPad 2, die WWDC 2011 mit Ankündigung von iCloud, und der Auftritt vor dem Stadtrat Cupertinos, um für die Baugenehmigung des Apple Parks (damals "Apple Campus 2") zu werben. Es handelte sich nicht mehr um sein bisheriges CEO-Leben, allerdings um einen Schlussakt mit drei bewusst gesetzten Auftritten. Wie erwähnt trat Jobs im August 2011 zurück, im Oktober 2011 erlag er dann seiner Krankheit.

Kommentare

Uschaurischuum!
Uschaurischuum!20.01.26 13:18
Schon so lang her.
Und doch erinnere ich mich sehr gut an seine Art der Produktpräsentationen. Mir sind diese sogar deutlicher im Bewusstsein als die der letzten Jahre.
Bemerkenswerter Mensch.
Brauchen wir alles was wir können?
+22
s_ko
s_ko20.01.26 13:49
Dito.

Mit Cook habe ich mir nur noch die Show angeschaut, in welche ApplePay vorgestellt wurde. Alle anderen nie mehr Live, sondern nur noch in einer Zusammenfassung.
+3
Nebula20.01.26 18:00
Ein Jammer, dass Steve zunächst eine moderne medizinische Therapie verweigerte. Angeblich wäre dann die Chance, dass er noch leben würde, sehr groß gewesen.

In meinem Bekanntenkreis steigt gerade die pauschale Skepsis gegenüber der "Schulmedizin" und es gab jüngst das erste Krebsopfer, das sogar Steve Jobs als Vorbild nannte und sich mit alternativen Heilmethoden, Fruchtsäften und Akupunktur "selbst therapieren" wollte. Dass Steve Jobs dies letztlich bereute, war ihm sehr wohl bewusst. Für ihn war Jobs dann nicht konsequent genug und er hätte mit von der Schulmedizin verursachten Zweifeln den Krebs genährt. Nur mit unumstößlichem Glauben hätte der Krebs keine Chance. Auch bei meinem Bekannten gab's gute Aussichten, wenn er sich für eine herkömmliche Krebstherapie entschieden hätte. Er war bis zum letzten Tag seines Lebens überzeugt, er würde den Krebs besiegen.

Es ist so traurig, dass viele einerseits sehr kritisch sind und wirklich gute Punkte haben, wenn sie etwas hinterfragen, aber zugleich total unkritisch jeden Käse glauben, wenn er gegen die "Schulmedizin" gerichtet ist. Erschütternd dabei, wie einige das dann ausnutzen, um ordentlich Kasse zu machen.
+8
centris20.01.26 19:42
Uschaurischuum!
Schon so lang her.
Und doch erinnere ich mich sehr gut an seine Art der Produktpräsentationen. Mir sind diese sogar deutlicher im Bewusstsein als die der letzten Jahre.
Bemerkenswerter Mensch.

Einerseits ist Tim Cook ziemlich langweilig (wenn auch sehr erfolgreich), andererseits ist inzwischen ja alles aufgezeichnet und ohne Mitarbeiter, Presse, Publikum.
+1
pentaxian
pentaxian20.01.26 20:12
centris
Uschaurischuum!
Schon so lang her.
Und doch erinnere ich mich sehr gut an seine Art der Produktpräsentationen. Mir sind diese sogar deutlicher im Bewusstsein als die der letzten Jahre.
Bemerkenswerter Mensch.

Einerseits ist Tim Cook ziemlich langweilig (wenn auch sehr erfolgreich), andererseits ist inzwischen ja alles aufgezeichnet und ohne Mitarbeiter, Presse, Publikum.

Tja, und genau das hätte es bei Steve nicht gegeben, meiner Meinung nach. Er war sich seiner Wirkung auf Publikum sehr bewusst und hat die Reaktionen aus dem Publikum regelrecht gesucht und als Indikator für die geschäftliche Ausrichtung von Apple genutzt.
Dieses seelenlose Geseiere, was Apple mittlerweile abzieht, interessiert doch kaum noch irgendeine S.., oder? Ich hab seit Jahren keine Produktpräsentationen mehr angeschaut.
mine is the last voice that you will ever hear (FGTH)
+7
TotalRecall
TotalRecall20.01.26 20:18
pentaxian
Ich hab seit Jahren keine Produktpräsentationen mehr angeschaut.

... jo geschweige den entgegengefiebert, mitgefühlt. Eine, die länger in Erinnerung geblieben ist > "One more thing"
0
engel@maxx20.01.26 23:02
Er hat mich inspiriert, ein ganzes Jahrzehnt lang. Für seine Keynotes habe ich zum Teil Nächte durchgemacht. Apple heute ist immer noch toll, aber was er in den ca. 15 Jahren seiner zweiten Ära dort in die Wege geleitet hat, ist immer noch beeindruckend und hat sicher auch den ein oder anderen Tech-CEO dazu bewegt, unmögliches möglich zu machen. Seine fanatische Liebe für Design, sein Perfektionismus und der Hang dazu, Simplizität zum Maßstab über alles zu stellen, sind unerreicht. Ich hätte ihm noch viele weitere Jahre gegönnt.
+6
MacSquint
MacSquint21.01.26 10:30
Und wie immer fragt man sich in einem solchen moment, wie würde Apple wohl heute aussehen, wenn Steve nicht gestorben wäre.
Einiges wäre sicherlich auch genauso gekommen, wie es gekommen ist.
Aber es wäre sicherlich manches auch ganz anders geklommen und in manchen Punkten hätte mir das vielleicht auch besser gefallen als das, was Apple im Jahre 2026 zum Teil anbietet.
Und irgendwie werde ich das Gefühl auch nicht los, dass seit einiger Zeit der Geist von Steve Apple endgültig verlassen hat und das vielleicht auch in der ein oder anderen Entwicklung sichtbar geworden ist. Er war nun mal ein einzigartiger Typ und hat Apple geprägt wie kein anderer in dem Unternehmen und bislang sehe ich niemanden, der einen ähnlichen Einfluss auf dieses Unternehmen haben könnte. Tim Cook hat das Erbe so gut wie er konnte verwaltet und Steves Ideen weitergeführt, dafür gilt ihm Dank, aber jetzt bräuchte es dringend mal jemand, der wenigstens ansatzweise eine vergleichbare visionäre Kraft hätte.
+4
h.ml21.01.26 12:01
Ich war da eigentlich immer schon pragmatischer Eingestellt, wenngleich auch ich der Ansicht bin das die Präsentationen unter SJ schon interessanter waren. Heute schaut man halt eher anstatt und nach der Präsentation in den Apple Store was es neues gibt und das genügt in der Regel.
An den Todestag kann ich mich auch noch erinnern, ich war gerade frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit als ich die Meldung im Radio hörte.
+2
pogo3
pogo321.01.26 19:22
Für mich die zwei prägendsten Keynotes: iMac u. iPhone. Und von den beiden die Nr.1 - iPhone. Wo er die Wischgesten vorführt, und so komische Stille im Saal herrscht. Man hat das Gefühl, er weiß nicht wohin mit seiner eigenen Überraschung u.Freude wie das alles so funktioniert. Scott hatte so ein kleines "Wunder" geschaffen, welches die Welt verändern würde. Tatsächlich, heute - wischt jeder.
Ich schmeiss alles hin und werd Prinzessin.
+1

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