Zurück zu Toshiba: Apple-Konsortium verkauft Anteile an Speichersparte

Toshiba verkaufte die Anteile der hauseigenen Speichersparte im letzten Jahr an ein aus mehreren Firmen bestehendes Konsortium, zu dem auch Apple gehört. Außer dem Unternehmen aus Cupertino zählen noch Dell, Kingston und Seagate dazu. US-Finanzinvestor Bain Capital leitet den Zusammenschluss. Doch Toshiba plant einem Bericht des Wall Street Journal zufolge, viele der abgetretenen Firmenanteile wieder zu übernehmen. Demnach verspricht sich das Konsortium einen deutlichen Gewinn vom Verkauf der Speicher-Anteile zurück an Toshiba.


Furcht vor Western Digital
Zunächst erscheint der Vorgang seltsam. Warum sollte Toshiba die Speicher-Anteile plötzlich wieder zurückkaufen wollen, die der Technologiekonzern erst letztes Jahr abgetrat? Um die Motivation hinter der Rückkauf-Absicht von Toshiba zu ergründen, ist ein Blick hin zu den Umständen des ursprünglichen Deals im Juni 2018 vonnöten.

Toshiba bot die Speicher-Anteile seinerzeit dem Konsortium aus Apple, Dell, Kingston und Seagate in erster Linie deshalb an, um eine teilweise Übernahme durch den Konkurrenten Western Digital zu verhindern. So sollte der Wettbewerb auf dem Speichermarkt gewahrt bleiben und der Gefahr einer zunehmenden Monopolisierung entgegengewirkt werden. Auch die Kompensation von Verlusten spielte für Toshiba bei dem Geschäft eine Rolle.

Das Unternehmen behielt übrigens 40 Prozent der Speicher-Anteile. Die jüngeren geschäftlichen Entwicklungen und größere Bankkredite würden es dem Technologie-Riesen ermöglichen, wieder selbst über diverse der veräußerten Anteile zu verfügen.

Gewinne im dreistelligen Millionenbereich für Apple und Co.
Apple und die anderen Firmen sicherten sich die Speicheranteile von Toshiba ebenfalls aus der Motivation heraus, den Wettbewerb im Speichersektor zu sichern. Eine Quasi-Monopolstellung bei Zulieferern von so wichtigen Komponenten wie Speicherchips würde für Unternehmen wie Apple auf längere Sicht höhere Einkaufspreise für besagte Bauteile bedeuten – und zudem die Verhandlungsposition schwächen.

Für 4,5 Milliarden US-Dollar sollen die Speicheranteile von Apple, Dell, Kingston und Seagate bis zum Ende des Monats zurück an Toshiba gehen, so der Bericht. Das Konsortium hätte in dem Fall einige hundert Millionen US-Dollar Gewinn erwirtschaftet. Bain Capital bleibt dem Bericht zufolge der Mehrheitseigner der Speicherchip-Sparte.

Kommentare

MikeMuc20.05.19 18:57
Hilfe, ich brauch Nachhilfe beim Rechnen. Wenn Toshiba "noch" 40% hatte, dann sind 60% verkauft worden.
Wenn nun Bain am Ende noch die Mehrheit haben soll, dann müßten ja jetzt lediglich 10% der ursprünglich verkauften Anteile wieder zurück gehen... Also hatten Apple, Dell, Kingston und Seagate nur je 2,5% vom verkauften Packet.
Nun stellt sich mir dir Frage warum Toshiba da nun Peanuts kauft wenn sie am Ende doch nicht die Mehrheit kriegen. Wer kennt die Hintergründe des jetzigen Deals?
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