Weiterer Bericht: A20-Chip mit Preisexplosion


In rund neun Monaten steht die nächste iPhone-Serie an – und damit auch die nächste Chip-Generation. Der A20 dürfte ein großer Schritt werden, immerhin markiert er den Übergang auf eine Strukturbreite von 2 Nanometern, aktuell sind es 3 nm. Warum man diese Zahlen jedoch schon lange nicht mehr als absolute Werte ansehen darf, hatten wir kürzlich in einem anderen
Artikel ausgeführt. Vor einigen Wochen hieß es in einem Bericht bereits, dass der kommende A20 für Apple maßgeblich teurer als der A19 im Einkauf sei. Nun besagt eine weitere
Meldung, Apple müsse rund doppelt so viel dafür bezahlen.
Hauptchip wesentlich teurer, Gesamtpaket ebenfallsHier muss allerdings eine wichtige Unterscheidung gemacht werden, denn es verdoppelt sich nicht der Preis des gesamten A20 inklusive aller Komponenten des SoCs, sondern nur der Hauptchip selbst. Dennoch lasse dies den Stückpreis von aktuell rund 200 Dollar auf bis zu 280 Dollar ansteigen. Frühere Architekturumstellungen hatten zwar ebenfalls zu teureren Chips geführt, jedoch nicht in diesem Ausmaß. So müssen Hersteller in den ersten Wochen bis Monaten wesentlich mehr Ausschuss einkalkulieren, was natürlich die einzelnen Chips kostspieliger macht. 80 Dollar zusätzlich dürften sich aber schwer ohne Preiserhöhung für den Kunden oder sonstige Sparmaßnahmen bei der Ausstattung abfedern lassen. Wie kürzlich
berichtet, haben zumindest Apple und Samsung aufgrund hoher Margen einige Stellschrauben, um nicht notwendigerweise alles an den Endverbraucher weiterreichen zu müssen.
Neues Fertigungsverfahren: Mehr als nur 3 auf 2 nmDazu kommt die generell komplexere Fertigung des A20, der neben reduzierter Strukturbreite auch erstmals auf GAAFET/Nanosheet (statt wie bislang auf FinFET) setzt. Kurz erklärt: Als Nanosheet bezeichnet TSMC die konkrete Umsetzung der "Gate all Around"-Architektur, bei der das Steuergate den Kanal vollständig von allen Seiten umschließt. Dadurch lässt sich der Stromfluss präziser kontrollieren als bei FinFETs, was geringere Leckströme, bessere Energieeffizienz und höhere Schaltgeschwindigkeiten ermöglicht. Als weitere Kostenfaktoren gelten das aufwendigere Packaging und die Speicherbestückung, was den A20 auf den oben genannten Preispunkt hebt.